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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil I)

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Vor einigen Tagen listete Dominik Ruisinger in einem Blogbeitrag fünf Tools auf, die seiner Ansicht nach 2013 auf dem Social Media-Friedhof landen werden. In dieser Liste taucht auch das Social Bookmarking-Dienste auf, von dem er schreibt:

„Vom Gefühl her ist das Social Bookmarking generell praktisch tot, da dies in andere Tools immer stärker integriert wird.“

So ganz falsch liegt er da vermutlich nicht, interessant war aber die sich anschließende Diskussion, deren Ergebnis zusammengefasst war, dass die Heavy-UserInnen diese Dienste zwar in Anspruch nehmen, alle anderen wissen aber meist gar nicht, was das ist. Auch in meinen Seminaren und Workshops stelle ich fest, dass praktisch niemand damit arbeitet. Die Schlussfolgerung aus dieser Diskussion lautete: wir sollten mehr über die Vorteile von Social Bookmarking aufklären. Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Sehr oft höre ich die Klage, man würde ja gerne Social Media nutzen, hätte aber keine Zeit dafür. Das mag sein, aber ich denke, wer Social Bookmarking-Dienste in Kombination mit RSS-Feeds verwendet, spart sich dadurch viel Zeit und könnte die dann für andere Social Media-Aktivitäten nutzen.

Ich möchte Ihnen in einer kleinen Serie gerne zeigen, wie ich die beiden Instrumente dafür nutze, den Überblick über die vielen Informationen, die mir das Internet bietet, nicht zu verlieren und mit den Inhalten auch arbeiten zu können. Konkret bedeutet das: Mit Hilfe von RSS-Feeds informiere ich mich darüber, ob auf einer Seite neue Inhalte dazu gekommen sind und die Social Bookmarking-Dienste erlauben es mir, einzelne Artikel abzuspeichern und später wiederzufinden.

Wie finde ich den RSS-Feed?

RSS steht für Really Simple Syndication, wie der Wikipedia-Eintrag erläutert und stellt so eine Art Nachrichtenticker dar. Indem ich den RSS-Feed einer Seite abonniere, muss ich nicht mehr extra auf diese Seite gehen, um herauszufinden, ob dort neue Inhalte online gestellt worden sind. Viele Seiten verfügen mittlerweile über dieses äußerst praktische Angebot, das bei Seiten mit vielen Inhalten, aber auch bei Seiten, auf denen nur gelegentlich etwas veröffentlicht wird, Sinn macht. Während ich etwa bei den Online-Ausgaben der Zeitungen die Möglichkeit habe, die einzelnen Bereiche wie Kultur, Wirtschaft, etc. zu abonnieren und mich so auf das konzentrieren kann, was mich wirklich interessiert, hilft mir der RSS-Feed bei kleinen Seiten, auf einen neu erschienenen Beitrag aufmerksam zu werden. Ansonsten würden ich diese Seite wohl vergessen, wenn nach dem dritten Besuch immer noch kein neuer Content angeboten wird.

Stellen Sie sich vor, was es Sie an Zeit kostet, wenn Sie viele Seiten haben, die Sie regelmäßig besuchen und dort nur alle paar Wochen oder gar Monate fündig werden. Der Zeitverlust mag sich bei einer einzelnen Seite in Grenzen halten, aber wenn es mal mehr als 20 Seiten sind, belastet das vermutlich Ihr Zeitbudget. Hinzu kommt: Es macht keinen Spaß, ständig festzustellen, dass man eine Seite umsonst besucht hat. Da es in diesem Fall darum geht, über neue und damit wechselnde Inhalte informiert zu werden, spricht man in diesem Fall von dynamischen Lesezeichen.

Wie können Sie nun einzelne Seiten abonnieren, um auf diese Weise über neue Inhalte informiert zu werden? In einem ersten Schritt müssen Sie herausfinden, ob die Seite überhaupt einen RSS-Feed anbietet. Häufig finden Sie auf einer Seite ein orangefarbiges Icon wie zum Beispiel auf dieser Seite hier.

RSS

Sehr oft ist dieses Icon aber leider nicht zu finden. Und wenn es ansonsten auch keinen Hinweis auf den RSS-Feed gibt, dann wird es schwierig. Vorausgesetzt, es gibt überhaupt einen Feed.😦

Das finden Sie aber mit Hilfe Ihres Browsers raus, je nachdem, welchen Browser Sie verwenden, mit oder ohne Addon.

