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#scry14: Wir haben tief gegraben

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Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: Sie haben diese Pralinen schon mal gekostet und wissen, dass sie verdammt gut sind. Nun liegt eine vor Ihnen und gleich dürfen Sie sie sich auf der Zunge zergehen lassen. Sie schmecken vielleicht sogar noch ein wenig besser als Sie es in Erinnerung haben. Und dann ist dieser Moment schon wieder vorbei und es bleibt Ihnen nur, sich auf die nächste Praline zu freuen.

So ähnlich geht es mir mit den stARTcamps und deshalb trifft es sich gut, dass der Produzent dieser Pralinen, das Dortmunder Unternehmen Pott au Chocolat auch Sponsor des stARTcamps RuhrYork ist. Das fand dieses Jahr im Dortmunder U statt, dem Zentrum für Kunst und Kreativität. Ich mag diese Architektur, und diese Dimensionen… wo ist schon so viel Platz für Kunst und Kultur?

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© Hannes Woidich

Die Anreise nach Dortmund war gar kein Problem, weil sich Rouven Kasten netterweise bereit erklärt hatte, mich vom Flughafen abzuholen. Mit der Bahn hätte ich das nach den Unwettern zwar auch irgendwie geschafft. Aber ganz sicher nicht so schnell. So konnte ich bei Tag eins des stARTcamp RuhrYorks dabei sein, an dem wie im letzten Jahr ein Bootcamp auf dem Programm stand. Angekündigt als Angebot für EinsteigerInnen in die Materie, kann man dort auch als „alter Hase“ noch ziemlich viel mitnehmen. Für mich war es zum Beispiel sehr hilfreich, mehr über das Thema Location Based Services zu erfahren. Welche Kultureinrichtungen nutzen denn schon iBeacon beziehungsweise wer weiß denn überhaupt, was das ist? Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, dann werfen Sie mal einen Blick in dieses Video (bzw. den Text), dort werden Sie sehen, was zum Beispiel Museen damit machen.

Wer nach diesem „Zirkeltraining“ noch nicht genug hatte, konnte beim Treffen der Social Web Investigators dabei sein. Frank Tentler, Gründer dieser Facebookgruppe, hatte zu einem Treffen eingeladen und ein sehr spannendes Programm zusammen gestellt. Gamification, Design und Recht waren die Themen. Altbekannte Gesichter wieder sehen, neue Gesichter kennen lernen, für mich ist der Austausch mit Anderen ein ganz wichtiger Bestandteil solcher Veranstaltungen. Irgendwann machte sich dann bei mir Müdigkeit bemerkbar, ich war ja doch ziemlich früh aufgestanden und wollte am nächsten Tag halbwegs fit sein.

#scry14

An diesem nächsten Tag stand dann das eigentliche stARTcamp auf dem Programm. Perfekt vorbereitet vom Organisationsteam (auch an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön!)

ging es um halb zehn mit Vorstellungsrunde und Sessionplanung los. Das besondere an dieser Vorstellungsrunde: Erlaubt sind der Name und drei Hashtags, mit denen man sich selbst beschreibt oder seine Interessen öffentlich macht. In der Vorbereitung auf diesen großen Moment wählen die TeilnehmerInnen ganz unterschiedliche Vorgehensweisen. Einige verwenden immer die gleichen Hashtags, andere lernen sie davor auswendig oder setzen sich in eine der hinteren Reihen, um sich seelisch darauf vorzubereiten.😉

Dann der große Moment: Wer bietet welche Sessions an? Um es kurz zu machen, am Ende standen jede Menge interessanter Themen auf der großen Tafel und es war schwer, sich zwischen den verschiedenen Sessions zu entscheiden. Los ging es für mich mit Christian Holst, der von seinen Erfahrungen mit bezahlten Facebookpostings berichtete (siehe dazu auch seinen Blogbeitrag „Content war King„). Das Opernhaus Zürich pusht auf diese Weise seit einiger Zeit bestimmte Postings und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Dank des Einbau eines Pixels lässt sich sehr genau feststellen, wer von diesem Posting aus in den Ticketshop „wandert“ und dort ein Ticket erwirbt. Die Kosten pro verkauftem Ticket seien auf Facebook wesentlich niedriger als auf allen anderen Kanälen, sagten Holst im Hinblick auf die Aktivitäten seines Opernhauses und stellte die Frage in den Raum, ob es nicht besser wäre, wieder mehr auf Push als auf Pull zu setzen? Eine in meinen Augen spannende Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt. Ich glaube, wer über eine entsprechend hohe Reputation verfügt, wie zum Beispiel die Oper in Zürich, kann auf diese Weise durchaus erfolgreich sein und die Kosten pro verkauftem Ticket verringern. Eher unbekanntere Kulturbetriebe werden da unter Umständen nicht so gut aussteigen, denn während die UserInnen dem Opernhaus vertrauen und so kurz entschlossen ein Ticket erwerben, muss dieses Vertrauen von den kleineren Betrieben erst aufgebaut werden. Die Konsequenz: Es werden sehr viel weniger UserInnen als Reaktion auf das Posting ein Ticket kaufen, die Kosten pro verkauftem Ticket sind also höher als beim Opernhaus Zürich.

Mit Zahlen und Statistiken ging es für mich weiter. Christian Gries zeigte am Beispiel des internationalen Museumstags, wie sehr sich die Welt in den letzten Jahren verändert hat. Ein Museum kann es sich heute eigentlich nicht leisten, nur analog aktiv zu sein. Gries beschäftigte sich mit verschiedenen Formaten, unter anderem den Tweetups, und versuchte die Vorteile herauszuarbeiten. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, das ist sein Motto und so versucht er gemeinsam mit den Kulturkonsorten Museen mit Hilfe neuer Formate und aktueller Zahlen davon zu überzeugen, im digitalen Raum aktiv(er) zu werden.

Danach war ich an der Reihe und beschäftigte mich in meiner Session mit den nächsten Schritten im Bereich Social Media Marketing. Hier sind die Folien zu finden, ich werde dazu aber noch ein eigenes Blogpost schreiben.

In der für mich letzten Session des Tages ging es um Vine-Videos. Als Nutzer der ersten Stunde und Anbieter von Workshops zu diesem Tool, das mittlerweile weltweit von 40 Mio. UserInnen verwendet wird, erklärte und zeigte uns Franz-Josef Baldus, wie sich diese maximal sechs Sekunden langen Videos auch für unser Marketing einsetzen lassen.

Fazit: Ich möchte die stARTcamps nicht missen, nicht nur weil man dort so nette Leute trifft, sondern weil ich dort sehr viel Neues erfahre und mich auf hohem Niveau mit anderen ExpertInnen austauschen kann. „Wir haben tief gegraben“ habe ich in Anlehnung an das Motto des stARTcamps RuhrYork dieses Blogpost überschrieben. Hier wurde dieses Mal wirklich tief gegraben un das tolle ist: Hier kann jede/r mitgraben.  Wen ich jetzt neugierig gemacht habe, sollte sich den 27. September 2014 vormerken. An diesem Tag findet in Köln das nächste stARTcamp statt. Von den 30 Early-Bird-Tickets sind im Moment nur noch zwei übrig, aber mit 20 Euro ist das normale Ticket auch nicht wirklich teuer.

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