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Facebook macht Gruppen für Facebookseiten möglich

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Foto von geralt auf Pixabay (CC0 Public Domain)

Wir alle wissen, wie schwer es ist, unsere Facebookseite mit Leben zu füllen. Wir bemühen uns Tag für Tag, um mit Hilfe spannender Postings die Fans unserer Seite zu erreichen und sie dazu zu bringen, mit uns zu interagieren. Denn nur so landen wir im Newsfeed unserer Fans. Wer das so nicht schafft, kann sich die Sichtbarkeit erkaufen und mit bezahlten Postings arbeiten.

Oder man arbeitet mit Gruppen. Ich bin schon lange davon überzeugt, dass die Stärke von Facebook vor allem in den Gruppen liegt. Wer mit Communitys arbeiten möchte, findet mit Facebookgruppen ein mittlerweile brauchbares Instrument vor. Erstens lassen sich die Gruppenmitglieder über neue Postings oder neue Kommentare informieren, was bei Seiten nicht der Fall ist. Und zweitens bietet Facebook seit einiger Zeit auch Statistiken und ein paar praktische Tools an (siehe dazu: Thomas Hutter: „Facebook: Neue Tools für Gruppenadministratoren„), mit denen sich gut arbeiten lässt.

Allerdings konnte man diese Gruppen bis jetzt nur mit einem persönlichen Profil nutzen. Wer für ein Unternehmen oder eine Kultureinrichtung so eine Gruppe einrichten wollte, musste dafür das persönliche Profil verwenden. Viele haben das – aus nachvollziehbaren Gründen – nicht getan, weil sie nicht in ihrem Namen eine Gruppe für ihren Arbeitgeber führen wollten.

Seit ein paar Tagen lassen sich nun auch Gruppen über Facebookseiten erstellen oder schon bestehende Gruppen verknüpfen. Ich habe zum Beispiel eine Gruppe mit der stARTconference-Seite verknüpft. Gruppen sind viel dialogorientierter angelegt als die Seiten und lassen sich dementsprechend viel gezielter einsetzen. Ob das nun Freundeskreise sind oder UserInnen, die sich für Hintergrundgeschichten interessieren, der eigenen Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Bands können zum Beispiel Gruppen für ihre verschiedenen Fanclubs einrichten oder ein Theater bietet eine eigene Gruppe für Sponsoren oder UnterstützerInnen des Hauses an, über die sie die für sie interessanten Informationen erhalten. Jetzt heißt es also nachdenken, ich bin gespannt, welche Ideen Kultureinrichtungen haben.

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Beim 68. Treffpunkt Kulturmanagement geht es um Crowdfunding (inkl. Aufzeichnung)

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Ich werde im Rahmen von Workshops häufig gefragt, welche Projekte denn am besten für eine Crowdfundingkampagne geeignet seien und welche nicht. Viele glauben, dass man mit Vorhaben, die im Mainstream angesiedelt sind, viel leichter an Geld und Leute kommt. Vielleicht ist da auch was dran, aber ist es dann wirklich der Mainstream, der die Sache leichter macht? Haben nur populäre Sparten oder KünstlerInnen Aussicht auf Erfolg? Ich glaube nicht. Für mich spielt da viel eher die Geschichte rund um die Kampagne eine entscheidende Rolle.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Kampagne „Let’s Build a Goddamn Tesla Museum„. Da ging es eigentlich nur darum, Geld aufzutreiben, um den Grund für das geplante Museum kaufen zu können (siehe dazu mein Blogpost: „Crowdfunding: mehr als eine Million US-Dollar für ein Museum„). Das klingt jetzt nicht unbedingt nach großem Kino und vielen Fans. Aber die Kampagne wurde ein Riesenerfolg, fast 1,4 Mio. USD kamen damals zusammen.

Und vor einem halben Jahr gab es wieder so ein schönes Beispiel: Altes Filmmaterial musste vor dem Zerfall gerettet werden, mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne sollen die benötigten 75.000 Euro zusammenkommen. Klingt auch nicht sehr sexy, oder? Aber die Geschichte ist gut. Fast wie im Film 😉

„Da findet jemand auf einem Flohmarkt in Frankreich zufällig Filmaufnahmen, bei denen es sich um verloren geglaubtes Material des Films ‚Die Stadt ohne Juden‘ handelt. Dieser Film aus dem Jahr 1924, der auf den gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer basiert, nimmt die Gräueltaten des Nationalsozialismus vorweg und stellt damit ein wichtiges Geschichtsdokument dar“,

schreibt Ulli Koch in ihrem Artikel über die Kampagne #filmretten auf Kulturmanagement Network. Aber nicht nur die Geschichte ist gut, auch die Kampagne war gut durchdacht und nutzte geschickt den damals in Österreich laufenden Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten. Mit mehr als 86.000 Euro wurde das hochgesteckte Ziel von 75.500 Euro am Ende sogar übertroffen.

Entwickelt hat diese Kampagne Tomáš Mikeska, Marketingverantwortlicher des Filmarchiv Austria. Er wird am Mittwoch den 21. Juni von 9 bis 10 Uhr beim Treffpunkt Kulturmanagement zusammen mit seiner Kollegin Michaela Moitzi (Kommunikationsassistentin beim Filmarchiv Austria) zu Gast sein und über all die Aspekte sprechen, die zum Erfolg dieser Kampagne beigetragen haben. Wer gerade vor der Frage steht, ob eine Crowdfundingkampagne wohl das richtige ist, um das eigene Vorhaben zu finanzieren oder bereits an der Planung der Kampagne sitzt, sollte sich den mittlerweile 68. Treffpunkt Kulturmanagement nicht entgehen lassen.

