Tesla Museum
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Crowdfunding: mehr als eine Million US-Dollar für ein Museum

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Als vor einigen Monaten auch bei uns der Hype rund um das Crowdfunding begann, waren es vor allem künstlerische Projekte, die auf den Plattformen um finanzielle Unterstützung warben. Seit einiger Zeit geht es auf den Plattformen vor allem um Spiele, Technologieprodukte oder Startups. Und um viel Geld. Die in Wien beheimatete Cliffhanger Productions Software GbmH etwa hat auf Kickstarter mehr als eine halbe Million US-Dollar für das Online-Browserspiel Shadowrun eingesammelt. Die Entwicklung hin in Richtung Kommerz ist nicht zu übersehen.

Zwar scheint es für den klassischen Kunst- und Kulturbereich unmöglich, hier auf Dauer mitzuhalten, aber dass es durchaus Chancen gibt, auf den Crowdfunding-Plattformen viel Geld einzusammeln, beweist die Kampagne „Let’s Build a Goddamn Tesla Museum„, die derzeit auf Indiegogo läuft. Mehr als $1,1 Mio sind dort bis jetzt zusammen gekommen, $ 500.000 waren es alleine an den ersten beiden Tagen. Es geht um Nikola Tesla, der als viertes von fünf Kindern 1856 in einem Dorf in der Lika zur Welt kam und 1943 in New York starb.

Nikola Tesla was the father of the electric age. Despite having drop-kicked humanity into a second industrial revolution, up until recently he’s been an unsung hero in history books. If you don’t know who Tesla is, go read this.“, wird der „Erfinder, Physiker und Elektroingenieur“ (Wikipedia) auf der Kampagnenseite beschrieben.

Das Grundstück, auf dem sein letztes Labor stand, von dem aus er die gesamte Welt mit Energie versorgen wollte, steht heute zum Verkauf. Eine Nonprofit-Organisation möchte die Fläche erwerben und dort ein Nikola Tesla-Museum errichten. Das Problem: der Wert des Grundstücks wird auf rund $1,7 Mio. geschätzt, öffentliche Stellen sind lediglich bereit, die Hälfte der Summe zur Verfügung zu stellen.

Am Anfang flossen stündlich $6.000 in die Kampagne

Aber es schaut gut aus, denn die Crowdfunding-Kampagne läuft noch 33 Tage und mit $1,1 Mio. wurde das Ziel von $850.000 schon weit überschritten. Ganz spannend ist die von der Crowdfunding-Plattform Indiegogo erstellte Infografik, die einige sehr aufschlussreiche Zahlen liefert. Pro Minute wurden $100 in die Kampagne investiert, 6.000 waren es pro Stunde. Noch aufschlussreicher ist die Verteilung der UnterstützerInnen, die aus mehr als 100 Ländern kommen.

Nikola Tesla ist den meisten von Ihnen vermutlich unbekannt (mich eingeschlossen) und trotzdem gelang es eine Kampagne zu initiieren, die viele Menschen mobilisiert hat, obwohl die meisten mit dem Namen erst einmal gar nichts anfangen konnten. Sie zeigt auch, dass es nicht unbedingt eine große Community braucht, sondern den Funken, der überspringt und die Idee des Tesla-Museums in die ganze Welt trägt.

Das Vorhaben zeigt aber auch, wie sich Crowdfunding und öffentliche Förderung ergänzen können. Die öffentlichen Stellen haben das Geld unter der Bedingung zugesagt, dass die andere Hälfte der benötigten Summe aus privaten Mitteln kommt. Das ist den Initiatoren gelungen, kann man schon jetzt sagen.

Was genau die Gründe für den Erfolg der Kampagne sind, lässt sich schwer sagen. Ein Grund ist vermutlich die Fähigkeit, die Geschichte dieses Museums so zu erzählen, dass man sich ihr nur schwer entziehen kann. Vielleicht möchten Sie das Vorhaben ja auch unterstützen, wenn Sie die Geschichte lesen? Kommen $1,7 Mio. zusammen, wäre das ein großer Schritt in Richtung Museum, aber: „Even if we raise the full amount and end up with $1.7 million, this isn’t enough to build an actual museum / science center. But it will effectively put the property into the right hands so it can eventually be renovated into something fitting for one of the greatest inventors of our time.

Ich bin mir sicher, es werden noch mehr als die 1,7 Mio.😉

4 Comments Join the Conversation

  1. Ja, das hat mich auch überrascht, denn wirkliche Netzwerke von den USA nach Europa dürften ja nicht existieren. Ich hoffe, dass sich später mal nachverfolgen lässt, wie sich die Infos über die Kampagne verbreitet haben.

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  2. Nach dem ersten Draufschauen auf das Projekt denke ich, dass der Erfolg weitgehend auf Comiczeichner The Oatmeal alias Matthew Inman zurückzuführen ist. Der ist insbesondere im englischsprachigen Bereich ein echter Web-Promi und kann somit ordentlich Reichweite erzeugen. Nichtsdestotrotz: Respekt! Hätte ich nicht für möglich gehalten!

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  3. @Axel: ja, ich glaube auch, dass er es ist, der durch seine Art diesem Projekt zu so einem Erfolg verholfen hat. Seine Beschreibung hat mich sofort angesprochen, obwohl ich Tesla nicht kenne und mit seinen Themen nichts am Hut habe. Inhaltlich verbindet mich also eigentlich gar nichts mit diesem Projekt. Und trotzdem hat mich die Kampagne sofort fasziniert. Aber klar: wer würde nicht gerne ein Museum bauen?😉

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