Kulturmanagement aus Forschersicht: gestern, heute, morgen
Was genau ist eigentlich Kulturmanagement und warum brauchen wir KulturmanagerInnen? Immer wieder habe ich mich hier auf diesem Blog mit diesen Fragen beschäftigt (unter anderem hier, hier oder hier). Nun habe ich im aktuellen Jahrbuch für Kulturmanagement einen sehr hilfreichen Beitrag von Birgit Mandel gefunden, die seit letztem Jahr Professorin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim ist. In ihrem Beitrag „Kulturmanagementforschung, Ziele, Fragestellungen, Forschungsstrategien“ skizziert sie die Entwicklung des Kulturmanagement und formuliert zukünftige Fragestellungen.
Kulturmanagement, darunter verstanden Anfang der 1990er Jahre die öffentlichen Kultureinrichtungen vor allem effektives und effizientes Handeln, während für die privaten Kulturbetriebe betriebswirtschaftliche Methoden und für gemeinnützige Kulturbetriebe PR- und Marketingkonzepte im Vordergrund standen. Grundsätzlich ging es aber, so schreibt Mandel, um die Frage, ob Kulturmanagement eine Gefahr für die Kunst sei und zu ihrer Kommerzialisierung führe? Welch starken Einfluss diese Frühphase auf unsere heutige Sichtweise von Kulturmanagement ausübt, demonstriert Birgit Mandel anhand einiger Glaubenssätze, die, wie sie schreibt, unser heutiges Bild von Kulturmanagement prägen:
- „Kulturmanagement orientiere sich am ökonomischen Prinzip.
- Kulturmanagement sei ein Set von Management-Tools.
- Kulturmanagement finde im öffentlichen Kulturbetrieb statt.
- Kulturmanagement habe eine dienende Funktion.
- Kulturmanagement orientiere sich an der Anbieterseite.
- Kulturmanagement sei Kunstmanagement.“ (S. 14f)
Diese Sichtweise werde dem Kulturmanagement aber nicht gerecht, ist Mandel überzeugt. Kulturmanagement unterscheide sich wesentlich vom Management für andere Produkte, durch die Besonderheit von Kunst und von kulturellen Prozessen.
„Diese zeichnen sich durch ihren gesellschaftlichen Symbolwert, durch Zweckfreiheit, Unberechenbarkeit, Prozesshaftigkeit, ihren dialogischen Charakter sowie die Notwendigkeit einer aktiven inneren Beteiligung der Rezipienten aus“,
schreibt sie und fordert, Kulturmanagement vor allem
- „als Gestaltungsaufgabe,
- als unternehmerische Aufgabe (und als)
- Gestaltung kultureller Kontexte, die über den Kunstbetrieb hinausgehen“ (S.17)
zu verstehen. Das heißt, KulturmanagerInnen sind daran beteiligt, die Entwicklung im Bereich Kunst und Kultur voranzutreiben. Das heißt nicht, dass sie in Konkurrenz zu den KünstlerInnen treten, allerdings üben sie ihren Einfluss aus durch die Zusammenstellung von Produktionsteams oder durch „Aufmerksamkeitsmanagement“, wie Mandel schreibt. Das heißt, sie beeinflussen durch ihr Tun die Rezeption von Kunst.
Diese Gestaltungsfreiheit kommt, so Mandel, auch dadurch zum Ausdruck, dass KulturmanagerInnen immer häufiger als selbständige UnternehmerInnen auftreten und ihre eigenen Visionen zu verwirklichen versuchen. Ich würde es etwas anders formulieren. Es ist richtig, dass die Zahl der selbständigen KulturmanagerInnen stark zunimmt. Ob sie aber immer vom Willen, sich unternehmerisch betätigen und ihre eigenen Visionen verwirklichen zu wollen, angetrieben werden, das bezweifele ich. Ist es nicht auch häufig die Not, keinen „Job“ gefunden zu haben? So erlebe ich das zumindest häufig in der Praxis. Ich würde mir allerdings wünschen, dass jede KulturmanagerIn die Möglichkeit erhält, ihre eigenen Visionen zu verwirklichen.
Diese Visionen können, so Mandel, durchaus über den Bereich von Kunst und Kultur hinausgehen. Als KulturmanagerIn gesellschaftliche Entwicklungen mitgestalten, dass ist, finde ich, eine großartige Herausforderung. Es würde Kunst und Kultur dazu verhelfen, wieder einen Schritt aus der Ecke zu treten.
Mandel definiert in ihrem Artikel vier zentrale Forschungsfelder für das Fach Kulturmanagement. Übertragen auf die Praxis heißt das: Kulturmanagement ist zu verstehen als das „Managementhandeln innerhalb von Kulturbetrieben“ und „im Hinblick auf das Umfeld von Kulturbetrieben“. Gleichzeitig geht es aber auch um die kultur- und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und – auch das erscheint mir in der Praxis wichtig – um die „Meta-Reflexion des Kulturmanagements“.
