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Beim 68. Treffpunkt Kulturmanagement geht es um Crowdfunding (inkl. Aufzeichnung)

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Ich werde im Rahmen von Workshops häufig gefragt, welche Projekte denn am besten für eine Crowdfundingkampagne geeignet seien und welche nicht. Viele glauben, dass man mit Vorhaben, die im Mainstream angesiedelt sind, viel leichter an Geld und Leute kommt. Vielleicht ist da auch was dran, aber ist es dann wirklich der Mainstream, der die Sache leichter macht? Haben nur populäre Sparten oder KünstlerInnen Aussicht auf Erfolg? Ich glaube nicht. Für mich spielt da viel eher die Geschichte rund um die Kampagne eine entscheidende Rolle.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Kampagne „Let’s Build a Goddamn Tesla Museum„. Da ging es eigentlich nur darum, Geld aufzutreiben, um den Grund für das geplante Museum kaufen zu können (siehe dazu mein Blogpost: „Crowdfunding: mehr als eine Million US-Dollar für ein Museum„). Das klingt jetzt nicht unbedingt nach großem Kino und vielen Fans. Aber die Kampagne wurde ein Riesenerfolg, fast 1,4 Mio. USD kamen damals zusammen.

Und vor einem halben Jahr gab es wieder so ein schönes Beispiel: Altes Filmmaterial musste vor dem Zerfall gerettet werden, mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne sollen die benötigten 75.000 Euro zusammenkommen. Klingt auch nicht sehr sexy, oder? Aber die Geschichte ist gut. Fast wie im Film 😉

„Da findet jemand auf einem Flohmarkt in Frankreich zufällig Filmaufnahmen, bei denen es sich um verloren geglaubtes Material des Films ‚Die Stadt ohne Juden‘ handelt. Dieser Film aus dem Jahr 1924, der auf den gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer basiert, nimmt die Gräueltaten des Nationalsozialismus vorweg und stellt damit ein wichtiges Geschichtsdokument dar“,

schreibt Ulli Koch in ihrem Artikel über die Kampagne #filmretten auf Kulturmanagement Network. Aber nicht nur die Geschichte ist gut, auch die Kampagne war gut durchdacht und nutzte geschickt den damals in Österreich laufenden Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten. Mit mehr als 86.000 Euro wurde das hochgesteckte Ziel von 75.500 Euro am Ende sogar übertroffen.

Entwickelt hat diese Kampagne Tomáš Mikeska, Marketingverantwortlicher des Filmarchiv Austria. Er wird am Mittwoch den 21. Juni von 9 bis 10 Uhr beim Treffpunkt Kulturmanagement zusammen mit seiner Kollegin Michaela Moitzi (Kommunikationsassistentin beim Filmarchiv Austria) zu Gast sein und über all die Aspekte sprechen, die zum Erfolg dieser Kampagne beigetragen haben. Wer gerade vor der Frage steht, ob eine Crowdfundingkampagne wohl das richtige ist, um das eigene Vorhaben zu finanzieren oder bereits an der Planung der Kampagne sitzt, sollte sich den mittlerweile 68. Treffpunkt Kulturmanagement nicht entgehen lassen.

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. In diesem speziellen Fall kooperieren wir außerdem mit „Werde Digital“ und der regionalen Crowdfundingplattform „Wir bewegen„. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht wenn Sie am 21. Juni um 9 Uhr über diesen Link https://zoom.us/j/651295114 den Onlineraum betreten. Der #kmtreff wird außerdem via Facebook live gestreamt, Sie finden den Link dann am kommenden Mittwoch auf der Facebookseite des Treffpunkt Kulturmanagement.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt Kulturmanagement
Termin: 21. Juni 2017, Beginn: 09 Uhr, Ende: 10 Uhr
Thema: Crowdfunding für Kunst & Kultur
Gäste: Tomáš Mikeska (Marketing, Filmarchiv Austria) und Michaela Moitzi (Kommunikationsassistenz, Filmarchiv Austria)
Online-Raum: https://zoom.us/j/651295114

Update:

Wer den Treffpunkt Kulturmanagement verpasst hat, kann sich hier die Aufzeichnung anschauen:

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Kulturfinanzierung: Nicht nur auf dem stARTcamp Linz ein Thema

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Eigentlich wollte ich ja schon lange über das stARTcamp in Linz schreiben, aber da ich in den letzten Wochen viel unterwegs war und es auch einige Feiertage gab, hatte ich nicht die nötige Ruhe, um meine Eindrücke von der stARTcamp-Premiere in Oberösterreich wiederzugeben. Bevor ich mich mit den Inhalten beschäftige: Ein großes Dankeschön geht an Wolfgang Gumpelmaier, der für diese Veranstaltung mit dem Wissensturm nicht nur eine tolle Location gefunden, sondern auch sonst alles perfekt organisiert hat.

„Kulturfinanzierung“ lautete die thematische Vorgabe für den Tag, das Ergebnis der Sessionplanung konnte sich sehen lassen:

Sessionplanung stARTcamp Linz

Natürlich stand die Frage nach neuen und erfolgsversprechenden Finanzierungsoptionen im Vordergrund und natürlich ging es dabei auch um Crowdfunding. Aber nicht nur. Auch EU-Förderungen waren ein Thema oder die Frage, welchen Wert Kulturarbeit hat und ob die Genossenschaft eine geeignete Rechtsform dafür ist? Natürlich muss es bei einem stARTcamp auch um Social Media gehen, passend zum Thema diskutierten wir über den Wert eines Likes und die richtigen Kennzahlen.