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. In diesem speziellen Fall kooperieren wir außerdem mit „Werde Digital“ und der regionalen Crowdfundingplattform „Wir bewegen„. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht wenn Sie am 21. Juni um 9 Uhr über diesen Link https://zoom.us/j/651295114 den Onlineraum betreten. Der #kmtreff wird außerdem via Facebook live gestreamt, Sie finden den Link dann am kommenden Mittwoch auf der Facebookseite des Treffpunkt Kulturmanagement.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt Kulturmanagement
Termin: 21. Juni 2017, Beginn: 09 Uhr, Ende: 10 Uhr
Thema: Crowdfunding für Kunst & Kultur
Gäste: Tomáš Mikeska (Marketing, Filmarchiv Austria) und Michaela Moitzi (Kommunikationsassistenz, Filmarchiv Austria)
Online-Raum: https://zoom.us/j/651295114

Update:

Wer den Treffpunkt Kulturmanagement verpasst hat, kann sich hier die Aufzeichnung anschauen:

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App-Ökossysteme für Kultureinrichtungen: Ticket Gretchen und Uber kooperieren

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Foto von Lexi Ruskell auf Unsplash

Wir als NutzerInnen digitaler Technologien verwenden immer weniger Apps, die wir aber immer länger nutzen. So lässt sich in aller Kürze mein Beitrag „Apps im Kulturbereich: Das sollten Kulturbetriebe wissen“ zusammenfassen. Wer vor diesem Hintergrund mit der Entwicklung einer App liebäugelt, muss damit rechnen, dass er bei der Umsetzung relativ viel Geld in die Hand nimmt und nicht weiß, ob sich der große Aufwand am Ende wirklich lohnt.

Dieses Schicksal droht, so denke ich, all denen, die sich bei Konzeption und Gestaltung der App ausschließlich auf ihre eigenen Inhalte konzentrieren. Vor nicht allzu langer Zeit erregte eine Kultureinrichtung  noch Aufsehen, wenn sie eine App herausbrachte. Heute ist das eher eine Selbstverständlichkeit und dementsprechend sinkt das Interesse daran. Wir sind nicht mehr so schnell bereit eine App auf unseren mobilen Endgeräten zu installieren und verzichten im Zweifelsfall lieber darauf.

War es früher oft Neugierde, die uns dazu gebracht hat eine App auszuprobieren, fragen wir heute eher nach ihrem Nutzen. Dabei spielen unsere veränderten Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Wir kommunizieren über sie, nutzen sie für Unterhaltungszwecke, aber wir kaufen auch mit ihrer Hilfe ein, erledigen unsere Bankgeschäfte und vieles mehr. Diese Entwicklung macht auch vor kulturellen Angeboten nicht halt. Für viele ist es heute unvorstellbar, dass sie zu einer Vorverkaufsstelle gehen, um sich ein Ticket zu kaufen für eine Veranstaltung, die dann noch mal 14 Tage später stattfindet. Natürlich können wir heute viele Tickets bereits online kaufen, aber oft gestaltet sich deren Erwerb trotzdem noch ziemlich mühsam.

Meistens bilden Kultureinrichtungen dabei einfach nur ihre Strukturen ab, an die Customer Experience denken wohl nur die wenigsten. Da überrascht es nicht, dass da plötzlich ganz andere Player auf diesen Zug aufspringen. In diesem Fall, der der Anlass für diesen Blogbeitrag ist, geht es um ein Wiener Startup, das mit „Ticket Gretchen“ eine App entwickelt hat, über die ich in Wien – und mittlerweile auch in einigen österreichischen Bundesländern – schnell und unkompliziert Theatertickets kaufen kann. Und noch besser: Ich muss die Tickets nirgendwo abholen, ich muss sie auch nicht ausdrucken (Print@home ist aber möglich), sondern habe sie in der App.

Vor allem für Kurzentschlossene ist das eine praktische Sache, denn die App bietet einen schnellen Überblick über das Angebot und erlaubt einem den raschen Erwerb eines Tickets, ohne die Seiten der Theater aufzurufen. Das heißt, der Kaufvorgang wird beschleunigt.

Treffe ich die Entscheidung sehr kurzfristig, muss ich sehen, dass ich rechtzeitig zum Vorstellungsbeginn im Theater bin. Wer es bequem mag, wird sich vielleicht ein Taxi kommen lassen. Auch das geht mittlerweile per App, die Zahl derer, die ihr Taxi über mytaxi oder Uber bestellen, steigt kontinuierlich an.

©Jan Frankl

In Wien haben sich jetzt Ticket Gretchen, Uber und der Wiener Bühnenverein zusammengetan und bieten noch bis Ende Juni eine 30-prozentige Ermäßigung auf Theaterkarten und Taxifahrt. Sie decken damit einen Großteil der Customer Journey ab. NutzerInnen von Uber werden so auf das Theaterangebot aufmerksam gemacht und kommen so vielleicht auf die Idee, sich eine Produktion anzuschauen. Das Angebot spricht darüber hinaus die an, die es gerne bequem haben oder die öffentlichen Verkehrsmittel aus welchen Gründen auch immer nicht nutzen möchten. Die Kooperation richtet sich aber auch an die, die ihre Abende digital organisieren und nun eine Möglichkeit haben, mit Hilfe zweier Apps einen Abend im Theater zu verbringen.

Und die Theater selbst? Sie können sich im Idealfall über mehr verkaufte Tickets und zufriedene BesucherInnen freuen. Aber Teil dieses App-Ökosystems sind sie nicht. Das muss kein Nachteil sein, wenn die Kooperationen klappen. Es kann aber ein Nachteil werden, weil sie nicht eingebunden sind, das heißt, ihnen fehlen die Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn man es böse formuliert, verkommen die Theater zum reinen Contentlieferanten. Die (Infra)-Struktur stellen andere zur Verfügung und vielleicht sind sie es eines Tages, die darüber entscheiden, ob wir ins Theater gehen (können) oder nicht. In diesem Fall sehe ich kein Problem, weil der Wiener Bühnenverein als Kooperationspartner mit im Boot ist. Die Interessen der Theater sind also gewahrt. Aber wird das immer so sein?

