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Meine Themen für 2013: Contentstrategien, Storytelling und Gamification

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© S. Hofschlaeger ; Pixelio

Das „Web 2.0 gibt es schon lange„, schrieb ich vor fast sechs Jahren und bezog mich dabei auf den von Wolf Lotter in brand eins veröffentlichten Artikel „Elementarteilchen„. Heute gibt es das Web 2.0 schon so lange, dass man gar nicht mehr Web 2.0 dazu sagt. Viele Kultureinrichtungen und KünstlerInnen sind mittlerweile im Social Web angekommen, wie es heute meist genannt wird. Obwohl sich das mit dem „social“ vermutlich auch bald erledigt haben wird und wir dann wie früher einfach nur noch vom Web sprechen werden.

Aber irgendwie funktioniert dieses (Social) Web nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben. Was bringt uns Social Media denn wirklich? Rechnen sich die Kosten dafür? Connie Bensen hat schon das Jahr 2010 als „The Year of Social Media ROI“ angekündigt. Zumindest bei uns ist das Thema noch nicht ganz angekommen. Hinzu kommt die steigende Zahl an Netzwerken. Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing und nun auch Google+, wer hat genügend Ressourcen, um für alle diese Kanäle die geeigneten Informationen zu erstellen, wobei die Frage offen bleibt, wie diese Inhalte denn auszusehen haben?

Auf allen Plattformen gibt es immer wieder Änderungen, die einen dazu zwingen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Und wer dann einen klugen Rat sucht, sieht sich einer Masse an Social Media-BeraterInnen gegenüber, aus der heraus man dann den oder die Richtige finden muss, ohne genau zu wissen, nach welchen Kriterien man eigentlich aussuchen soll. Wenn dann noch Bücher auftauchen wie etwa „Social Media is Bullshit„, dann können schon Zweifel auftauchen, ob das wirklich so eine gute Idee war, auf Social Media zu  setzen.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Social Media wichtig ist für den gesamten Kunst- und Kulturbereich. In den letzten Jahren ging es vor allem darum, den Weg dorthin zu finden und sich im Social Web einzurichten. Viele haben sich auf den verschiedenen Plattformen niedergelassen und zu experimentieren begonnen. Aber wie geht es jetzt weiter? Wie sieht der nächste Schritt aus?

Es geht darum, so denke ich, die Aufmerksamkeit nun verstärkt auf die Inhalte zu lenken. Gelingen kann das mit Hilfe von Contentstrategien, ein Thema, mit dem sich in den USA die ExpertInnen schon eine ganze Weile beschäftigen. Kristina Halvorson, die mit „Content Strategy for the Web“ (Print, eBook; Affiliate Link) die Bibel für diesen Ansatz verfasst hat, definiert Content Strategy als „the practice of planning for the creation, delivery and governance of useful, usable content“. Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht, denn es geht hier nicht nur um editorische und kuratorische Aufgaben, sondern auch um die Beschäftigung mit Themen wie SEO, Informationsarchitektur oder die Frage, über welche Kanäle die Inhalte verbreitet werden sollen? Contentstrategien werden für mich eines von drei Themen sein, mit denen ich mich in diesem Jahr intensiv beschäftigen möchte.

Thema Nummer zwei ist und bleibt das Storytelling. Schon in den letzten beiden Jahren stand es auf meiner Agenda, ich werde weiterhin dranbleiben, denn Geschichten wie beispielsweise „Snow Fall: The Avalanche at Tunnel Creek“ zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt. Storytelling wird nicht nur hier im Blog ein wichtiges Thema sein, sondern mich auch in anderen Formaten beschäftigen. In Kulturkonzepte 2.0 ist Storytelling das Thema des Monats Januar und auch auf der stART13 wird es eine wichtige Rolle spielen (aber dazu in den nächsten Tagen mehr).

Und noch ein drittes Thema liegt mir am Herzen: Gamification. Gamification ist viel mehr als ein Spiel, habe ich vor wenigen Tagen ein Blogpost überschrieben und darauf hingewiesen, dass es gar nicht so einfach ist, die Menschen intrinsisch zu motivieren, sich mit Kunst oder Kultur zu beschäftigen. Der Einsatz spieltypischer Elemente und Prozesse kann hier eine große Hilfe sein. Wie das konkret aussehen kann, werde ich hoffentlich in den nächsten zwölf Monaten herausfinden und hier beschreiben.

Für mich besteht eine sehr enge Verbindung zwischen diesen Themenbereichen, die aber alle drei nur dann eine Erfolgschance haben, wenn eines nicht fehlt: Social Media. Aber es geht nicht mehr so sehr darum, wie Social Media funktionieren, sondern mit Hilfe welcher Mechanismen sie sich erfolgreich nutzen lassen. Womit wir dann auch wieder beim Thema ROI wären.😉

6 Comments Join the Conversation

  1. „…. es geht nicht mehr so sehr darum, wie Social Media funktionieren, sondern mit Hilfe welcher Mechanismen sie sich erfolgreich nutzen lassen. “ !!! Hallo Christian, dieses kann ich nur unterstreichen. Nach zwei Blogparaden gemeinsam mit 10 oder 6 Künstler und der Begleitung von mehreren Ausstellungsprojekten bin ich ein Verfechter der Zusammenarbeit im Web, wie im realen Leben. Die Kunst besteht darin, die richtigen Partner zu finden, um dann eine eine Idee gemeinsam umsetzen. Was mich interessieren würde, wäre mal ein gemeinsames Projekt über mit Künstler Ländergrenzen hinweg oder als Künstler gemeinsam mit Galerien und Museen … Also wer Lust und Idee hat, ich bin für jede „Schandtat“ bereit😉

