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stARTcamp Köln: Social Media muss man leben

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„Das Social Web ist schön, aber es macht viel Arbeit.“ So lautete das Motto des mittlerweile dritten stARTcamps, das nach Essen und Dresden nun in Köln über die Bühne ging. Vorab: es war eine tolle Veranstaltung, perfekt organisiert von Anke von Heyl, Wibke Ladwig und Ute Vogel, mit einem vielseitigen Programm und gut 100 TeilnehmerInnen, unter ihnen viele bekannte, aber auch jede Menge neuer Gesichter.

Mein Kölnbesuch begann schon am Tag davor, denn ich wollte die Gelegenheit nutzen und im Museum Ludwig die Ausstellung „Ichundichundich. Picasso im Fotoportrait“ besuchen. Wer Picasso mag und sich gerne Fotos aus alten Zeiten anschaut, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Gerne hätte ich via Twitter auf den Account des Museums und die Ausstellung verwiesen, aber leider ist das Museum nicht auf Twitter vertreten. Und was ich noch mehr bedauere: das Blog des Hauses existiert nicht mehr. Ohne die Gründe zu kennen, musste ich an das vor kurzem ebenfalls eingestellte Blog der Duisburger Philharmoniker denken. In beiden Fällen entschieden sich die Verantwortlichen für den Einstieg in das Social Web und stellten die Aktivitäten aber nach einiger Zeit wieder ein.

Für mich stellt sich die Frage, woran das liegen kann? Betreibt jemand sein Blog privat, dann hat er vielleicht keine Lust oder keine Zeit mehr, die Gründe sind auf alle Fälle zu respektieren, schließlich geht es mich, der ich höchstens Leser dieses Blogs bin, nichts an. Bei einer öffentlich finanzierten Einrichtung muss ich die Gründe natürlich auch respektieren, aber für mich stellt sich auch die Frage, was im Vorfeld falsch gelaufen ist, dass es zu dieser Entscheidung kommen konnte? Wobei „falsch gelaufen“ vielleicht gar nicht der richtige Begriff ist. Wie man sich dem Thema Social Media annähert, ist mittlerweile bekannt, Sebastian Hartmann machte in seiner stARTcamp-Session deutlich, worauf es dabei ankommt. Hineinkommen ins Social Web scheint also gar nicht so schwer zu sein, die Herausforderung besteht wohl eher darin, nicht wieder hinauszufallen bzw. mit seinen Aktivitäten nicht zu scheitern.

Als mir dann auch noch am Abend das neue Positionspapier „Wissensmanagement und Enterprise 2.0“ der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. (GfWM) in die Hände fiel (die jeweils aktuelle Version dieses Positionspapiers findet man auf diese Seite), hatte ich mein Thema für das stARTcamp: wie schafft man es, Social Media nachhaltig in der jeweiligen Struktur zu verankern und so ein Scheitern zu vermeiden?

Besonders groß ist in meinen Augen die Gefahr des Scheiterns dann, wenn man Social Media lediglich als eine (neue) Form der Kommunikation betrachtet, die sich zu den bisherigen Kommunikationsmaßnahmen gesellt. Christian Riedel hat in seinem Blogbeitrag „Digital Thinking basiert auf Digital Behaviour – Der blinde Fleck der Unternehmenskultur“ recht einleuchtend erklärt, warum das Wechselspiel von digitalem Denken und digitalem Verhalten den nachhaltigen Erfolg der Social-Media-Aktivitäten begünstigt.

Die Erkenntnis, dass man das, was man nach außen signalisiert, auch selbst verinnerlichen und leben muss, ist nun nicht neu, auch die AutorInnen des GfWM-Positionspapiers haben diesen Gedanken aufgegriffen und ihn noch um den Ansatz der lernenden Organisation erweitert. Ihren ganzheitlichen Zugang verdeutlicht ihre Behauptung:

„Enterprise 2.0 kann man nicht einführen, sondern nur werden.“ (S.3)

Ähnliches lässt sich, so denke ich, auch über Social Media sagen: man muss es leben. In der Praxis heißt das, die Social-Media-Aktivitäten dürfen sich nicht auf den B2C und den B2B-Bereich beschränken, sondern sollten auch die Bereiche B2E (Business to Employee) und E2E (Employee to Employee) umfassen. Ein Ansatz, der z.B. in einem Unternehmen wie IBM schon längere Zeit gelebt wird. Ganz so weit sind die Kulturbetriebe noch nicht, aber das stARTcamp hat gezeigt, dass viele auf dem richtigen Weg sind. Sogar das „social singing“ klappte schon recht gut.😉

Hier die Folien zu meiner Präsentation:

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