Aus ihrer Sicht ergeben sich daraus eine Vielzahl von Forschungsfragen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln bzw. Perspektiven (BWL, Politik, etc.) gestellt werden können. Wenn Mandel schreibt, dass Kulturmanagementforschung weniger als eigenständige Disziplin einzuschätzen sei denn als eine Interdisziplin,
„an der verschiedene Einzelwissenschaften mit ihren jeweiligen Forschungsperspektiven und Forschungsmethoden beteiligt sind“,
dann wird klar, wie groß das Aufgabenfeld einer KulturmanagerIn heute ist beziehungsweise in Zukunft sein wird. Mir fällt in diesem Zusammenhang Charles Leadbeater und sein eBook Remixing Cities: Strategy for the City 2.0“ ein (siehe dazu meine beiden Beiträge „Remixing arts and culture“ und „Kunst als Innovationstreiber„). Darin beschreibt er die Bedeutung partizipativer Ansätze. Partizipation, das ist eines der wichtigsten Merkmale des Social Web. Womit wir bei der Frage wären, welche Rolle das Web 2.0 im Bereich Kulturmanagement spielt bzw. spielen kann? Aber dieses Thema ist wohl einen eigenen Beitrag wert.
David Crawford: „Dance to the Radio“
Sich im Internet treiben zu lassen, ist häufig eine sehr spannende Sache. Auf diese Weise bin ich auch auf David Crawford und seine Seite Stop Motions Studies gestoßen.
Eines seiner vielen wirklich sehens- und teilweise hörenswerten Projekte ist „Dance with the Radio„.
„This project consists of a series of three Web-based music videos for music written by the legendary 80s post-punk band, Joy Division. The imagery was selected by keyword. Each video is then generated out of 50 images that are algorithmically sequenced every time a video is played. This produces over 100, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000, 000 potential sequences and suggests that every possible montage will never be seen“,
schreibt Crawford in der Einleitung. Die Mischung von Musik und Fotos ist beeindruckend, ich habe mir die drei Tracks nun schon ein paarmal angehört und bin fasziniert über die unterschiedlichen Bildfolgen, die trotzdem immer wieder perfekt zur Musik passen. Joy Division ist für mich eine wirkliche (Wieder)-Entdeckung.
Das traurige an der Geschichte: David Crawford ist gestorben, heißt es auf Networked_Performance, einem Blog, auf das ich via eCulture Factory gestoßen bin und das sich als Forschungsblog versteht, „that focuses on emerging network-enabled practice“.
„David recently received a PhD in Digital Representation from the Faculty of Fine, Applied and Performing Arts at Göteborg University, Sweden“,
heißt es dort.
„He studied film, video, and new media at the Massachusetts College of Art and received a BFA in 1997. In 2000, his Light of Speed project was a finalist for the SFMOMA Webby Prize for Excellence in Online Art. In 2003, Crawford’s Stop Motion Studies project received an Artport Gate Page Commission from the Whitney Museum of American Art, an Award of Distinction in the Net Vision category at the Prix Ars Electronica, and became part of the public collection of the Moderna Museet in Stockholm (SMS – Series 6). In 2004, he received an MSc from Chalmers University of Technology and taught at The School of the Art Institute of Chicago.“
Schade, ich hätte David Crawford gerne unter anderen Umständen kennengelernt.
Eine Liste gut verlinkter Blogs und der Song „sweeter than dreams“
Schon vor zwei Jahren hat Karl-Heinz Wenzlaff eine Liste aller Blogs mit Google Pagerank 6 oder 7 erstellt. Damals schafften das 36 Blogs. Nun hat er wieder eine Liste erstellt, diesmal auf der Basis des deutschsprachigen Blogverzeichnisses Blogoscoop, in dem aktuell 3.7077.385 Blogs aufgelistet sind. Aktuell weisen dort, so schreibt Wenzlaff in seinem aktuellen Beitrag, 66 deutschsprachige Blogs ein Pagerank 6 oder 7 auf. Drei davon kommen aus Österreich.
Dass ich mit dem Kulturmanagement Blog zu dieser illustren Runde gehöre, freut mich natürlich sehr. Deshalb lehne ich mich heute zurück und schau noch ein paarmal auf diese schöne Liste.
Und dazu höre ich mir eine sehr spezielle Coverversion an, die von Klaus Karlbauer stammt.
Klingt gut, oder?
Netzwerkkultur und Gesellschaft
„Wie verändert die Netzwerkkultur unsere Gesellschaft?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich Prof. Peter Kruse in einem Vortrag, den er auf einer Veranstaltung der Landesmedienanstalt in Hessen hielt. Nachdem das Video seines Vortrags und die Folien an anderer Stelle bereits so schön aufbereitet sind, verweise ich einfach nur auf die Möglichkeit, sich das gut dreißigminütige Video und die 92 Folien anzusehen. Ich denke, es lohnt sich.
Eines der in meinen Augen wichtigsten Statements kann man bereits auf Folie 3 nachlesen: „Netzwerkkompetenz ist Einstellungssache“. Das heißt auch, jede/r kann das. Wenn er oder sie will.
