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Denkfest 2013: Social Marketing oder die Angst vor dem Kontrollverlust

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Wenn ich heute zu Gast beim Denkfest 2013 in Worms sein darf, dann dreht sich mal wieder alles um das Thema Social Media im Kunst- und Kulturbereich. Für mich ist es in der Vorbereitung immer wieder interessant, die Folien anzuschauen, die ich für frühere Veranstaltungen erstellt habe. Es hat sich ein Grundgerüst herausgebildet, aber darum gruppieren sich immer wieder neue Elemente. Aber hier sind erst einmal die Folien für heute:

Der vielleicht wichtigste Punkt: Märkte sind Gespräche“. So lautet die erste These des Cluetrain Manifests, womit auf die ursprüngliche Bedeutung eines Marktes, eines Marktplatzes angespielt wird. Meist stehen diese Gespräche für Kultureinrichtungen nicht im Vordergrund, wenn sie aufgrund leerer Kassen und/oder leeren Plätzen auf das Social Web setzen. Wobei das Social Web sich für viele auf Facebook reduziert.

Einer der Gründe liegt wohl in der Angst vor dem Kontrollverlust und der Tatsache, dass die Zeiten undirektionaler Kommunikation vorbei sind und sie sich heute Netzwerken gegenübersehen, in denen Peer-to-Peer-Kommunikation möglich und auch üblich ist. Ausgelöst worden ist das durch die sozialen Technologien, die, wie Charlene Li, in ihrem Buch „Open Leadership“ schreibt, die Führungskräfte in eine Dilemma stürzt, die einerseits von den Möglichkeiten des Social Web fasziniert sind, andererseits aber den macht- und Kontrollverlust fürchten.

Li vertritt die Ansicht, dass die Abgabe von Kontrolle die einzige Möglichkeit ist, Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen und Entwicklungen zu beeinflussen. Gut funktionierende Beziehungen basieren eben nicht auf Kontrolle, sondern auf Vertrauen. Wem dieses Vertrauen entgegengebracht wird, geht damit, so Li, verantwortungsbewusst um und trägt dazu, dass die Ziele des, in dem Fall, Kulturbetriebs auch erreicht werden können. Diese neuen Beziehungen zu MitarbeiterInnen, Publikum und PartnerInnen aufzubauen, bezeichnet sie als Open Leadership, was sie definiert als:

“ (…) having the confidence und humility to give up the need to be in control while inspiring commitment from people to accomplish goals.“

Vor diesem Hintergrund fällt es vermutlich viel leichter, sich im Social Web zu bewegen, die Menschen neugierig zu machen, ihnen Kundendienste anzubieten oder Communitys zu unterstützen. Dafür braucht es Inhalte, weshalb das Content Marketing oder das Storytelling derzeit so hoch im Kurs stehen.

Aber es klafft eine Lücke zwischen den, in dem Fall, UserInnen und dem Content, den wir produzieren. Er sollte hochwertig sein, gar keine Frage. Aber das Thema muss mich auch ansprechen, es muss für mich relevant werden. Die Tatsache, dass es diese hochwertigen Inhalte gibt, reicht noch nicht, ich muss die Lücke auf irgendeine Weise schließen. Viele setzen dabei auf Gamification und hoffen auf das, was Jeff Jarvis so treffend als unerwartete Relevanz bezeichnet hat. Etwas beginnt uns plötzlich zu interessieren und dann ist es wichtig, dass sie da sind, die guten Inhalte. Oder ich setze eben auf Gespräche, womit wir wieder beim Anfang und beim Titel der Präsentation wären.🙂

Jetzt wissen Sie schon so ungefähr, was ich heute beim Denkfest in Worms erzählen werde und können sich vielleicht unter den Folien ein klein wenig mehr vorstellen.😉

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