Gefragt ist mehr Unternehmergeist auf Seiten der Theater (aber auch seitens anderer Kultureinrichtungen), denke ich. Ob sie das Heft dabei selbst in die Hand nehmen oder für sie nützliche Kooperationen eingehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine App für eine Kultureinrichtung lohnt sich nicht, wenn man diese Aspekte nicht berücksichtigt. Es gilt, die Metaebene zu besetzen, eine Art Ökosystem rund um die Customer Journey zu entwickeln. Das ist vermutlich eine ziemliche Herausforderung für Theater und andere Kulturbetriebe, aber dahinter verbergen sich ja auch Chancen. 😉

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Suchmaschine oder soziales Netzwerk: Woher kommt mehr Website Traffic?

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Foto von Carlos Muza auf Unsplash

Die Frage, wie man mehr BesucherInnen auf die eigene Website oder das Blog bekommt, wird mir immer wieder gestellt. Das Problem: So leicht ist sie nicht zu beantworten, denn den einen Weg zum Erfolg gibt es leider nicht. Wir alle wissen, dass die sozialen Netzwerke ein wunderbarer Trafficlieferant sein können. Und ebenso klar ist uns allen, dass es sinnvoll ist, mit den eigenen Inhalten in den Suchmaschinen vertreten zu sein, um von den UserInnen gefunden zu werden. Wer also nichts falsch machen möchte, produziert jede Menge Content, der dann hoffentlich über die Suchmaschinen gefunden wird und nutzt die sozialen Netzwerke, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und die UserInnen auf die eigene Website oder das Blog zu lenken. Das bedeutet aber auch, viel Zeit in die Produktion neuer Inhalte zu stecken und mindestens ebenso viel Zeit für Facebook, Twitter & Co. aufzuwenden. Das mag in der Anfangseuphorie funktionieren, aber vermutlich hält das niemand lange durch. Recht schnell macht sich dann Ernüchterung breit und vorbei ist es mit den hochgesteckten Zielen.

Wenn wir nicht in diese Situation kommen möchten, sollten wir uns zwei Dinge vorher überlegen:

  • Wieviel Content können wir produzieren?
  • Welchen Marketingkanal nutzen wir, um unsere Inhalte zu bewerben?

Vielen wird es bei der Antwort auf die erste Frage so gehen wie mir: Ich habe mich in der Vergangenheit regelmäßig überschätzt. Idealerweise sollte ich zwei Beiträge pro Woche schreiben, aber ich denke, realistischerweise schaffe ich einen Beitrag alle zwei Wochen. Für mich passt diese Frequenz, für andere vermutlich nicht. Warum ist das so?

Die Antwort darauf hat mit Frage zwei zu tun. Ich bekomme nämlich den meisten Traffic über die Suchmaschinen:

Klar, wenn ein neuer Beitrag erscheint, erhöht sich kurzfristig die Zahl der Zugriffe über die sozialen Netzwerke. Aber die Hauptlieferanten für meinen Traffic sind Google und mit weitem Abstand Bing. Der Vorteil für mich: Ich muss nicht jeden Tag neue Inhalte produzieren. Die Beiträge werden gefunden, auch wenn sie schon älter sind. Deshalb reicht es auch, wenn ich alle zwei Wochen einen Beitrag veröffentliche.

Fragt man mich nach dem Marketingkanal, über den ich meinen Content bewerbe, ist die Antwort daher klar: Es sind die Suchmaschinen, über die mit Abstand die meisten Zugriffe erfolgen. Die sozialen Netzwerke sind aus anderen Gründen wichtig, aber nicht unbedingt, um den Traffic auf meinem Blog zu steigern. Warum ist das so? Ich habe den Grund bis jetzt immer darin gesehen, dass mein Blog schon relativ alt ist (zehn Jahre) und viel Content enthält (> 1800 Beiträge). Im Umkehrschluss habe ich immer behauptet, dass junge Blogs oder Websites viel stärker auf soziale Netzwerke angewiesen sind, weil sie sich in den Suchmaschinenrankings noch nicht nach oben gearbeitet haben. Diese Argumentation ist vermutlich nicht ganz falsch, aber der Beitrag „Social Traffic vs. Search Traffic“ von Kishen Sreehari auf der Blogger-Plattform ShoutMeLoud liefert noch eine andere Erklärung. Es gibt nicht die eine Lösung, denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Blogs beziehungsweise Websites. Davon hängt es dann ab, welche Marketingkanäle am sinnvollsten sind.

In die Tiefe gehender Content wird meist über die Suchmaschinen entdeckt

Kishen Sreehari hat ein paar Blogs analysiert und macht deutlich, warum manche Blogs eher über die Suchmaschinen gefunden werden, andere wiederum über die sozialen Netzwerke. Beim ersten Blogbeispiel handelt es sich mit Backlinko um einen der renommiertesten Blogs im Bereich SEO. Brian Dean, der 2012 mit diesem Blog startete, ist übrigens ein Beispiel dafür, dass man auch mit wenigen, aber qualitativ hochwertigen Beiträgen sehr erfolgreich sein kann.

Die Zugriffe auf sein Blog erfolgen vor allem über die Suchmaschinen, wie die Grafik zeigt. Wer über Google &Co. gefunden werden möchte, für den hat Sreehari folgenden Hinweis parat:

„If you want to do well with search traffic, you’ll need content which people will be actively searching for.“

Am ehesten funktioniert das mit Nischenthemen, Anleitungen oder Beiträgen, in denen Tipps und Tricks beschrieben werden. Auch in meinem Blog sind es vor allem die How-to-Beiträge, die auf diese Weise aufgerufen werden. Überraschend ist das nicht, denn wenn wir etwas wissen möchten, nutzen wir Google und suchen nicht auf Facebook.

