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stARTcamp Münster: Sind die Social Media-Aktivitäten im Kunst- und Kulturbereich banal?

16 Kommentare

Ich mag Barcamps, weil sie mir viel mehr bringen als klassische Konferenzen. Die Atmosphäre ist viel entspannter, das Programm ist näher am Puls der Zeit, schließlich wird es nicht Monate vorher, sondern erst vor Ort beschlossen und man trifft dort viele bekannte Gesichter. Würde man es negativ ausdrücken wollen, könnte man sagen, es treffen sich dort immer die gleichen Leute, um über die immer gleichen Themen zu sprechen.

Der Vorwurf, in einer Blase zu leben, mag zutreffen, allerdings kommt er meist von den Leuten, die das Internet ablehnen, weil virtuelle Kontakte ihrer Ansicht nach nie das reale Miteinander ersetzen können. Das stimmt auch, für mich ist die Kommunikation in den sozialen Netzwerken nicht Ersatz, sondern Ausgangspunkt dafür, Menschen zu treffen, die ich entweder schon länger nicht mehr gesehen habe oder bis jetzt nur virtuell kenne und nun zum ersten Mal sehe. Deshalb mag ich die „Blase“ stARTcamp auch, egal wo es jeweils stattfindet.

Am Samstag war es wieder in Münster soweit und mein Dank gilt vorab den OrganisatorInnen Sarah Gossmann, Michelle van der Veen und Jan Graefe für die wunderbare Organisation. Sie können es sich sicher auf die eigene Fahne heften, dass es schon Tage vorher keine Tickets mehr gab. Die Bandbreite der Themen war enorm, wir haben uns überlegt, wie man am besten mit dem Bloggen beginnt, wie Twitter funktioniert, wir haben uns aber auch mit dem Thema Museumsselfies, der Customer Journey oder einer vor Ort präsentierten App beschäftigt.

Programm #scms15

So bunt gemischt das Programm auch war und so zufrieden am Ende alle waren, der Vorwurf der Blase ist ernst zu nehmen. Auch wenn in Münster viele zum ersten Mal bei einem stARTcamp dabei waren, dieses Format spricht vor allem die an, die sich bereits mit der Kommunikation im digitalen Raum beschäftigen oder es zumindest vor haben. Im Anschluss an den Impulsvortrag von Christian Gries meinte eine Künstlerin, die vielen über die sozialen Medien initiierten Aktionen wie myRembrandt, #MuseumsWeek oder auch die Tweetups seien banal und würden eh nur immer die gleichen Menschen erreichen.

Ich habe mal nachgeschaut, was banal eigentlich bedeutet. Umgangssprachlich verwenden wir dieses Adjektiv klar abwertend und beschreiben laut Wikipedia damit etwas, das einen lediglich durchschnittlichen Ideengehalt aufweist. Weit interessanter ist aber der Satz, mit dem der Wikipedia-Eintrag beginnt:

„Banal (…) bezeichnete im Lehnrecht eine Sache, die der Lehnsherr seinen Vasallen überlässt.“

Versteht man banal so, könnte der Vorwurf gerechtfertigt sein. Die KünstlerInnen überlassen anderen ihre Kunst. Zu interpretieren wäre diese Geste als eine, die von oben herab geschieht. Die Frage ist dann aber, wer dafür verantwortlich ist, dass etwas banal ist? Sind es die, die sich solche Aktionen ausdenken und einfach nicht das entsprechende Niveau schaffen? Oder liegt die „Schuld“ eher bei den KünstlerInnen, die von oben herab werten, was andere unternehmen, um Kunst zu vermitteln?

