Kunst und Kultur: mehr als nur Unterhaltung?
Vor ein paar Tagen fand ich auf der BBC-Website den Hinweis auf eine Veranstaltung, bei der das Publikum zu Beethovens Klängen herumlaufen oder sich miteinander unterhalten konnte. Gut, es gab Zeiten, wo das üblich war, aber heute ist es zumindest eine Meldung wert, sonst wäre ich ja nicht darauf gestoßen. Interessant ist auch der dort zu findende Mitschnitt der Diskussion, die dazu im Radio lief.
Nun werden viele ob dieser Respektlosigkeit entrüstet sein, andere wiederum werden argumentieren, dass die Kunst zu den Menschen kommen muss und das dann halt ein möglicher Ansatz sei, um auf sie zuzugehen. Dahinter verbirgt sich dann aber die Frage, was Kunst für uns bzw. unsere Gesellschaft bedeutet? Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie wichtig sie für jeden Einzelnen von uns, für die Gesellschaft bzw. für den Standort, also z.B. für Städte wie Wien sei.
Kunst und Kultur werden deshalb als öffentliches Gut bezeichnet, das daher – zumindest teilweise – mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren ist. Was in den meisten Ländern auch passiert. Nachdem PolitikerInnen in erster Linie darauf schauen, wiedergewählt zu werden, werden die Gelder so verteilt, dass die BürgerInnen damit zufrieden sind.
Nun sind angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise aber die Kassen leer und daher gibt es nichts zu verteilen. Im Gegenteil, es muss gespart werden. Gespart wird dort, wo der Widerstand am geringsten ist. Und der hält sich, wenn es um Kunst und Kultur geht, in Grenzen, um es mal vorsichtig zu formulieren. Es stellt sich daher die Frage, welche Haltung die Öffentlichkeit zu Kunst und Kultur hat? Dass diejenigen, die in diesen Bereichen arbeiten, ihnen eine hohe Bedeutung bemessen, ist klar. Wie aber sehen die anderen das?
Der Fine Arts Fund in Cincinatti ist dieser Frage nachgegangen und hat die Ergebnisse in einer Studie zusammengefasst, die vor kurzem unter dem Titel “The Arts Ripple Effect” (PDF) veröffentlicht worden ist. Ausgangspunkt dieser Studie ist die Tatsache, dass die finanzielle Unterstützung ihren Höhepunkt erreicht hat bzw. derzeit eher abnimmt. Zurückzuführen sei das auf den Stellenwert, den man Kunst und Kultur beimesse. Judith H. Dobrzynski hat darauf aufbauend in ihrem Blog “Real Clear Arts” die Vermutung geäußert, dass man durch eine veränderte Kommunikation die Einstellung der Bevölkerung zu Kunst und Kultur “verbessern” könnte. “What The Country Needs Is A New Message About The Arts” hat sie deshalb ihren Beitrag überschrieben. Dazu müsse man aber, so Dobrzynski, wissen, was die Leute von Kunst und Kultur halten.
Die Ergebnisse aus der Studie fasst sie in dieser Hinsicht so zusammen:
- “People view the arts as ‘entertainment’, and therefore ‘a matter of taste, not public responsibility’ and as “an extra, not a necessity.”
- “People expect to have ‘a mostly passive, consumer relationship with the arts’. The arts will be on offer, and they should succeed or fail in the marketplace, without the need for support.”
- “The arts are a low priority for most people, even when they value art.”
Nun basiert das Ergebnis dieser Studie zwar auf Befragungen in den USA, aber ich bezweifele, dass in Europa etwas völlig anderes dabei herauskommen würde. Das bedeutet, so die Studie:
“The existing landscape of public understanding is not conducive to a sense of broadly shared responsibility for the arts.”
Wenn die meisten Leute Kunst als ein Privatvergnügen betrachten, dann werden sie sich weder besonders dafür einsetzen, dass der Staat Kunst und Kultur finanziert, noch werden sie selbst bereit dazu sein. Die Schlussfolgerung daraus:
“To achieve that objective, we need to change the landscape by employing a message strategy that:
- positions arts and culture as a public good – a communal interest in which all have a stake,
- provides a clearer picture of the kinds of events, activities and institutions we are talking about,
- conveys the importance of a proactive stance, and
- incorporates all people in a region, not just those in urban centers.”
Hält man sich dies vor Augen, dann wird klar, warum manche Botschaften nicht funktionieren können, denn
“Art as a transcendent experience, important to well-being, a universal human need, etc., all speak to private, individual concerns, not public, communal concerns.”
