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Crowdfunding: Über das Scheitern der stART12

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© Wilhelmine Wulff / Pixelio

stARTconference: time to say goodbye?“ fragte ich vor einiger Zeit in meinem Beitrag über die Crowdfunding-Kampagne für die stART12 und versprach, die Kampagne zu einem späteren Zeitpunkt zu analysieren. Dieses Versprechen möchte ich nun einlösen und aus meiner Sicht darstellen, warum wir es nicht geschafft haben, das Ziel von 25.000 Euro zu erreichen.

Ausgangspunkt war die Idee, einerseits das Thema Crowdfunding zu pushen und andererseits die Finanzierung der stART12 möglichst frühzeitig sicherzustellen. Mit dem Motto „Navigare“ glaubten wir, den richtigen Aufhänger gefunden zu haben, um eine Geschichte für die Kampagne entwickeln zu können. Fehler Nummer eins: durch die Geschichte wurde die Kampagne zu kompliziert, vor allem bei den Gegenleistungen herrschte ein ziemliches Durcheinander. Statt sie auch noch mit einzelnen Namen auszustatten (Schiffsjunge, Smutje, etc.), hätten wir eigentlich etwas ganz anderes tun müssen, nämlich die Vielzahl der Gegenleistungen radikal zusammenstreichen und uns auf die Gegenleistung Ticketkauf konzentrieren.

Mit den vielen Gegenleistungen erzeugten wir nicht nur jede Menge Verwirrung, sondern machten es uns auch in rechtlicher Hinsicht schwer. Wer unter anderem Tickets, Bücher, etc. anbietet, muss darauf achten, dass er die Spielregeln in Sachen eCommerce einhält und zum Beispiel über eigene AGB verfügt. Dank rechtsanwaltschaftlicher Hilfe haben wir das ganz gut hinbekommen, allerdings wurde die Sache dadurch noch komplizierter: wir bauten ein eigenes Formular, in dem unsere UnterstützerInnen erstens eingeben konnten, mit welcher Gegenleistung sie uns unterstützen und zweitens „gezwungen“ waren, unsere AGB zu bestätigen. Dass wir außerdem das Alter der KonferenzteilnehmerInnen abfragen mussten, ist dem Thema eCommerce geschuldet und interessierte uns für die Konferenz eigentlich nicht wirklich. Dass ich dazu zwei eher erboste Mails bekam, in der ich gefragt wurde, warum ich so etwas überhaupt wissen möchte, kann ich verstehen.

Das Formular gab es aber noch aus einem weiteren Grund: die stARTconference richtet sich an ein Fachpublikum, das zu einem Großteil aus den Kulturbetrieben kommt. Deren Buchhaltung verlangt, dass erst eine Rechnung da sein muss, bevor ein Ticket gezahlt werden kann. Dieses Prozedere widerspricht der Art, wie auf Crowdfunding-Plattformen gezahlt wird und dauert auch häufig länger als die ganze Kampagne. Das bedeutet: die Unterstützungsleistung kann leicht zu spät kommen und zählt dann nicht. In der letzten Woche der Kampagne entwickelte Startnext zwar ein Verfahren, das die Sache etwas leichter hätte machen können, aber da war es dann leider schon zu spät. Womit wir bei Fehler Nummer zwei sind: auch wenn es mittlerweile ein entsprechendes Verfahren gibt (ob und wie es funktioniert, kann ich nicht beurteilen), Crowdfunding ist bei uns zumindest derzeit noch etwas für den B2C-Bereich. Die stART12 über Crowdfunding zu finanzieren war aus heutiger Sicht unsinnig, die Kampagne hätte genau aus diesem Grund eigentlich nicht stattfinden dürfen. Die Zahlungsabläufe in Kulturbetrieben sind mit einer Crowdfunding-Kampagne nicht kompatibel. Mag sein, dass sich das irgendwann einmal ändert, derzeit kann ich niemandem dazu raten, ein Projekt im B2B-Bereich auf diese Weise finanzieren zu wollen.

Kompliziert sind aber nicht nur die Zahlungsabläufe in den Kulturbetrieben, sondern auch beim Crowdfunding, wenn man Hemmungen hat, eine Kreditkarte zu zücken oder mittels PayPal zu zahlen. Die Idee des Crowdfunding erlebt derzeit einen gewaltigen Hype, aber wir müssen uns darüber klar sein, dass es für viele eine gewaltige Herausforderung ist, ein Projekt auf einer dieser Plattformen zu unterstützen. Ich gebe zu, ich habe dieses Problem unterschätzt, weil ich mich dort zu bewegen weiß und keine fünf Minuten benötige, um ein Vorhaben finanziell zu unterstützen. Nachdem ich aber mitbekommen habe, dass unsere UnterstützerInnen teilweise fast eine Stunde dafür gebraucht haben, gilt es, sich die verschiedenen Transaktionswege genau anzuschauen und sie erstens besser zu erklären und zweitens einfacher zu gestalten. Damit spreche ich nicht nur die PlattformbetreiberInnen selbst an, sondern schließe mich als Projektinitiator mit ein. Zumindest besser informieren hätten wir können.

