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Blogparade: „Blog’n Roll – Rettet die Blogroll“

13 Kommentare


© Rainer Sturm ; Pixelio

Wenn in der Überschrift dreimal das Wort „Blog“ vorkommt, ist klar, dass Blogs in diesem Beitrag eine Rolle spielen. Und genau um diese „Blogrolle“ geht es. Eine Blogroll, das ist die Liste der Blogs, die der Betreiber eines Blogs aus irgendwelchen Gründen gerne liest und den BesucherInnen seines Blogs weiterempfiehlt. Bei mir finden Sie die – ziemlich lange – Blogroll in der rechten Spalte. Leider gibt es immer mehr Blogs, die diese Blogroll nicht mehr haben, was Tim Krischak dazu bewogen hat, sich für ihren Erhalt einzusetzen.

Nach dem Motto „spread the word“ hat er eine Blogparade initiiert, die den schönen Titel „Blog’n Roll – Rettet die Blogroll“ trägt. Warum sollen wir die Blogroll retten? Brauchen wir sie überhaupt? Schließlich ist es viel leichter, via Facebook oder Twitter einen Link zu verschicken und so auf einen interessanten Beitrag aufmerksam zu machen.

Robert Basic hat vor einiger Zeit in einem Blogpost über die fehlenden Blogdebatten geschrieben und stellt an anderer Stelle fest, dass die Blogosphäre eben nur ein Abbild der Gesellschaft sei:

„Zuerst Ich, dann vielleicht die anderen.“

In der Realität heißt das: die Zahl der Blogs steigt, aber wir erfahren immer häufiger gar nicht von ihnen. Eben auch deshalb, weil sich BloggerInnen auf sich selbst konzentrieren und das eigene Blog mit Inhalten füllen. Auf anderen Blogs präsent zu sein, macht auch heute noch Sinn, wo wir uns größtenteils über Facebook und Twitter vernetzen. Blogs funktionieren ganz anders, sie wirken nachhaltiger, denn ihre Inhalte können auch noch nach Jahren via Google gefunden werden. Bei einzelnen Tweets oder Facebook-Postings ist das unwahrscheinlich (siehe dazu mein Blogpost Warum der Social-Media-Mix nicht nur aus Facebook und Twitter besteht), sie sind innerhalb kürzester Zeit verschwunden.

Gerhard Schröder macht daher auch Facebook und Twitter für diese Entwicklung (mit)-verantwortlich. In seinem Beitrag Soziale Netze, zum ZERREIßEN gespannt? stellt er aber auch fest, dass sich unsere Lesegewohnheiten verändert haben. Viele Tools bringen es mit sich, so konstatiert er, dass wir gar keine Möglichkeit haben, Blogposts zu kommentieren. Wenn wir davon ausgehen, dass BlogbetreiberInnen auch BlogleserInnen sind, dann heißt das, dass sie sich immer mehr einigeln, also genau das tun, was Robert Basic ihnen mit dem Schlagwort „Blog alone“ vorwirft.

Warum dann noch eine Blogroll haben, wo die anderen ja auch nicht mehr auf einen hinweisen oder gar kommentieren? In meinen Augen ist die Blogroll eines der nachhaltigsten Instrumente, um das eigene Netzwerk am Leben zu erhalten. Nicht nur die LeserInnen stoßen auf diese Weise auf interessante Blogs, auch die BloggerIn selbst wird immer wieder an Blogs erinnert, die sie vor längerer Zeit für gut befunden hat und in der letzten Zeit gar nicht mehr besucht hat. Insofern kann es zwar egoistisch sein, wenn man ohne Blogroll vor sich hinbloggt. Es kann aber auch egoistische Gründe geben, die einen dazu antreiben, eine Blogroll zu haben: sie ist ein Erinnerungszeichen für die vielen guten Inhalte, die man im Laufe der Jahre entdeckt und unter Umständen wieder vergessen hat. Grund genug, eine Blogroll zu haben.

13 Comments Join the Conversation

  1. Ich mag das Blogroll sehr.

    Für mich stellt sich eher das Problem, wie schaffe ich es, meinen Blogroll so zu präsentieren, dass die Empfehlungen gut gefunden werden können.

    Mir ist der Begriff „Blogroll“ da zu wenig. Ich habe angefangen, Gruppen zu bilden, damit ich den Interessenten auch zu seinen Interessen führen kann. Zum Beispiel gibt es bei mir die Rubrik: Reiseberichte oder Mode (was ziehe ich zur Vernissage an), Galerien und Künstler…..

    Von meinem Verständnis her lebt ein Blog erst dann, wenn kommuniziert wird, die Gedanken geteilt werden.

    Ich stöbere sehr gerne von Blog zu Blog. Das heißt, ich beginne in meinem Blogroll und hangel mich von Blogroll zu Blogroll durch und entdecke so immer neue Interessante Sachen im Netz, auf die ich sonst gar nciht gekommen wäre!