Ob ein Like einen Wert besitzt, hängt letzten Endes von den Zielen ab, die man sich gesteckt hat. Oft ist es aber umgekehrt, die Überlegungen gehen eher in Richtung der Frage, welche Kennzahlen es gibt und ob sie sich verwenden lassen. Viele haben mittlerweile verstanden, dass es nicht reicht, nur Impressions, Likes und Kommentare zu zählen. Aber was ist die Alternative? Vielleicht die „7 Must Track Metrics for Inbound Marketing„? Natürlich klingt es vernünftig, jede Woche nachzusehen, wo man mit den gewählten Keywords im Suchmaschinenranking zu finden ist. Angenommen, wir landen damit ganz vorne im Ranking, was passiert dann und was sagt uns das? Ziele sind Mangelware und so landen wir dann doch schnell wieder bei den Fans- oder Followerzahlen.

Wichtig können die sein, wenn es um das Thema Crowdfunding geht. Dass es dafür der Unterstützung durch die eigene Community bedarf, wissen wir mittlerweile. Aber was muss ich tun, damit sie sich für mich engagiert? Die Antwort fällt meist ernüchternd aus: Wir wissen es nicht, weil wir uns davor scheuen, mit Daten zu arbeiten und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Vielleicht lässt sich diese Scheu überwinden, wenn sich ein Modell durchsetzt, das Crowdfunding und Sponsoring miteinander verbindet.

Die Bank Austria verteilt ihre aktuell 110.000 Euro nicht einfach nur im Rahmen des Kunstpreises an drei oder mehrere Preisträger, sondern verbindet ihn mit einem Crowdfundingprozess, an dessen Ende ausgewählte Projekte ein Drittel der Finanzierungskosten von der Bank erhalten. Aber was erkläre ich das lange. Dieses Video macht deutlich, worum es geht und wie der Prozess abläuft:

Auf diese Weise lässt sich die Summe, die den verschiedenen Projekte zugute kommt, verdreifachen, der Hebel wird durch die Kampagne vergrößert und führt dazu, dass mehr Geld in die Vorhaben fließt. Für mich führt die Kombination von Sponsoring und Crowdfunding zu einer Win-Win-Situation, denn es profitiert auf der einen Seite der Sponsor, der aber im Rahmen dieses Modells nicht nur mehrere Projekte unterstützt, sondern – zumindest derzeit – auch eine recht große Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Machen das alle, wird vermutlich kein Hahn danach krähen. Doch halt, der Kunst- und Kulturbereich, denn dank der Hebelwirkung fließt in diesem konkreten Fall die dreifache Summe in die Projekte. Aber nur, wenn es gelingt, zwei Crowdfundingkampagnen erfolgreich durchzuführen und die finanziellen Ziele zu erreichen, nämlich jeweils ein Drittel der benötigten Gesamtsumme.

Der Nachteil: Die Kultureinrichtungen haben es in diesem Fall nicht mehr in der Hand, mit einzelnen Sponsoren zusammen zu arbeiten. Das Unternehmen bestimmt den Ablauf und die „Fans“ entscheiden, welche Kampagnen erfolgreich sind und das Geld des Sponsorgebers erhalten.

Der Vorteil: Crowdfunding ist mehr als nur ein Finanzierungsinstrument und verbindet die Bereiche Kulturfinanzierung und Marketing miteinander. Profitieren werden die, denen es gelingt, ihre Communitys zu aktivieren und auf unternehmerisches Handeln beziehungsweise Marketing zu setzen. Und dafür braucht es auch wieder Kennzahlen, Kennzahlen, mit denen heute viele noch nicht arbeiten wollen.

 

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Nach dem stARTcamp ist vor dem stARTcamp: In Linz geht es am 7. Mai um Kulturfinanzierung

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Bild: Linzer Pflasterspektakel 2008 – Rumpel„; von Chrissy W (CC BY- SA 2.0) auf Flickr

Fack ju Subvention!“ ist ein Artikel in der WELT überschrieben, in dem der Autor die Meinung vertritt, die durchsubventionierte deutsche Kulturlandschaft produziere nur gremienverhunzte Konsensbrühe und die Künstler müssten sich endlich entscheiden,

„ob sie Staatsflittchen sein oder Kunst hervorbringen wollen“.

Wurde im „Kulturinfarkt“ die Forderung nach einer möglichen Kürzung der Subventionen noch argumentiert, schwadroniert hier jemand vor sich hin, ohne groß eine Ahnung zu haben, schafft es aber, den Begriff des Bildungsbürgers endgültig zu diskreditieren. Gut, inhaltlich gibt der Artikel also nicht viel her, aber die Überschrift passt gut zum stARTcamp in Linz, das am 7. Mai stattfindet und zwar im Wissensturm, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. „Fack ju Subvention!“ Obwohl, ich würde das Ausrufezeichen noch durch ein Fragezeichen ersetzen, also: „Fack ju Subvention?“ Ja, ich glaube, das trifft es ganz gut. Es geht um die Frage, wie sich Kunst und Kultur finanzieren lassen. Auch wenn das den einzelnen KünstlerInnen und Kultureinrichtungen nicht so vorkommen mag, aber es fließt noch ziemlich viel Geld in den Kunst- und Kulturbereich. Aber vielleicht ließe sich in Linz die Frage diskutieren, ob das Geld richtig fließt und vor allem: erreicht es auch die Richtigen?