Kultur und Web 2.0: wie geht es weiter?
Anlässlich der stARTconference wird es, ich habe es ja schon mal erwähnt, auch einen Tagungsband geben. Nachdem die stART.09 inhaltlich sehr breit angelegt war, geht es im nächsten Schritt darum, einzelne Themenstränge zu identifizieren, die für die stART.10 interessant sein könnten.
Welche Trends sind zu erkennen, welche Themen an der Schnittstelle von Kultur und Web 2.0 werden uns nächstes und die darauffolgenden Jahre beschäftigen? Für den Tagungsband würde ich gerne eine Beitrag schreiben, in dem die möglichen Entwicklungen angesprochen werden. In dem aber auch die offenen Fragen formuliert werden.
Die meiner Meinung nach wichtigsten Fragen und Entwicklungen möchte ich hier kurz auflisten:
- Erfolgsmessung im Web 2.0: Immer schneller steigt die Zahl der Kultureinrichtungen, die ein Facebook- bzw. Xing-Profil haben, bloggen, twittern oder auf Flickr bzw. YouTube vertreten sind. Wie aber lässt sich der Erfolg der Web 2.0-Aktivitäten überhaupt messen? Welche Aussagekraft besitzen so Kategorien wie „visits“, „visitors“ oder die Verweildauer auf einer Website? Reichen solche Zahlen überhaupt? Oder ist es notwendig, sich ganz andere Kriterien zu überlegen? Reputation etwa, oder die Fähigkeit zum Dialog?
- Geschäftsmodelle: Bis jetzt lebt ein großer Teil der Kultureinrichtungen im deutschsprachigen Raum vor allem von öffentlichen Geldern. Hinzu kommen meist noch Ticketeinnahmen und Geld, das über die Fundraising-Aktivitäten eingenommen werden kann (Sponsoring z.B.). Was können sich Kultureinrichtungen vom Fundraising 2.0 erwarten? Öffnen sich hier wirklich neue Finanzierungswege? Stichwort Sellaband. Werden wir in absehbarer Zeit Kleinstbeträge online transferieren können. Was muss passieren, damit ich online mit einem Mausklick einen Euro spenden kann, ohne dass die Hälfte davon für die Transaktionskosten drauf geht? Über Geschäftsmodelle zu reden heißt aber auch darüber nachzudenken, wie die Kreativen, die KünstlerInnen, die für das Internet den Content produzieren, von ihrer Arbeit leben können? Ist die Flatrate ein geeignetes Modell, um entsprechende Gelder zu lukrieren und an die ContentproduzentInnen zu verteilen?
- Urheberrecht: Spricht man über Geschäftsmodelle und die Frage, wer wieviel Geld für die Contentproduktion erhält, dann landet man wahrscheinlich sehr schnell beim Urheberrecht. Die Zeiten, in denen KünstlerInnen Kunstwerke produzieren und wir andächtig und staunend davorstehen, sind vorbei. Die Amateure emanzipieren sich, werden zu Experten und beginnen, das Kunstwerk weiter zu verarbeiten. Wie sollen die Kulturbetriebe, die KünstlerInnen darauf reagieren? Sie werden, so die Entwicklung sich fortsetzt, ihren Expertenstatus verlieren. Ist das erstrebenswert oder nicht?
- Unternehmenskultur: Kulturbetriebe sind häufig streng hierarchisch organisiert. Einrichtungen, die sich ins Web 2.0 begeben, treffen dort auf eine Welt, die ganz anders funktioniert. Flache Strukturen, Transparenz und was wahrscheinlich die größte Herausforderung bedeutet: die Dinge lassen sich nicht mehr kontrollieren. Kultur und Web 2.0, was heißt das für die Unternehmenskultur im Kunst- und Kulturbereich? Werden die Aktivitäten scheitern, weil hier verschiedene Wertesysteme aufeinanderprallen und sich die alten Strukturen durchsetzen können? Oder führen die Web 2.0-Aktivitäten zu einem neuen Bewusstsein, das dann auch ganz neue Strukturen hervorbringt? Oder kurz gesagt: hier geht es um Partizipation versus Hierarchie.
- Marketing und PR: Was bedeuten all diese Veränderungen für die Bereiche Marketing und PR? Wie gelangen die Informationen zu den Zielgruppen? Wie kann man ihnen das „Produkt“ Kunst schmackhaft machen? Aus dem (Marketing)-Monolog wird der Dialog und die PR verliert ihre Gatekeeperfunktion. Was heißt das für Agenturen und Abteilungen, die bis jetzt den jeweiligen Content produziert haben bzw. für die beiden Bereiche zuständig sind? Werden Sie überflüssig oder wird bald jede größere Kultureinrichtung über eine Community-ManagerIn verfügen?