Aber zurück zu Backlinko. Ein nicht unerheblicher Teil der UserInnen findet auch direkt zu seinem Blog. Für Sreehari ist das ein Hinweis darauf, dass Dean mit seinem Blog eine starke Marke aufgebaut hat. Viele UserInnen kennen und schätzen sein Blog und müssen dafür nicht die Suchmaschinen bemühen oder in den sozialen Netzwerken auf neue Beiträge hingewiesen werden. Letzteres würde auch deshalb nicht funktionieren, weil nur selten neue Beiträge erscheinen.

Tagesaktuelle Informationen verbreiten sich oft über soziale Netzwerke

Das Blog „Wait But Why“ geht in eine ganz andere Richtung. Man findet dort Beiträge über Themen, die Millennials, Hipster und Geeks interessieren. Nicht ein spezielles Thema steht im Vordergrund, sondern Dinge, die gerade bei dieser Zielgruppe angesagt sind. Wie erfolgen die Zugriffe auf diese Seite?

Im Unterschied zu den beiden ersten Blogs wird diese Seite sehr häufig über die sozialen Netzwerke gefunden. Wer möchte, dass die eigene Seite auf diese Weise entdeckt und der Inhalt möglichst oft geteilt wird, muss, so Kishen Sreehari, vor allem auf „Trending News, Funny Memes“ und „Popular Culture“ setzen. „Wait But Why“ ist aber auch eine bekannte Marke, viele warten schon auf neue Beiträge und steuern die Seite direkt an. Was muss man für so viele Direktzugriffe tun?

„If you want traffic to come to you directly, you need to be an authority, you need to be original, and you need to be the only one producing that kind of content“,

erklärt Sreehari.

Interessant ist sein letztes Beispiel, die Seite von Business Insider. Obwohl als Marke durchaus bekannt, hat sie im Verhältnis zu den letzten zwei Beispielen nur wenige Direktzugriffe.

Es ist natürlich schwer, die Gründe für die verhältnismäßig niedrige Zahl an Direktzugriffen zu bestimmen. Einerseits kann es daran liegen, dass es nicht die einzige Website ist, die solchen Content anbietet. Andererseits liegt es unter Umständen an den zahlreichen Beiträgen, die dort erscheinen. Die, die einen interessieren, zu finden, ist gar nicht so leicht und kostet vor allem Zeit. Da nutzt man dann eher die Suchmaschinen, um die gewünschten Inhalte zu finden.

Warum erfolgen aber so viele Zugriffe über die sozialen Netzwerke? Sreehari vermutet, dass es an der Berichterstattung über aktuelle Veranstaltungen liegt. Sein Tipp:

„If there’s one quick way to get a lot of traffic from social media, it’s to cover the latest news in your field.“

Fazit

Je unverwechselbarer Sie und Ihre Inhalte sind, je größer Ihre Reputation, desto höher wird die Zahl der Direktzugriffe auf Ihre Website oder Ihr Blog sein. Auf die sozialen Netzwerke sollte setzen, wer über tagesaktuelle Geschehnisse berichtet beziehungsweise über Trendthemen schreibt. Geht es um Anleitungen, tiefergehende Informationen oder Inhalte, die man sonst nirgends finden kann, kommen die UserInnen wohl über die Suchmaschinen.

Was bedeutet das für Kultureinrichtungen? Eine bekannte Marke und eine „logische“ Domain („namederkultureinrichtung.de“) sorgen dann für viele Zugriffe, wenn die Qualität der Inhalte stimmt. Kommen die UserInnen nicht nur, um sich über die kommende Ausstellung, die Abendveranstaltung zu informieren, müsste deren Verweildauer relativ hoch sein. Museen, die rund um ihre Ausstellungen vertiefenden Content anbieten, werden großteils über die Suchmaschinen gefunden, geht es um die Ausstellung selbst, beispielsweise die Eröffnung, werden die UserInnen wohl eher über die sozialen Netzwerke erreicht.  Oder am Beispiel Oper: Wenn Sie sich in einem Blogbeitrag mit der Aufführungsgeschichte des Fidelio beschäftigen, wird dieser Beitrag mittel- und langfristig über die Suchmaschinen gefunden werden. Geht es um die morgige Premiere, ist das was für die sozialen Netzwerke.

In der Analyse Ihrer Inhalte ist es Ihnen möglich, herauszufinden, ob sich die Zugriffe über soziale Netzwerke oder Suchmaschinen im normalen Rahmen bewegen. Sie wissen aber auch, wie Sie eine Entwicklung unterstützen oder bei Bedarf gegensteuern können.

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Apps im Kulturbereich: das sollten Kulturbetriebe wissen

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Foto von Rami Al-zayat auf Unsplash

Die Frage, ob eine App nötig oder sinnvoll sei, beschäftigt Kultureinrichtungen schon seit längerer Zeit. Manche haben sich bereits dafür oder dagegen entschieden, andere überlegen immer noch. „App oder nicht App?„, diese Frage stellte ich schon 2014 in einem Blogbeitrag. Und ein Jahr davor, also 2013, ging es hier im Blog um die Frage, ob sich eine App für Kultureinrichtungen lohnen würde? Während ich die (native) App damals der mobilen Website beziehungsweise einer Seite im Responsive Design gegenüberstellte, müsste ich heute wohl eher App und Chatbots als Konkurrenten betrachten. Rückblickend können wir sagen, dass Website und App zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind. Ob wir das auch mal von Apps und Chatbots behaupten werden, wird die Zukunft weisen. Erste Stimmen gehen zumindest schon in diese Richtung.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Benötigen Kultureinrichtungen heute eine App oder nicht? Über die Gründe, die Sie antreiben, kann ich wenig sagen, zu verschieden ist die jeweilige Ausgangslage. Oft ist es das Bedürfnis, die eigenen Inhalte nun endlich auch in einer App präsentieren zu können. Ob dieser Wunsch auch mit den Wünschen und Bedürfnissen derer korrespondiert, die als NutzerInnen vorgesehen sind, lässt sich mit Hilfe von Checklisten oder im Beratungsgespräch leicht herausfinden. Bevor Sie damit beginnen, möchte ich gerne das Umfeld beleuchten und Sie auf drei – in meinen Augen nicht unwichtige – Punkte aufmerksam machen.