Das Hauptaugenmerk wird nächste Woche aber sicher bei den Alternativen zur öffentlichen Förderung liegen. Die aktuelle Ausgabe des KM-Magazins hat dazu eine Steilvorlage geliefert und behandelt unter der Überschrift „Kulturfinanzierung“ Themen wie Sponsoring, Corporate Cultural Responsibility, Online-Fundraising oder Crowdfunding. Aber mir reicht das noch nicht. Gilt diese Einteilung überhaupt noch? Lohnt es sich, weiter auf das klassische Kultursponsoring zu setzen, obwohl es vermutlich vielen so geht wie Christoph Grunenberg, dem Direktor der Kunsthalle Bremen, der im KM-Magazin konstatiert,

„dass der Anteil des Sponsorings an der Gesamtfinanzierung geringer geworden ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren, mit abnehmender Tendenz“.

Und was ist mit denen, die bis jetzt noch gar keine Sponsoren hatten? Ist für die Crowdfunding eine Alternative? Ich denke schon, aber nicht nur für die, denn Crowdfunding ist mehr als nur ein (neues) Finanzierungsinstrument. Vielleicht stimmen all die Kategorien nicht  mehr? Ich habe gerade einen sehr guten Artikel von Dion Hinchcliffe gelesen. In „How much can technology actually improve collaboration?“ zeigt er, welche Vorteile sich daraus ergeben, wenn man mit anderen zusammenarbeitet. Aber mir reicht es nicht, wenn wir nur darüber nachdenken, wie Theater kooperieren. Oder Museen. Und wenn wir innovativ sind, Theater mit Museen. Nein, denken wir mal weiter und orientieren wir uns an dem, was die BesucherInnen eines Konzerts oder einer Ausstellung davor und danach erleben beziehungsweise, was sie sich davor und danach wünschen? Mit dem Modell des digitalen Erlebnisraums geht es uns darum, Kooperationen entlang einer Wertschöpfungskette zu entwickeln.

Einen Schritt zurück: Immer wieder weisen wir darauf hin, dass das Wertvolle der künstlerischen Arbeit nicht nur das künstlerische Objekt ist, sondern der Prozess, der dazu geführt hat. Wir verkaufen aber nur Tickets, um das Ergebnis dieser Arbeit bestaunen zu können. Der Prozess bleibt unter Verschluss. Das ist übrigens auch ein Problem, wenn es darum geht, die künstlerische Arbeit zu bewerben und zu vermitteln. Hier stoßen wir ganz schnell an Grenzen, die es zu überwinden geht. Tom Goodwin formuliert das recht schön in seinem Artikel „Why You Don’t Need A Digital Strategy„:

„You Don’t Need A Digital Strategy, You Need A Digitally Transformed Company.“

Anders gesagt: Erst wenn es Kultureinrichtungen gelingt, sich neu zu organisieren,  besteht die Möglichkeit, die Finanzierungsprobleme zu lösen.

Wer jetzt Lust verspürt mitzudiskutieren, der sollte zum stARTcamp nach Linz kommen, denn es gibt kein besseres Format als ein Barcamp, um solche Themen zu diskutieren. Apropos Format: Wer nicht weiß, was ein Barcamp ist, hier die schnelle Antwort: Das Programm wird in der Eingangssession gemeinsam festgelegt, alle können etwas vortragen, diskutieren oder auch einfach eine Frage stellen (mehr dazu: „Was ist eigentlich ein stARTcamp?„). Der Erfolg des stARTcamps hängt also von den TeilnehmerInnen ab. Wenn sich alle aktiv beteiligen, diskutieren oder fragen, dann wird das stARTcamp eine tolle Sache, warten alle nur darauf, dass etwas passiert, wird es eher eine langweilige Veranstaltung. Aber keine Sorge, bis jetzt war die Begeisterung immer groß (man kann das zum Beispiel aus den Blogbeiträgen über das stARTcamp in München herauslesen). Fehlen nur noch die Informationen…

Wo, wann und wie?

Das stARTcamp Linz findet am 7. Mai im Wissensturm in Linz (Kärtnerstraße 26, 4020 Linz) statt, los geht es um 10 Uhr. Wer dabei sein möchte, muss sich nur über diese Liste anmelden. Der Eintritt ist kostenlos, aber für Essen und Getränke wird vor Ort ein Unkostenbeitrag von 10 Euro eingesammelt. Wer schon Themenvorschläge, Fragen oder Diskussionspunkte hat, kann diese in die Liste der Sessionvorschläge eintragen. Ach ja, und etwas Werbung wäre natürlich auch nett. Blogbeiträge oder ein paar Postings auf Facebook und Twitter (hashtag #sclinz) helfen Wolfgang Gumpelmaier und allen, die ihn dabei unterstützen, weiter. Wir sehen uns. 😉

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Vogelgezwitscher, Open Cultural Data und der Kultur-Hackathon Coding da Vinci

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Ich bin vermutlich nicht der einzige, der sich morgens von einem Wecker aus dem Schlaf reißen lässt. Bei vielen ertönt ein Klingelton, andere lassen sich lieber mit Musik wecken. Bei mir sind es im Moment Vögel, die mich mit ihrem Gezwitscher aufwecken. Wer am richtigen Ort wohnt, der hat sie vor seinem Zimmer, ich nutze dafür – in Ermangelung der Vögel – die App zzZwitscherwecker (leider nur für Android erhältlich). Jeden Tag bekomme ich etwas anderes vorgespielt und sollte dann sofort munter sein, denn um das Gezwitscher abzustellen, muss ich raten, welcher Vogel da singt. Insgesamt vier Vögel stehen zur Auswahl und wenn ich richtig geraten habe, kann ich noch Informationen über den „Sänger“ abrufen und zwar in Form des Wikipedia-Artikels. Rate ich falsch, zwitschert der Vogel weiter, was allerdings nicht unangenehm ist.