- Mobile Web: Wie lange werden wir noch, wenn wir vom Internet sprechen, dabei an unseren Desktop oder das Laptop denken? Dank Smart- und iPhone greifen immer mehr Menschen über die mobilen Devices auf das Internet zu. Für die Kunst- und Kultureinrichtungen heißt das nicht nur, dass sie ihre Inhalte entsprechend aufbereiten müssen, sondern es entstehen ganz neue Möglichkeiten, die online- und die offline-Welt miteinander zu verbinden. Stichwort Augmented Reality. Tags werden nicht mehr nur für einzelne Websites vergeben, sondern als sogenannte Airtags mit der realen Welt verbunden.
Wie sehen Sie das? Welche Trends werden uns im Kunst- und Kulturbereich beschäftigen? Habe ich wichtige Punkte vergessen? Und welche Fragen sind Ihnen im Hinblick auf das Social Web wichtig? Schreiben Sie mir doch, was Ihnen noch abgeht oder wie Sie zukünftige Entwicklungen einschätzen?
Von Bloggern, Journalisten und gutem Benehmen
Eigentlich sollte es in diesem Blogbeitrag um ganz andere Dinge gehen. Aber dann blieb ich bei Don Alphonso und den Abmahnkriegen (Absatz 4 seines Beitrags) hängen. Das alte Muster Journalist versus Blogger. Was ist geschehen?
In der ZEIT erscheint eine Kolumne von Eva Schweitzer, die Philipp vom nom nom nom Blog so gut gefällt, dass er ein eigenes Blogpost daraus macht. Wobei die Formulierung „eigenes Blogpost“ vielleicht etwas übertrieben ist, denn eigentlich schreibt er nur vier Zeilen selbst und kopiert dann ein Drittel der Kolumne in seine Eingabemaske. Fertig.
Passiert ist das alles im Mai 2008, also vor eineinhalb Jahren. Nun hat Philipp eine Abmahnung erhalten, derzufolge er 1.200 Euro Schadensersatz plus 955 Euro Anwaltskosten zahlen soll. Johnny Haeusler von Spreeblick nimmt sich der Sache an und veröffentlicht einen Beitrag dazu. So erhält die Sache ihren richtigen Drive und nun kann man den Fortgang hier und hier (und wahrscheinlich auch noch an vielen anderen Stellen im Internet) verfolgen.
Liest man sich all die Beiträge und vor allem die Kommentare durch, dann wird man einerseits gut unterhalten (etwas Zeit sollte man schon dafür einplanen). Andererseits gibt es da aber ein paar Punkte, über die man sich Gedanken machen sollte:
- Ich halte es für bedenklich, wenn man eine so große Textpassage aus einem anderen Artikel übernimmt und selbst nur vier kurze Zeilen voranstellt. Gefällt mir ein Text, dann habe ich die Möglichkeit, ihn via Twitter zu verlinken. Und wenn ich wirklich so viel Text übernehmen mussmöchte, dann kann ich mir immer noch mit der indirekten Rede behelfen. Aber dann sollte ich mir wenigstens noch ein paar eigene Gedanken dazu machen (und sie dann auch formulieren), sonst besteht die Gefahr, dass sich die UrheberIn des Textes dagegen wehrt. Und das zu Recht. Es gibt nun mal einen gesetzlichen Rahmen, an den man sich halten kann oder nicht. Tut man das nicht, dann muss man aber auch mit Konsequenzen rechnen. Als Entschuldigungsgrund anzuführen, man sei ein nichtkommerzielles Blog, ist etwas naiv. Die Regeln sollte man auch als Nichtkommerzieller kennen. Und für den Fall der Fälle: man kann ja auch fragen.
- Das Abmahnen scheint sich (in Deutschland) zu einer beliebten Einnahmequelle entwickelt zu haben. Diese Art, miteinander zu kommunizieren bzw. miteinander umzugehen, zeigt aber auch, dass wir anscheinend gar kein Interesse mehr daran haben, ein Problem friedlich zu lösen. Oder ist es Unvermögen? Ob dieser Fall oder die Tatzengeschichte, immer ist diese Vorgehensweise mit einem Imageschaden verbunden, sozusagen als Kollateralschaden. Und immer wieder stellen die Beteiligten dann im Nachhinein fest: Hoppla, das kann man ja auch anders lösen. Wäre es nicht sinnvoll, sich solche Dinge durch den Kopf gehen zu lassen, bevor die Keule ausgepackt wird? Oder wiegt man sich in einer solchen Situation so in Sicherheit, dass das Gehirn ausgeschaltet wird?
- Die Auseinandersetzung Journalisten – Blogger wird allmählich langweilig. Müssen solche Geschichten wirklich zu einem Kulturkampf hochstilisiert werden? Die Trennlinie verläuft doch, wenn überhaupt, wo ganz anders, nämlich wenn es um die Frage Amateur oder Profi geht? Gut oder schlecht? Wenn ich heute eine Seite im Internet finde, die mir wertvolle Informationen oder gute Unterhaltung liefert, dann ist es mir eigentlich völlig egal, ob es sich um eine Online-Zeitung oder ein Blog handelt. Vielleicht wäre es zielführender, die Qualität in den Vordergrund zu stellen und nicht die Frage nach dem Format?