Ebenso wenig zielführend seien Botschaften, die die wirtschaftliche Bedeutung von Kunst hervorheben würden, heißt es in der Studie weiter. Als sehr viel erfolgsversprechender habe sich aber eine ganz andere Botschaft erwiesen:
“A thriving arts sector creates ‘ripple effects’ of benefits throughout our community.”
Zwei dieser “ripple effects” (PS: über einen guten Übersetzungsvorschlag würde ich mich freuen, “sich allmählich ausbreitende Wirkung” klingt nicht wirklich überzeugend) würden die Menschen besonders ansprechen, so die Studie weiter:
- “A vibrant, thriving economy: Neighborhoods are more lively, communities are revitalized, tourists and residents are attracted to the area, etc. Note that this goes well beyond the usual dollars-and-cents argument.
- A more connected population: Diverse groups share common experiences, hear new perspectives, understand each other better, etc.”
Vereinfacht gesagt geht es um eine Botschaft, die erstens mit einem griffigen Begriff versehen wird (“arts ripple effect”) und zweitens zwei Dinge hervorhebt, die den Menschen wichtig sind: Kreativität und Community.
Es lohnt sich, sich die Studie genauer anzusehen (bei gut zwanzig Seiten ist das auch durchaus machbar) und daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Judith H. Dobrzynski spricht von “communal ripples”:
“Among them is a ‘more connected population’, with diverse groups sharing experiences and learning new perspectives, and revitalized communitites that go ‘well beyond the limited dollar-and-cents economic argument’.”
Wenn Sie sich an das eingangs erwähnte Konzert erinnern. Passiert so etwas nicht, eben weil der Community-Gedanke nirgends zu entdecken ist? Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Modell von Nina Simon, das ich gestern vorgestellt habe? Darin heißt es auf Stufe 5: “Individuals engage with each other socially.” Das ist der entscheidende Punkt.
Nina Simon: “A Revised Theory of Social Participation”
Partys können höchst unterschiedlich verlaufen. Auf manchen steht man herum und langweilt sich, auf anderen hingegen kommt man schnell mteinander ins Gespräch. Abgesehen von der eigenen Befindlichkeit und dem Willen, überhaupt mit “fremden” Menschen ins Gespräch zu kommen, hängt das auch ganz stark vom Gastgeber ab, schreibt Nina Simon in ihrem Blogbeitrag “A Revised Theory of Social Participation via ‘Me-to-We’ Design“:
“There are some parties where hosts go out of their way to welcome guests individually and to introduce them to others via shared interests (…). At the best parties, each guest feels like his contributions to the conversation are desired, and everyone feels complicit in creating a wonderful social experience.”
Und dann gibt es die Partys, auf denen man reinkommt, niemand begrüßt einen und man kommt sich eigentlich recht verloren vor. Natürlich möchten auch Kulturbetriebe gute Gastgeber sein, denn wer sich dort wohlführt, kommt gerne ein weiteres Mal, so das Kalkül. Adam Thurman hat vor gut zwei Jahren in seinem Beitrag “Art as the hub” gemeint, dass es den Menschen nicht darum gehe, sich mit der Kunst zu verbinden, sondern untereinander. Das heißt, es geht nicht nur darum, dass der Kulturbetrieb bilaterale Kontakte aufbaut, sondern im Idealfall einen Rahmen schafft, in dem die Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
Was aber müssen Kulturbetriebe tun, damit ihnen so etwas gelingt? Nina Simon hat dafür ein interessantes Modell entwickelt:
Die fünf Stufen beschreibt sie dabei so:
- “Stage one provides people with access to the content that they seek.
- Stage two provides an opportunity for inquiry and for visitors to take action and ask questions.
- Stage three lets people see where their interests and actions fit in the wider community of visitors to the institution.
- Stage four helps visitors connect with particular people—staff members and other visitors—who share their content and activity interests.
- Stage five makes the entire institution feel like a social place, full of potentially interesting, challenging, enriching encounters with other people.”
Simon unterscheidet dabei zwischen einer Community, z.B. einem Freundeskreis und einem eher zufälligen Aufeinandertreffen von Menschen, wie eben bei einer Party oder zum Beispiel einer Ausstellung. Gerade dort ist es ihrer Meinung nach besonders schwierig, dass die Menschen miteinander kommunizieren bzw. interagieren. Wie so etwas funktionieren kann, zeigt sie anhand der Ausstellung “Heroes” des Walters Art Museum.