Zwei weitere Punkte sind in diesem Zusammenhang wichtig: normalerweise muss man sich, bevor man ein Projekt unterstützt, auf der jeweiligen Plattform registrieren, um sich dann für einen der möglichen Zahlungswege zu entscheiden. Angeboten wurden in unserem Fall nach der Registrierung FidorPay, PayPal, Sofort- und Banküberweisung. Das heißt, das Geld wandert auf ein Treuhandkonto, auf das wir selbst keinen Zugriff haben. Wer sich bei unserer Kampagne nicht registrieren wollte, musste sich direkt an mich wenden und bekam von mir den Link zu einem Formular, mit dem er uns ohne Registrierung unterstützen konnte. Diese Formular kam aber auch dann zum Einsatz, wenn jemand vorab eine Rechnung benötigte. Ich fragte auf diese Weise die Rechnungsdaten ab und bekam gleichzeitig, wie oben schon erwähnt, das Okay für die AGB. Das Problem dabei: die Zahlungen, die auf diese Weise bei Startnext eingehen, müssen dem richtigen Projekt zugeordnet werden. Das funktioniert mit Hilfe einer speziellen Transaktionsnummer, die für jede einzelne Überweisung generiert werden muss. Woher die kommt und wer die generiert, das weiß ich, wenn ich ehrlich bin, bis heute noch nicht. Auf meine Nachfragen bei den Plattform-Betreibern bekam ich unterschiedliche Antworten, anfangs waren es Links zu irgendwelchen Videos, die mir nicht wirklich weiter geholfen haben. An dieser Stelle muss ich das Startnext-Team kritisieren, denn sie haben es nicht geschafft, mir klare und eindeutige Informationen zu schicken. Ich denke, ich bin nicht der Blödste, aber dass hier Verbesserungsbedarf besteht, zeigt sich auch darin, dass ich eine meiner Test-Überweisungen für die stART12 bis heute nicht zurückerstattet bekommen habe.

Und warum uns jemand mit einer Einzahlung via PayPal unterstützt hat und noch vor Ende der Kampagne das Geld wieder zurückerhielt, diese Frage wurde mir bis heute auch noch nicht beantwortet. Womit ich beim Service bin. Ich bin, das habe ich schon an anderer Stelle geschrieben, durchaus dafür, dass die Plattformbetreiber eine Provision bekommen, wenn eine Kampagne erfolgreich beendet wird. Die BetreiberInnen stecken Zeit und Geld hinein, warum sollen sie dafür kein Geld erhalten? Startnext verlangt zwar keine Provision, wenn dann aber Mails erst Tage später mit dem Hinweis beantwortet werden, zahlende Kunden hätten Vorrang, dann ärgert mich das und bestärkt mich in meiner Haltung. Aber die verspäteten Antworten sind nicht das Problem, im Moment sind es die unterschiedlichen Bezahlmethoden, die, so man nicht als registrierter User per PayPal zahlt, einfach zu kompliziert bzw. zu schlecht erklärt sind. In meinen Augen ist das Grund Nummer drei, warum unsere Kampagne gescheitert ist.

Dazu kommt: Für uns als Initiatoren der Kampagne war es außerdem eine echte Herausforderung, unsere AGB mit denen von Startnext unter einen Hut zu bekommen. Auch hier sage ich ganz ehrlich: ich bezweifle, ob wir hier trotz Unterstützung durch einen Anwalt wirklich rechtskonform vorgegangen sind. Was mich wundert: viele Projekte bieten eine Vielzahl von Gegenleistungen an, die AGB habe ich aber nirgendwo gefunden. Wo kein Kläger, da kein Richter, aber ob da immer alles mit rechten Dingen zugeht, kann ich mir nicht vorstellen. Aber das soll hier nicht mein Problem sein. Ich habe versucht, mich an die rechtlichen Vorgaben zu halten und bin daran mehr als einmal fast verzweifelt.

Schlussendlich gibt es noch einen vierten Grund, der uns scheitern hat lassen. Er hat mit dem Crowdfunding nur indirekt zu tun, denn uns ist es nicht gelungen, genügend Menschen zum Besuch der stART12 zu motivieren. Das lag meiner Meinung nach einerseits daran, dass wir inhaltlich zu unpräzise waren und somit nicht klar war, was die TeilnehmerInnen in Duisburg erwartet. Andererseits haben wir es verabsäumt, das Format der stARTconference klar genug von den stARTcamps abzuheben. So erfolgreich die stARTcamps sind und so froh wir darüber sind, dass sie in immer mehr Städten stattfinden. Sie sind zur Konkurrenz geworden und es ist klar, dass viele den weiten Weg nach Duisburg scheuen, wenn es um die Ecke ein stARTcamp gibt, bei dem das Ticket nur einen Bruchteil kostet.