Interessant ist die Herkunft der Vogelstimmen, denn diese App ist eines der Ergebnisse des Kultur-Hackathon Cod1ng da V1nc1, der letztes Jahr zum ersten Mal stattfand. Was ein Hackathon ist, wird auf der Seite der Nerd-Zone erklärt:

„Bei einem Hackathon arbeiten Programmierer unter Zeitdruck ein Wochenende lang an einem Projekt. Das Motto wird dabei vom Veranstalter vorgegeben. Ziel ist es dann innerhalb von 24h plus Vorbereitungszeit gemeinsam im Team vorzeigbare Ergebnisse zu produzieren. Die besten Teams werden mit Preisen belohnt. Ein Hackathon ist kein Programmierwettbewerb im klassischen Sinne, sondern ein Programmier-Fest! Es ist ein kollektives, soziales Erlebnis und nicht Arbeit. Es soll soviel Spaß machen wie eine gute Party, mit gutem Essen und netten Leuten.“

Bei Cod1ng da V1nc1 ging es darum, aus frei nutzbaren Kulturdaten etwas zu entwickeln, was nützlich ist, witzig ist oder einen klüger macht. Die Voraussetzung dafür ist, dass es Daten gibt. In diesem Fall stellten 16 Kultureinrichtungen „26 Datensets – darunter Bilder, Sounds, Karten, Videos und Metadaten – für den Kultur-Hackathon unter einer offenen Lizenz zur uneingeschränkten Nutzung zur Verfügung, die vorher nur schwer zugänglich oder/ und nicht nachnutzbar waren“, wird auf der Website erklärt.

„Bei der Auftaktveranstaltung 2014 nahmen 150 Personen (Entwickler/innen, Designer/innen, Gamer/innen, Kulturinteressierte) teil und sammelten in Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen 27 Projektideen. Nach 10 Wochen produktiver Zusammenarbeit wurden 17 digitale Kulturprojekte bei der öffentlichen Preisverleihung vor 180 Interessierten vorgestellt,“

heißt es dort weiter. Wobei das jetzt die Kurzfassung ist, wer mehr wissen möchte, schaut sich die sechsminütige Zusammenfassung des letzten Jahres an:

Die Vogelstimmen, die mich täglich wecken, stammen übrigens aus dem Museum für Naturkunde in Berlin, das über ein Tierstimmenarchiv verfügt, in dem mehr als 15.000 Tonaufnahmen online abrufbar sind. Einen sehr viel ernsteren Hintergrund hat das Projekt „Inside 19xx„, das auf dem Datenmaterial über die im Nationalsozialismus verbotenen Publikationen und AutorInnen basiert. Neben der Visualisierung der Lebenswege der AutorInnen ist es auch möglich, anhand des Datenmaterials das Leben der AutorInnen nachzuerzählen. Für die Projektseite wurde das Leben von Annette Kolb und Erich Kästner gewählt.

Eine Crowdfunding-Kampagne soll für das nötige Geld sorgen, um die Daten „säubern“ zu können

Wenn Kultureinrichtungen heute die Sorge haben, sie könnten überflüssig werden, dann haben sie hier die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun, indem sie ihre Daten zugänglich und frei nutzbar machen. Open cultural data sind die Voraussetzung für solche Wettbewerbe wie Cod1ng da V1nc1. Mia Ridge hat zu diesem Thema einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben, in dem sie nicht nur erklärt, warum diese Daten bis jetzt kaum genutzt worden sind, sondern auch einen Blick in die Zukunft wirft. Bei ihr habe ich auch eine Liste der Museen gefunden, die ihre Daten zur Verfügung stellen. Sie sieht schon recht beeindruckend aus, aber gemessen an der Zahl der Museen, die es weltweit gibt, ist das noch gar nichts.

Durch die fortschreitende Digitalisierung sammeln sich gerade im Museumsbereich gewaltige Datenmengen an. Allerdings werden sie häufig in speziellen Formaten abgespeichert und sind damit für andere nicht zu gebrauchen. Diese Daten müssen, sollen andere sie nutzen, erst „gesäubert“ werden, was Kosten verursacht. Das Cod1ng da v1nc1-Team hat deshalb eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um ein Minimum von 10.000 Euro zusammen zu bekommen. Alle wichtigen Informationen enthält dieses Video:

 

In acht Tagen endet die Kampagne und noch fehlt ein Dreiviertel dieser Summe. Höchste Zeit also, dieses Vorhaben zu unterstützen. Mit frei verfügbaren Daten zu arbeiten und sie so aufzubereiten, dass sie uns – in welcher Hinsicht auch immer – einen entsprechenden Mehrwert bieten, ist, so denke ich, eine großartige Chance für die Kultureinrichtungen, sichtbarer zu werden und auf ganz unterschiedliche Art und Weise in unserem Alltag aufzutauchen. Zugegeben, es sieht nicht gut aus, was die Crowdfunding-Kampagne betrifft. Aber wenn ich daran denke, dass Pebble vor kurzem 8 Mio. USD für die Produktion einer SmartWatch einsammeln konnte und das an einem Tag, dann müsste es doch auch möglich sein, 7.500 Euro für den Kultur-Hackathon aufzutreiben, oder?