Das heißt, die Austellungsbesucher wurden eingeladen, sich mittels eines Kärtchens einer der mythologischen Figuren zuzuordnen. Einerseits erhielten sie auf diese Weise eine auf die jeweilige Figur abgestimmte Führung, andererseits sollten diese Kärtchen dazu dienen, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Herausforderung besteht darin, Interaktionsmöglichkeiten zwischen Ausstellung und BesucherInnen zu schaffen, die dann den Aufhänger für Kommunikation bzw. Interaktion untereinander bilden. Wichtig scheint mir dabei die Feststellung Simons zu sein, dass es um die Entwicklung von Angeboten geht, die nicht an die Masse der BesucherInnen gerichtet sind, sondern an die Einzelpersonen. Und erst darauf baut dann das mögliche Miteinander auf. Oder um es mit den Worten Simons auszudrücken:
“You make them comfortable interacting on their own, and then start providing opportunities to connect with others.”
Wer hier die Holzhammermethode anwendet und die BesucherInnen gleichsam verpflichtet, etwas miteinander zu tun, wird wahrscheinlich damit Schiffbruch erleiden. Vor Augen halten muss man sich, dass es sich hierbei um ein Angebot handelt. Sie werden aus eigener Erfahrung wissen, dass man nicht immer Lust hat, darauf einzugehen.
Ich denke, dieses Modell ist eine gute Vorlage, um eine entsprechende Strategie für die eigenen Aktivitäten zu entwickeln. Ob es Ihnen um eine Ausstellung, ein Forum oder einfach ein Weblog geht, Sie müssen die entsprechenden Stufen mitdenken. Das heißt aber nicht, dass auch die BesucherInnen dieses Stufenmodell durchlaufen müssen. Theoretisch kann ich als BesucherIn direkt von Stufe eins auf Stufe fünf springen. Insofern ist die grafische Darstellung statischer als es das Modell eigentlich ist. In einem der Kommentare kam der Vorschlag auf, statt des Stufenmodells die Kreisform zu wählen, was der Sache aber meiner Meinung auch nicht näher kommt. Für mich passt hier eigentlich der Community of Practice-Ansatz, den ich im Beitrag “Warum betreiben wir Networking” beschrieben habe. Nur habe ich noch keine Lösung gefunden, wie man beide Systeme in einer Grafik verbinden kann, vielleicht haben Sie ja eine Idee?
Warum diese Verbindung? Sicher ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass jemand mit Ihnen die Kommunikation forciert und sich dann wieder “zurückzieht”. Auf Blogs kann man das im Kommentarbereich sehr schön erleben. Jemand kommentiert regelmäßig und lässt es dann plötzlich bleiben, aus welchen Gründen auch immer. Das führt dazu, dass eventuell zu einem bestimmten Zeitpunkt niemand auf Ihr Angebot einsteigt, egal ob es um das Kommentieren eines Blogposts, den Diskussionsbeitrag in einem Forum oder um die Kommunikation im Rahmen einer Ausstellung geht. Das heißt aber nicht unbedingt, dass Ihr Angebot schlecht ist, vorausgesetzt, Sie haben sich dabei etwas gedacht. Und genau dafür scheint mir das Modell von Nina Simon bestens geeignet.
Neue Wege in der Kulturfinanzierung
So allmählich wird klar, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht überstanden ist. Das Geld, das im Zuge diverser “Rettungsaktionen” ausgegeben worden ist, fehlt der öffentlichen Hand nun. Was zur Folge hat, dass die öffentlichen Haushalte auf ihr Sparpotenzial hin durchforstet werden. Klar, dass da irgendwann auch die Subventionen in Frage gestellt werden. Und ebenso klar ist, dass das auch die Kulturbudgets betrifft.
Als die Krise gerade begonnen hatte und erste Alarmzeichen aus den USA zu vernehmen waren, versicherten KulturpolitikerInnen, dass Kunst und Kultur hier nichts zu befürchten hätten, schließlich sorge der Staat für die entsprechenden Geldmittel. Wie wir wissen, ist dem aber nicht so. Wuppertal, Stuttgart, immer häufiger liest man von Städten, die auch bei Kunst und Kultur drastische Sparmaßnahmen vorschlagen. Nun möchte ich an dieser Stelle nicht darüber debattieren, ob das sinnvoll ist oder nicht, sondern die Frage stellen, welche Möglichkeiten Kulturbetriebe haben, auf solche Spaßmaßnahmen zu reagieren?
