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„Follow me!“ (Rezension)

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Die zunehmende Spezialisierung einer Industrie oder Branche führt dazu, dass mehr und mehr Prozesse ausgelagert werden. So wie bei der Produktion von Autos hunderte von Zulieferfirmen beteiligt sind, verlassen sich viele Firmen in ganz unterschiedlichen Bereichen auf externe Dienstleister. Das Outsourcing kann man dabei als logischen Schritt im Entwicklungsprozess von Industrien oder Branchen bezeichnen.

Diese zunehmende Spezialisierung hat mittlerweile auch den Bereich Social Media erfasst. Wer heute Social Media Marketing betreiben möchte, muss sich in vielen Bereichen auskennen. Oder eben mit den jeweiligen ExpertInnen zusammenarbeiten. Wie breit das Feld geworden ist, zeigen Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour in ihrem Buch Follow me!: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co (Affiliate Link). Mehr als 500 Seiten ist es dick geworden und erhebt den Anspruch, nicht nur NeueinsteigerInnen den Weg ins Social Web zu erklären, sondern auch die zu unterstützen, bei denen sich nach der ersten Euphorie Enttäuschung breit gemacht hat, wie die AutorInnen im Vorwort schreiben.

Social Media: Auf Augenhöhe kommunizieren

Wenn wir wirklich vor allem den Empfehlungen aus unserem Freundeskreis vertrauen und die Meinungen von fremden UserInnen höher einschätzen als Markenwebsites oder redaktionelle Inhalte, dann sprechen Grabs und Bannour zu recht von einer neuen Macht der Kunden, weisen aber auch gleichzeitig darauf hin, dass Mundpropaganda eigentlich nichts Neues ist. Und was bringt das den Unternehmen? Brand Awareness, Empfehlungsmarketing, Social CRM oder Targeting, von Social Media können Unternehmen in vielen Bereichen pofitieren, so sie die Grundprinzipien des Social Web verstehen und sich darauf einlassen, mit den UserInnen auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Gut gefällt mir, dass die beiden AutorInnen sich im nächsten Schritt nicht auf Facebook, Google+, Twitter oder Blogs stürzen, sondern erst einmal darüber aufklären, wie man das Thema Social Media Marketing angeht. Das geschieht ihrer Ansicht nach am besten mit Hilfe der von Charlene Li und Josh Bernoff entwickelten POST (people, objectives, strategy, technology)-Methode, bei der die Tools ja auch erst am Ende kommen.

In „Follow me!“ kommen die Tools zwar nicht ganz am Ende des Buches, aber dafür besetzen sie dessen breite Mitte. Für meinen Geschmack ist diese Mitte etwas zu breit geraten, denn während die ja nicht ganz unwichtigen Themen Social Media Monitoring und Online Reputation Management auf lediglich 26 Seiten abgehandelt werden, sind für die diversen Netzwerke und Plattformen mehr als 200 Seiten reserviert. Aber wenigstens geht es nicht nur um Facebook und Twitter, sondern auch um Foren, Bewertungsplattformen, Social Bookmarking und Podcasting. Nur das Thema RSS wird fast völlig ausgeblendet, da wären ein paar Zeilen mehr in der nächsten Auflage eine feine Sache.

Für wen ist dieses Buch gedacht? EinsteigerInnen wird es eine große Hilfe sein, denn sie finden hier einen fundierten Überblick über all das, was Social Media Marketing ausmacht. Auch an den Universitäten wird es sich schnell als Standardwerk etablieren können, denn das Buch ist gut und verständlich geschrieben, ich habe die insgesamt 12 Kapitel gerne gelesen.

Jede Menge Praxistipps

Aber wer „Follow me!“ jetzt nur als Buch für EinsteigerInnen und den schnellen Überblick abtut, wird ihm nicht gerecht. Obwohl es leider nicht in die Tiefe geht, oder besser gesagt, nicht gehen kann, der Platz ist einfach nicht da, bietet es darüber hinaus jede Menge Praxistipps. Ob sie eine Social Media-Kampagne entwickeln möchten oder erfahren wollen, wie man gute Blogbeiträge verfasst, für diese und ähnliche Fragen gibt es eigene Kapitel mit vielen Handlungsempfehlungen und darüber hinaus Tipps vom Rechtsanwalt.

Für viele ist das, was im hinteren Drittel des Buches steht, vermutlich Zukunftsmusik. Ob Social Commerce oder die Entwicklung im Bereich des mobilen Internets, Grabs und Bannour beschreiben den aktuellen Status Quo und erklären die ersten Schritte. Beispiel mobiles Web: Schon 2015 werde der Zugriff auf das Internet mehrheitlich mobil erfolgen, prophezeien die ExpertInnen, Grund genug, sich zu überlegen, wie Unternehmen diese Entwicklung für sich nutzen können. Auch hier bleiben die beiden AutorInnen konsequent und folgen in der Behandlung des Themas der POST-Methode. Wer nutzt die mobilen Endgeräte und wofür werden sie genutzt? Wer das weiß, tut sich bei der Formulierung der eigenen Ziele und der Entwicklung der dazu passenden Strategie leichter als jemand, der den Einstieg über die Technologie wählt. Grabs und Bannour beschränken sich dankenswerterweise nicht nur auf das Thema Apps, sondern gehen auch kurz auf das Potenzial von SMS/MMS, Bluetooth oder QR-Codes ein. Gut gefällt mir, dass sie dabei immer ein Beispiel aus der Praxis anführen und so zeigen, wie sozial und lokal mehr und mehr zusammenwachsen, Stichwort Location Based Services.

Wenn Sie wissen wollen, was Social Media Marketing ist und wie es funktioniert, dann kann ich Ihnen dieses Buch empfehlen. Vielleicht kommen Sie ja auch auf den Geschmack und wollen es selbst ausprobieren. In diesen Fall möchte ich mich dem abschließenden Rat von Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour anschließen: „Fangen Sie an!“

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