Heraus kommt am Ende eine Situation, in der eine Kunst, die ein Stück weit elitär ist, Probleme damit hat, von ihren „Vasallen“ beworben zu werden. Und das in einem Raum, der eigentlich keine Hierarchien kennt und den Vasallen eine Macht gibt, die sie früher nicht hatten. Noch interessanter wird das Thema, wenn man bedenkt, dass die BesucherInnen eines stARTcamps gar nicht die wirklichen Vasallen sind, sondern Mittler zwischen den KünstlerInnen und dem Publikum. In welche Rolle schlüpfen wir, wenn wir ein Tweetup organisieren? Wie denken eigentlich KünstlerInnen über die Menschen, die sich vor ihren Kunstobjekten in Stellung bringen, ein Selfie schießen und das dann über die sozialen Netzwerke verbreiten?

Vielleicht können wir beim nächsten stARTcamp, das am 25. April in München stattfinden wird, diese Fragen noch einmal aufwerfen und versuchen, Antworten darauf zu finden? Und vielleicht fühlen sich auch KünstlerInnen motiviert, mal so ein stARTcamp zu besuchen? Ich denke, die Diskussion könnte spannend werden.

16 Comments Join the Conversation

  1. Mir gefällt der Gedanke, angestoßene Diskussionen von den stARTcamps weiterzuspinnen. Das Thema Banalität kam über einen recht kritischen Input auf. Ich finde das wichtig, dass man auch mal aufsteht und sagt: hört mal Leute, dass, was ihr hier macht, läuft falsch. Interessanterweise gibt es ja gerade eine ähnliche Diskussion auf Facebook in der Museum Web 2.0er Gruppe. Da wurde auch fehlende Relevanz ins Feld geführt. Ich fühle mich da im ersten Impuls persönlich angegriffen. Vor allem, wenn es dann so pauschal heißt: ihr seid ein kleines Kuschelgrüppchen, Twitter ist zu vernachlässigen, was die Reichweite angeht. Usw usf… Tja, das zwingt einen dann aber tatsächlich auch in einem zweiten Schritt, sich ein paar mehr Gedanken zu machen. Wieso scheint das bei manchen so anzukommen? Was ist der Knackpunkt? Kann es sein, dass z.B. eine positive wertschätzende (kuschelige) Sprache generell als unseriös und oberflächlich angesehen wird? Ist das vielleicht auch ein bisschen ein deutsches Phänomen, dass man immer mit Sorgenfalten auf der Stirn und mahnendem kritischen Zeigefinger unterwegs sein muss, wenn es um Kunst und Kultur geht?
    Sehr spannende Gedanken alle … ich würde wirklich sehr gerne weiter darüber diskutieren. Leider, leider, leider kann ich nicht nach München kommen.
    Aber es gibt ja noch mehr Gelegenheiten … Hoffe ich jedenfalls (ich will nach Wien🙂
    Herzliche Grüße und gute Heimreise
    Anke

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  2. Hm, ich finde den Vorwurf spannend, würde es aber nicht unbedingt unter den Begriff Banalität fassen. Ich interessiere mich für Kunst und Kultur, aber die Social Media Aktivitäten vielen Kunst- und Kultureinrichtungen sprechen mich einfach nicht an. Und das liegt – aus meiner Sicht – tatsächlich an der Blase, in der sich viele Kultureinrichtungen befinden und an der Tatsache, dass auch immer noch viel Push-Marketing betrieben wird, eben nur mit dem Unterschied das Content gepusht wird.

    Kunst und Kultur sind für mich Themen, die mich zum Denken und diskutieren anregen, Kunst gibt mir Fragen auf, lässt mich reflektieren, meinen Blick auf die Welt hinterfragen und das tue ich gerne mit anderen. Für mich gibt es wenig schlimmeres als allein in ein Museum oder eine Ausstellung zu gehen und danach niemanden zu haben, mit dem ich meine Empfindungen, Ideen, Fragen, Gedanken teilen kann.

    Leider bin ich gerade in der Situation, dass ich mir sehr viel alleine ansehen muss. Ich fände es toll im Web Plattformen zu finden über die ich mich mit den Menschen vernetzen und austauschen kann, die gerade dasselbe gesehen, erlebt haben wie ich und die sich auch mitteilen möchten. Und es wäre schön, wenn die Einrichtungen dafür den (virtuellen) Raum bauen, Gespräche ggf. moderieren und Menschen miteinander vernetzen, die gemeinsame Themen haben.