Es mag noch einige andere Gründe geben wie das Datum oder die fehlenden Informationen über die SprecherInnen. Aber einen Termin, der alle zufrieden stellt, wird es wohl nie geben und bei der stART10 haben wir in zehn Tagen 100 Tickets verkauft, ohne das jemand Programm oder SprecherInnen kannte. Fakt ist: wir haben abgesehen von den Problemen mit dem Crowdfunding nicht ausreichend zum Besuch der stART12 motivieren können. Wir haben tolle Unterstützung bekommen, wofür ich mich bei allen noch einmal herzlich bedanken möchte. Aber es hat nicht gereicht und deshalb haben wir damit begonnen, ein neues Konzept zu entwickeln. Mehr dazu dann aber in einem eigenen Blogpost.😉

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  1. Kompliment für diese schonungslose Selbstanalyse und damit die Möglichkeit für die „Crowd“, eine sehr hilfreiche Lernerfahrung zu machen, ganz herzlichen Dank dafür :-))

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  2. Lieber Christian, vielen Dank für diese offene Analyse und Darlegung des stART12 Crowdfunding-Projekts. Die Gründe klingen für mich sehr gut nachvollziehbar. Es freut mich aber vor allem zu hören, dass ihr schon mit einer Neukonzeption beschäftigt seid – vielleicht wäre hier ja Crowdsourcing konzeptioneller Art auch eine Idee? Ideen sammeln, was gewünscht und gebraucht wird und daraus dann im Kernteam den stARTkosmos neu stricken – oder erweitern vielmehr. Die stART11en wären jedenfalls bestimmt wieder mit von der Partie! Liebe Grüße!

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  3. Was für sich selbst „einfach“ erscheint, ist oftmals für Andere eine unüberwindbare Barriere. Das ist auch die Essenz aus meiner Arbeit mit virtuellen Welten. Ohne die Zielgruppe an die Hand zu nehmen, im wortwörtlichsten Sinne, klappt es selten – und das ist mitunter zuviel Aufwand!

    Leider ist es gar nicht so einfach, komplizierte aber innovative Dinge einfach zu gestalten (Konzept, Prozesse, …) und dann auch noch alle Regeln einzuhalten (Gesetzgebung). Daher kann ich alle Deine Anmerkung diesbezüglich teilen. Ich versuche da persönlich so viel wie nur möglich von Apple oder Google lernen, wobei diese Konzerne natürlich ganz andere Rahmenbedingungen (und Ressourcen) haben.

    Das Schöne an einer solchen schonungslosen Selbstreflektion ist die Belohnung über die eigene Lernkurve. Die Ernte kommt zwar verzögert, aber sie wird kommt🙂 Das ist zumindest meine Erfahrung, manchmal erfordert es ein wenig Durchhaltevermögen. Euer Ansatz jedenfalls, das Thema Kultur und Technologie, Internet etc. ist jedenfalls ein Top-Thema, weshalb wir das Thema Kunst & Kultur ja auch bei uns als Major-Topic aufgenommen haben.

    Viel Erfolg beim neuen Start der stART, was ja rekursiv-kybernetisch ist! Nehmt all euren Lern-Output und koppelt diesen zurück in den Eingang einer neuen stART Reloaded, 2.0, …. 2013 2014 2015 2016 ,,,, Spätestens in 2016, so meine persönliche Prognose, gibt es einen „Urknall“ in Sachen Kultur, Augmented Reality, Mobile Internet und Virtual Worlds … Vielleicht sehen wir uns dann🙂

    LG aus Wiesbaden lieber Christian

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  4. Sehr gut aufgearbeitet – deckt sich mit dem, was ich im Hinblick auf ein mögliches Projekt vermute, weshalb ich von vorneherein meine vier Anläufe jedes Mal wieder gestoppt habe.

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  5. Einen weiteren Grund kann ich mir noch vorstellen. Die Unsicherheit, ob das Event überhaupt stattfindet, kann dazu geführt haben, dass Menschen zögerlich agieren. Zumal es mit der Crowdfunding-Unterstützung ja nicht getan ist. Um an der Konferenz teilnehmen zu können, muss zusätzlicher administrativer und finanzieller Aufwand betrieben werden: Frei nehmen, Zug/Flug buchen (möglichst lange im Voraus, um Kosten zu sparen), Hotelreservierung etc. Und wenn dann doch nix wird, bleibt man auf seinen Auslagen sitzen bzw. hat hohe Stornogebühren zu entrichten und jede Menge Aufwand. Und es liegt halt in der Natur vieler Menschen, erst mal abzuwarten, bis Sicherheit gegeben ist. Das heißt: bis genügend andere Menschen für diese Sicherheit sorgen. Und auch wenn diese Sicherheit irgendwann gegeben ist, bliebe immer noch abzuchecken, ob zu dem Zeitpunkt (womöglich knapp vor der Konferenz) auch noch günstige Flugtickets etc. verfügbar sind. Und warum soll ich ein Crowdfunding unterstützen, wenn es dann an anderen Gründen scheitert? Ein nicht unnachvollziehbarer Gedankengang, der aber natürlich für den Crowdfunding-Empfänger total unbefriedigend ist.
    Wir haben es hier also mit einer doppelten „wenn, dann“-Funktion zu tun, die als Bremsfaktor wirksam ist. Am Ende gäbe es womöglich im Hintergrund eh genügend Menschen, die unterstützt hätten wenn es diese Verknüpfung mit anderen Ausgaben/Aufwand nicht gäbe. Und mit deren Unterstützung die Aktion auch erfolgreich gewesen wäre. Man wird das nie wissen.
    Cool hätte ich es gefunden, wenn das Stattfinden der Konferenz gesichert gewesen wäre und ihr eine Crowdfunding-Aktion innerhalb dieses abgesicherten Modus gemacht hättet. Mit den Crowdmoneten den supergenialen Speaker aus den USA holen oder sowas in der Art. So etwas motiviert. Prinzip: Ein attraktives Ziel vorgeben, wo nicht ein 1 Crowdfunding-Euro mit weiteren Kostenfunktionen (und -kalkulationen) verknüpft ist. AM Ende solcher Analysen kommt man immer irgendwie auf die SMART-Formel.😉
    Aber dennoch: Die Summe, die zusammengekommen wäre, war auch so sehr beachtlich! Auch wenn es am Ende (aus verschiedenen Gründen) nicht ganz gereicht hat…