- Nur ganz kurz: der Ton macht die Musik…
- Und noch ein letzter Punkt: das Web 2.0 ist nicht demokratischer, gerechter und ich weiß nicht was alles als die „reale“ Welt. Es sind immer wir selbst, die sich dafür entscheiden müssen, ob uns Gerechtigkeit, Vertrauen, etc. als Werte wichtig sind, online und offline. In der Offline-Welt sind sie das oftmals nicht, warum sollte es dann online anders sein? Glaubt jemand, dass dort die besseren Menschen unterwegs sind? Ich behaupte nein, deshalb sollte sich, wer im Web 2.0 unterwegs ist, nicht als besserer Mensch fühlen.
Das war’s auch schon…
Wie verkaufen Sie Kundennutzen?
Erinnern Sie sich noch an Ihren letzten Computerkauf, der vielleicht so – oder zumindest so ähnlich – abgelaufen ist? Der alte hatte lange Zeit treue Dienste geleistet und dazu beigetragen, dass Sie Ihre Texte nicht mehr mit Tipp-Ex (wer das nicht mehr kennt, hier ist die Erklärung
) korrigieren mussten. Aber nun war er leider hinüber. Festplattencrash. Glücklichweise hat sich das nahende Ende angekündigt und daher war es Ihnen gelungen, Ihre Daten in Sicherheit zu bringen.
Nun stand also der Gang in den PC-Shop an. Unschlüssig standen Sie vor den vielen Computern, die zudem noch alle ziemlich gleich aussahen. Auf die Frage, ob man Ihnen helfen könne, antworteten Sie mit Ja. Einen neuen Computer würden Sie brauchen, fügten Sie noch hinzu. Die nächsten Sätze des Verkäufers sahen, um ein Bild zu verwenden, ungefähr so aus:
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© Tomizak; Pixelio
Alles klar? Sicher war das ein toller PC, der Ihnen da vorgestellt wurde, aber wahrscheinlich verstanden Sie, wie die meisten von uns in dieser Situation, nur Bahnhof. Sie schauten den Verkäufer verständnislos an, denn mit all den Details, die diesen Computer auszeichneten, konnten Sie nicht viel anfangen.
„Der PC ist so gut, dass Sie mit ihm jedes Spiel spielen können“, versuchte der Verkäufer die Situation zu retten. „Aber ich spiele gar nicht am PC“, entgegneten Sie leise, was dem Verkäufer ein schon fast vorwurfsvolles „Ja dann“ entrang. „Wozu brauchen Sie den PC denn überhaupt?“ fragte er Sie, womit er der Sache schon näher kam.
Sie erklärten ihm, dass Sie den PC eigentlich nur für Schreibarbeiten verwenden und hier und da eine Präsentation erstellen würden. Außerdem wäre es fein, wenn der Computer genügend Platz für Ihre Fotos hätte. Daraufhin empfahl Ihnen der Verkäufer einen PC, der nicht nur Ihren Bedürfnissen entsprach, sondern zudem noch sehr günstig war.
Was Merkmal, Vorteil und Nutzen unterscheidet
Ganz klar, in dieser Geschichte geht es ums Verkaufen. Sie zeigt, welcher Voraussetzungen es bedarf, damit eine VerkäuferIn uns etwas verkaufen kann. Ohne einen konkreten Bedarf werden wir nur selten etwas kaufen. Und gekauft wird, was uns nutzt. Ich finde, wenn es um das Thema Verkaufen geht, Christian Sickels Buch Verkaufsfaktor Kundennutzen sehr hilfreich. Er unterscheidet, wenn es darum geht, ein Produkt oder eine Dienstleistung anzubieten, zwischen Merkmal, Vorteil und Nutzen.
Während, so Sickel, ein Merkmal wertfrei die Eigenschaften des Produkts oder der Dienstleistung beschreibt, zeigt ein Vorteil,
„inwieweit das Produktmerkmal – vom Kunden eingesetzt – eine Hilfe sein kann“ (S.18).
Aber erst wenn ein konkreter Bedarf besteht, wird aus dem Vorteil ein Nutzen für die KundIn.
„Ein Nutzen verdeutlicht dem Kunden, inwiefern ein Produktmerkmal oder ein Vorteil seinen konkreten Bedarf deckt“ (S.21),
formuliert es Sickel, für den das Schema eines nutzenorientierten Verkaufsgesprächs so aussieht:
- „Verkäufer fragt
- Kunde bringt vermuteten Bedarf vor
- Verkäufer stellt weiterführende Fragen
- Kunde antwortet mit konkretem Bedarf
- Verkäufer stellt jetzt das Produkt vor und beschreibt es durch Nutzen.“ (S.26)
Schauen wir noch einmal auf unsere Einstiegsgeschichte zurück, so fällt uns sofort auf, dass hier die Einstiegsfrage des Verkäufers fehlt. Stattdessen startet er mit der Beschreibung der Merkmale des Computers. Als er merkt, dass er damit nicht weiter kommt, weist er auf einen Vorteil dieses Geräts hin. Und erst danach mündet das Verkaufsgespräch in das Schema von Sickel, wobei ich gestehen muss, dass ich Ihnen in der Geschichte der Einfachheit halber die Unterscheidung zwischen vermutetem und konkretem Bedarf vorenthalten habe.
