Beitragsformat

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte oder: woher kommen eigentlich die Fotos für dieses Blog?

14 Kommentare

Dass zu einem (guten) Blogpost auch ein (gutes) Bild gehört, ist eine Binsenwahrheit. Wer sich diese Weisheit zu Herzen nehmen will, steht allerdings relativ schnell vor der Frage, wo man diese Bilder denn findet und – was noch wichtiger ist- wie es einem gelingt, diese Fotos dann auch für das eigene Blog zu nutzen?

Die einfache Copy&Paste-Variante spielt sich natürlich nicht, also muss es andere Wege geben. Vereinfacht gesagt gibt es drei Möglichkeiten: erstens, man fotografiert selbst, was bezüglich der Rechte am einfachsten ist. Oder man kauft bei Fotografen die Rechte für die Nutzung einzelner Bilder, was dank Plattformen wie iStockphoto finanziell durchaus machbar ist.

Bleibt noch eine dritte Möglichkeit, nämlich die Suche auf Plattformen, auf denen FotografInnen ihre Fotos kostenlos zur Verfügung stellen. Auf Pixelio, photoopia oder anderen Plattformen stehen unzählige Bilder zur Verfügung.

Warum bietet jemand seine Fotos kostenlos an? Ist das eine Form der Werbung oder sind das nur Hobbyfotografen, denen es gar nicht ums Geld geht? Fragen wir doch einfach jemanden, der auf solchen Plattformen seine Fotos zur Verfügung stellt.

Gerd Altmann

Gerd Altmann gehört zu den Fotografen, deren Bilder ich immer wieder für mein Weblog verwendet habe. Ich führe keine eigene Statistik darüber, vermute aber, dass er, was die Zahl der Fotos hier im Blog angeht, die Nummer eins ist. Bevor ich hier meine Fragen loswerde, möchte ich aber die Gelegenheit nutzen und mich zuerst einmal für die Bilder bedanken, die er in großer Zahl online zur Verfügung stellt. Für mich ist das nicht selbstverständlich, schließlich ist Fotografieren mehr als mal schnell auf den Auslöser zu drücken.

Die folgenden Fragen habe ich ihm schriftlich gestellt.

Kulturmanagement Blog: Herr Altmann, ich habe eingangs ja schon geschrieben, dass Sie Ihre Fotos online zur Verfügung stellen und ich als User sie kostenlos für – in diesem Fall – mein Weblog nutzen darf. Warum machen Sie das? Was erwarten Sie sich davon?

Gerd Altmann: Anerkennung, Wertschätzung, Bewunderung, Achtung und Bestätigung sind Auszeichnungen, die mir Lebenskraft und Ausdauer verleihen. In meinem Beruf als Altenpfleger fehlt es leider oft an dem Applaus, den ich jedenfalls für meine tägliche Ego-Stabilität brauche. Meine Altenpflege-Tätigkeit stellt für mich die Basis dar, die finanzielle Einnahmequelle für meinen Lebensunterhalt. Die Wertschätzung und Bewunderung erhalte ich aber eben über meine künstlerische Arbeit, nicht nur als Fotograf/Bildbearbeiter, auch als Autor, Filmemacher und Kabarettist.

Kulturmanagement Blog: Mit diesem Angebot gehören Sie mit zu denen, die ihren Content kostenlos über das Internet anbieten. Fürchten Sie nicht, dass diese Gratismentalität immer mehr um sich greift und die Kreativen dadurch immer weniger Chancen haben, von ihrer Arbeit zu leben?

Gerd Altmann: Warum sollte ich mich davor fürchten? Ich begreife mich selbst als Kreativer, der hier durchaus keine Gratisgaben verteilt. Als Gegenleistung für meine Arbeit will ich konkret die Form der Entlohnung, die ich oben beschrieben habe: Anerkennung, Wertschätzung, Bewunderung, Achtung und Bestätigung. Bleibt diese Vergütung aus, suche ich mir neue Kunden, die bereit sind, diesen Preis zu zahlen.

Außerdem muss ich sagen, wer als professioneller Bildgestalter, Photograf oder Grafiker durch meine bescheidenen Arbeiten Aufträge verliert, der sollte sich doch mal fragen, ob er den richtigen Beruf gewählt hat. Meine Bilder sind hobbymäßig und unprofessionell erzeugte Arbeiten, mehr aus einen Lust- und Launegefühl mal eben schnell gemacht. Es steckt kein wirkliches Können dahinter. Vor dieser naiven Art des Bildermachens braucht sich kein Profi zu fürchten. Und ich denke, das wissen diese Fachleute auch.