Wir nutzen lieber Apps als das mobile Web,…

Nicht wenige UserInnen weigern sich, die Facebook-App auf ihre mobilen Endgeräte zu laden und zu nutzen, weil diese App ein gewaltiger Ressourcenfresser ist. Stattdessen läuft bei ihnen Facebook im mobilen Browser. Aber wenn man sich die Zahlen ansieht, dann ist das eher die Ausnahme als die Regel. Ich selbst bin den Browsern gar nicht so abgeneigt, muss aber zugeben, dass das eher für den Tablet-PC gilt, beim Smartphone bevorzuge ich Apps. Warum ist das so? In meinen Augen ist die Usability eine bessere, vor allem fällt mir die Navigation in einer App leichter. Und vermutlich hat es auch etwas mit der Aufbereitung der Inhalte zu tun.

Aber schauen wir uns die Zahlen erst einmal genauer an. Die Informationsplattform eMarketer hat herausgefunden, dass wir immer mehr Zeit mit Apps verbringen (werden), während die Nutzungsdauer der mobilen Webbrowser praktisch konstant bleibt-

Quelle: eMarketer 04/2017 http://bit.ly/2pl72oa

Während die US-BürgerInnen (ab 18 Jahren) 2015 auf ihren mobilen Endgeräten pro Tag 1:55 Stunden verbrachten, sind es heute bereits 2:25 Stunden. 2019 werden es 2:43 Stunden sein, ein Zuwachs von fast 50 Prozent. Die mobilen Browser hingegen profitieren von der verstärkten Nutzung der mobilen Endgeräte kaum, ihre Nutzungsdauer erhöht sich im gleichen Zeitraum von 00:25 Minuten (2015) auf 00:27 Minuten (2019), heißt es in dem eMarketer-Artikel.

Wenn wir uns jetzt noch vor Augen halten, dass immer mehr Menschen mobil auf das Internet zugreifen, spricht eigentlich alles dafür, sich so schnell wie möglich eine App zuzulegen. Schließlich verbringen die UserInnen nicht nur immer mehr Zeit mit ihren Apps, sondern es steigt auch die Zahl derer, die mobil online gehen.

…, aber die Zahl der verwendeten Apps geht zurück.

Allerdings hat eMarketer noch etwas anderes herausgefunden: Die US-BürgerInnen verbringen zwar immer mehr Zeit mit Apps, aber deren Zahl sinkt kontinuierlich, wie die folgende Grafik zeigt:

Quelle: eMarketer 04/2017 http://bit.ly/2pl72oa

Das ist keine große Überraschung, ich denke, die meisten von Ihnen werden heute auch wesentlich zurückhaltender beim Installieren von Apps sein als noch vor zwei Jahren.

Es sind vor allem die Apps der „Großen“, zum Beispiel die von Facebook. In den USA verbringen die UserInnen, so sie Desktop oder Laptop verwenden, ziemlich konstant 6 Minuten pro Tag auf der Seite des sozialen Netzwerks. Via App sind es schon 17 Minuten täglich, Tendenz steigend. Mit ein Grund dafür:

„Major publishers are combining multiple functionalities into their apps, contributing to the gradual consolidation of the app market,“

wird die Analystin Jaimie Chung zitiert. Sie liefern gebündelt einen großen Teil des Angebots, auf das sich die UserInnen in den USA konzentrieren:

  • Musik hören
  • social Networking
  • Videos anschauen
  • Spielen
  • per Messenger kommunizieren

Wenn wir jetzt die beiden Ergebnisse nebeneinanderstellen, wird es schon schwieriger, daraus irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen. Einerseits wäre es ungeschickt, auf eine App zu verzichten, weil die Nutzungsdauer weiter ansteigt. Andererseits werden es Apps von Kultureinrichtungen schwer haben sich durchzusetzen, schließlich werden sie nie zu den „Großen“ gehören und damit eher ein Nischendasein fristen. Aber muss es wirklich das Ziel sein, zu den weltweiten Top5 zu gehören oder Facebook Konkurrenz zu machen? Ich denke nicht. Apps von Kultureinrichtungen werden immer im Nischenbereich angesiedelt sein. Umso wichtiger ist es aber, sich schon in der Planungsphase genau zu überlegen, was die App können soll, warum es überhaupt eine App sein muss. Sich eine App anzuschaffen, weil die anderen auch eine haben, ist vermutlich ein schlechter Grund, um soviel Geld auszugeben. Sonst stellt man recht schnell fest: Die App hat sich nicht gelohnt. Und damit wäre man dann zum gleichen Schluss gekommen wie Colleen Dilenschneider, die für Impacts Research & Development arbeitet und dank der „National Awareness, Attitudes, and Usage (NAAU) Study“ über entsprechendes Datenmaterial zu verfügen scheint.

Eine Studie besagt: Der Mehrwert von Apps im Kulturbereich ist gering.

