Social Media & Events Report 2011
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Ein Report zeigt: so nutzt die Eventbranche soziale Netzwerke

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Für viele Kunst- und Kultureinrichtungen ist die Bewerbung der eigenen Veranstaltungen ein wichtiger Grund, um im Social Web aktiv zu sein bzw. zu werden. Was aber heißt „aktiv werden“? Welche Netzwerke eignen sich am besten, welche Ziele lassen sich überhaupt erreichen und wie aktiv muss man dort sein? Auf diese und weitere Fragen versucht der „Social Media & Events Report 2011“ (kostenlose Bestellmöglichkeit) einzugehen. Die  von der Ticketing-Plattform Amiando veröffentlichte Untersuchung liefert zwar weniger überraschende Ergebnisse als der im letzten Herbst veröffentlichte „Twitter-Report“ (siehe dazu mein Blogpost „Eine Studie untersucht den Einsatz von Twitter rund um Events„), ist aber trotzdem sehr hilfreich, um den Rahmen für die eigenen Aktivitäten abzustecken.

Klar ist, die Eventbranche hat den Wert von Social Media erkannt, für 42% der befragten Personen (von insgesamt knapp 1.000 Teilnehmern an der Befragung) sind die Aktivitäten im Social Web für das eigene Marketing sehr wichtig, 38% gaben an, dass Social Media für sie wichtig sei.  Interessant ist dabei die Tatsache, dass die englisch sprechenden Befragten die Bedeutung höher einschätzen (sehr wichtig: 56%) als die deutsch sprechenden Kollegen (sehr wichtig: 33%).

Keine Überraschung bergen die Antworten auf die Frage, welche Kanäle die Eventbranche nutzt? 84 Prozent nannten hier Facebook an erster Stelle, gefolgt von Twitter (61%), Xing (47%) und YouTube (44%). Auf den weiteren Plätzen LinkedIn und Blogs mit jeweils 35%. Nur 7% der Befragten nannten hier MySpace, ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die beste Zeit dieser Plattform wohl vorbei ist.

Während es mit MySpace eher abwärts geht, geht es mit den Social-Media-Aktivitäten der befragten Personen aufwärts. 82% wollen zukünftig aktiver sein, 17% sind mit dem derzeitigen Level zufrieden und lediglich ein Prozent plant, die zukünftigen Aktivitäten zu reduzieren. Erhöhen oder reduzieren, was bedeutet das genau? Eine Antwort lässt sich aus der nächsten Frage ableiten, in der gefragt wurde, wie viele Inhalte wöchentlich für Social-Media-Plattformen produziert werden?

„Jeweils 11% der Umfrageteilnehmer produzieren ‚bis zu 25‘ und ‚mehr als 25‘ Inhalte für soziale Netzwerke und Blogs“,

heißt es in dem von Lisa Koch, Sandro Spiess und Dennis von Ferenczy verfassten Report. Was soll damit erreicht werden? In erster Linie darum, den Bekanntheitsgrad zu steigern, immerhin 77% der Befragten nannten dieses Ziel. 60% sehen in den sozialen Netzwerken ein neues Informationsmedium und 59% verfolgen mit ihren Aktivitäten das Ziel, neue Kunden zu generieren. Nur 28% nannten als Ziel, die Ticketverkäufe steigern zu wollen.

Dieser Wert mag etwas überraschend sein, fragt man aber danach, ob die angestrebten Ziele denn erreicht wurden, zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit, auf diesem Weg mehr Tickets zu verkaufen, wirklich nicht sehr hoch ist. Nur 17% der Befragten gaben an, durch ihre Social-Media-Aktivitäten mehr Tickets verkauft zu haben. Auch sonst zeigt sich: die anvisierten Ziele sind durchaus realistisch. Auf die Frage, welche Ziele realisiert werden konnten, nannten 66% die Steigerung des Bekanntheitsgrads und 45% eine verstärkte Kundenbindung.

Es gibt also jede Menge guter Gründe für Eventveranstalter, im Social Web aktiv zu sein oder zu werden. Und trotzdem halten sich viele eben doch noch zurück. Gefragt nach den Ursachen gaben 54% die fehlende Zeit als Grund an. Genannt wurden außerdem die schlechte Messbarkeit (36%), mangelndes Personal (34%) und fehlendes Know-How (33%).

Es ist zwar nicht so ganz einfach, die eigenen Aktivitäten zu messen, aber ob das der Grund ist, dass 63% der befragten Personen überhaupt keine Monitoring-Tools verwenden, darf bezweifelt werden. Von den 37%, die Monitoring betreiben, nutzen 78% kostenlose Monitoring-Tools, während 12% auf gekaufte Software und 10% auf externe Dienstleister setzen. Hier zeigt sich wohl am ehesten, wie weit die Branche im Umgang mit Social Media ist. Zwar sind die meisten dort bereits aktiv und sehen auch trotz aller Probleme das Potenzial. Aber so richtig angekommen ist das Thema bei ihnen noch nicht, was aber unter Umständen auch damit zu tun hat, dass die kostenpflichtigen Monitoringangebote für die häufig in den Kinderschuhen steckenden Social-Media-Aktivitäten einfach zu teuer sind.

Fazit: die meisten VertreterInnen der Eventbranche setzen auf Facebook, Twitter und Xing und sehen dort auch für die Zukunft die größten Potenziale. Der Markteintritt von Google+ zeigt aber, dass solche Prognosen mit Vorsicht zu genießen sind. Unter Umständen muss die Eventbranche und mit ihr auch der Kunst- und Kulturbereich in ein paar Jahren mit ganz anderen Playern zu Rande kommen. Bis es so weit ist, werden wohl Facebook, Twitter und Xing weiter die wichtigsten Plattformen bleiben, um im Social Web Sichtbarkeit zu erlangen.

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