Natürlich würde ich auch Geld mit meinen Bildern verdienen wollen, aber leider habe ich nie gelernt, wie man das macht. Ich besitze einfach diese Fähigkeit nicht, aus meinen Talenten Kapital zu schlagen. Kaufmännische Eigenschaften fehlen mir gänzlich, ebenso die Gabe, andere von meiner eigenen Richtigkeit zu überzeugen und für diese überzeugte Richtigkeit zu kassieren.

Kulturmanagement Blog: Zu Ihnen selbst. Wie sind Sie zum Fotografieren gekommen und was fotografieren Sie am liebsten?

Gerd Altmann: Auf der Suche nach leerstehenden Fabrikhallen entdeckte ich die Lust am Fotografieren. Ursprünglich wollte ich in meiner Heimatstadt Büdingen all das bildlich festhalten, was so zu Beginn der 70er Jahre abgerissen wurde: Wellblechhütten, Fabrikhallen, altes Bahnhofsklo, zerbombte Ruinen … eben den ganzen „Flair der alten Zeit“. Damit fing alles an. Leider sind die ganzen schwarzweiß Aufnahmen durch fehlerhafte Selbstentwicklung längst verblasst und unbrauchbar geworden.

Menschen, Gesichter sind meine Lieblingsmotive. Aber leider bin ich meistens zu bequem, zu faul, zu getrieben oder auch zu ängstlich, um meine Mitmenschen nach der Erlaubnis für eine Veröffentlichung zu fragen. Und die meisten meiner Freunde und Bekannten scheuen das objektive Auge einer Kamera. Leider. Weitere Motive sind die, welche Sie als Downloader gebrauchen könnten. Wenn Sie Wünsche bezüglich eines bestimmten Motivs oder einer speziellen Bildaussage haben, dann schreiben Sie mir bitte. Wenn in meinem Fundus etwas vorhanden ist, das in etwa Ihren Vorstellungen entspricht, werde ich diese Bilder bei photoopia einstellen. Aus Zeitgründen kann ich jedoch keine individuellen Sonderanfertigungen machen.

Kulturmanagement Blog: Sie haben vor kurzem die Fotoplattform gewechselt. Gibt es da Kriterien, auf die ich achten muss, wenn ich als Fotograf meine Bilder anbieten möchte?

Gerd Altmann: Ich kann nur für mich sprechen: dort, wo ich mich zuhause fühle, lasse ich mich nieder. Geht dieses Gefühl verloren, ziehe ich weiter.

Kulturmanagement Blog: Ich weiß ja, wo ich Ihre Fotos finden kann, aber vielleicht interessiert sich ja die eine oder andere LeserIn (oder BlogbetreiberIn) auch für Ihre Fotos. Wo findet man Ihre Fotos denn und wofür darf man sie verwenden?

Gerd Altmann: Meine Fotos dürfen lizenzfrei und kostenlos genutzt werden. Sie können nach Herzenslust sowohl kommerziell als auch redaktionell verwendet werden und sie können nach den Bedürfnissen der jeweiligen Downloader verändert werden. Sie können mit diesen Bildern all das machen, was sie schon immer mit Photos, Bilder und Grafiken machen wollten.

Nur eines dürfen Sie nicht: sie dürfen nicht behaupten, dass Sie diese Bilder gemacht haben. Sie können meine Bilder uneingeschränkt nutzen, wenn Sie diese mit dem/den Fotografennamen und der Bezeichnung photoopia kennzeichnen.
Sie finden mich auf photoopia unter dem Nick geralt.

Kulturmanagement Blog: Danke für Ihre Antworten, Herr Altmann und danke auch noch mal für die Fotos, die Sie zur Verfügung stellen.

Titisee im Nebel
© Gerd Altmann

14 Comments Join the Conversation

  1. Was für eine schöne Idee, Gerd Altmann zu interviewen! Seinen wunderbaren Fotos begegne ich in der Blogosphäre so häufig, dass er für mich auf diese Art schon zu einem „guten alten Bekannten“ geworden ist. Dank dir, lieber Christian, hat er nun auch eine Stimme bekommen. Und mir bietet sich die Gelegenheit, Gerd Altmann an dieser Stelle auch einmal laut und langanhaltend zu applaudieren und „Dankeschön“ zu sagen.

