Kreatives Europa
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Creative Europe: die Ergebnisse des ersten Calls

4 Kommentare

Über das neue EU-Förderprogramm Creative Europe habe ich ja schon vor einigen Monaten ein Blogpost geschrieben und auf die neuen inhaltlichen Schwerpunkte hingewiesen. Nun sind die Ergebnisse des ersten Calls veröffentlicht worden und es ist ganz spannend zu sehen, welche Projekte angenommen worden sind. Leider gibt es keine Kurzbeschreibungen, deshalb müssen wir uns beim Durchsehen mit den Titeln begnügen. Ich hoffe, die Projektinfos folgen irgendwann noch, denn bei vielen Projekten geht aus dem Titel nicht hervor, worum es im Vorhaben geht. Bei manchen Projekten wie dem „European Opera Digital Project“ oder „Virtual Sets: Creating and promoting virtual sets for the performing arts“ kann man zumindest erahnen, worum es darin geht. Etwas mehr Informationen wären aber sehr hilfreich.

Was viele sicher interessieren wird: Wie viele Projektanträge wurden gestellt und wie groß sind die Erfolgsaussichten? In der Kategorie der kleinen Kooperationsprojekte (3 Partner, max. 200.000 Euro, EU-Förderanteil max. 60%) wurden insgesamt 337 Projekte eingereicht, 37 erhielten eine Förderzusage. Damit liegt die Erfolgsquote bei 10,98%, was nicht besonders hoch ist. Bei den großen Kooperationsprojekten (6 Partner, max. 2 Mio. Euro, EU-Förderanteil max. 50%) wurden 74 Projekte eingereicht, 21 erhalten eine Förderung aus Brüssel, womit die Erfolgsquote bei 28,38% liegt. Es ist also schwer zu sagen, ob man sich eher für ein kleines oder großes Projekt entscheiden soll. Die Erfolgsaussichten sind bei den kleinen Kooperationsprojekten ziemlich gering, allerdings muss man auch berücksichtigen, dass nicht so viele Projekte eingereicht worden sind. Etwas besser waren prozentual gesehen die Chancen bei den großen Projekten, aber bei einer Quote von knapp 30 Prozent haben trotzdem nur 21 eine Förderzusage erhalten. Das ist bei der Vielzahl der Länder, die an diesem Programm teilnehmen können, keine sehr große Zahl.

Wer wissen möchte, welche Netzwerke Geld aus Brüssel bekommen, seit ein paar Tagen sind auch diese Ergebnisse online.

4 Comments Join the Conversation

  1. Eine interessante Auswertung. Gibt es auch Hinweise wie groß der Aufwand für die Anträge ist? Denn dieses ist ja immer einer der Kritikpunkt.
    Beste Grüße – FRank

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  2. @Frank: Ich habe gestern mit David Röthler darüber gesprochen, der ja auch die Antragstellung für andere übernimmt und beide sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass der Aufwand bei den kleinen Kooperationsprojekten eigentlich zu groß ist.

    Ich glaube, es lohnt sich nur dann, wenn man sich erstens schnell mit dem Prozedere vertraut macht und so den Aufwand minimiert und man zweitens mehrere Projekte einreicht (halt in Kooperation mit anderen, weil man selbst ja nicht beliebig viele einreichen darf) und so das Risiko minimiert. Bei einer Erfolgsquote von nur 10% ist das Risiko schon verdammt hoch.

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  3. Interessant ist, dass Österreich kein einziges Projekt genehmigt erhielt, obwohl zb das eingereichte Volumen bei den kleinen Projekten dem von Deutschland entspricht! Gibt es da zu wenig Know-how oder Unterstützung der Antragsteller?

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  4. Stimmt, wenn von 12 eingereichten Anträgen keiner eine Förderung bekommt, dann ist das schon zu hinterfragen. Unterstützung gab und gibt es durch den CCP eigentlich genug, ich vermute, dass es eher an den Projektideen liegt. Vielleicht haben sich die Antragsteller zu sehr an den Anforderungen des alten Programms orientiert? Aber um das analysieren zu können, bräuchten wir auch wieder die Projektbeschreibungen.

    Bei den längjährigen Projekten steht Österreich besser da, hier erhalten 3 von 5 eingereichten Projekten eine Förderung.

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