Im letzten November hatte ich hier in diesem Blog die Frage aufgeworfen, ob Theater sich nicht auch ohne Förderungen finanzieren lassen? Was ist, wenn man nicht nur das künstlerische Endprodukt verkauft, sondern Interessierte am Entstehungsprozess teilhaben lässt und von ihnen dafür einen monatlichen Beitrag verlangt, so meine Frage.
In diese Richtung bewegt sich anscheinend Andreas Blühm, der Direktor des Kölner Wallraf-Museums, berichtet Jörn Borchert in der Ideenbörse für das Kulturmarketing. Borchert, der auch das Museums-Blog Kulturelle Welten betreibt, erzählt, dass ein um mehr als zehn Prozent gekürztes Budget die anvisierte Stradivari-Ausstellung unmöglich machte. Statt aber die Ausstellung einfach abzusagen, lässt der findige Museumsdirektor nun sein Publikum den Restauratorinnen über die Schulter schauen und sie hautnah miterleben, wie ein Gemälde restauriert wird.
Auch wenn das Publikum den RestauratorInnen in diesem Fall nur zehn Tage über die Schultern schauen kann, so ist das doch ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht nur um das fertige Produkt geht, sondern auch die Produktionsprozesse bzw. der Blick hinter den Vorhang für viele interessant sind. Ich bin davon überzeugt, dass hier ein gewaltiges Potenzial liegt, wenn es gelingt, dem Publikum nicht nur das fertige Produkt zu verkaufen, sondern es auch am Entstehungsprozess dabei sein zu lassen bzw. es im nächsten Schritt in diesen Prozess zu integrieren.
Von der Notwendigkeit, Kunst und Kultur zu finanzieren, entbindet ein solcher Ansatz die Kulturpolitik allerdings nicht.
“The people you want to attract aren’t interested in being a mere audience”
“The classical is trying to wonder how to attract an audience, and that’s the whole problem. The people you want to attract aren’t interested in being a mere audience. Maybe you’ll get a few superficial dilletantes here and there, but the lifeblood types who can really breathe new life into it and bring it into the future aren’t interested in sitting there. They want to roll up their sleeves and dig in themselves.”
Ich denke, das gilt für alle Kunstsparten.
Via Greg Sandow
Kommt nach dem #followamuseum-Tag der #followyourfollower-Tag?

Mehr als 1.500 neue Follower für twitternde Museen, das ist doch ein schöner Erfolg für den 1. Februar, den MuseumMarketing-Blogger Jim Richardson initiiert hat. In UK und den USA schaffte es #followamuseum sogar in die Top Trends. Insofern kann Jim Richardson berechtigterweise von einem Erfolg sprechen.
Unzählige Museen sind mittlerweile auf Twitter vertreten, JimRichardson hat für den 1. Februar sogar ein eigenes Verzeichnis erstellt, in dem die Museen nach Ländern geordnet leicht zu finden sind. Eines ist mir beim Durchklicken verschiedener Accounts allerdings aufgefallen: die große Mehrheit der Museen hat zwar relativ viele Follower, folgt aber nur wenigen. So folgen zum Beispiel dem Tate-Account, hinter dem sich Tate-Britain, Tate Modern, Tate Liverpool und Tate St. Ives verbergen mehr als 38.000 Follower. Tate selbst folgt aber nur 570 Twitterern. Nun kann man argumentieren, dass das bei bekannten Kultureinrichtungen normal ist, aber bei eher unbekannten Museen schauen die Relationen ähnlich aus.
Wenn man sich dann noch die Tweets der einzelnen Museen anschaut, dann kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis: das ist häufig Kommunikation 1.0. Das Museum verbreitet Nachrichten und die interessierten UserInnen warten andächtig darauf. Von Dialog spürt und sieht man eher weniger. Es gibt Museen, in deren Tweets findet man nicht eine einzige Reaktion auf andere Twitterer (zu erkennen an Tweets, die mit @ beginnen). Die Sache scheint also sehr einseitig.
Daher stellt sich für mich die Frage: was machen die Museen denn nun mit den vielen neuen Followern? Sich freuen, dass sich die Zahl der Verfolger um x% erhöht hat? Mag sein, dass sich dadurch die eine oder andere neue BesucherIn in ein Museum verirrt. Aber dafür hätte es die Aktion nicht gebraucht.