Acht Gründe, warum Kunden kaufen
Nun ist die Situation (leider) nicht immer so eindeutig wie in diesem Beispiel. Überspitzt formuliert haben Sie es als VerkäuferIn häufig mit KundInnen zu tun, die erst im Laufe eines (Verkaufs)-Gesprächs ihren Bedarf entdecken. Wobei ich jetzt mal davon ausgehe, dass Sie Ihre KundInnen nicht manipulieren oder sonstwie beeinflussen, um einen Abschluss zu erzielen.
In so einer Situation gilt es herauszufinden, aus welchen Motiven jemand etwas kaufen könnte. In ihrem Beitrag „Acht Gründe, warum Kunden kaufen“ nennt Doris Doppler folgende Punkte:
- Sicherheit
- Ansehen
- Neugier
- Gewinn
- Gesundheit
- Selbstverwirklichung
- Bequemlichkeit
- Geselligkeit
So weit in groben Zügen die Theorie. Nachdem das hier das Kulturmanagement Blog ist, gehe ich mal davon aus, dass Sie nicht unbedingt Computer verkaufen. Oder Autos. Nein, gehen wir mal davon aus, dass Sie Kunst verkaufen. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und vieles mehr.
Kundennutzen im Kunst- und Kulturbereich: gibt es den?
Wie werden uns diese künstlerischen Events verkauft? Inwieweit gehen Kultureinrichtungen auf unseren Bedarf ein? Werfen Sie doch mal Ihre Blicke auf ein paar Websites von Kulturbetrieben, auf denen die nächsten Veranstaltungen angekündigt werden. Das Hamburger Thalia-Theater beispielsweise kündigt den „Thalia Vista Social Club“ so an:
„Sie brauchen nicht vierzig Jahre zu warten, um Ihre Lieblingslieder von heute voll Nostalgie noch einmal zu hören. Sie müssen nicht darauf hoffen, dass die Enkel von Wim Wenders irgendwo in schäbigen Clubs einen Haufen alter Männer entdecken, die immer noch Ihre Musik spielen.“
Hier wird Ihnen ein Vorteil versprochen, wenn Sie in das Theater kommen („Sie brauchen nicht vierzig Jahre zu warten (…)“) und sich die Vorstellung ansehen bzw. anhören. Daran anschließend erfahren Sie etwas über den Abend, d.h. hier geht es um die Beschreibung, die Merkmale. Und was ist mit dem Bedarf? Sie merken schon, so ganz funktioniert das nicht. Kann man Kunst denn überhaupt verkaufen? Darf man von einem Kundennutzen sprechen?
Ich weiß nicht, wie viele von Ihnen diese Frage mit einem Nein beantworten. Ich beantworte sie mit einem Ja. Allerdings gibt es zwei Ebenen, auf denen die Kunst es mit uns Kunden zu tun bekommt. Einmal auf der gesellschaftlichen, die Zack Hayhurst sehr anschaulich in seinem Blogpost „Re-evaluating value“ beschreibt . Und einmal auf der von uns als Individuen, die wir die Ausstellungen oder Konzerte besuchen sollen und durch den Erwerb einer Eintrittskarte die jeweilige Einrichtung mitfinanzieren.
Da gibt es auf der übergeordneten Ebene unzählige Studien, die belegen, welche positive Auswirkungen Musik vor allem auf Kinder haben kann. Da wird auf europäischer Ebene die positive Rolle von Kunst und Kultur diskutiert (siehe dazu das Blogpost von Michael Wimmer). Der Nutzen für uns als Gesellschaft läge also auf der Hand, aber auf der Ebene der Individuen wird der Bedarf nicht erkannt. Und ohne Bedarf kein Nutzen. Ein Allheilmittel, um Kunst und ihren Nutzen zu verkaufen, habe ich leider nicht. Aber die Diskussion muss geführt werden, sonst ist es irgendwann einmal zu spät.
Wie sieht es auf der individuellen Ebene aus? Wann entsteht bei uns ein Bedarf, der uns im Besuch eines Theaterstücks einen Nutzen erkennen lässt? Hier spielen, so denke ich, die von Doris Doppler angeführten Motive eine wichtige Rolle. Zwar steht der Wunsch nach Geselligkeit dem künstlerischen Anspruch vieler Kulturbetriebe entgegen, aber er ist eine Tatsache. Genauso wird sich mancher ein Bild kaufen, nicht weil er es so schön findet, sondern weil er sich finanziellen Gewinn erwartet. Und wie oft haben Sie schon Kunst genossen, einfach weil Sie neugierig waren? Weil Sie einen Star sehen wollten, von dem Sie schon so viel gesehen und gehört hatten. Ist das verboten? Sollen Sie als Kulturbetrieb solche Wünsche ignorieren? Ich denke nicht.