    Stattdesssen sind die Social Media Aktivitäten viele Kunst- und Kultureinrichtungen sehr gute und aufwändig gepflegte Schaufenster, aber eben Schaufenster. Ich frage mich tatsächlich, warum alle Welt immer vom Content ausgeht. Der ist gut und wichtig. Aber wenn Märkte Gespräche sind, und das sind sie, ist doch viel wichtiger zu fragen: Worüber wollen wir GEMEINSAM sprechen?

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  3. @Anke: Vorab ist es, denke ich, wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Beschäftigung mit Kunst und Kultur immer nur bestimmte zahlenmäßig eher kleine (Ziel)-Gruppen anspricht. Auch das Feuilleton ist, gemessen an der Zahl der LeserInnen des Sportteils einer Tageszeitung, Anlaufstelle für eine recht kleine Gruppe. Insofern sprechen wir immer nur Minderheiten an.

    Aber ich habe mir die Frage gestellt, was passieren würde, wenn ein Museum zum nächsten Tweetup nicht über Twitter einlädt, sondern via Presseaussendung? Kommen dann andere Menschen, kommen überhaupt Menschen? Vielleicht sollten wir das mal ausprobieren, um auch Vergleiche anstellen zu können un die Ebene der Mutmaßungen verlassen zu können.

    @Bernhard: Danke, da sprichst Du einen sehr wichtigen Punkt an. Ich finde auch, dass wir es im Social Web mit Schaufenstern zu tun haben, in denen wir durchaus edle Inhalte (Content) finden. Es geht aber eigentlich gar nicht um die Aufbereitung dessen, was ich dann vor Ort sehen kann, sondern die Inhalte sollten sich an dem orientieren, worüber die Menschen im Kontext meines Angebots gerne sprechen. Für mich müssen die sozialen Objekte der Ausgangspunkt für den Content sein, sonst laufen die Bemühungen ins Leere. Deshalb ist es zum Beispiel bei einer App auch wichtig, ein Kommunikationsangebot zu schaffen, dass den Usern genau diese Möglichkeit zum Austausch bietet. Ob die Inhalte dann banal sind oder nicht, spielt erst einmal gar keine Rolle. Wichtig ist der Austausch, die Kommunikation. Deshalb wird vermutlich auch der Messenger von Facebook so erfolgreich bleiben. E beginnt bei der Kommunikation und baut dann darum ein eigenes Ökosystem auf. Das ist sehr, sehr klug.

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  4. Was noch kein Kommentar zur Banalität ???? Banal ist für mich etwas selbstverständliches, worüber man eigentlich kein Aufheben machen muss.
    Zu Deiner Frage Christian: Wie denken eigentlich KünstlerInnen über die Menschen, die sich vor ihren Kunstobjekten in Stellung bringen, ein Selfie schießen und das dann über die sozialen Netzwerke verbreiten?
    Ich sehe dieses gar nicht schlimm oder abwertend. Früher wurden Dinge „nur“ am Stammtisch oder beim 5 Uhr Tee weiter erzählt, in Briefen diskutiert, wurden die Kolumnen der Zeitschriften diskutiert. Heute gibt es neben Ausstellungskatalogen und virtuellen Führungen im WEB auch Selfies, Für mich drücken Menschen mit Selfies aus, dass sie dort waren, der Ort das Kunstwerk Ihnen gefällt und sie es Berichtens wert finden. Führer berichtete man in einem Brief, schickte eine Postkarte mit dem Motiv heute ein Selfie
    Diese Art der Kommunikation ist für mich zeitgemäß, selbstverständlich – banal.
    Ich kenne etwas vom Briefwechsel der französischen Impressionisten, um Maltechniken, den Umgang mit der Natur und dem Licht sowie den Besuchen von Ausstellungen und anderen Ateliers. Diese damals banale Art der Kommunikation in Briefen, fassen wir heute in Büchern zusammen, zweigen dieses als Zeitdokumente in Ausstellungen und… erforschen diese Quellen.
    Ich wäre gespannt, wie dieser Austausch der Impressionisten heute stattfinden würde. Ich glaube, sie würden genauso selbstverständlich, die banalen Kommunikationsmethoden wie sozialen Netzen, Blogs, Mails nutzen. Oder nicht😉 Wer wird morgen die Selfies erforschen?