 

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wemakeit startet in Österreich: ist Crowdfunding das neue Marketing?

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Für die meisten geht es beim Thema Crowdfunding nur um die Frage, wie sie das Geld zusammen bekommen, das sie für ihr nächstes Projekt benötigen. Aber ist das wirklich schon alles? Eröffnen sich hier nicht ganz neue Möglichkeiten, die Finanzierung eines Vorhabens im Kunst- und Kulturbereich mit dessen Bewerbung zu verknüpfen, so wie ich das vor ein paar Tagen schon in einem Blogbeitrag zu skizzieren versucht habe?

Wie sehen das die Crowdfundingplattformen? Verändert sich das Crowdfunding und wenn ja, was bedeutet das für die InitiatorInnen von Crowdfundingkampagnen und natürlich auch für die Plattformen selbst? Den gerade erfolgten Österreich-Start der in der Schweiz gegründeten Plattform wemakeit habe ich zum Anlass genommen, der Österreich-Chefin Simone Mathys-Parnreiter ein paar Fragen zu stellen.

Simone Mathys-Parnreiter

© Miguel Dieterich

Kulturmanagement Blog: Ihr seid gerade in Österreich an den Start, lohnt sich das in so einem kleinen Land wie Österreich überhaupt?

Simone Mathys-Parnreiter: Natürlich. Es hat sich für uns auch in der Schweiz gelohnt und die ist ja bekanntlich deutlich kleiner. Österreich ist für uns sehr spannend: Es gibt viele sehr aktive Szenen, in denen es brodelt und zugleich ist Crowdfunding erst im Kommen. Ausserdem gibt es generell noch Entwicklungspotential in die thematische Tiefe, abgesehen von der geografischen Breite: Wie, wofür und von wem Crowdfunding genutzt werden kann. Zum Beispiel für Regionalentwicklung, am Land, als Markttest für etablierte Player, als Teil von Social-Business-Strategien etc.

Kulturmanagement Blog: Für viele ist Crowdfunding einfach eine neue Möglichkeit, die eigenen Projekte im Kunst- und Kulturbereich zu finanzieren. Statistisch gesehen ist die Aussicht auf Erfolg auch gar nicht so schlecht. Wie siehst Du die weitere Entwicklung? Wird es zukünftig schwerer werden, auf diesem Weg Projekte zu finanzieren oder können wir weiterhin davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Vorhaben das finanzielle Ziel erreicht?

Simone Mathys-Parnreiter: Was sich ändern wird, ist der Neuigkeitswert von Crowdfunding an sich. Derzeit hat man je nach Bereich, in dem man tätig ist, schon nur mal deswegen Aufmerksamkeit für eine Kampagne, weil Crowdfunding noch relativ neu ist. Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem Crowdfunding eine gewissen Selbstverständlichkeit haben wird, für die Projekte wie für die Crowds – als Finanzierungsmöglichkeit, Vorverkauf, Markttest oder Partizipationsmodell. Daran werden sich die Projekte in Sachen Storytelling und Kommunikation anpassen müssen. Für stark auf Breitenwirksamkeit ausgelegte Projekte mag es enger werden, dafür werden sich die Crowds stärker daran gewöhnt haben, auf diesem Weg an Kulturprojekten zu partizipieren. Und direkte Kommunikation mit der eigenen Zielgruppe wird sich stärker als Must Do etablieren. Ich denke, dass sich dies unterm Strich nicht groß auf die Erfolgsquoten auswirken wird. Übrigens: Bei uns auf wemakeit erreichen im Schnitt 70% der Projekte ihr Ziel.

Kulturmanagement Blog: Vor allem kleinere Kulturbetriebe tun sich schwer Sponsoren zu gewinnen. Ist das Crowdfunding für diese eine lohnende Alternative oder lassen sich vielleicht sogar beide Instrumente verbinden? Ich denke dabei an Eure Kooperation mit dem Schweizer Unternehmen Swisscom.

Simone Mathys-Parnreiter: Beides – und es gibt auch noch ein drittes Szenario: Dass man Sponsoren leichter bekommt, wenn man mit einer erfolgreichen Crowdfunding-Kamapgne bewiesen hat, dass man ein interessiertes Publikum hat und vermag, dieses zu aktivieren. Das ist das, was Sponsoren interessiert – ihr „Reward“ ist schließlich meist Werbepräsenz.

Verbindungen von Crowdfunding und Sponsoring sind auf verschiedene Arten interessant. Zum Beispiel für Sachsponsoring von Rewards für Kampagnen, gerade derzeit, wo Sachunterstützung leichter zu bekommen ist als Geld. Dann gibt das Modell, Sponsoring und über Crowdfunding erwirtschaftete Gelder zusammenspielen zu lassen – wie bei unserer Kooperation mit der Swisscom in der Schweiz, dem Swisscom Music Booster: Die Swisscom hat einen Fördertopf für junge Schweizer Bands zur Verfügung gestellt und vergeben werden die Gelder über Kampagnen auf wemakeit. Sobald diese Kampagnen 30% ihres Finanzierungszieles erreicht haben, legt die Swisscom die nächsten 30% drauf (wenn der Betrag auch nach oben gedeckelt ist). Die letzten 40% müssen die Bands wieder selbst erfunden. So ist für die Swisscom sichergestellt, dass sie nur Bands unterstützen, die tatsächlich „dahinter“ sind und Publikum haben und dass sie als Sponsoren werbewirksam präsent sind. Letzteres können wir auf wemakeit mit einem eigenen Channel für den Music Booster sicherstellen.