Die Zahlen, die sie präsentiert, sind interessant, die Schlussfolgerungen, die sie daraus zieht, erschreckend. Vor allem für diejenigen, die viel Geld in die Entwicklung einer App gesteckt haben oder vorhaben, das demnächst zu tun. In ihrem Beitrag „Are Mobile Apps Worth It For Cultural Organizations?“ schreibt sie nämlich:

„Not many visitors use mobile applications either prior to their visits or while onsite, and the ones who do use an organization’s app do not experience a significant increase in visitor satisfaction.“

Konkret besagen die Zahlen, dass sich die NutzerInnen kultureller Angebote vor ihrem Besuch vor allem über das Web (76,4%), das mobile Web (73,8%) und die verschiedenen Social Media-Kanäle (68%) informieren. Die App spielt da kaum eine Rolle. Nur 5,5% gaben an, eine solche auf ihren mobilen Endgeräten zu haben und diese vorab für Informationszwecke zu nutzen. Dem Gegenargument, viele BesucherInnen wüssten vielleicht gar nichts von der App, begegnet Dilenschneider mit der Feststellung, dass wir es erstens gewohnt sind, für Informationszwecke auch Apps zu nutzen und zweitens so viele Kultureinrichtungen eine App haben, dass InternetnutzerInnen es ganz selbstverständlich in Betracht ziehen, nach einer solchen zu suchen. So sie der Meinung sind, eine App wäre hilfreich, um den Besuch des kulturellen Angebots zu planen. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Zumindest in den USA, denn von dort stammen die Daten.

Wie sieht es während des Besuchs des kulturellen Angebots aus? Wer sich vor Ort informieren möchte, nutzt laut der Studie vor allem Social Media-Kanäle (52,3%), das mobile Web (31,5%) und das persönliche Gespräch (29,7%). Die App wird vor Ort noch seltener genutzt (4,1%) als vor dem Besuch. Ich persönlich hege Zweifel, dass die BesucherInnen die verschiedenen Kanäle nur nutzen, um sich zu informieren. Ich selbst bin zum Beispiel noch nie während eines Museumsbesuchs auf die idee gekommen, über die sozialen Netzwerke Informationen einzuholen. Was ich aber sehr wohl getan habe: Ich habe Fotos geteilt.

Was mich etwas ratlos zurücklässt, ist die Tatsache, dass vor Ort ein großer Teil der BesucherInnen das mobile Web nutzt, die App aber kaum berücksichtigt wird. Die Zahlen stehen klar im Widerspruch zu den von eMarketer erhobenen Daten. Eine mögliche Erklärung dafür: Wer die App im Vorfeld des Besuchs nicht auf sein mobiles Endgerät geladen hat, wofür es anscheinend nur wenig Gründe gibt, macht das vor Ort erst recht nicht. Das kann daran liegen, dass wir uns nicht die Zeit dafür nehmen wollen, es kein WLAN gibt oder Audio-/Multimedia-Guides vor Ort angeboten werden. Das kann aber auch heißen: Apps von Kultureinrichtungen sind in den Augen der UserInnen so wenig relevant, dass sie den Download einfach nicht in Erwägung ziehen. Weder davor noch während des Besuchs.

Diese nicht vorhandene Relevanz kommt zum Ausdruck, wenn wir uns eine dritte Datenreihe aus der NAAU-Studie ansehen, die in der folgenden Grafik abgebildet ist:

Quelle: Colleen Pilenschneider: http://bit.ly/2p8wB9c

Sie zeigt, wie zufrieden die BesucherInnen vor Ort mit der Nutzung der einzelnen Informationsquellen sind und vergleicht deren Grad der Zufriedenheit mit dem derer, die den jeweiligen Kanal nicht genutzt haben. Der Grad der Zufriedenheit liegt bei den NutzerInnen einer App bei 68,7%, der der NichtnutzerInnen bei 68,5%, also nur marginal geringer. Damit lassen sich der Aufwand und die Kosten der Appentwicklung in Frage stellen. Bei anderen Kanälen sind die Unterschiede ein Stück weit größer, zum Beispiel bei den NutzerInnen sozialer Netzwerke. Während deren Grad an Zufriedenheit bei 72,5% liegt, sind es bei denen, die die sozialen Netzwerke nicht nutzen, nur 68,4%. Ähnlich sieht es beim mobilen Web aus. Dessen NutzerInnen sind ein Stück weit zufriedener (71,6%) als die, die es vor Ort nicht nutzen (68,2%). Das heißt, Kultureinrichtungen, die ihre BesucherInnen mit Hilfe einer App Informationen zur Verfügung stellen, geben viel Geld aus und erreichen wenig.

Fazit

Was lassen sich aus all den Zahlen jetzt für Rückschlüsse ziehen? Auf der einen Seite nutzen wir auf unseren mobilen Endgeräten bevorzugt Apps, allerdings beschränken wir uns dabei auf einige wenige, Apps von Kultureinrichtungen sind da selten dabei. Die Apps, die es bereits gibt, scheinen nur einen geringen Nutzen zu haben, so sie überhaupt genutzt werden.

Aus meiner Sicht gibt es zwei Wege, um diesem Dilemma zu entgehen. Auf der einen Seite können Kultureinrichtungen darauf vertrauen, dass es auch im Bereich der Apps Nischen gibt, die besetzt werden können. Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, wird auch Interesse an Apps aus diesem Bereich haben. Vermutlich haben fast alle von uns spezielle Interessen und so es dafür hilfreiche Apps gibt, nutzen wir diese auch. Auf der anderen Seite lässt sich aus der Entwicklung (und den Zahlen) ableiten, dass die Zeit vorbei ist, in denen jedes Unternehmen und jeder Kulturbetrieb eine eigene App haben muss. Ich denke, es ist an der Zeit, dass Apps auf einer übergeordneten Ebene entwickelt werden. Das kann zum Beispiel die Stadt sein, die in einer App alle relevanten Informationen zusammenfasst.