    Beste Grüße
    Frank

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    • Ja stimmt, Du bist der erste Künstler, der sich dazu äußert, Frank!🙂 Mir gefällt Dein Vergleich mit den Postkarten. Wenn man dann bedenkt, dass es viele Menschen gibt, die sich früher von anderen Besuchern vor oder in Museen fotografieren ließen, dann ist das Selfie eigentlich der logische nächste Schritt. Natürlich ist das eine banale Sache, interessant ist aber die Frage, warum ich damals Postkarten gekauft habe und warum ich heute Selfies produziere? In beiden Fällen geht es ganz oft, vermute ich, um die Inszenierung der eigenen Person. Das war mit den Postkarten damals sicher schwieriger, aber es hat funktioniert.

      Die Selfies erforschen wir ja heute schon, aber du hast recht, die banalen Postkarten werden heute gesammelt und als Zeugnis der Zeitgeschichte in Bücher oder Ausstellungen gepackt. Vielleicht sind Karten oder Selfies einfach nur Hilfsmittel, um über die Kunst zu kommunizieren, sich auszutauschen, wie es Bernhard ja auch in seinem Kommentar gefordert hat. Dass solche „banalen“ Instrumente auch von Künstlern genutzt wurden und vermutlich heute noch nutzen, hast Du ja beschrieben.

      Wie tauschst Du Dich denn mit anderen Künstlern aus?

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      • Hallo Christian, danke für Deine Zeilen. Nun wir tauschen uns „banal“ per Mail, Telefon, Facebbook aus… Lesen unsere Blogs, Newsletter und steigen dann bei Bedarf in eine Kommunikation ein. Also ganz einfach … Beste Grüße und ein schönes Osterfest – Frank

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      • Kommt nicht überraschend, ich denke, wir müssen unterscheiden zwischen Inhalt und Medium und uns überlegen, was erreicht werden soll. Danke, Dir auch schöne Feiertage, Frank.🙂

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  5. Hallo Christian,
    ein super Blogbeitrag zum #scms15. Was ist banal, eine spannende Frage und ich muss sagen, ich fand zur Abwechslung diesen Einwand der Künstler sehr angenehm (zumal sie ja nur einen Zeitungsartikel wiedergab). Ich glaube, ich bin ein Zwitter, denn mein Gedanke zu dem Thema war: Ja, es ist banal! Sie haben alle recht! – Nun, bis zu einem gewissen Grad. Natürlich sind diese Aktionen banal oder einfach gehalten oder mit einer niedrigen Zugangsschwelle, wie Anke sagen würde. Aber ich finde das ok, es muss niedrig sein, denn wer geht denn sonst ins Museum?
    Aber nutzen Museen überhaupt Kanäle wie Twitter richtig? Bei vielen Einrichtungen werden z.B. die Twitter-Accounts gar nicht richtig betreut, man bekommt keine Antworten, keine Reaktionen etc. Das finde ich nicht banal, das finde ich traurig. Denn es gibt andere Museen und Einrichtungen, die sehr bemüht sind um potentielle Besucher.
    Die Diskussion bietet so viele Aspekte! Die Frage, ob wir uns in einer kleinen Nerd-Blase befinden – ja! Umso mehr freue ich mich, wenn ich neue Leute dazu bewegen kann, zum stARTcamp zu kommen. Deine Idee beim stARTcamp Sessions von Menschen machen zu lassen, die noch nie eine gemacht haben, finde ich großartig. Ich wäre sofort dafür.🙂 – Das sind ja Menschen mit Interesse für das Thema und sobald ihnen eine Frage unter den Nägeln brennt, sollte man doch darüber diskutieren.
    Ziemlich viele wilde Gedankensprünge, aber das Thema ist für mich auch sehr diffus.

