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Sponsoring: muss ich potenziellen Geldgebern mein Budget zeigen?

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© Paul-Georg Meister ; Pixelio

Wenn Sie für Ihr künstlerisches Vorhaben öffentliche Mittel in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie nicht nur Ihr Projekt beschreiben und erklären, was Sie da so alles vorhaben. Sondern Sie werden auch dazu aufgefordert, Ihr Budget darzustellen und aufzulisten, auf welche Weise Sie die Kosten decken wollen. Dass die öffentlichen Förderstellen wissen wollen, wie Sie die benötigten Mittel einsetzen und ob Ihr Projekt finanziell überhaupt realisierbar ist, scheint einsichtig, schließlich ist es die Aufgabe der öffentlichen Stellen, Kunst zu ermöglichen. Und das mit den Mitteln der Steuerzahler.

Wie aber sieht es denn bei den privaten Unterstützern aus? Müssen oder sollten Sie denen auch Ihr Budget vorlegen, um das erhoffte und meist dringend benötigte Geld zu bekommen? Eigentlich nicht, denn wenn wir Sponsoring als ein Geschäft auf Gegenseitigkeit verstehen, dann heißt das: der Projektbetreiber bietet dem potenziellen Sponsor eine oder mehrere Leistungen an, für die ein entsprechender Gegenwert ermittelt wird. Ob es sich hierbei um eine Sach- oder Geldleistung handelt, spielt keine Rolle, entscheidend ist, ob die Relation zwischen Leistung und Gegenleistung passen.

Für den Sponsor spielt es dabei keine Rolle, ob die Projektkosten hoch oder niedrig sind, er hat lediglich ein Interesse daran, für den vereinbarten Geldbetrag oder die ausgehandelten Sachleistungen die entsprechende Gegenleistung zu erhalten. Wichtig ist daher nicht das Projektbudget, sondern die Bewertung der Leistung, die man dem potenziellen Sponsor anbietet. Wenn Sie also einem Sponsor anbieten, für den vereinbarten Geldbetrag sein Logo auf Plakat und Eintrittskarten zu platzieren, ist es völlig egal, ob Ihr Projekt 500 oder 500.000 Euro kostet.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: ein Unternehmen könnte Sie bei der Realisierung Ihres Vorhabens auch mit Know-How unterstützen, zum Beispiel bei der Organisation des Vorhabens, also in Sachen Projektmanagement. Oder ein Sponsor finanziert das gesamte Vorhaben. In so einem Fall darf er nicht nur wissen, was das Projekt kostet, er muss es sogar wissen, um dann seine Entscheidung treffen zu können.

Aber auch ohne diese Ausnahmen können Sie durchaus die Höhe des Budgets nennen, ohne die Zahlen im Detail zu präsentieren. Auf diese Weise kann der mögliche Geldgeber abschätzen, ob Ihre Forderung realistisch oder völlig überzogen ist. Angenommen, Ihr Vorhaben kostet 5.000 Euro und Sie möchten vom potenziellen Sponsor 2.500 Euro für den Logoabdruck, dann ist das unter Umständen eine etwas überzogene Forderung. Wenn Sie hier offen agieren und die Gesamtkosten nennen, wird Ihr Gegenüber sehen, dass Sie ihn nicht über den Tisch ziehen wollen und Ihnen genau das Vertrauen entgegenbringen, das die Voraussetzung für eine langfristige Partnerschaft ist.

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