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  6. Auch von meiner Seite nochmals herzlichen Dank für die Aufbereitung. Das ist es, was ich an den stART-Machern so schätze: Zum Einen, lebt Ihr was Ihr predigt und geht auch Risiken ein. Zum Anderen habt Ihr keinerlei Probleme Fehler zuzugeben, arbeitet diese auf und lasst die Community dran teilhaben. Chapeau!

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  7. Christian, danke für die offene Analyse. Es ist interessant zu sehen was aus Deiner Sicht schief gelaufen ist.

    Aus meiner Aussensicht kann ich dazu beisteuern das wir uns sehr lange überlegt haben ob wir die stART12 unterstützen sollen. Der Grund dafür war, das auf der Plattform nicht zu entnehmen war worum es eigentlich geht und was das geplante Programm ist. Ausserdem gebe ich Dir recht, „Navigare“ war zu komplex – allein der Vergleich der Optionen war nervig und es war nicht klar was ich tun muss wenn ich eigentlich nur ein Ticket will.

    Schussendlich haben wir deshalb unterstützt weil wir ein paar der Beteiligten kennen (ja, damit meine ich auch Dich) und angenommen haben das die wissen was sie tun und das was interessantes und verwertbares dabei raus kommt. Ein mehrere-hundert-Euro-Poker; hätte ich die Ausgabe vor jemandem anders als mir rechtfertigen müssen, ich wäre gescheitert.

    Liebe Grüße aus Wien

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  8. Eine sehr offene Selbstkritik und vor allem schade, dass es bei so viel Einsatz von eurer Seite schließlich nicht wunschgemäß geklappt hat. Crowdfunding ist doch komplizierter als gedacht bzw. gibt es einige rechtliche Punkte zu beachten. Daran hätte ich nicht gedacht. Danke, dass die Community mitlernen darf.

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  9. Erst einmal vielen Dank für die vielen Kommentare! Für uns war von Anfang an klar, dass wir mit unserer Crowdfunding-Kampagne unbekanntes Land betreten und deshalb auch ein Scheitern möglich ist. Aber ich denke, dieses Risiko ist gehört zur Veränderung, insofern haben wir uns auch nichts vorzuwerfen.

    @Doro, Du hast natürlich recht, die Weiterentwicklung des stARTkosmos ist etwas, was wir nicht alleine entscheiden werden und natürlich haben wir daran gedacht, die stART11en da miteinzubeziehen.

    @Andreas: ja, das dachte ich auch, als der Vorwurf auftauchte, unsere Kommunikation sei zu kompliziert. Sie war sicher kompliziert, aber die Sache war es auch, was bedeutet, dass wir auf zwei Ebenen gefordert waren.

    @medienleiter: Markus, eine solche Konstellation hätte uns natürlich auch gefallen, aber wir arbeiten noch daran, einen Sponsor zu finden, der uns die ganze Konferenz finanziert. Andererseits weiß ich nicht, ob das dem Crowdfunding so dienlich gewesen wäre. Wir haben des öfteren zu hören bekommen, wir könnten die Konferenz ja trotzdem machen. Ich denke, wenn schon, denn schon. Crowdfunding im abgesicherten Modus ist zwar nett, aber ganz ehrlich: für etwaige nette Zusatzangebote hätte ich mir die ganze Arbeit nicht angetan.