    Freue mich schon, Dich in München wiederzusehen!
    Liebe Grüße aus dem stürmischen Norden,
    Wera

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    • Danke für Deinen Kommentar, Wera! Müssen wir nicht, wenn wir über Banalität reden, unterscheiden zwischen der Banalität der Kunst und der Banalität der Kommunikation? Frank hat das ja in seinem Kommentar angesprochen. Für ihn als Künstler stellt sich diese Frage gar nicht, weil es sich hier um Kommunikation handelt und Künstler sich auch austauschen und dabei so banale Instrumente nutzen. Ungeschickt ist es, wenn ich als Museum solche Instrumente einsetze, aber dann gar nicht darauf reagiere. Das ist dann aber nicht banal, sondern eher unhöflich, oder?

      Vielleicht müssen wir auch unterscheiden zwischen der inhaltlichen Diskussion über das Kunstobjekt und den kommunikativen Maßnahmen, um eine solche Diskussion in Gang zu bringen? Wenn ich möchte, dass Menschen sich mit Kunst beschäftigen, muss ich sie heranführen, sonst funktioniert das nicht. Twitter steht am Anfang eines solchen Annäherungsprozesses und würde vermutlich niemanden für die Kunst begeistern können, wenn es nicht banal wäre. Aber ich kann versuchen, banale Kommunikation über nichtbanale Kunst zu ermöglichen, wie es zum Beispiel in diesem Artikel beschrieben wird. Wenn Du den Hashtag auf Twitter verfolgst, siehst Du, dass es in diesem Fall gelungen ist, die Blase zu verlassen.

      Ob es uns gelingt, Leute dafür zu gewinnen, erstmals bei einem stARTcamp eine Session zu halten, werden wir sehen. Reizvoll wäre es aber schon.😉

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  6. Lieber Christian !

    Leider habe ich es bis jetzt nicht geschafft die StartCamps in Österreich zu besuchen, möchte aber das unbedingt nachholen. Ich finde die Idee der Barcamps sehr spannend und innovativ. Dennoch stößt diese Art der „Konferenz“ auf geteilte Meinung in meinem wissenschaftlich tätigen Bekanntenkreis. Ich möchte aber mich jetzt nicht damit aufhalten.

    Zur Banalität – Wir haben selbst zur Museumsweek unterschiedliche Kanäle bedient – Instagram – Twitter – Pinterest – Blog – FB etc. etc. Zu Beginn der Woche habe ich auf unserem Twitteraccount eine Liste österr. Museen angelegt (die twittern) und wollte so verfolgen, wie die einzelnen Museen twitter und vor allem was. Ein großes Vorbild ist hier das Joanneum, das doch sehr aktiv und kreativ twittert (und auch bloggt). Dies haben wir gemacht, da wir ein Fazit zur #MuseumWeek in Österreich schreiben (woll(t)en ?).

    Generell fielen uns doch ein paar Tweets auf, zB beim Tag #poseMW kostete uns der Tweet der Albertina doch ein Schmunzeln, danach diskutierten wir heftig – „Der letzte Tag der #MuseumWeek ist euch & eure Posen, Selfies & Memes gewidmet! Wir freuen uns auf eure kreativen tweets! #poseMW“ (c) Albertina Tweet vom 29.3.

    Laut Albertina darf man gerade das Gebäude von außen und im Eingangsbereich fotografieren. Also #poseMW in der Albertina im Eingangsbereich und davor ja – aber bitte nicht mehr. Oder war der Aufruf so gemeint, #poseMW ja gern super, aber bitte nicht in der Albertina und postet eure Meme von anderen Museen ?? Wir haben dann etwas recherchiert und zu #poseMW @AlbertinaMuseum gab es einen (!) Tweet (zumind. was ich jetzt adhoc gefunden habe).