Kulturmanagement Blog: Wer beim Crowdfunding erfolgreich sein möchte, darf mit der Bewerbung nicht warten, bis das Projekt fertig ist, sondern muss schon frühzeitig auf sich aufmerksam machen. Welche Auswirkungen hat das auf das Marketing von Kulturbetrieben?

Simone Mathys-Parnreiter: Positive. Bei Crowdfunding reicht es nicht, nach Fertigstellung eines wie auch immer gelagerten Projektes die breite Kommunikationskanone anzuwerfen (Pressemitteilungen, Flyer, Plakate etc.). Die Crowd – das Zielpublikum, die Menschen, für welche diese Kulturangebote da sein sollen – müssen früher in konzeptuelle Überlegungen und in die Kommunikation einbezogen werden. Das heisst, dass man nicht im Elfenbeinturm dahinwerkeln kann, sondern sich für seine Zielgruppe interessieren muss: sie wahrnehmen, ernst nehmen und einladen. Für mich heisst das zum Beispiel – was manche Institutionen machen, andere aber nicht – Vermittlung nicht als nachgelagertes To Do zu sehen, sondern konzeptuell von Anfang an mitzudenken. Wenn Crowdfunding ein Incentive für all das ist, ist das grossartig.

Kulturmanagement Blog: Was bedeutet das für die Plattformen? Müssen die den Schritt hin zum Marketing auch mitgehen und was könnte das im Hinblick auf deren Angebote bedeuten? Werden aus Anbietern wie wemakeit oder all den anderen Anbietern Marketingplattformen?

Simone Mathys-Parnreiter: Ja und nein. Marketing durch die Plattformen selbst halte ich nur für bedingt sinnvoll. Mit generischer Massenkommunikation ist es im Crowdfunding nicht getan. Jedes Projekt hat eine andere Crowd, die eine andere Sprache spricht und so persönlich wie möglich erreicht werden soll.

Ich kann mir vorstellen, dass Plattformen beginnen werden, Kommunikationsunterstützung als Zusatzleistungen anzubieten. Es gibt einen hohen Bedarf bei den Projekten und viel Know-How bei den Plattformen, das ist sozusagen aufgelegt. Wir unterstützen bei wemakeit ja persönlich bei der Planung der Kampagne, können aber dennoch nicht so weit gehen, wie etwa eine Agentur, die faktisch die Kampagne mit den Leuten gemeinsam macht. Hier wird sicherlich auch in Österreich ein Sekundärmarkt für Dienstleistungen rund um Crowdfunding heranwachsen und bestehende Kommunikationsagenturen werden das verstärkt in ihre Portfolios aufnehmen.

Kulturmanagement Blog: Hast Du für all diejenigen, die gerade ihre erste Kampagne planen, einen Tipp, was sie unbedingt vermeiden sollten?

Simone Mathys-Parnreiter: Nabelschau und glauben, dass Kommunikation ein Selbstläufer ist. Und als positiven Tipp: Love your crowd!

Kulturmanagement Blog: Danke für Deine Antworten! 😉

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Crowdfunding: mehr als ein Finanzierungsinstrument

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Bild: The Strategy of Chess„; von Ken Teegardin (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Vor ein paar Tagen war in der ZEIT ein Artikel zu lesen, dessen Überschrift lautete: „Ist das noch Crowdfunding?“ Berichtet wird über die Kampagne von Pebble, einem jungen Unternehmen aus dem Silicon Valley, das via Kickstarter sein neuestes Produkt verkauft. Denn als Gegenleistung gibt es die Pebble Time, eine Smartwatch, die erstmals ein farbiges Display aufweist. Funktioniert hat die Kampagne allemal, denn bereits am ersten Tag kamen 8 Mio. USD zusammen. Rund 40.000 UnterstützerInnen erwarben die Uhr zu sehr günstigen Preisen, mittlerweile haben sich weitere 10.000 KäuferInnen gefunden, die nun mehr als 11 Mio. USD in die Unternehmenskasse spülen.

Gründe, warum das Unternehmen auf Crowdfunding setzt, gibt es einige. Zum einen ist es eine klug aufgesetzte Marketingaktion, die ganz stark auf Kundenbindung setzt.

„Der Erfolg auf Kickstarter gehört zur Unternehmenslegende, die Träger der Pebble fühlen sich, nicht ganz zu Unrecht, als Pioniere und Unterstützer einer guten Idee,“

heißt es in dem Artikel. Geboten wird nicht nur die Uhr, sondern es gibt täglich Informationen und Unterhaltung rund um das neue Produkt. Die Kampagne wird zum Event. Für Pebble ist der Verkauf über Kickstarter aber auch wirtschaftlich interessant, denn hier lassen sich höhere Margen erzielen als über den Einzelhandel. Außerdem lässt sich auf der Basis der Kampagne sehr gut einschätzen, wie das Produkt ankommt und so der Produktionsprozess steuern.

