Open Your Eyes (Cover)
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„Open Your Eyes“: ein eBook zeigt Street-Art in Düsseldorf

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Open Your Eyes (Cover)

„Open Your Eyes“, dieser Aufforderung kann in zweifacher Hinsicht Folge leisten, wer das Werk von Sebastian Hartmann in die Hand nimmt. Wobei es sich gar nicht wirklich in die Hand nehmen lässt, denn es ist ein eBook und ich hatte das Vergnügen, mir dieses „Buch“ in der enhanced iPad Edition anschauen zu dürfen.

„Open Your Eyes“ ist eine Einladung, zusammen mit Sebastian Hartmann Street-Art in Düsseldorf zu entdecken. Sein Streifzug durch die Bezirke Zoo, Flingern, Bilk und die City öffnet den Blick auf ganz unterschiedliche Werke. So ist in Bilk mit Decycle einer der derzeit aktivsten Künstler zu entdecken, dessen Werke Hartmann als „geheimnisvoll und technisch perfekt“ bezeichnet.

Little Red Bombing The Hood, Decycle

Seine Werke sind aber nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Bochum, Essen, Köln oder Berlin zu finden. Sein Bild vom Mädchen mit der Sprühdose war es, das Hartmanns Interesse für eine Form der Kunst geweckt hat, die hauptsächlich in den Städten anzutreffen ist.

Der Düsseldorf Bezirk Zoo ist unter anderem das Revier des Künstlers L.E.T., der Abkürzung für Les Enfants Terribles. Ein alter herunter gekommener Kiosk wird von ihm immer wieder mit neuen Motiven überklebt. Im Interview erfahren wir, dass es manchmal eine Ewigkeit dauert, bis er die richtige Wand für seine Kunstwerke gefunden hat. Fündig wird er dabei meist in den Bezirken Bilk, Derendorf und Zoo.

I Like Girls Because Boobs (L.E.T.)

Da Street-Art immer populärer wird, interessieren sich mittlerweile auch Galerien für diese Kunst und sorgen so für den Erhalt vieler Kunstwerke, die sonst Gefahr laufen, recht schnell wieder aus dem Straßenbild zu verschwinden. Schließlich wird Street-Art bei uns immer noch als Sachbeschädigung strafrechtlich verfolgt. Links zu Galerien, die sich darauf spezialisiert haben, findet man im eBook.

Womit wir schon beim zweiten Zugang zu „Open Your Eyes“ wären, denn dieses eBook öffnet einem nicht nur die Augen, was die Straßenkunst in Düsseldorf angeht, sondern zeigt auch, welches Potenzial eBooks heute haben. Vorbei sind die Zeiten, wo die Umwandlung in ein PDF bereits als eBook durchging. Hartmann zeigt zusammen mit dem 11punkt Verlag, bei dem dieses Werk erschienen ist, was mittlerweile in diesem Bereich möglich ist. Vor allem auf dem iPad besticht die Qualität der Bilder, die Menüführung erlaubt ein schnelles Blättern zwischen den einzelnen Kapiteln, was bei 160 Seiten ein großer Vorteil ist. Einzelne Seiten enthalten Galerien, in den man die Werke einzelner KünstlerInnen durchblättern kann, überall finden sich Verweise und Links auf die Internetpräsenzen und einzelne Videos, was das eBook als offenes Medium erscheinen lässt, das sich vom klassischen Buch damit schon recht weit entfernt.

Da Street-Art eine recht vergängliche Kunst ist, fordert Sebastian Hartmann die LeserInnen auf, neu entdeckte Kunstwerke über Twitter zu posten. Der dabei verwendete Hashtag sorgt dafür, dass die Sammlung immer auf dem neuesten Stand bleibt.

Dieses eBook wird vermutlich in ein paar Jahren als Meilenstein in der Entwicklung des eBooks gesehen werden. Es lohnt sich also, in dieses eBook hineinzuschauen. Nicht nur wegen der Kunstwerke, die darin zu finden sind, sondern weil es auch wunderbar das Potenzial dieses Formats aufzeigt. Vor allem Kulturbetriebe, die darüber nachdenken, wie ihre Programme zukünftig aussehen, sollten einen Blick darauf werfen. Hartmann hat zu Recht in einem Blogbeitrag die Frage aufgeworfen, ob interaktive eBooks nicht die Ausstellungskataloge der Zukunft seien. Die Antwort darauf müssen die Kulturbetriebe selbst geben, Möglichkeiten gibt es viele.

6 Comments Join the Conversation

  1. Pingback: 41. Treffpunkt KulturManagement: eBooks, eine Chance für die Kultur? | Das Kulturmanagement Blog

  2. @Annette Kunow: Das ist aber in diesem Fall nur begrenzt möglich, weil einzelne Seiten Bildergalerien enthalten und der Ausdruck immer nur ein Bild zeigt. Aber wird sich das nicht im Laufe der Zeit ändern, wenn der ständige Onlinezugang selbstverständlich ist und wir einfach unser Smartphone, Tablet-PC oder eBook-Reader nehmen, um das eBook zu zeigen?

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