Wer sich für eine eigene App entscheidet, muss sich sehr genau überlegen, welche Zwecke mit ihr erfüllt werden sollen. Anja Gebauer, die sich in ihrem Blogbeitrag „App-solut überflüssig?“ ebenfalls mit dem Beitrag von Colleen Dilenschneider beschäftig hat, fasst das ganz gut zusammen:

„Diese Ergebnisse legitimieren meines Erachtens nach keine Abwehrhaltung gegen Apps in Kultureinrichtungen oder gar gegen digitale Vermittlungsmethoden generell. Vielmehr zeigt die Datenanalyse, dass die Konzepte inhaltlich durchdacht, pädagogisch konzipiert und auf die Bedürfnisse der Besucher abgestimmt sein müssen!“

Ich sehe das ähnlich. Eine App braucht ein gutes inhaltlich durchdachtes Konzept, das über die Bereitstellung von Informationen hinausgeht. Mir ist klar, dass es reizvoll ist, sich mit technologischen Entwicklungen zu beschäftigen und eine Augmented Reality-Anwendung in die App zu integrieren. Auch ich beschäftige mich gerne damit. Aber die Technologie sollte Mittel zum Zweck sein, nicht mehr und nicht weniger.

Eine App kann, wie Gebauer es fordert, pädagogisch konzipiert sein, das ist aber nur ein möglicher Ansatz. Mir ist vor allem ihr letzter Punkt wichtig, nämlich die Bedürfnisse der BesucherInnen. Oft gehen Kultureinrichtungen vermutlich von völlig falschen Bedürfnissen aus und scheitern deshalb mit ihrer App. Eigentlich sollten diese Bedürfnisse der Ausgangspunkt aller Überlegungen sein und erst dann gilt es die Frage zu beantworten, ob eine App dafür das richtige Instrument ist. Wer dann noch einen Wow-Effekt findet und nicht alle Inhalte von Website, Folder, etc. in die App reinpackt, ist schon mal auf einem guten Weg.

Damit habe ich die Ausgangsfrage, ob Kultureinrichtungen eine App brauchen, nicht wirklich beantwortet. Aber ich konnte hoffentlich ein paar Informationen liefern, die Sie in Ihrem Entscheidungsprozess unterstützen.

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Per Algorithmus ins Theater?

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Bild: Skyline of Vienna“ von reivax (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Vor etwas mehr als sechs Jahren habe ich in einem Blogbeitrag gefragt, wo Kultureinrichtungen ihre Veranstaltungen ankündigen. Die meisten Kultureinrichtungen setzten damals auf Facebook, die eigene Website und diverse Veranstaltungskalender (siehe auch dazu den Beitrag: „Fazit: Kulturveranstaltungen anzukündigen ist gar nicht so einfach„). Natürlich spielten damals auch noch die klassischen Werbekanäle wie Plakat, Flyer Einladungen oder Newsletter eine wichtige Rolle.

An diese kleine Umfrage erinnerte ich mich, als ich in den letzten Tagen zwei Artikel las, die nur indirekt etwas miteinander zu tun haben. Da wurden auf der Seite der Digital Marketing-Agentur Smart Insights die LeserInnen danach gefragt, welche Aspekte im gerade begonnenen Jahr unsere Digital Marketing-Aktivitäten beeinflussen werden? Heraus kamen „The 14 top rated digital marketing techniques for 2017 according to Smart Insights readers“ und die Einsicht, dass Daten eine ganz wichtige Rolle spielen werden. Dass in diesem Ranking das Content Marketing ganz oben steht, überrascht nicht wirklich. Interessant sind aber mit Platz zwei und drei die Themen Big Data und Marketing Automation. Wir als UserInnen hinterlassen jede Menge Spuren, wenn wir uns im digitalen Raum bewegen. Die daraus resultierenden Daten werden immer häufiger genutzt, vor allem Marketing und Verkauf bekommen glänzende Augen, wenn sie mit diesen Daten und ihren Verknüpfungen arbeiten können. So interessant Apps für Ihre NutzerInnen sein mögen, für die Anbieter sind es vor allem die großen Datenmengen, an die sie auf diese Weise kommen. Wer mal genau hinschaut, welche Berechtigungen selbst die kleinste und unwichtigste App haben möchte, weiß, wovon ich spreche.

Auf diese Weise erhalten beispielsweise auch viele Kultureinrichtungen wertvolle Daten. Theoretisch, denn meist werden sie gar nicht genutzt. Aber nur so lassen sich beispielsweise die BesucherInnen der eigenen Website segmentieren. Schließlich sucht die UserIn, die tausende von Kilometern entfernt lebt, wahrscheinlich andere Informationen als die UserIn, die morgen die aktuelle Ausstellung oder Theaterproduktion zu besuchen beabsichtigt. Aus Marketingsicht geht es also darum, möglichst viele Daten zu sammeln, auf denen dann Marketing und Verkauf aufbauen.

Der zweite Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie wir Städte wahrnehmen, „(w)enn Algorithmen uns führen.“ Adrian Lobe konstatiert, dass das ziellose Flanieren allmählich aussterbe und wir stattdessen vor allem Google vertrauen. Das Prinzip ist ganz einfach:

„Reisende empfehlen Locations, die ihnen selbst von Algorithmen empfohlen wurden. Es ist eine ständige Rückkoppelungsschleife. So kanalisieren Applikationen immer mehr Besucherströme in urbanen Räumen.“

Wir kennen das bereits von den sozialen Netzwerken, in denen die Postings Andersdenkender und -meinender ausgeblendet und wir in Filterkammern eingeschlossen werden. Während wir uns beim Erkunden einer uns unbekannten Stadt früher auf glückliche Zufälle verlassen haben, vertrauen wir heute den Suchmaschinen beziehungsweise deren Algorithmen, basierend auf unseren (User)-Daten. Auf diese Weise sei, so Lobe, die Stadt als offenes, dynamisches und durchlässiges soziales System bedroht. Wir begeben uns nicht mehr auf Entdeckungsreise, sondern finden das, was wir suchen, mit Hilfe von Suchmaschinen oder Google Maps. Zu berücksichtigen ist dabei, dass Google kein Tourismusverband ist, sondern ein Unternehmen, das mit Werbung sein Geld verdient. Für eine Suchmaschine spielt es keine Rolle, ob ganze Stadtteile unberücksichtigt bleiben, während das aus touristischer Perspektive ganz anders aussieht.