    Ich wünsche Dir viel Erfolg im neuen Jahr.
    Beste Grüße von der Ostsee
    Frank

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  2. Pingback: Contentstrategy und Contentmarketing: Wie komme ich zu meinem Content? | Das Kulturmanagement Blog

  3. Pingback: Mein Thema für 2014: #connect | Kulturmanagement Blog

  4. Oh, wie du schon sagtest ist Social-Media auf keinen Fall nutzlos. Was den ROI von Social Media angeht frag doch einfach mal jemanden was ihr ROI von Printwerbung, Fernsehwerbung, Radiowerbung, Plakatwerbung oder sonst was, ist? Je nach dem was das Unternehmen halt macht. In der Regel gibt es da auch keinen genauen. Die Antwort ist dann meistens: „Das macht man halt. Mache ja alle.“

    Der Punkt ist, dass die Menschen und Organisationen ein völlig falsches Bild von Medium haben. Sie denken, dass Facebook, Blogs & Co eine evolutionäre Weiterentwicklung vom Fernsehen, Radio und Print ist. BULLSHIT.

    Das waren nämlich alles ‚One-Way-Kommunikations-Tools‘. Jetzt haben wir ‚DialogTools‘. Das ist ein völlig anderes Medium und verlangt somit auch eine andere Denkweise.

    In diesem Bezug möchte ich auch anmerken das ich glaube, dass es sich weniger um eine Herausforderung des richtigen Content als vielmehr des richtigen Kontext handelt. Content bedeutet pushen. Das Unternehmen schreibt was und ‚pusht‘ es nun in allen möglichen Kanälen damit möglichst viele es lesen. Die Menschen sind aber eher zum kommunizieren auf Facebook & Co. und weniger zum reinen konsumieren.

    Es geht nun darum was der einzelne möchte und danach müssen sich die Unternehmen richten. Das heißt Kontext mit Individuen schaffen. Der Content kommt dann automatisch. Und zwar so, wie es dem Einzelnen gefällt. Und dies unterschiedet auch die ganzen Plattformen. Jede Plattform (die eine Weile besteht) erfüllt ein gewisses Kriterium. Die Menschen sind aus einem anderen Grund auf Twitter, als auf Facewbook. Pinterest ’spricht eine andere Sprache‘ als WordPress, Xing, oder linkedIn, und so weiter.

    Die Unternehmen, die dies verstehen bauen eine persönliche Beziehung zu Menschen auf, die nur schwer einfach wieder von einem Konkurrenten zu knacken ist. Aber es handelt sich halt um Dialoge. Das heißt bevor ein Sale passiert (um mal über den ROI nachzudenken) wird geredet, kommuniziert, diskutiert, gelacht, geweint, gefühlt, und so weiter.
    Es ist halt ’social‘. Es würde ja auch nicht funktionieren wenn man auf einer Party ist und nie zuhört und auf den gegenüber eingeht sondern nur sagt: „Kauf mein neues Buch“. „Hi, geh in den Shop und kauf.“ „Freut mich dich zu sehen, und kauf doch auf Amazon.“🙂
    Keiner würde dich mehr auf die Party einladen!

    Socialmedia erschafft einen Paradigmenwechsel: Von Push zu Pull. Und genau so muss man es auch angehen. Da Unternehmen (bzw. ihre Mitarbeiter) jedoch immer noch im Push-Denken gefangen sind, ist dies eine große Herausforderung. Im reden (Content) sind sie in der Regel nämlich gut, im zuhören und Dialog (Kontext) jedoch meistens wie Kleinkinder. Immer nur „Ich will, ich will, ich will.“

    Mein Unternehmen ist eine Full-Service-Gamification Beratung, jedoch übernehmen wir inzwischen auch manchmal die Socialmediabetreuung unserer Kunden – genau aus diesem Grund🙂

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  5. Danke Roman, so sehe ich das auch. Gerade Facebook wird oft mit einer Plakatwand verwechselt, an der gefälligst alle vorbeizuschauen haben. Wie Du richtig schreibst, geht es ganz stark auch um den Kontext. Vor allem im Kunst- und Kulturbereich können es sich nur wenige leisten, nur über sich zu schreiben.

    Wofür interessieren wir uns? Meist doch für bestimmte Themen, d.h. nicht der Betrieb sollte im Vordergrund stehen, sondern das Thema der nächsten Ausstellung, der nächsten Oper, etc.. Und dieses Thema ist der Auslöser für die von Dir erwähnten Gespräche. „Art as a social hub“ hat ein amerikanischer Kulturmarketer mal geschrieben und genau darum geht es. Aber, und das ist auch ein wichtiger Punkt, das bedeutet auch, dass nicht mehr das Unternehmen kommuniziert, sondern einzelne Personen. Im Kulturbereich ist das ein großes Problem, weil die Unternehmenskultur so etwas einfach nicht vorsieht. Aber das ist vermutlich in anderen Branchen ähnlich.😉

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