    Wichtig ist aber der erste Punkt, den Du ansprichst. Es ist in der Tat eine Art Herdentrieb zu beobachten. Wenn alle der Meinung sind, es geht sich nicht mehr aus, dann gibt es keine Unterstützung mehr. Uns wurde geraten, in dieser Situation eigenes Geld in das Projekt zu stecken. Das erscheint mir plausibel, denn auf diese Weise sehen mögliche UnterstützerInnen, dass sehr wohl noch Chancen bestehen und fühlen sich dann hoffentlich motiviert, das Projekt zu unterstützen. Wir haben uns allerdings bewusst gegen diese Variante entschieden, denn eigenes Geld zu investieren heißt, dass man am Ende nicht das Geld hat, das man eigentlich braucht. Mich erinnert das an die Förderung, die niedriger ausgefallen ist als erwartet. Wer in dieser Situation der Meinung ist, man könne doch auf das Geld, auch wenn es weniger sei als notwendig, nicht verzichten, der hat den ersten Schritt in Richtung Selbstausbeutung schon getan. Wir haben mit der Konferenz nie Geld verdient, wir haben auch nie erwartet, dass unsere Arbeitszeit finanziert wird. Aber darüber hinaus wollten wir nicht noch weiteres Geld in die Hand nehmen, hier war unsere Entscheidung ganz klar.

    Und Du hast auch recht mit der Vermutung, dass wir mit der Crowdfunding-Kampagne zeitlich zu nah an den Konferenztermin gekommen sind. Das führt teilwesie nicht nur zu unter Umständen höheren Reisekosten, sondern führt auch zu Problemen hinsichtlich der SprecherInnen, denen wir erst ein paar Wochen vor dem Konferenztermin definitiv zu- oder absagen konnten.

    @Axel: danke!🙂

    @ajastanax: stimmt, das war bei denen, die uns noch nicht kennen, in der Tat ein Problem, Alexander. Deshalb würde ich meine nächste Crowdfunding-Kampagne wesentlich früher starten. Das Problem mit dem Programm kann ich aber trotzdem nicht wirklich lösen, denn fix engagieren kann ich die SprecherInnen erst, wenn ich mein Kampagnen-Ziel erreicht habe. Auch das ist eigentlich ein Frund, warum man zumindest eine solche Konferenz besser nicht mit HIlfe einer Crowdfunding-Kampagne zu finanzieren versucht.

    Auf der anderen Seite haben wir bei der stART10 innerhalb einiger Tage rund 100 Tickets verkauft, ohne dass die SprecherInnen bekannt waren. Warum es damals geklappt hat und diesmal nicht, ist mir nicht ganz klar. War es bei der stART10 wirklich nur der Hinweis, dass eine begrenzte Zahl von Tickets günstiger ist?

    @Monika: das tut uns auch leid, dass es deshalb keine stART12 gibt. Auf der anderen Seite ist es so viel leichter, die Dinge grundlegend zu ändern.😉

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  10. Auch ich ziehe den Hut vor der Selbstanalyse. Dass du so klar und so explizit wirst… Respekt, Christian! Das bedarf viel Mut.

    Den Punkt, den Medienleiter angesprochen hat, dass die Sicherheit gefehlt hat, dass die Konferenz auf jeden Fall stattfindet, finde ich ebenfalls wichtig.

    Die Sache, dass nicht genügend Informationen zum Programm vorlagen, tust du ja so ein bisschen ab. Ich finde, dass du diesen Punkt aber unterschätzt. 2009 und 2010 waren Bomben-Konferenzen. Das Thema Social Media war brandheiß, viele gute Sprecher waren vor Ort, die Organisation war top, das Programm war großteils auf Kultureinrichtungen ausgelegt und der Austausch zwischen den Mitarbeitern der Einrichtungen untereinander hat geklappt. Dieses gute Image hat sich auf 2011 übertragen, weshalb sich auch die 100 Tickets für 100 € leicht verkauften. Die 2011er Konferenz war auch gut, aber deutlich anders als die 2010er. Kleiner, näher an einem Barcamp als an einer Konferenz und – zumindest erschien mir das so – für Kultureinrichtungen deutlich weniger geeignet. Der Vortrag von Keynote Speaker Marcus Brown beispielsweise war inspierend, aber sein Nutzen für das Marketing von Kultureinrichtungen hat gefehlt. Ähnliches beim Vortrag von Amos. Meiner Meinung dürfte für Kultureinrichtungen die Mischung aus Visionärem und Handfestem nicht gestimmt haben. Ich denke, Social Media dürfte so langsam auf dem „Plateau der Produktivität“ angekommen sein (wie es im Hype Zyklus heißt). An diesem Punkt sind Anleitungen, Best Pracitces und Tipps zur Optimierung meines Erachtens mehr gefragt als Visionen. Da die start.2011 aber „visionsgeprägt“ war, könnte das bei Kultureinrichtungen zumindest zu einem zögerlichen Verhalten in Bezug auf die 2012er Konferenz geführt haben, im Sinne von: erst das Programm, dann die Karten. So meine These.

    P.s. Ein Printmedium aus dem Kunst-/Museumsbereich (z.B. Monopol) und eines aus dem Theaterbereich (z.B. Theater heute) als Medienpartner, hätte der Konferenz sicherlich auch geholfen.