Chrome Mit diesem Browser arbeite ich sehr oft und sehr gerne. Um an die RSS-Feeds zu kommen, verwende ich den Feed Finder „Slick RSS. Wenn man die kleine App installiert, bekommt man in der Adresszeile wieder das kleine orangefarbene Icon angezeigt. Das sieht dann so aus:

RSS (Chrome)

Im Firefox-Browser finden Sie das Icon in der Symbolleiste, allerdings ist es schwarz und nicht orange. Wenn Sie daraufklicken, öffnet sich im Menüfenster das Angebot an RSS-Feeds.

RSS Firefox

Sollten Sie das Icon nicht finden, müssen Sie es erst in die Symbolleiste ziehen. Über <Ansicht> <Symbolleisten> und <Anpassen> gelangen Sie zu einer Sammlung verschiedener Icons und ziehen dann das RSS-Symbol mit der gdrückten linken Maustaste in Ihre Symbolleiste. Fertig.

Bleibt noch der Internet Explorer 9 von Microsoft:

RSS IE9

In der Befehlleiste finden Sie wieder unser altbekanntes Icon. Was passiert, wenn Sie es anklicken, zeigt der Screenshot. Falls Sie die Befehlleiste nicht sehen, müssen Sie sie über die Menüleiste aktivieren (<Ansicht> <Symbolleisten>). Wenn die auch nicht zu sehen sein sollte, reicht es die ALT-Taste zu drücken.

Auf diese Weise sollten Sie im Browser Ihrer Wahl eigentlich sämtliche RSS-Feeds aufspüren. Sie können sie so natürlich auch gleich abspeichern. Allerdings sind Sie dann immer an diesen Computer und den jeweiligen Browser gebunden. Natürlich lassen sich die Lesezeichen oder Favoriten mittlerweile synchronisieren, aber halt nur von Chrome zu Chrome, aber nicht von Chrome zu Firefox, also zwischen den verschiedenen Anbietern.

Ich verwende deshalb einen Online-Feedreader, auf den ich von jedem Internet-fähigen Computer zugreifen kann. Wer immer nur an einem Arbeitsplatz sitzt und auch nicht mehrere Geräte nutzt, der wird vielleicht darauf verzichten. Für mich kommt das allerdings nicht in Frage, aber nachdem die Bedürfnisse sehr unterschiedlich sein können, möchte ich die Browser-Variante auch nicht völig ausschließen.

Welche Online-Feedreader es gibt und welchen ich nutze, dazu mehr im nächsten Beitrag.

Hier geht es zu „Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil II)

8 Comments Join the Conversation

  1. Lieber Christian,
    lass‘ mich bitte mal ganz anmassend sein: stellvertretend für alle kürzlichen Internet-Einsteiger und wagemutige Digital-Divide-Überspringer und (noch) zögerlichen Prädigitalnatives möchte ich „Danke“ sagen dafür, dass du wieder einmal eine Reihe von Blogposts den grundlegenden Arbeitstechniken widmest!
    Ich kann es nur aus den Erfahrungen mit meinem persönlichen Umfeld sagen: Es gibt noch soooo viele Leute, für die das Internet bei eMail und Google endet. Es ist super, wenn ich denen dann eine eMail schicken kann mit einem Link zu so einem Artikel wie diesem hier.
    Ich selbst habe seinerzeit (2009) den entscheidenden „Kick“ bekommen durch diesen: http://bit.ly/WhrPPS Blogpost – und soeben konnte ich ihn auch sofort problemlos in meinen Bookmarks wiederfinden…😉

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  2. Hallo Christian
    Ein super Artikel, den ich gerne vor ein paar Monaten gelesen hätte, das hätte mir viel Lese-und Sucharbeit erspart. Ich bin schon auf die Infos des nächsten Beitrags gespannt. Viele Grüsse Beate

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  3. Jemand wie ich sollte Slick RSS wahrscheinlich kennen. Aber ich kannte es nicht! Und deshalb möchte ich recht herzlich Danke sagen. Ist eine richtig gute Erweiterung (so mein Fazit nach eintägiger Nutzung)!

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  4. Pingback: Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 22. Januar « GEDANKENSPIELE by Dominik Ruisinger

  5. Danke @Spoxx und @Beate!
    @Axel: Gerne, aber denk Dir nichts, ich habe das Tool auch nur durch einen Zufall kennengelernt. Such mal im Chrome Webstore nach solchen Tools und Du wirst sehen: Die Wahrscheinlichkeit, genau dieses Tool zu finden, ist recht klein.😉

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  6. Pingback: Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil II) « Das Kulturmanagement Blog

  7. Pingback: Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil III) « Das Kulturmanagement Blog

  8. Pingback: Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil IV) « Das Kulturmanagement Blog

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