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Frank Koebsch: kennen Sie Netzkunst? (Gastbeitrag)

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Erst in meinem letzten Beitrag habe ich über den mühsamen Weg zum erfolgreichen Blog geschrieben und darin gezeigt, dass auch Nischenthemen die Chance bieten, sich zu profilieren. Wie sich so eine Nische mit Erfolg besetzen lässt, zeigt der Maler Frank Koebsch, der schon seit längerer Zeit das Blog „Bilder, Aquarelle vom Meer & mehr“ betreibt und immer wieder durch seine Netzaktivtäten auffällt. Nach längerer Zeit hat er mir wieder einen Beitrag zur Verfügung gestellt, in dem er sehr anschaulich schildert, wie er das Social Web nutzt und die Anbindung an die klassischen Kommunikationskanäle herstellt. Ich freue mich über Franks Beitrag und bedanke mich, ihn hier veröffentlichen zu dürfen.

Kunst im Netz oder die Kunst der Vernetzung

Ich möchte Ihnen ein Projekt vorstellen, dessen Idee vor über sechs Monaten im Internet geboren wurde und das auch in den nächsten 12 Monaten noch im Netz zu finden ist. Erwarten Sie bitte keinen Artikel über avantgardistische Kunst. Es handelt sich nicht Netzkunst. Unser Projekt ist etwas „scheinbar Profanes“ wie Zeichnungen und Bilder von Sternzeichen. Wenn Sie bei dem Begriff Tierkreiszeichen an Astrologie und Horoskope denken, werden wir diese Erwartungen nicht erfüllen können. Was diesen Artikel vielleicht lesenswert macht, ist die Schilderung der Art und Weise, wie die Möglichkeiten der Arbeit im Netz und der realen Welt mit einander verknüpft werden können, um ein Projekt erfolgreich zu machen.

Der Start begann mit ein paar Posts auf Facebook. Susanne Haun gefiel die Zeichnung eines Widder von Sven Brauer. Beide verabredeten den Tausch dieses Widders gegen eine Zeichnung eines Löwen von Susanne Haun.  Die meisten Menschen kennen das Sternbild, in dem sie geboren wurden, egal ob sie an die Sterne glauben oder mit beiden Beinen in Leben stehen. So entstand die Idee, sich gemeinsam mit anderen Künstlern den Sternzeichen spielerisch zu widmen. Was sich über mehrere Monate Diskussion im Netz, per Mails, Telefon und persönliche Treffen heraus kristallisierte, war das Projekt Faszination Sternzeichen. Kerstin Mempel (Kiel), Petra Rau (Taunus / Hessen), Susanne Haun (Berlin) und Frank Koebsch (Sanitz bei Rostock) arbeiten als darstellende Künstler mit dem Hamburger Unternehmer und Galeristen Karsten Peters zusammen. Während der Diskussion wuchs der Wunsch nicht eine, sondern eine Reihe von Ausstellungen mit den entstandenen Bildern und Zeichnungen zu realisieren und die Arbeiten in einem Katalog oder Buch und dem Web zu zeigen. In Zusammenarbeit mit dem Verleger Daniel Büchner und Annette Pehnt als Autorin  aus Freiburg i.Br. konnten wir ein Sternzeichen Buch realisieren. Das Buch beinhaltet eine Auswahl der Zeichnungen und Bilder sowie kleine Geschichten und Texte zu den Sternzeichen von Annette Pehnt.  Es ist ein wunderschönes Kunstbuch entstanden, genau das richtige zum Blättern und Stöbern an langen Abenden, denn jeder der beteiligten Künstler nähert sich den Sternzeichen auf seine eigene persönliche Art und Weise.

Anette Pehnt sagte dazu sehr charakteristisch in einem Interview:

„Das Thema fand ich zunächst nicht einfach, denn ich bin astrologisch ahnungslos und halte meinen Blick beim Schreiben eher in der Horizontale. Aber da waren diese tollen Bilder, viel lebendiger und auch phantastischer, als ich dachte. Beim Schreiben habe ich mit den Bildern gearbeitet und frei assoziiert, weniger sternenkundlich als vielmehr bildlich-imaginierend: Was ist das Jungfernhafte, wie fühlt sich ein Fisch im Schwarm, wie wäre es, wenn der Geliebte ein Wassermann wäre?“