    Womit wir wieder bei der Diskussion nach den rechtlichen Rahmenbedingungen sind, worüber auch schon einige Blogger berichteten. Einerseits beteiligen sich die Museen an der Museumsweek, aber wie soll ich ein Lieblingskunstwerk posten, oder mit einem posen, wenn ich es gar nicht fotografieren darf ?

    Noch eines zur Hemmschwelle/Banalität die Wera anspricht – bei einem Treffen mit Museumsleuten haben wir wegen einem Prospekt für eine Veranstaltung diskutiert und interessanterweise kam gerade von den Museumsleuten der Einwand, dass dieser zu elitär wirke und eher abschrecke. Diesen Einwand fand ich sehr interessant, da später auch noch die Diskussion über das Fotografieren im Museum erfolgte (und dies am liebsten mit einem Generalverbot von seitens der Museumsleuten belegt werden sollte). Ich dachte mir da, dass ist jetzt nicht elitär ? Das Komplettverschließen und Ausschließen ? Wir leben jetzt nun mal in digital(eren) Welt, viele wollen Fotos machen und posten (manche halt nicht, aber dann zumindestens darüber bloggen oder zu Erinnnerungszwecken aufbewahren). Wichtig wäre von Seiten der Museen, dass sie für sich einmal überlegen, wie spreche ich die Social-Media-Generation richtig an (dazu zählt auch – fragt sie doch einmal, geht hin und fragt eine/n 3,6, 10, 16, 25, etc-Jährigen, was er von einem Museum erwartet und wie er etwas erklärt haben möchte). Nicht gut finde ich, wie schon erwähnt, einfach die Social Medias zu bedienen, weil es von einem erwartet wird bzw. weil man so etwas haben muss. Das ist zuwenig.

    Egal, was ich damit sagen will, es ist gut, dass es Diskussionen gibt, denke aber, dass wir erst ganz am Anfang stehen.

    Was mich interessieren würde – wie viele Teilnehmer an den StartCamps (egal wo) sind aus Museen (und verantwortlich für die Social Media) – was sagen diese dazu ?

    Liebe Grüße
    Alexandra

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    • Danke für Deine Anmerkungen, Alexandra! Ja, das Barcamp-Format stößt immer wieder auf Vorbehalte, meist stammen die von denen, die noch nie eines besucht haben. Warum sollte es dort nicht eine Sesison geben, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt? Es liegt nicht am Format, sondern an den TeilnehmerInnen. Bei den stARTcamps sind generell recht viele Social Media-Verantwortliche aus den Museen dabei, egal ob in Wien oder wie in diesem Fall, in Münster.

      Solche Themen diskutieren wir immer wieder mal in einer Facebookgruppe, die sich mit dem Thema Social Media in Museen beschäftigt („Museums Web2.0er“). Lass Dich mal von Tanja oder Anke einladen…

      Das Beispiel der Albertina zeigt, dass wir wohl erst ganz am Anfang stehen und wir erstens noch nicht so recht wissen, wie wir mit den ganzen neuen Kommunikationskanälen umgehen sollen und zweitens noch keinen geeigneten rechtlichen Rahmen dafür haben. Die Follower zu irgendwelchen Aktionen aufzurufen und das Fotografieren zu verbieten, ist kontraproduktiv, aber vermutlich keine Absicht. So etwas passiert immer wieder mal, wenn zum Beispiel auf der Website Buttons installiert werden, die zum Pinnen auf Pinterest einladen, gleichzeitig aber darauf hingewiesen wird, dass es urheberrechtlich verboten ist, die Bilder der Website zu nutzen.

      Aber immerhin wird so allmählich das Problem erkannt, jetzt dauert es vermutlich nur noch ein paar Jahre, bis es eine Lösung gibt, damit wir dann feststellen, dass die Technologie schon wieder viel weiter ist und neue Probleme entstanden sind.😉

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