    Gefällt mir

    Antworten

      • Hallo Herr Altmann,
        ich suche nach Ihrer Mailadresse, weil ich das „global“-Bild „Wir haben nur Eine“ 10 von pixelio in guter Auflösung sehr sehr gern verwenden würde, leider klappt es irgendwie nicht mit dem download in hoher auflösung.
        Können Sie helfen? Ich möchte es einsetzen für eine wirtscahftsethische Veranstaltung.
        Dank und Gruss, Thomas

        Gefällt mir

      • Sehr geehrter Herr Altmann, ich bin auf der Suche nach Ihrer Email-Adresse – auch ich gehöre zu denjenigen, die häufig gerade Ihre Bilder bei meiner Suche auf pixelio finden und benutzen. Ich möchte eins Ihrer Bilder in eine Präsentation einbauen – es handelt sich um die Vorstellung desTwinning-Projekts „Abenteuer Freiheit – The Adventure of Freedom“ Etwinning ist ein Schulnetzwerk in Europa und fördert die virtuelle Zusammenarbeit von Schülern – nicht kommerziell.
        Ich habe unter den Bildlinks natürlich pixelio und Ihren Namen angegeben, ich hoffe, das ist richtig so und ich darf das – ?
        Falls nicht – ich bin bei Facebook zu finden – falls Sie nicht einverstanden sind, schicken Sie mir doch bitte eine persönliche Nachricht. Herzlichen Dank!
        Birgit Drube-Block

        Gefällt mir

  2. Pingback: Woher die Fotos nehmen ... | ThemaTisch Blog-Community

  3. Pingback: Woher die Fotos nehmen ... | Kirche und Social Media

  4. Lieber Herr Henner-Fehr, lieber Gerd Altmann,
    herzlichen DANK für dieses wunderschöne Interview.
    Auch ich verwende bevorzugt die Fotos von Gerd Altmann für meine Webpage http://www.thankyoo.com und bin unendlich dankbar für die Großzügigkeit von Gerd Altmann. Es ist als ob er meine GeDanken kennen würde und hat immer das richtige Foto zur richtigen Zeit parat.
    Auch auf Facebook verwende ich unter http://www.facebook.com/thankyoo Fotos von Herrn Altmann und füge immer hinzu: Foto Gerd Altmann und ich würde so gerne auch verlinken und weiß nicht wo hin ich das am Besten mache?
    Ich wäre glücklich wenn ich bei seinem Portrait auf thankyoo den Link zu diesem schönen Interview einfügen dürfte? Darf ich?
    von Herzen

    Yvonne van Dyck

    Gefällt mir

    Antworten

  5. Schönes Interview mit einem Fotografen, der immer wieder schöne Fotos schießt und diese kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Vielen Nutzer verwenden diese Fotos auf ihren Webseiten. Ich habe einige Fotos von Gerd Altmann beispielsweise auf meiner Seite http://www.geschichte-lernen.net Auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön an Gerd Altmann

    Gefällt mir

    Antworten

  6. Auch ich möchte mich sehr herzlich für dieses schöne Interview bedanken, welches ich eben über Google gefunden habe, als ich verzweifelt nach geralt / Gerd Altmann gesucht habe. Auf pixelio konnte ich ihn plötzlich nicht mehr finden und habe einen riesen Schreck bekommen: Ich wollte ihm schon lange schreiben, wie wunderschön ich seine Arbeiten finde und dass er zu meinen absoluten Lieblings-Fotografen und Gestaltern gehört. Wenn mich jemand zu irgend einer Zeit fragen würde, welchen Fotografen ich gut finde, würde mit mit Sicherheit geralt zuerst einfallen. Ich habe schon einige Mal Bilder von ihm verwendet und dabei natürlich ganz groß und gut sichtbar die Quellenangabe angebracht. Zu einem persönlichen Kontakt hat mir immer der Mut gefehlt und das habe ich nun davon: Jetzt finde ich den Kontakt nicht. Ich bin jetzt auch auf der Suche nach der Email-Adresse von geralt, um doch endlich mal Kontakt aufzunehmen. Kann mir da bitte jemand weiterhelfen? Gerne darf auch meine Mailadresse an ihn weitergegeben werden, so dass er sich nach Belieben bei mir melden kann.
    Ich möchte noch ergänzen, dass kleine Unternehmen, die noch ganz am Anfang stehen, oft sehr knapp mit ihrem Budget sind und da ist jemand, der wirklich schöne Bilder kostenlos zur Verfügung stellt ein Geschenk des Himmels. Danke!

    Gefällt mir

    Antworten

  7. Hallo, ich habe auch schon viele der tollen Bilder von Herrn Altmann verwendet. Wenn er jetzt – leider – nicht mehr bei pixelio zu finden ist ist, muss ich dann die Copyrightangaben überall ändern??? Leider konnte ich nirgendwo finden, wie ich ihn selbst fragen kann…

    Gefällt mir

    Antworten

Leave a Reply

Required fields are marked *.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s