Das heißt, Kultureinrichtungen dürfen sich nicht ausschließlich auf ihre eigene Begeisterung verlassen, wenn es darum geht, BesucherInnen „anzulocken“, sondern sie müssen herausfinden, welche Bedürfnisse es wirklich sind, die ein Konzert oder eine Ausstellung für das Publikum interessant machen. Einer der interessantesten Ansätze in dieser Hinsicht ist das Web 2.0, bei dem der Dialog im Vordergrund steht und Ihnen die Möglichkeit bietet, Ihr Publikum direkt anzusprechen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
PS: Dieser Blogbeitrag erscheint im Rahmen der Blogparade von Kerstin Hoffmann.
Projektmanagement: 10 Tipps, um leichter ans Ziel zu kommen
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© Rainer Sturm; Pixelio
Vor kurzem wurde ich in einer Email gefragt, worauf man denn bei der Realisierung eines Projektes besonders achten müsse? Die Frage bezog sich nicht so sehr auf die Inhalte des Vorhabens, sondern auf das Handling, das Managen des Projektes.
Die Planung fiel mir als erstes ein, denn wenn ich in dieser Phase nicht sorgfältig vorgehe und mich für alle Eventualitäten rüste, dann drohe ich an irgendwelchen unvorhergesehenen Ereignissen zu scheitern. Ich hatte die Mail noch nicht beantwortet, da stieß ich zufällig auf einen Artikel von Lisa Ahn. Darin listet sie die „10 Rules of Highly Successful Project Management“ auf und zeigt, dass der Projekterfolg eigentlich von recht vielen Faktoren abhängig ist.
Gerade ihr erster Punkt macht deutlich, dass die Behauptung „je besser und konkreter ein Projekt geplant ist, desto leichter gelingt die Umsetzung“ zwar nicht ganz falsch ist. Aber wir sollten bedenken: Planungsfetischismus kann auch dazu führen, dass einem ein Projekt misslingt, denn häufig verlangen die äußeren Rahmenbedingungen ein Höchstmaß an Flexibilität. Aber schauen wir uns die zehn Punkte einmal an:
1. „Be agile“ : Lisa Ahn stellt fest, dass unsere Projekte häufig in einer sehr dynamische Umgebung realisiert werden müssen. Wer da eisern an seinen Plänen festhält und seine Zeit vor allem dafür verwendet, die Umsetzung der Pläne zu kontrollieren, der verliert sich leicht in Formalismen und läuft Gefahr zu scheitern, denn:
„The formal documentation and processes involved in traditional project management can weigh you down“,
so die Befürchtung von Lisa Ahn.
2. „Do Not Micromanage“ : Die Gefahr besteht, sich in den Tiefen des Projektes zu verlieren, aber wie schreibt Ahn so schön:
„The ideal project managers are leaders, not control freaks.
Viel wichtiger ist es, den Überblick zu bewahren und das Projekt als Ganzes im Blickfeld zu behalten.
3. „Keep Improving Your Project Management Practice“ : Als ProjektmanagerIn thronen Sie nicht über den Dingen und wissen alles, sondern Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass Sie von Ihrem Umfeld tagtäglich dazulernen können.
4. „Ongoing Planning“ : Und schon wieder taucht die Planung auf. Ahn beschreibt das Planen als die wichtigste Tätigkeit der ProjektmanagerIn. Ein einmal erstellter Plan ist aber nicht genug. Da sich die Umstände permanent ändern, müssen auch die Pläne dementsprechend angepasst werden. „For this, plan, re-plan, and plan“, laute die Aufgabe, so die Autorin.
5. „Work with a Sense of Urgency“ : Projekte dauern nicht ewig und verfügen über ein begrenztes finanzielles Budget sowie eine begrenzte Laufzeit. Trödeln geht nicht, es gilt das oder die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und vor allem die wichtigen Punkte im Auge zu behalten.
6. „Visualise and Communicate all Project Deliverables and Activities“ : Nicht nur Sie, sondern auch ihr Team muss wissen, wohin die Reise geht. Oder um es in den Worten Ahns zu sagen:
„In short, the project manager and team must have a picture of the finished deliverables in the minds of everyone involved. This guides everyone in the same direction. Avoid vague descriptions at all costs, be specific, draw diagrams and pictures, and make certain everyone agrees with it.“
7. „Complete Deliverables Step-by-Step“ : Ein großes und weit entferntes Ziel kann lähmend wirken. Ahn empfiehlt deshalb, sich in einzelnen Schritten dem Ziel anzunähern:
„The thought of climbing a mountain in one go can be crippling. But to see it as a succession of steps and peaks is less intimidating and more achievable.“
8. „Healthy Risk Management“ : Sie sollten sich der Risiken durchaus bewusst sein, aber es sei übertrieben, so Ahn, sich nur noch mit allen möglichen Risiken zu beschäftigen und so die Projektziele aus den Augen zu verlieren.
9. „Open Communication“ : Fehlende Kommunikation ist oftmals der Grund für das Scheitern eines Projektes. Deshalb kann es hier nur heißen: kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren.