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    • Ich habe leider den Kommentar von Axel Kopp erst jetzt gelesen, nachdem ich meinen geschrieben habe; sonst hätte ich einfach sagen können: Er trifft meines Erachtens den Nagel auf den Kopf, was Kultureinrichtungen wie die meine angeht: Die Mischung von Visionärem und „Handfestem“ muss stimmen, um die mit einzubeziehen, für die der Umgang zumindest mit Facebook gerade mal gewohnter Alltag wird.

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  11. @Axel Kopp: ich tue den Punkt nicht ab, er spielt nur bei der Analyse der Crowdfunding-Kampagne eine in meinen Augen untergeordnete Rolle. Das bisher angewendete Prinzip Keynote-SprecherIn ankündigen, Ticketverkauf starten und dann nach und nach das Programm bekanntgeben, funktioniert beim Crowdfunding nicht wirklich. Nachdem für mich aber klar ist, dass Crowdfunding für eine solche Konferenz nicht geeignet ist, würde ich, so das Format gleichbleiben würde, wieder auf das altbewährte Prinzip zurückgreifen und mit der Bekanntgabe der Keynote-SprecherIn beginnen. Alle anderen Punkte betreffen die Frage, welche Themen und welches Format für die stARTconference geeignet sind. Das würde ich aber ganz gerne zu einem späteren Zeitpunkt abhandeln.

    Mir ist aber noch ein ganz anderer Punkt wichtig, der interessanterweise bis jetzt noch nicht geanannt worden ist. Plane ich eine Crowdfunding-Kampagne, spreche ich über mein Projekt immer im Konjunktiv und damit immer in einer eingeschränkten Form. ich sage nie, die Konferenz findet dann und dann statt, sondern es heißt immer: unter der Voraussetzung, dass… Auch das kann verunsichern und führt dazu, dass die Motivation geringer ist als gewöhnlich.

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  12. Pingback: Human Rights Festival 2012 | Peter Webhofer

  13. Hallo Christian, dem Dank für Deine gewohnt sorgfältige und auch erhellende Analyse schließe ich mich gerne an.
    Ich muss gestehen ich gehöre zu denen, deren (rechtzeitige) konkrete Unterstützung Euch gefehlt hat, obwohl ich 2010 begeistert dabei war und die Aktivitäten interessiert und wertschätzend verfolge. Warum habe ich trotzdem kein Ticket gekauft (bzw. gespendet)?
    Ohne die bekannten Probleme von wenig Geld (der Einrichtung) und (persönliche) Zeit (für mich ist der Termin tatsächlich schwierig) überstrapazieren zu wollen, wirken sie doch zusammen recht mächtig und es braucht für mich neben der (ausgeprägten!) Lust auf die Konferenz vor allem den Eindruck von großer Relevanz, um mich aktiv dafür zu entscheiden und den vom „medienleiter“ gut beschriebenen Aufwand zu betreiben, dann in anderen Zentren weitere potentielle Interessenten Ufmerksam zu machen usw. (dabei tut es mir leid um den ungleich größeren von Euch Organisatoren betriebenen Aufwand, der nun weitgehend verpufft;jener hätte ich dazu beigetragen, Eu h den zu ersparen).
    Letztendlich geht es also für mich um Inhalte so freudvoll auch der Aspekt des Vis-a-vis-Netzwerkens ist). Da habe ich mich letztes Jahr dagegen entschieden, zu kommen, weil Storytelling zwar ein tolles Thema ist, ich mich im Alltag aber noch auf ganz anderen Ebenen der Social-Media-Aktivitäten bewege. Dieses Jahr habe ich überhaupt keine Idee davon bekommen, worum es geht, was angeboten wird usw. Mit „Navigare“ konnte ich nichts anfangen; eher schien mir die Idee des Crowdsouring selbst zum Hauptthema zu werden (war es dann letztendlich ja auch, weil es über Sein oder nicht Sein entschieden hat).
    Das reichte für mich nicht, um mich positiv zu entscheiden – auch wenn ich den Versuch mutig und ehrenwert fand als Praxis-Test. Auch hier stimme ich der Meinung/Idee des Kommentators zu, das lieber auf einen Teilbereich zu verwenden, statt die ganze Konferenz zu riskieren. Schade drum – aber toll, dass Ihr dran bleibt; dafür ein dickes Danke aus tiefstem Herzen!

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  14. @Ostseefanol: die Idee, nur einen Teil der Konferenz auf diese Weise zu finanzieren, hatten wir schon auch. Aber was wäre dadurch gewonnen worden? Wenn die Anreize fehlen, um sich auf den Weg nach Duisburg zu machen, dann wäre ja überspitzt formuliert trotzdem niemand gekommen, oder?

    Was ich aus den Kommentaren hier herauslese: wichtig ist eine möglichst bekannte SprecherIn, die aus einem Kulturbetrieb kommt und über ihre erfolgreichen Social-Media-Aktivitäten berichtet. Wobei das mit den bekannten Namen immer so eine Sache ist, denn wer aus dem Kunst- und Kulturbereich kannte 2009 Gerd Leonhard? Wer kannte ein Jahr später Shelley Bernstein und wie war das im letzten Jahr mit Marcus Brown? Wir halten uns zugute, dass einige SprecherInnen erst durch die stARTconference bekannt geworden sind, insofern bin ich jetzt etwas traurig, weil die Bereitschaft zu fehlen scheint, sich auf neue Dinge einzulassen.