Während Crowdfunding in seiner Anfangszeit vor allem als Finanzierungsinstrument gesehen wurde, ist das heute etwas anders. Diese Form der Geldbeschaffung ist erwachsen geworden und wir sehen, dass sich hier ein viel größeres Potenzial verbirgt als das Einsammeln von Geld.

Für den Kulturbereich sehe ich die große Chance, mit dem Instrument des Crowdfunding in zweifacher Hinsicht erfolgreich zu sein. Erstens darf ich, wenn ich auf einer der mittlerweile zahlreichen Plattformen nicht untergehen möchte, eine Crowdfundingkampagne nicht nebenbei laufen lassen. Sie muss beworben werden und zwar richtig. Was liegt näher, als mein Projekt beziehungsweise mein Produkt schon so früh zu bewerben und sofort mit dem Marketing zu beginnen? Der Vorteil: Ich kann meine UnterstützerInnen per Newsletter oder über Beiträge auf der Projektseite erreichen und ich weiß, dass sie sich für mich interessieren. Schließlich haben sie mich schon finanziell unterstützt. Hinzu kommt: Kultureinrichtungen tendieren meist dazu, zu spät mit ihren Marketingaktivitäten zu beginnen. Zwei Wochen vor der Premiere damit zu beginnen, das kann ich mir nicht leisten, wenn ich das Vorhaben auf diese Weise (mit)-finanziere.

Das klingt auf den ersten Blick nicht besonders spektakulär, führt aber vermutlich in vielen Betrieben zu völlig neuen Abläufen. Oft bekommen Marketing und PR die Informationen erst sehr spät, wenn inhaltlich alles klar ist und die Produktion steht. Das geht nun nicht mehr, es bedarf neuer Formen der Zusammenarbeit, denn das Marketing muss schon frühzeitig, schon vor Beginn der Produktion, mit Inhalten gefüttert werden, um die Crowdfundingkampagne starten zu können.

Die Fundraisingpyramide: Mit dem Crowdfunding geht es los

Zweitens glaube ich, dass das Crowdfunding eine große Hilfe in finanzieller Hinsicht sein kann. Zwar gibt es viele Kultureinrichtungen, die private Geldgeber erst dann suchen, wenn die Not groß ist. Aber wer Fundraising strategisch angeht, wird sich seine UnterstützerInnen langsam aufbauen, ob das nun Privatpersonen oder Unternehmen sind.

Fundraisingpyramide

Die Fundraisingpyramide zeigt, ich habe sie hier kurz skizziert, dass ich in einem ersten Schritt möglichst viel Personen ansprechen muss. Erreichen werde ich sie vor allem über meine Inhalte, Konzerte, Ausstellungen, Inszenierungen, was auch immer. Der Aufwand ist dafür relativ groß, reinkommen wird in der Regel anfangs aber nicht so viel. Ich kann dafür eine Spendenkampagne lancieren, Fördervereine aufbauen oder eben auch auf das Crowdfunding setzen. Der Vorteil: ich komme recht schnell in die Gänge, es passiert sofort etwas und ich kann auch gleich mit unterschiedlichen Gegenleistungen aufwarten. Natürlich hängt die Entscheidung für oder gegen eine Crowdfundingkampagne auch von meiner Zielgruppe ab und es spricht auch nichts dagegen, einen Förderverein aufzubauen oder eine Spendenkampagne durchzuführen.

Auch im Hinblick auf Sponsoren ist Crowdfunding ein guter Einstieg. Sie wenden sich zu Beginn an Privatpersonen und bauen zu denen möglichst langfristige Beziehungen auf. UnternehmerInnen, AgenturvertreterInnen, MarketingleiterInnen, wer weiß, wen Sie mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne erreichen und gewinnen können? Im Idealfall gelingt Ihnen der Schritt.

Hinzu kommt: Viele Kultureinrichtungen können in Sachen Werbung gar nicht so viel anbieten. Das Programmheft, in dem das Logo zu finden ist, kaufen nur wenige und die Plakate verschwinden auch bald wieder. Kultureinrichtungen, die auf Crowdfunding setzen, sind im Social Web aktiv und haben deshalb schon im Vorfeld eine – hoffentlich – große Sichtbarkeit. Kann es nicht sein, dass Sie schon alleine dadurch für Unternehmen attraktiver werden? Stichwort Image: Holen Sie Unternehmen mit ins Boot und geben ihnen etwas davon ab. Durch die enge Verzahnung mit dem Marketing wird es jeden Menge Möglichkeiten geben, mit Unternehmen zu kooperieren.

Wir sind gerade in einer Umbruchphase und das in vielerlei Hinsicht. Die öffentlichen Mittel reichen immer seltener, um die vielen Vorhaben im Kunst- und Kulturbereich zu ermöglichen. Für Kulturbetriebe wird es nicht leichter, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig buhlen viele um dieselben Zielgruppen. Das Crowdfunding könnte ein Instrument sein, mit dessen Hilfe Sie hier trotzdem weiter kommen, auch weil das Marketing immer stärker auf Social Media setzt. Wohin die Reise wirklich geht, kann ich heute noch nicht sagen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das Crowdfunding zukünftig eine ganz wichtige Schnittstellenfunktion im Kunst- und Kulturbereich ausübt und die beiden großen Themenbereiche Kulturfinanzierung und -marketing miteinander verbindet.

