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Crowdfunding auf Patreon: Abo statt Kampagne

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Crowdfunding hat in den letzten Monaten im Kunst- und Kulturbereich enorm an Bedeutung gewonnen. Immer häufiger starten KünstlerInnen und Kultureinrichtungen Kampagnen, um ihre Vorhaben realisieren zu können. Die Zahl derer, die damit Erfolg haben, ist gar nicht so gering, was auch damit zu tun hat, dass es oftmals um eher kleine Summen geht. Auf der anderen Seite nimmt aber auch die Zahl der Projekte zu, die es schaffen, sechsstellige Beträge einzusammeln

So positiv sich das Crowdfunding entwickelt, so bleiben doch zwei Punkte zu bedenken. Eine Crowdfunding-Kampagne kostet erstens viel Energie und Ressourcen und zweitens gibt es viele KünstlerInnen, die ihre Arbeit nicht in Projekten strukturieren und deshalb keine Möglichkeit haben, eine Kampagne zu lancieren. Nicht jede MusikerIn kann gleich ein ganzes Album herausbringen, nicht jede SchriftstellerIn verfasst gleich einen ganzen Roman, sondern vielleicht nur ab und zu eine Kurzgeschichte.

Hier greift das Prinzip der Crowdfundingkampagne nicht und daher kommt für viele KünstlerInnen Crowdfunding bis jetzt nicht in Frage. Das kann sich jetzt ändern, denn Jack Conte und Sam Yam bieten auf ihrer Plattform Patreon ein neues Modell an, das sich wohl am ehesten als Crowdfunding-Abo bezeichnen lässt. Nicht alle KünstlerInnen denken, wie gesagt, in Projekten. Wer regelmäßig Kurzfilme produziert, Lieder komponiert oder Gedichte schreibt, der sollte sich diese Plattform mal näher ansehen, denn hier haben Fans die Möglichkeit, KünstlerInnen nicht nur einmalig, sondern pro Werk zu unterstützen. Die Höhe des Betrages können sie selbst festlegen, los geht es mit einem Dollar. Das folgende Video zeigt, wie Patreon funktioniert:

Jack Conte, der selbst Künstler ist, hat mittlerweile knapp 900 UnterstützerInnen gefunden, die ihn bei jedem in nächster Zeit produzierten Video mit 6.425 USD unterstützen. Jordan Reyne schreibt Geistergeschichten und erhält derzeit von 6 UnterstützerInnen 18 USD pro Geschichte. Auch KünstlerInnen aus dem deutschsprachigen Raum haben Patreon mittlerweile entdeckt. Während die Sängerin der Gruppe Johna, Nadine Krämer immerhin schon von 14 UnterstützerInnen 93 USD pro Song erhält, wartet man bei der Wiener Filmproduktionsfirma rockvideo.at noch darauf, dass jemand ihre Idee, Filme von Livekonzerten zu produzieren, honoriert.

Mir gefällt die Idee, weil es Fans auf diese Weise möglich ist, die Arbeit von KünstlerInnen, die sie schätzen, kontinuierlich zu unterstützen. Nicht nur die Gegenleistungen, auch die Erlösmodelle können dabei sehr unterschiedlich aussehen. Während ich als Unterstützer der Gruppe Johna für 5 USD jeden Song in digitaler Form erhalte, bietet mir Jack Conte für diese Summe Tipps und Tricks für meine eigene Audioproduktion an. Seine Songs verschenkt er lieber. Auch ohne ihn zu unterstützen, kann ich mir seine neue EP von der Patreon-Seite downloaden.

KünstlerInnen, die in Prozessen und nicht in Projekten denken und arbeiten, werden von diesem Modell profitieren. Das funktioniere aber nur dann, schreibt Jan Tißler in seinem Artikel „Wie Jack Contes ‚Patreon‘ Künstler und Fans vereint“ im Upload-Magazin, wenn man über eine engagierte Fangemeinde verfügt. Hier gibt es also Gemeinsamkeiten zum „klassischen Crowdfunding“, zu den Kampagnen. Wer seiner Kunst am liebsten unter Ausschluss der Öffentlichkeit nachgehe, schreibt Tißler weiter, werde von den neuen Möglichkeiten nicht profitieren. Das heißt, an Social Media führt wohl auch hier kein Weg vorbei.

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