Museen, die das Social Web Ernst nehmen und am Dialog interessiert sind (vom Community-Ansatz will ich an dieser Stelle gar nicht sprechen), müssten doch eigentlich froh sein, so viele neue Dialogpartner zu finden. Bei einem Verhältnis von 570:38.000 oder auch 50:1.200 kann ich mir das aber ehrlich gesagt nicht vorstellen. Deshalb wäre es unter Umständen ganz sinnvoll, möglichst bald für die Museen einen #followyourfollower-Tag zu veranstalten, der den Häusern die Möglichkeit gibt, ihren Followern zu folgen. Sonst war die ganze Aktion sinnlos.
Second Life: Einsatz im Theaterbereich
Die meisten von Ihnen haben wahrscheinlich noch den Hype rund um Second Life in Erinnerung. Damals beschlossen nicht nur Kultureinrichtungen, sondern auch viele Unternehmen, dort präsent zu sein. Das, was sich viele davon erwartet haben, ist aber nicht eingetreten. Heute findet man zwar “Inseln”, die durch ihre Gestaltung beeindrucken, aber man ist dort meist alleine und zumindest mir geht es so, dass ich nach relativ kurzer Zeit den Spaß daran verliere und wieder verschwinde.
Was eigentlich schade ist, denn in meinen Augen bieten 3D-Welten wie Second Life erhebliches Potenzial, auch für den Kunst- und Kulturbereich. Das folgende Video habe ich auf dem SLTalk-Blog gefunden.
Wie Michael Wald schreibt, sind darin zwei in meinen Augen für den Theaterbereich interessante Anwendungsmöglichkeiten zu entdecken. Einerseits eignet sich, wie man sieht, Second Life dafür, um im Bereich eLearning Situationen zu simulieren. Theoretisch wäre es möglich, in Second Life ein Theater zu bauen und zu betreiben. Für die Inszenierungen lassen sich die entsprechenden Bühnenbilder einrichten und natürlich könnte man weiters den gesamten Betrieb simulieren, inklusive Marketing, PR, etc.. Selbst die Organisation ließe sich wahrscheinlich über Second Life abwickeln. Es gäbe irgendwo einen Besprechungsraum, man würde dort seine Meetings abhalten, es könnte Präsentation geben und es ließe sich das, was beschlossen worden ist, dann gleich in die Tat umsetzen.
Andererseits lässt sich in Second Life ein Bühnenbild entwerfen und entsprechend ausleuchten. Das heißt, ein Großteil der Planung könnte virtuell stattfinden. Man würde frühzeitig einen Eindruck erhalten, ob das, was man sich vorgestellt hat, wirklich realisieren lässt beziehungsweise man kann, ohne das Kosten entstehen, Änderungen vornehmen. Teure Umbauarbeiten würden entfallen, zumindest teilweise.
Warum wird Second Life aber nicht auf diese oder auch andere Art und Weise genutzt? Ist die Einstiegshürde bei Second Life, was die Nutzung des Programms angeht zu hoch? Ist die Ablehnung so groß, dass man sich mit einem solchen Vorschlag bei den Anderen nicht durchsetzen kann? Ist der Aufwand, um Second Life professionell zu nutzen, zu groß und auch zu teuer? Oder hat Second Life noch nicht die kritische Masse an UserInnen erreicht?
Eigentlich bietet Second Life ja einige interessante Möglichkeiten, auch für den Kunst- und Kulturbereich. Woran liegt es, glauben Sie, dass wir Second Life nicht wirklich nutzen bzw. was müsste sich ändern, damit wir es tun?
Facebook hat zwar bald 400 Mio. UserInnen, aber nur 23% der Fanseiten haben mehr als 1.000 Fans

Facebook habe ich bis jetzt immer etwas, wie soll ich sagen, stiefmütterlich behandelt. Waren es anfangs die vielen Applikationen, derer man sich erwehren musste, kamen in der nächsten Welle die vielen Einladungen zu Gruppen, Fanseiten oder Veranstaltungen. Mich hat das, muss ich ehrlich sagen, eher abgeschreckt und ich finde es immer noch ärgerlich, wenn man völlig wahllos zu irgendwelchen Veranstaltungen, Gruppen oder eben Fanseiten eingeladen wird.
Nun bleibt die Entwicklung bei Facebook ja nicht stehen und so wäre es unsinnig, wenn man dort schon vertreten ist, sich nicht mit dieser Plattform zu beschäftigen. Fakt ist, dass sie auf alle Fälle die Möglichkeit bietet, mit zahlreichen Menschen, Freunden oder Fans in Kontakt zu treten. Nun bin ich mittlerweile Fan von knapp 100 Seiten und ich habe mich auf diesen Seiten mal etwas umgesehen. Auf vielen herrscht tote Hose und wenn dort etwas zu lesen ist, dann sind es Ankündigungen.