Siehe dazu auch: Crowdfunding in 11 Schritten (Teil I)

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2015: Alles wächst zusammen

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Bild: Anonymous„; von Thomas Leth-Olsen (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Ich hoffe, Sie haben alle ein paar erholsame Tage genießen können und sich bereits ein wenig an das Jahr 2015 gewöhnt, für das ich Ihnen alles Gute wünsche. Wie in den letzten Jahren nutze ich auch diesen Jahresbeginn dazu, aus meiner Sicht das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft zu werfen.

2014, das war bezogen auf meinen Arbeitsbereich ein Übergangsjahr. Altes funktioniert nicht mehr so recht, neue Entwicklungen kündigen sich an. Da ist zum Beispiel das Thema Crowdfunding. Von vielen Kulturbetrieben und KünstlerInnen wird es mittlerweile ganz selbstverständlich als ein Instrument genutzt, um die eigene Arbeit zu finanzieren. Wer zum Beispiel einen Blick auf die Statistiken wirft, die Kickstarter für das gerade zu Ende gegangene Jahr veröffentlicht hat, sieht, dass es hier mittlerweile um beachtliche Summen geht. Aber Crowdfunding ist nicht einfach nur ein neues Instrument, um Kunst und Kultur zu finanzieren, sondern weit mehr. Auf der Crowdfundigplattform wemakeit startet heute „Swisscom Music Booster„, eine Kampagne, die sich an Musiktalente in der Schweiz richtet und Sponsoring und Crowdfunding verbindet.

Die Plattform Indiegogo hat vor kurzem das Pilotprogramm „Forever Funding“ gestartet, das ProjektinitiatorInnen die Möglichkeit gibt, Kampagnen über deren Ende hinaus weiterlaufen zu lassen (siehe dazu meinen Beitrag: „Crowdfunding in 11 Schritten (Teil IV)„). Auf diese Weise wachsen die Bereiche Finanzierung und Marketing weiter zusammen. Fundraising, Marketing und Finanzierung, eine strikte Trennung dieser – und anderer – Bereiche macht vielleicht schon bald keinen Sinn mehr?

Intensiv habe ich mich im letzten Jahr auch mit den digitalen Erlebnisräumen beschäftigt. Die Entwicklung des mobilen Webs hat dazu geführt, dass Orte über den Raum „als Ausdehnung in Höhe, Länge und Breite“ (Wikipedia) hinaus eine virtuelle Erweiterung erfahren. Dieser virtuelle Raum kann von den „BesitzerInnen“ genutzt werden, um Informationen oder Unterhaltungsangebote zur Verfügung zu stellen, er lässt sich aber darüber hinaus auch in Form eines öffentlich zugänglichen WLANs den KundInnen, BesucherInnen, Gästen, etc. zur Verfügung stellen, damit sie über das vor Ort Erlebte berichten können. Ob es sich bei diesen Orten um die Präsenz einer oder mehrerer Kultureinrichtungen handelt oder auch ganz Städte, spielt grundsätzlich keine Rolle. Im Sinne der Customer Experience und aus dem Wissen heraus, dass sich Kultureinrichtungen vor allem aus finanziellen Gründen schwer tun, einen digitalen Erlebnisraum aufzubauen, plädiere ich für Kooperationen. Ob es sich um eine Kooperation von Kultureinrichtungen handelt oder eine Mischung aus Kunst, Kultur und Wirtschaft, hängt von den jeweiligen Zielen und Zielgruppen ab. Für die Stadt Bregenz habe ich zusammen mit Nadja Bauer, Frank Tentler und Martin Adam ein Konzept entwickelt, das Kunst, Kultur und Tourismus verbindet und dieses Jahr – hoffentlich – realisiert wird.

#connect habe ich im letzten Jahr als Motto gewählt. Was für mich vor einem Jahr noch nicht greifbar war, gewinnt so langsam an Kontur. Klar ist, wir reden heute nicht mehr über Facebook und die Frage, ob wir zwei oder drei Postings pro Tag veröffentlichen, sondern von einem kulturellen Wandel, der durch die technologischen Entwicklungen ausgelöst oder verstärkt wird. Charlene Li und Brian Solis haben das in ihrem kleinen eBook „The Seven Success Factors of Social Business Strategy“ (Affiliate Link) recht anschaulich beschrieben (siehe dazu: „Und es geht weiter: von Social Media zum Social Business„) und darauf hingewiesen, dass es nicht um Tools, sondern um Werte, Haltungen und Weltanschauungen geht.

Natürlich hat das Auswirkungen auf das Management von Kulturbetrieben. Themen wie Personalentwicklung oder Mitarbeiterführung dürfen keine Fremdworte im Kunst- und Kulturbereich bleiben, die Auswirkungen auf das Kulturmanagement liegen auf der Hand.

Daraus ergeben sich für mich drei Themenschwerpunkte, mit denen ich mich 2015 beschäftigen werde:

  • Crowdfunding als Treiber für eine Annäherung der Bereiche Marketing und Fundraising,
  • Digitale Erlebnisräume als die Erweiterung von Räumen und Ausgangspunkt für Contentstrategien
  • Social Business als Motor für die Entwicklung der Unternehmenskultur in den Kulturbetrieben

Natürlich würde #connect auch dieses Jahr wieder als Motto passen. Aber ich denke, je konkreter ich bin, desto kleiner ist die Gefahr, mich irgendwo in den Themen zu verlieren. Nach und nach, so hoffe ich, werden sich diese drei Bereiche einander annähern und zu einem Strang zusammenlaufen.