Quelle: "1stfans" Brooklyn Museum (CC BY-NC-ND 2.0)
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1stfans: eine große Party zum Abschluss

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Brooklyn Museum (CC BY-NC-ND 2.0)

Anfang 2009 schrieb ich in der „Ideenbörse für das Kulturmarketing“ über einen spannenden Versuch des Brooklyn Museums, ein ganz neues Membershipprogramm zu starten. „1stfans“ nennt sich das Programm, das ich damals vorstellte, Will Cary hat zum Start des gemeinsam mit Shelley Bernstein entwickelten Programms in einem Blogpost geschrieben:

„a 1stfans Membership is an interactive relationship with the Museum that will happen in the building and online. We call it a “socially networked” Museum Membership (…).“

Ende Juni wird dieses Programm nun eingestellt, schreibt Shelley Bernstein in ihrem Blogpost „A Sunset for 1stfans“ und geht dabei auch auf die Gründe ein, die dazu geführt haben, dieses Programm zu beenden. Zwar kam das Brooklyn Museum schon nach etwa einem Jahr zu der Erkenntnis, dass die Kombination Twitter, Facebook und Flickr sich nicht wirklich für dieses Programm eignet und wechselte zu Meetup, einer Plattform, die die Organisation von Gruppen ermöglicht (hier der Link zur 1stfans-Gruppe). Aber nun kommt das endgültige Aus, Ende Juni ist Schluss.

Mit 1stfans wollte man neue Wege abseits der klassischen Memebershipprogramme gehen, schreibt Shelley Bernstein und konstatiert nach dreieinhalb Jahren, dass die Konzeption des Programms seine Stärke, aber auch seine Schwäche ausgemacht hätte. Wichtig sei es für sie gewesen, zu erkennen, dass die meisten Menschen, die ein Museum unterstützen, an einer tiefgehenden und persönlichen Verbindung mit dem Museum, aber auch an besonderen Erlebnissen mit anderen Menschen interessiert seien.

„It was the deep engagement of the program that was incredibly successful, but 1stfans was its own entity that was never fully integrated into the Membership structure,“

analysiert Bernstein die Erfahrungen der letzten dreieinhalb Jahre. Das führte einerseits dazu, dass das Angebot anscheinend nicht ausreichend wahrgenommen wurde, die Mitgliederzahlen blieben, wenn ich Shelley Bernstein richtig verstanden habe, hinter den Erwartungen zurück. Andererseits gelang es nicht, Mitglieder von 1stfans dazu zu bewegen, sich in anderen Programmen zu engagieren und so die „membership ladder“ hinaufzusteigen, was aber, so Bernstein, enorm wichtig sei, wenn man steigende Mitgliederzahlen anstrebe.

Was können wir daraus lernen? Zum einen finde ich es interessant, dass sich Twitter wenig als Kommunikationsinstrument für eine geschlossene Community eignet, bei einer offenen Struktur wäre das aber vermutlich anders. Das Brooklyn-Museum hat sich alternativ für die Lösung mit Meetup entschieden, ich kann mir aber auch vorstellen, so etwas mit Hilfe einer Facebook- oder Google-Gruppe aufzusetzen.

Zweitens ist es wenig hilfreich, wenn ein solches Programm isoliert ist und die Anknüpfungspunkte  fehlen. Auch hier ist also eine Gesamtstrategie die Voraussetzung, um erfolgreich sein zu können. Wichtig ist es also, ein Konzept zu entwickeln, in dem ein solches Programm ein wichtiger Baustein ist. Denn die Idee und das Angebot von 1stfans finde ich nach wie vor gut und bedaure es ein wenig, dass sich kein Museum im deutschsprachigen Raum daran gemacht hat, dieses Programm zu kopieren. Nun, nachdem 1stfans bald Vergangenheit ist, kann man ja vielleicht die Erkenntnisse und Erfahrungen des Brooklyn Museums nutzen und ein Angebot entwickeln, von dem beide Seiten was haben.

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