10. „Never Lose Sight of the 3-Factors: Time, Budget, and Quality“ : An den drei Zielvorgaben Zeit, Budget und Qualität sollte sich die Projektarbeit orientieren, denn:
„While project management practices have changed to be more flexible and open, the foundation remains the same“,
schreibt Lisa Ahn zu diesem zehnten und letzten Punkt.
Für mich steckt sie mit ihren zehn Regeln, wie sie es nennt, einen sehr brauchbaren Handlungsrahmen ab. Und obwohl wir diese Punkte eigentlich alle kennen und sie somit alles andere als neu sind, stellen sie trotzdem immer wieder eine gewaltige Herausforderung dar. Vielleicht hilft es ja, sie sich immer wieder vor Augen zu halten?
Informationen über das EU-Bildungsprogramm „Lebenslanges Lernen“ (Veranstaltungshinweis)
Wenn sich Kunst- und Kultureinrichtungen für das Thema EU-Förderungen interessieren, landen sie in der Regel beim EU-Kulturförderprogramm. Das ist grundsätzlich auch ein guter Einstieg, denn für künstlerische Projekte ist das die erste und wichtigste Anlaufstation. Leider sind Sie dort nicht alleine und da das Budget dieses Programms nicht besonders üppig dotiert ist, werfen viele Kultureinrichtungen einen Blick auf andere Programme.
Je flexibler Sie sind, desto eher werden Sie in anderen Programmen Möglichkeiten finden, Fördergelder für Ihre Vorhaben zu erhalten. Klar ist aber: jedes Programm verfolgt seine eigenen Ziele und hat dementsprechend unterschiedliche Kriterien, die Sie beachten müssen, so Sie an das Geld kommen wollen.
Besonders interessant ist für Kunst- und Kultureinrichtungen natürlich der Bildungsbereich, konkret das EU-Förderprogramm „Lebenslanges Lernen„. Eines dieser mit Geld aus Brüssel geförderten Projekte ist Digital ExTra, bei dem es um „Digital Exhibition Training“ geht, so der Langtitel.
„DigitalExtra, an EU project financed by the European Commission’s Life Long Learning programme, develops training courses with associated eLearning material to create digital exhibitions. We want to support as many small and medium-sized museums and other cultural, alongside training, institutions in Europe with financial concerns inhibiting their potential. We want to provide the eTools they need to produce cultural heritage material, and thus make it accessible to a larger public.“
So wird das Projekt in der ersten Newsletter-Ausgabe beschrieben. Wenn Sie mehr zu diesem Projekt wissen wollen, werfen Sie doch einen Blick in den Newsletter und auf die Website.
Wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind oder kommen wollen und sich für das Programm „Lebenslanges Lernen“ interessieren, dann kann ich Ihnen den nächsten „EU-Dienstag“ empfehlen, der von PROJEKTkompetenz.eu in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Salzburg durchgeführt wird und dazu dient, Sie über das EU-Förderprogramm „Lebenslanges Lernen“ zu informieren. Wenn Sie in Salzburg und Umgebung leben, dann können Sie die Veranstaltung, die am 3. November von 18:30 bis 19:30 stattfindet, vor Ort besuchen. Ansonsten sind Sie so wie ich einfach online dabei.
Alle wichtigen Informationen zur Veranstaltung (genaue Adresse, Teilnehmerliste, Anmeldung, etc.) finden Sie auf dem Wiki zur Veranstaltung. Vielleicht gehören Sie ja schon bei der nächsten Ausschreibung zu den „Glücklichen“, deren Projekte Geld aus Brüssel erhalten?
Von „kulturellen Nutzungsformen“ und „künstlerischen Arbeitsformen“
Gerade erst habe ich über das Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg berichtet, das mit Hilfe eines Blogs StudieninteressentInnen zu informieren versucht. Aber nicht nur dort hält die Internettechnologie Einzug. Bei Andreas Klisch habe ich den Hinweis auf die Veranstaltungsreihe www.kultur.art gefunden.
In dieser Reihe geht es um „kulturelle Nutzungsformen“ und „künstlerische Arbeitsformen“ im Web, wie Andreas Klisch schreibt. Gesucht werden mögliche Erklärungen für die Webabstinenz von Kulturschaffenden und KünstlerInnen:
„Ist die sinnlich-ästhetische Botschaft aufgrund der technologischen Dominanz und den vorfabrizierten Standards für kulturelle und künstlerische Arbeit eine Schranke, die die Kultur in Online und Offline trennt?“
lautet die Frage in der Ankündigung der Seminarreihe, für die auch ein eigenes Blog eingerichtet wurde. Dort findet man auch Infos über die verschiedenen Vortragenden der Veranstaltung. Aber nicht nur das. Darüber hinaus kann man sich die einzelnen Impulsvorträge auch später online anschauen, inklusive der Folien (dazu ist der Real Player notwendig).
Der Vortrag (ca. 15 Minuten) von Professor Felix Sasaki über „Webstandards und deren künstlerischen Nutzen“ steht bereits online und wartet darauf, dass Sie ihn sich anschauen. Hier ist der Link.






