Plakat Salon der Angst
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Die Kunsthalle Wien und das stARTcamp: keine Angst vor Social Media

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Wenn morgen hier in Wien das erste stARTcamp über die Bühne geht, dann ist das zu einem ganz großen Teil der Verdienst von Michael Wuerges, der in der Kunsthalle Wien für Marketing und Strategie verantwortlich ist. Als er mich im März fragte, ob ich nicht Lust auf ein stARTcamp in Wien hätte, war ich natürlich sofort dabei. Gewollt hatte ich ja schon länger, aber wie das so ist. Die Zeit ist knapp und so verschiebt man die Sache Monat um Monat, Jahr um Jahr.

Deshalb bin ich ihm sehr dankbar, dass er mich im Frühjahr angesprochen hat. Erstens glaube ich, gibt es für solche Veranstaltungen keinen besseren Orte als die, an denen Kunst stattfindet. Und in diesem speziellen Fall haben wir zweitens das Glück, inmitten einer noch nicht fertig aufgebauten Ausstellung sein zu dürfen. Der Werkstattcharakter, den so ein stARTcamp hat, setzt sich also räumlich fort.

Was aber veranlasst einen Kulturbetrieb, ein stARTcamp zu organisieren? Diese und ein paar andere habe ich Michael Wuerges gestellt.

Christian Henner-Fehr: Morgen geht es los, wir sprechen einen ganzen Tag lang über Social Media im Kunst- und Kulturbereich. Nutzt Du selbst eigentlich auch Facebook, Twitter und all die anderen Netzwerke und Plattformen? Oder reicht es Dir, Dich beruflich damit zu beschäftigen?

Michael Wuerges: Natürlich bin ich selbst auf Facebook. Twitter nutze ich aber nur für die Kunsthalle Wien.  Wenn ich aber so nachdenke hast du recht: Seit dem ich viel für die Kunsthalle mache, das machen wir im Team, bin ich sehr viel weniger privat in den sozialen Netzwerken unterwegs. Als Deutscher in Wien hatte ich früher einen Blog mit typisch österreichischen k. u k. Rezepten. Dazu komme ich leider nun zeitlich nicht mehr.

Christian Henner-Fehr: Sehr häufig wird im Zusammenhang mit Social Media vom Wunsch nach Vernetzung gesprochen. Ist das einer der Gründe, warum morgen bei Euch das stARTcamp stattfindet und wenn ja, mit wem wäre es für die Kunsthalle Wien interessant, sich zu vernetzen?

Michael Wuerges: Ja, du hast Recht, Vernetzung ist nicht unwichtig. In der Kunsthalle Wien geht es uns nicht nur um Vernetzung, sondern um Service für unsere Besucher. Deshalb fragen wir sie auch ganz aktiv nach Ihren Erwartungen. So schreiben wir zum Beispiel auf jedes Plakat gleich den jeweiligen Hashtag der Ausstellung oder Veranstaltung. Das war ein Wunsch unserer Besucher dem wir nachgekommen sind. Das macht keine Kultureinrichtung im deutschsprachigen Raum.  Wir versuchen uns also, mit unseren Besuchern enger zu vernetzen.

Plakat Salon der Angst

Christian Henner-Fehr: Ab 6. September wird bei Euch die Ausstellung „Salon der Angst“ zu sehen sein, in der es um die „künstlerische Auseinandersetzung mit den Ängsten unserer Zeit“ geht, wie es auf Eurer Webseite heißt. Künstlerisch werden wir uns zwar morgen nicht damit auseinandersetzen, aber Angst und Unsicherheit begegnen einem oft, wenn von Social Media die Rede ist. Ist es in Deinen Augen sinnvoll, wenn Kultureinrichtungen sich aktiv darum bemühen, zum Beispiel durch solche Veranstaltungen, diesen Ängsten zu begegnen. Und zwar nach Innen und nach Außen?

Michael Wuerges: Absolut. Das ist mit einer der Gründe denke ich, warum wir zusammen dieses stARTcamp machen. Meiner Meinung nach muss man vor Social Media überhaupt keine Angst haben. Im Zusammenhang mit Social Media höre ich ganz oft Schlagworte wie Datensicherheit, Kontrollverlust, Shitstorm usw. Natürlich kann gerade durch eine Öffnung einer Institution nach außen etwas Unvorhergesehenes passieren, dennoch plädiere ich immer wieder zu mehr Mut im Umgang mit unseren Zielgruppen, die die Sozialen Kanäle benutzen. Wir alle machen unsere Jobs gut und haben nichts zu verbergen. Wieso sollen wir unsere Besucher nicht schon ganz früh in unsere Projekte involvieren? Wieso sollen sie nicht Teil unserer Projekte sein? Zu „Salon der Angst“ werden wir versuchen einen sehr ungewöhnlichen Weg in Sachen Social Media zu gehen. Verraten kann ich leider noch nichts, es wird dir aber sicher auffallen.

Christian Henner-Fehr: Ein stARTcamp lebt von den Ideen und dem Input der TeilnehmerInnen. Welche Session wünschst Du Dir morgen?

Michael Wuerges: Vielleicht ist es tatsächlich die: „Wie verliert man die Angst vor Social Media!“

Christian Henner-Fehr: Morgen geht es um das Thema Social Media. Angesprochen haben wir vor allem die Menschen, die sich damit im Bereich von Kunst und Kultur beschäftigen. Kannst Du Dir vorstellen, dieses Format auch auf Eure inhaltliche Arbeit zu übertragen und auf diese Weise Euer Publikum anzusprechen? Also zum Beispiel im Zusammenhang mit Eurer kommenden Ausstellung ein Barcamp, bei dem es um die „kulturelle Prägung individueller wie kollektiver Angsterlebnisse und –ereignisse“ geht, ein Zitat, das ich Eurem Ankündigungstext entnommen habe.

Michael Wuerges: Gute Frage. Natürlich kann ich mir das vorstellen. Die Kunsthalle Wien ist ja das Haus der Stadt Wien für internationale zeitgenössische Kunst und Diskurs. Da würde ein Barcamp zu Thema Angst tatsächlich sehr gut passen. Ich werde mit unserem Direktor und der Dramaturgin des Hauses darüber sprechen. Beiden ist Social Media nämlich sehr wichtig.

Christian Henner-Fehr: Danke für Deine Antworten und viel Spaß morgen beim stARTcamp!

Michael Wuerges: Danke dir, dass wir zusammen das erste stARTcamp Österreichs bei uns in der Kunsthalle Wien machen. Ich freu mich riesig auf das stARTcamp morgen und auf alle Kollegen/innen die mit dabei sein werden. Ich bin echt gespannt auf die Themen die wir zusammen besprechen werden.

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