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    • Mir geht es überhaupt nicht um eineN SprecherIn und ihre frühe Bekanntgabe – das ist doch nicht das Entscheidende, woran sich Klarheit über den Inhalt und/oder das Thema des Kongresses festmacht. Ich war 2010 (und aus der Ferne auch 2011 im Video-Schauen) sehr angetan, wen Ihr engagiert hattet und ich dadurch kennen lernen durfte; und mir reichte auch das Stichwort „Web 2.0 im Kulturbetrieb“. „Storytelling“ war 2011 auch eine klare Ansage – für mich nur tatsächlich eher Vision als handfest für die alltägliche Gegenwart – aber das macht ja nichts. Bzw. ich finde es sehr gut als Möglichkeit, mitzubekommen, in welche Richtung es gehen kann – und sich auf dieses Neue einzulassen.
      Ich denke nur, um die alltäglichen Kultur-PR-ler abzuholen, braucht es AUCH (vielleicht bin ich aber auch zu weit hinter dem Berg; für soziokulturelle Zentren in Niedersachsen aber glaube ich das sagen zu können) ein gewisses Maß Handwerkszeug für den Alltag, was 2010 auch reichlich gegeben wurde mit Best Practice-Beispielen etc. (2011 weiß ich nicht, weil ich nicht da war; ich hab vorher aber auch nicht sehen können, ob das dabei ist). Ich denke,die Mischung macht’s – dass es diese Mischung gibt, sollte aber auch klar sein und über Vermittlungs- oder Austausch- oder gar Übungs-Formen kann man ja noch nachdenken.
      Dass Ihr gute Sprecher sowohl für die „visionären“ Themen als auch geeignete Leute für das Praxisnahe mobilisieren könnt, habt Ihr ja zur Genüge gezeigt – da habe ich volles Vertrauen.

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    • „Web 2.0 für Kulturbetriebe“ hätte ich die Konferenz sicherlich auch nicht genannt, aber vielleicht „SM – tiefer, härter, lauter“😉. Spaß beiseite, ich gebe Ostseefanol Recht, dass der Titel expliziter hätte sein können, etwa „Social Media – zwischen Goldregen und Shitstorm“. Wobei der Titel allein, das Ruder des untergehenden Schiffes sicherlich auch nicht herumgerissen hätte.
      Ein paar Sprecher mehr aus Kultureinrichtungen hätte auch ich gut gefunden. Jemand vom Miniatur Wunderland hätte was über YouTube erzählen können, jemand vom NRW-Forum was über Facebook und Johannes Lachermaier hätte darüber reden können, ob die Social Media Strategie der Bayerischen Staatsoper im letzten Jahr aufging.

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      • Verfolge mit großem Spaß diese rege Diskussion. Da kommt doch ne Menge zusammen – und ich lern ganz schön für meine eigenen Aktivitäten, bei denen ich noch immer bewusst auf crowdfunding verzichte. Ich war vor einiger Zeit durch Christians posting und andere Publikationen sehr verführt, auf diese Weise Geld für den anstehenden Theaterneubau (oder Teile davon) einzusammeln. Aber es erschien mir aussichtsreicher, auf herkömmlichere Weise zu versuchen, den Wahnsinnsbatzen, den wir brauchen, zusammenzubekommen.

        Dennoch lese ich gern weiter mit und bedanke mich bei allen, die sich so viele Gedanken machen.
        Heinz Koch

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  15. @ostseefanol: der zweite Absatz bezog sich jetzt auch nicht direkt auf Dich, sondern ist für mich das Ergebnis von dem, was ich hier oder auch an anderer Stelle als Antwort bekommen habe. Aber aus Deiner Reaktion nehme ich mir mit, dass Best Practice wichtig ist, danke. Und ich wüsste gerne von Dir, ob Du glaubst, dass ein eher allgemeines Thema wie „Web 2.0 für Kulturbetriebe“ heute noch attraktiv ist? Meine Seminare liefen früher unter der Überschrift „Kultur und Web 2.0“, heute ist das Angebot ausdifferenzierter und damit auch der jeweilige Titel. Auch bei der stART11 war das bereits der Fall, denn Transmedia Storytelling war ein Zukunftsthema, ganz klar. Deshalb mussten wir damit rechnen, dass manche nicht kommen, weil das Thema für sie noch nicht relevant ist oder sie nicht interessiert.