Aber was nutzen die besten Zeichnungen und Bilder, ein tolles Buch und eine Ausstellungsreihe, wenn nicht ein entsprechendes Marketing realisiert werden kann, um den Erfolg unseres Projektes abzusichern. Die Projektbeteiligten sind über ganz Deutschland verteilt. Also lag der Gedanke nahe, dass jeder Beteiligte sein persönliches Netzwerk vor Ort aktiviert und unser Projekt und das Buch vorstellt. Parallel dazu wurde in dem Blog http://faszinationsternzeichen.wordpress.com/ die Vorstellung des Projektes, des Buches, der Zeichnungen und Bilder im Web realisiert. Auf diesem Blog werden auch die kommenden Veranstaltungen angekündigt. Gleichzeitig wird über die einzelnen Events berichtet.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurde passend dazu eine eigene Facebook Seite aufgebaut und über Twitter berichtet. Basierend auf den positiven Erfahrungen zu den Blogparaden als Marketinginstrument für die Bildende Kunst haben wir unser damaliges Netzwerk im Sinne eines Empfehlungsmanagement aktiviert. Ergänzt wurde dieses durch die Zusammenarbeit mit der Fa. Hahnemühle, die in ihrem Hahnemühle Traditional FineArt Newsletter 11/2011 auf unser Projekt aufmerksam machte.

Diese Aktivitäten im Web wurden durch klassische Pressearbeit begleitet. Im ersten Schritt konnten wir für eine deutschlandweite Kommunikation die Zeitschrift atelier – Die Fachzeitschrift für Künstlerinnen und Künstler für einen Artikel über unser Projekt gewinnen.

Zum Herausgabetermin unseres Buches war unser Projekt also schon bekannt. Auf der Basis dieser Kommunikation können wir jetzt gezielt für die einzelnen lokalen Veranstaltungen, wie Buchvorstellungen, Teilnahme an Kunstmärkten, Tage der offenen Ateliers u.a. sowie die folgenden Ausstellungen die Presse und die Menschen direkt ansprechen. Wenn es uns gelingt, die Menschen im Süden mit unseren Berichten aus dem Norden neugierig zu machen und umgekehrt, wird sich unsere Arbeit auszahlen. Einige weitere Dinge sind noch geplant.

Wenn Sie diesen kleinen Artikel gelesen, werden Sie sicher sagen, ein ganz profanes Thema, kein neuer und avantgardistischer Ansatz. Ganz richtig. Wir nutzen nur konsequent eine Vielzahl von aufeinander abgestimmten Aktivitäten in der realen Welt und dem Internet, damit unser Projekt Faszination Sternzeichen unter einen guten Stern steht. Für uns ist dieses eine kleine Erfolgsstory für die Verknüpfung eines Projektes in der realen Welt mit den Möglichkeiten des Social Web. (Natürlich nur, weil wir die Dinge alleine in die Hand nehmen und nicht auf unsere Horoskope angewiesen sein wollen. ;-)) Der besondere Reiz für alle Beteiligten liegt daran, dass sie mit diesem Vorgehen, die Chance haben ihr Netzwerk und ihre Kundenbasis über ihre Region hinaus bekannt zu machen.

Wie realisieren Sie Ihr Marketing zur Absicherung Ihrer Projekte? Was machen Sie anders? Über einen regen Austausch zur Kunst im Netz würden wir uns sehr freuen.

Über den Autor: Frank Koebsch ist leidenschaftlicher Aquarellmaler und Blogger. Er ist in Mecklenburg – Vorpommern zuhause, wo er sich die Anregungen für seine Bilder holt. Beruflich hat er über 20 Jahre für Siemens in den Bereichen Vertrieb, Consulting, Business Development gearbeitet und versucht im Rahmen seiner heutigen Tätigkeit, sein Wissen und die Erfahrungen aus den Bereichen Projektarbeit, Marketing, Business Development, Social Media in die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern einzubringen.

9 Comments Join the Conversation

  1. Hallo Christian, danke die Veröffentlichung des Beitrages. Es sollte eigentlich eine ganz alltägliche Geschichte sein. Aber in den Gesprächen mit anderen Künstlern, Partnern und Unternehmen hören wir immer wieder Erstaunen über das, was wir machen. Dabei geben wir uns „nur“ Mühe, die Dinge die wir handwerklich beherrschen für unsere Belange einzusetzen. Beste Grüße von der sonnigen Ostsee – Frank Koebsch

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  2. @Susanne & @Frank: ich finde es sehr hilfreich, über Eure Aktionen zu lesen, denn sie zeigen, dass es keinen großen Apparat braucht, um im Netz sichtbar zu sein. Vernetzung, gute Ideen und viel Arbeit, das ist die Mischung, mit der es funktioniert. Danke für Eure Aktion, diesen Beitrag von Frank und die Bereitschaft, Eure Ideen mit anderen zu teilen.😉

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  3. Sehr interessanter Artikel. Es ist wichtig, das Künstler-Kenntnisse und Künstler-Fähigkeiten und Marketing-Kenntnisse und Marketing-Fähigkeiten Hand in Hand gehen. Als Zeichen-Künstlerin und Zeichenlehrerin freue ich mich über jede Gelegenheit über Kunst-Marketing zu lernen.

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