So muss man sich auch nicht wundern, wenn in einem vor zwei Monaten auf TechCrunch veröffentlichten Beitrag herauskam, dass Facebook zwar viel Millionen Mitglieder hat, die Fanseiten hingegen ein ganz anderes Bild bieten.
So weist der Beitrag auf TechCrunch nicht zu Unrecht schon in der Überschrift darauf hin, dass es gar nicht so einfach sei, populär zu sein. Wenn man bedenkt, wie viele Mitglieder Facebook hat, dann finde ich die Zahlen bemerkenswert. Nur 23% von insgesamt 600.000 analysierten Fanseiten haben die 1.000er-Grenze erreicht. Wenn man bedenkt, dass sich 175 Mio. UserInnen täglich auf die Facebook-Seite einloggen und Forrester Research in der Beschreibung der Social Media-Aktivitäten das Segment der Conversationalists eingeführt hat, dann kann man sagen, dass die Möglichkeiten einer Plattform wie Facebook noch nicht wirklich ausgeschöpft werden.
Was aber muss man tun, um auf Facebook erfolgreich zu sein? Die Offenheit der Plattform ermöglicht einem die Integration verschiedener Social Media-Kanäle. Blogbeiträge, Fotos, Videos, Tweets, ja sogar Social Bookmarks können mit Facebook verbunden werden. Wer nicht viel Zeit zur Verfügung hat, wird Facebook vielleicht nur zum Aggregieren der verschiedenen Kanäle verwenden. Deren Einspielung kann mittels diverser Tools automatisiert erfolgen, d.h. mit relativ wenig Zeit, die man dann für Kommentare, etc. verwendet, ist man auf Facebook präsent.
Aber man kann Facebook auch als Bestandteil eines Social Media-Netzes betrachten, in dem die verschiedenen Kanäle ineinandergreifen. Wie so etwas im Zusammenspiel von Facebook und Twitter aussehen kann, habe ich vor einigen Tagen am Beispiel des Films “Das Kabinett des Dr. Parnassus” beschrieben.
Wahrscheinlich hängt es zu einem Großteil vom Budget ab, das für Social Media-Aktivitäten zur Verfügung steht. Grundsätzlich sind es aber vor allem gute Ideen und die Fähigkeit zum Dialog, die zum Erfolg führen. Wie sieht das bei Ihnen aus? Wie sieht Ihre Facebook-Strategie aus?
Und wenn Sie sich noch nicht sicher fühlen im Umgang mit Facebook, dann empfehle ich Ihnen das kostenlose eBook “Einführung in die Grundlagen von Facebook” von Annette Schwindt. Damit kann nichts mehr schiefgehen…
stART.10: der Call for Papers hat begonnen

Für die stART.10, die vom 8. bis 10. September in der Duisburger Mercatorhalle stattfindet, hat heute der Call for Papers begonnen. Besonders interessieren uns Vorträge, Workshops und Bestpractice-Beispiele aus dem Themenbereich mobiles Web sowie die Auseinandersetzung mit neuen Geschäftsmodellen bzw. die Frage nach Erfolgskriterien für den Social Media-Einsatz. Kann es so etwas wie den Return of Investment überhaupt geben oder müssen, so man Social Media bewerten will, ganz andere Maßstäbe angelegt werden?
Falls Sie andere interessante Themenvorschläge haben, freuen wir uns über die natürlich genauso. Um Ihnen (und uns) die Sache zu erleichtern, haben wir seit heute auf der Website der stARTconference ein Online-Formular bereitgestellt, in das Sie Ihr Abstract (max. 1.500 Zeichen) eingeben können. Außerdem benötigen wir von Ihnen einen 500 Zeichen langenkurzen Lebenslauf und ein Foto, mit dem wir dann Sie und Ihren Vortrag auf dem Blog vorstellen dürfen.
Bis zum 12. März haben Sie Zeit, Ihren Vorschlag bei uns zu deponieren und wir haben dann bis Anfang April Zeit, uns zu entscheiden. Alle Informationen und den Link zum Online-Formular finden Sie auf unserer Website, die übrigens in den letzten Tagen einen Relaunch erleben durfte. Falls Sie Fragen zur Konferenz bzw. zum Call for Paper haben sollten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Wir, das Team der stARTconference freuen uns auf Ihre Ideen und Vorschläge.