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  16. @Axel Kopp: wir waren bei den Gründen, warum die Crowdfunding-Kampagne nicht geklappt hat. Wenn jetzt alle nur schreiben, wen sie sich als SprecherIn wünschen, dann hilft mir das nicht weiter. Dein Vorschlag, andere zu fragen und berichten zu lassen, ob ihre Strategie aufgegangen ist, halte ich für hochinteressant. Bei einer der letzten Konferenzen zum Thema Museum und Web 2.0 in den USA gab es eine eigene Session, in der nur über misslungene Kampagnen und Projekte berichtet wurde. Allerdings ist das in meinen Augen bei uns im deutschsprachigen Raum völlig unrealistisch. Du selbst musstest bei Deinem früheren Arbeitgeber Blogposts löschen und da ging es gar nicht um Fehler.

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  19. @Christian: Ich habe einfach den Eindruck, dass die Schere sehr weit auseinander geht zwischen denen, die gerade mal seit 1 oder 2 Jahren dabei sind Social Media anzuwenden, oft noch in sehr begrenztem Ausmaß (es wäre interessant, mal eine Zeitmagazin-Deutschlandkarte dazu zu haben, wie viel wo gemacht wird! Ich habe manchmal den Eindruck, Niedersachsen ist diesbezüglich Provinz und die Soziokultur Hinterland) und denen, die das schon deutlich länger und professioneller und umfassender betreiben (z. B. Ihr Organisatoren und viele Referenten), das ist ja auch klar.
    Das ist aber kein Plädoyer für das allgemein gehaltene Thema “Web 2.0 für Kulturbetriebe” (auch wenn es vielleicht diejenigen anspricht, die erst relativ kurz dabei sind), das darf und sollte gerne einen Schwerpunkt setzen. Denn Aufgabe des Kongresses ist es auch meiner Meinung nach, neue Tendenzen und Zukunftsthemen wie z. B. Storytelling darzustellen und mich (als gefühlt Einäugigen) interessiert das auch, ich kann mir da viel abholen, wohin die Richtung gehen kann usw.
    Aber eben für die Zukunft, für die Orientierung, nicht für die Jetzt-Praxis – da bin ich immer noch dabei raus zu kriegen, welches fb-Posting wann und bei wem am ehesten Interesse trifft, was ich noch anbieten und wie die Interaktion verbessern kann usw. Diese Mühen der Ebenen können und sollen natürlich nicht das Thema einer stARTconference sein (dann würden viele andere nicht kommen!); aber meine Hoffnung wäre, dass man sich auch als Kulturarbeiter auf dieser Ebene was abholen kann (das war bei mir auch 2010 so!).
    Nochmal: Die Mischung macht’s, denke ich, und ich würde versuchen im Vorfeld einer Konferenz zu thematisieren und zu transportieren, dass es für beide Gruppen „Stoff“ gibt. Das, was Christian Holst am 4. April als inhaltliche Eckpfeiler veröffentlicht hat (diese Mitteilung ist mir zu dem Zeitpunkt leider entgangen), war genau das, was mir bis dahin gefehlt hat und was mir bei der Entscheidung hilft, ob ich hin fahre: Einige der Referenten sind benannt mit konkret umrissenen Punkte, worum es u. a. gehen wird (http://www.startconference.org/2012/04/start12-eckpfeiler-des-programms-stehen/). Da können gerne noch etliche N.N.s bleiben – an den Themen kann ich schon eine Tendenz sehen. Aber das war schon verdammt knapp vor dem Ende der Crowdfunding-Frist; m. E. viel zu spät!
    Es wäre für mich übrigens ganz klar auch ok, wenn Ihr entscheidet, dass Alltagsthemen besser auf der regionalen Ebene geübt und bearbeitet und sich darüber ausgetauscht werden soll – aber dann wird der Kreis der Besucher vermutlich halt kleiner. Bei meinen Gesprächen (2010 und 2011) jedenfalls, wer ev. mit kommt, stand die Relevanz für die Praxis ganz oben, auch wenn das Interesse weiter reicht.

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  20. @Ostseefanol: danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Du hast recht, mit den Informationen sind wir zu spät rausgegangen, das hätte früher sein müssen, ganz eindeutig. Bei den Inhalten sehe ich auch einerseits die Zielgruppe derer, die wissen wollen, welche Tools sie wie verwenden können. Eigentlich sind dafür die stARTcamps bestens geeignet, denn dort muss ich nicht nur darauf hoffen, dass meine Frage vielleicht beantwortet wird, ich kann sogar eine Session zu diesem Thema vorschlagen.

    Wenn wir für die Konferenz einen ähnlichen Ansatz wählen, dann machen wir uns selbst Konkurrenz, insofern wären die „Alltagsthemen“ vemrutlich nur dann auf der stARTconference gut aufgehoben, wenn wir dann im Unterschied zu den stARTcamps attraktive SprecherInnen einladen, wenn möglich auch aus dem Ausland. Unabhängig von der Frage, wie sich das finanzieren lässt, könnte das ein Modell sein.

    Darüber hinaus lässt sich aber natürlich auch eine weitere Programmschiene planen, in der es um ein oder mehrere Zukunftsthemen geht. So kann ich als TeilnehmerIn jederzeit die Schienen wechseln und das für mich interessanteste Angebot zusammen stellen.

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