Thought Leadership
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Wo anfangen? Leadership im Kunst- und Kulturbereich

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Bild: Thought Leadership„; von Ascent Magazine (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Wenn ich jetzt behaupte, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man sich mit Facebookaktivitäten als innovativer Vorreiter einer Branche verkaufen konnte, dann erzähle ich damit nichts Neues. Wir haben es mittlerweile mit einer hochkomplexen Materie zu tun und immer häufiger erkennen Kultureinrichtungen, dass eine halbe Praktikantenstelle nicht mehr ausreicht, um den digitalen Raum erfolgreich zu nutzen. Neue Konzepte sind gut, neue Konzepte sind wichtig, aber es braucht auch Strukturen, in denen die neuen Konzepte dann umgesetzt werden.

Und es braucht die, die diese neuen Strukturen schaffen. Deshalb interessiert mich zur Zeit das Thema Leadership besonders. Das hat – zugegeben – auch damit zu tun, dass seit drei Tagen das neue Buch von Charlene Li „The Engaged Leader: A Strategy for Your Digital Transformation“ (Affiliate Link) als eBook erhältlich ist. Ich habe es noch nicht gelesen, aber ich habe mal hier im Blog recherchiert, welche Beiträge ich zum Thema Leadership im Kunst- und Kulturbereich verfasst habe. Es ist nicht wirklich viel, erwähnenswert ist eigentlich nur die Rezension von Armin Kleins „Leadership im Kulturbereich“. Darin empfiehlt Klein das „Management by Objectives“ als eine Methode, die den Kulturbetrieben am ehesten den Wandel zur „lernenden Kulturorganisation“ erlaube. Das Buch ist 2009 erschienen, es ist also an der Zeit, sich mal wieder Gedanken zum Thema Leadership zu machen, schließlich betrifft die digitale Transformation, von der Charlene Li spricht, auch den Kunst- und Kulturbereich.

Auf der Suche nach einem guten Einstieg bin ich auf das TED-Video von Roselinde Torres gestoßen, in dem sie sich mit der Frage beschäftigt, „What it takes to be a great leader“? In ihrem zehnminütigen Vortrag entwickelt sie drei Fragen, mit deren Hilfe sich Leadership im 21. Jahrhundert, wie sie es nennt, erfassen lässt:

  1. „Where are you looking to anticipate the next change to your business model or your life?“
  2. „What is the diversity measure of your personal and professional stakeholder network?“
  3. „Are you courageous enough to abandon a practice that has made you successful in the past?“

In ihren Folien versucht sie darauf, wenn auch nur kurz, einzugehen:

 

Vor allem die erste und die dritte Frage betrachte ich als Herausforderung, denn wo sind sie zu finden, die Innovatoren im Kunst- und Kulturbereich und welche Kulturbetriebe haben die Erfolgspfade der Vergangenheit verlassen? Wo sind sie, die Leader in Kunst und Kultur, die Torres beschreibt als die Männer und Frauen,

„who are preparing themselves not for the comfortable predictability of yesterday but also for the realities of today and all of those unknown possibilities of tomorrow“.

Wo sind sie, die Leader im Kunst- und Kulturbereich, auf die diese Beschreibung zutrifft?

6 Comments Join the Conversation

  1. War es in deinem Blog, dass ich las, dass es den neuen Beruf des „Installationsaufbauers“ gibt? Ich denke „Leader in Kunst und Kultur“ ist ebenfalls ein neues Berufsbild, so wie der Galerist, der Künstler und die Museumsmitarbeiter. Wie du schon schriebst, eine halbe Praktikantenstelle reicht nicht. Solche Stellen müssen von Dauer sein, um Konstanz im Netz zu erreichen.

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  2. Ich hoffe, so viel Werbung ist erlaubt😉 : In meinem Buch Kultur unternehmen stelle ich sechs Personen vor, auf die die Anforderungen zutreffen, die du in dem Post beschreibst. Ganz generell glaube ich, dass ein Blick in die freie Szene für dieses Thema sehr hilfreich ist. Dort entstehen neue Ansätze, Ideen und unternehmerische Initiativen, während ich bei den grossen, öffentlich finanzierten Häusern eher das Sammeln, Bewahren und Tradieren sehe.

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  3. Danke für die Literaturhinweise, zumal sie in dem Fall in zwei völlig verschiedene Richtungen gehen.

    @Susanne: Ich würde das Thema Leadership eigentlich auf der Vorstandsebene ansiedeln, denn hier wird entschieden, nach welchen Regeln der Kulturbetrieb funktioniert. Die Frage ist, ob und wenn ja, in welchem Ausmaß Beratung von außen sinnvoll ist.

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