Nun  sind die Echokammern nicht erst mit den sozialen Netzwerken entstanden. Auch der Kunst- und Kulturbereich besteht aus Echokammern und so wie wir dank Google in den Städten nur noch vorgeschlagen bekommen, was unsereins gefällt, nehmen nur diejenigen Theater, Konzert oder Ausstellungen wahr, die dem entsprechenden Segment zugerechnet werden können. Während es früher beispielsweise die Bildungsbürger waren, die kulturelle Angebote nutzten, wissen wir heute viel mehr über diese Zielgruppe und können sie noch weiter segmentieren. Am Prinzip ändert sich nichts.

Ich möchte an dieser Stelle Algorithmen weder als Allheilmittel anpreisen noch sie verteufeln. Natürlich erinnere ich mich an viele glückliche Zufälle, dank derer ich ein gutes Lokal, eine tolle Ausstellung oder eine mich fesselnde Theaterproduktion entdecken durfte. Auf der anderen Seite kann es hilfreich sein, mit Hilfe von Google Angebote zu finden, die man in Anspruch nimmt, weil sie von Menschen empfohlen wurden, die ähnlich ticken, wie man selbst. Noch mehr bin ich aus Marketingsicht an Daten interessiert, um so an die heranzukommen, die sich am ehesten für meine Angebote interessieren beziehungsweise um neue Zielgruppen anzusprechen.

Was mich interessiert ist die Frage, wie wir beispielsweise zukünftig unseren Theaterbesuch planen und wie das Theater mit Algorithmen und  Echokammern umgeht? Theater befinden sich selbst meist in einer Blase, das heißt, ihre Angebote werden nur von ganz bestimmten Segmenten der Gesellschaft wahrgenommen. Was können Theater tun, um diese Segmentierung zu überwinden und inwieweit können/dürfen sie dabei auf Algorithmen setzen? Gelingt es ihnen, auf eine Metaebene zu springen, würden sie etwas schaffen, was uns in der Gesellschaft im Moment nicht gelingen zu scheint: über Echokammern hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen.

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Ein neuer Leitfaden für Museen: „Der digital erweiterte Erzählraum“

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Vor 6 Jahren beschäftigte sich das Forschungsprojekt „Audience+“ mit den Möglichkeiten, die das Social Web Museen bietet. Abgeschlossen wurde es mit der Herausgabe eines Leitfadens, der den Museen den Weg dorthin zeigen wollte (siehe dazu: „Der Leitfaden ‚Social Media für Museen‘ ist erschienen„). Diese Wege kennen wir mittlerweile, oft ist aber nicht klar, wie wir dort kommunizieren und was wir erzählen sollen. Um diese Fragen oder einfacher gesagt um das Thema Storytelling ging es im Nachfolgeprojekt „Audience+ STORY“, das wieder von der Hochschule Luzern initiiert wurde. Und auch hier gibt es am Ende wieder einen Leitfaden, in dem sich alles um den „digital erweiterte(n) Erzählraum“ dreht. Der von Axel Vogelsang, Bettina Minder und Barbara Kummler herausgebrachte Leitfaden möchte zeigen, wie sich Social Media und mobile Geräte als Erweiterung des musealen Erlebnis- und Erzählraumes nutzen lassen. Die AutorInnen erklären,

„wie man Museumsinhalte mediengerecht und medienübergreifend verwertet und erzählt, aber auch wie man das Geschehen vor Ort mit digitalen Aktivitäten verknüpft und wie man den Besucher mit einbindet“,

heißt es in der Ankündigung. Vor allem das zweite Kapitel klingt sehr vielversprechend, denn darin dürfen wir als LeserInnen Schritt für Schritt ein storytellingbasiertes Online-Offline-Projekt begleiten. Auf diese Weise erhalten Sie eine detaillierte Anleitung, um Ihren Erzählraum zu entwickeln. Begleitet werden die einzelnen Schritte von Checklisten, die einem dabei helfen, den nötigen Rahmen für die Umsetzung zu schaffen. Oft wissen Kultureinrichtungen nicht, warum sie sich in so ein Abenteuer stürzen, deshalb ist es ganz hilfreich, die Checkliste „Mögliche Projektziele, die Sie mit Online-Aktivitäten erreichen wollen“ durchzuarbeiten. Gleiches gilt für Fragen zum Thema Besuchergruppensegmentierung.

Die Vorgehensweise orientiert sich an einem Verfahren, das die von mir sehr geschätzten Rebecca Hagelmoser und Jelena Löckner für ihr eigenes Unternehmen NarraTool entwickelt haben. Gut gefällt mir, dass hier sehr klar beschrieben wird, dass es nicht um eine linear erzählte Geschichte, sondern um die Entwicklung einer Erzählwelt geht, in der es natürlich sehr viele – große und kleine – Geschichten geben kann.

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Wenn Ihr Interesse nun geweckt ist und Sie diesen Leitfaden durcharbeiten oder einfach nur lesen möchten, haben Sie drei Möglichkeiten. Entweder Sie nutzen das kostenlose PDF, bezahlen 9,90 Euro für das eBook auf Amazon oder Sie lassen sich das Buch zuschicken, das Sie für 20 Euro (zuzüglich Versandkosten) erwerben können. Alle Infos dazu finden Sie im Ankündigungstext auf den Seiten der Hochschule Luzern.