Sidney Opera
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Wie bewerbe ich Kunst? Die Oper in Sydney macht es vor.

3 Kommentare

Wenn irgendwo die Rede davon ist, dass wieder mal der Etat einer Kultureinrichtung gekürzt wird oder das Haus vielleicht ganz geschlossen wird, folgen meist recht schnell die Hinweise auf die Bedeutung von Kunst und Kultur. Jasper Visser hält von diesem „Reflex“, dem wir wohl fast alle wieder und wieder erliegen, recht wenig. In seinem Beitrag „Promoting culture“ auf „The Museum of the Future“ schreibt er:

„When a couple of months ago it became apparent that culture in the Netherlands would be severely cut, the response was a countrywide scream for culture. Like, people really screaming for culture… I believe that’s about the worst thing you can do to promote culture.“

Stattdessen schlägt er einen ganz anderen Weg vor und bringt dafür gleich ein Beispiel: das Sydney Opera House mit „The Ship Song Project„, hinter dem sich ein wunderbares Promotionvideo versteckt, das ein Remake von Nick Caves „The Ship Song“ ist. Anschauen, anhören und genießen:

Mich erinnert das an meinen Beitrag über Crowdfunding und die Frage, was man eigentlich tun muss, um die Menschen dazu zu bringen, das eigene Projekt zu unterstützen? Visser liefert die Antwort darauf:

„Rather than screaming, this video focuses on the intrinsic strengths of culture, the arts. It sells what culture has to offer: passion, emotion, inspiration, the dumbfounding feeling of witnessing something truly unique. This is what culture is all about. This is why culture is important!“

Ich denke auch, dass es besser (und vermutlich einfacher) ist, die Kunst für sich selbst sprechen zu lassen. Oder wie formuliert es Visser so schön:

„I like to say there’s nothing easier to promote than culture, the arts. Unlike fastfood or cheap airline tickets, culture is a high-value product meaningful to nearly everybody. We only have to show it in its full strength.“

Nun sollen wir nicht nur einfach ergriffen  vor dem PC sitzen und das Video genießen, sondern das ganze dient ja der Bewerbung des Opernhauses. Deshalb wurde auf YouTube eine eigene Projektwebsite eingerichtet, die nicht nur jede Menge zusätzliches (Video)-Material zur Verfügung stellt, sondern natürlich auch Social Media für die Verbreitung der Botschaft nutzt.

Solche Kampagnen wünsche ich mir bei uns auch.😉

3 Comments Join the Conversation

  1. Ein „Gänsehaut“-Imagefilm für die Oper. Was der wohl gekostet hat? 30- 40.000 Dollar mindestens – würde ich mal schätzen. Das ist immer wieder die Krux, wenn man den Kulturinstitutionen aufzeigt, wie man tolle Promotion machen könnte – sie haben einfach kein Geld, das zu bezahlen. Oder sehen den ROI nicht vor ihrem geistigen Auge.

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  2. @Anke: billig war er vermutlich nicht, aber sieh es mal so: in den wenigen Tagen haben schon 63.000 UserInnen das Video gesehen und dabei wird es nicht bleiben. Hinzu kommt, dass ein solch gemeinsames Projekt dem Klima in einem Unternehmen gut tut, insofern ist es vermutlich mehr als nur ein Werbevideo und das Geld ist in meinen Augen gut investiert.

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  3. Pingback: Kultur sollte gelebt und nicht gemacht werden – Der Kulturblog

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