    Alleine schafft man sehr viel weniger als zusammen. Das zeigen wir auch gerade mit unserer Blogparadenstaffel… seht hierzu den Gastbeitrag von Frank Koebsch ….

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  2. @Susanne Haun: ja, das Stöbern in einer Blogroll gehört für mich auch dazu. Viele englischsprachige Blogs habe ich auf diese Weise entdeckt. Gerade in den USA scheint mir die Blogroll noch weiter verbreitet zu sein und hoffentlich bleibt es auch so.

    @mons7: fein🙂

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  3. Diesmal hast Du etwas nicht berücksichtigt, nicht dass ich darauf warte. Selbst stehe ich vor der Verlegenheit, vielleicht bin ich zu überkritisch, dass ich einfach „durch“ bin und das Blog nicht mehr besuche, bevor es Teil einer enstehenden Blogroll werden kann. Ich könnte Dir sagen, woran es liegt. Doch Du wirst es selbst sehen, wenn Du diesen Aspekt in Deine Betrachtungen einbeziehst. Ich halte diesen Punkt für ziemlich vital wichtig. So viel: Es hat etwas mit Nachahmung, gefolgt von Originalität, gefolgt von Globalität oder Universalität zu tun; so viel. Ich meine da muss man auch Entwicklung diesbezüglich sehen. Sonst … nimmt man seine Leute beispielsweise nicht irgendwo hin mit, sondern man hängt auf einer Ebene um etwas herum und das wird bemerkt. Es verliert an Dynamik. Meine Besuche hier sind jetzt schon die Ausnahme. Ich nehme immer noch etwas mit. Vielleicht also habe ich endlich einen Grund für die Blogroll.

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  4. Ich wollte Dir einfach ein Kompliment machzen und hinweisen, dass es dazu vielleicht noch mehr Aspekte gibt. Das Blog mag auftauchen wo es will. Ich habe noch keines gefunden, zu dem ich dadurch auf Dauer stehe, dass ich es in die Blogroll aufnehme. Das muss verdammt gut sein, um so eine Unterstützung bei mir zu erreichen. Es ist somit problematischer als ich es bei Dir verstehen kann. Bitte vertiefe das und Du verstehst, wann ich sagen kann: „Uneingeschränkt Ja!“ Und dann kommt das bei mir in die Blogroll und der Rest kümmert mich nicht.

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  5. Ok, jetzt ist die Botschaft angekommen, danke!🙂 „Auf Dauer“ ist ein großes Wort, vor allem, wenn es um das Thema Qualität geht. Qualität ist ein relativer Begriff, selbst für den einzelnen Leser, dessen Interessen sich im Laufe der Zeit verändern. Insofern spielen da wohl auch andere Aspekte mit hinein.

    Susanne Haun hat in ihrem Kommentar geschrieben, dass sie gerne in Blogs stöbert und sich über die Blogroll weiterhangelt. So mache ich das auch öfters und je nach Interesse und Laune sehen die Wege jedes Mal anders aus. Die Blogroll ist für mich selbst eine Erinnerung, in bestimmte Blogs hineinzuschauen. Die Blogroll ist aber auch eine Einladung an andere, Inhalte zu finden,die ihnen Spaß machen, von den sie lernen können, was auch immer.

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  6. Ah, jetzt sehe ich wie das hier läuft. Nun, ich bin noch ziemlich unbeleckt was posten in Blogs angeht. Also, ich nehme dann nochmals die Unmöglichkeit auf und sehe noch nicht wohin uns das führt. Gleich mitten rein. Jüngste Ereignisse mit Unfällen, nicht Katastrophen, wie in Japan, lassen mich denken, wenn ich Unternehmen sehe die ihre Empfehlungen anpreisen: „Ist dies zu halten?“ Würde ich Referenzen überhaupt noch nutzen wollen? Schon morgen kann meine Referenz ein wirklich schlechtes Licht auf mich werfen: „Oh der geht mit den Verlierern.“ So etwas meinte ich spielt hier herein.

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  7. Eine Empfehlung bezieht sich aber immer nur auf den Moment und gilt nicht ewig, d.h ich nehme mir das Recht heraus, Blogs auch wieder aus der Blogroll herauszunehmen. Damit geht aber theoretisch auch das Risiko einher, plötzlich in einem schlechten Licht dazustehen, wie Du es nennst, ja.

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  8. Diese Antwort von mir musste ich aufteilen. „Auf Dauer“ ist freilich nicht nur „ein großes Wort“ und gewiss sind wir dabei bei Qualität. Dazu gibt es an sich nichts mehr hinzuzufügen. Qualität ist allerdings auch meine einzige Orientierungsmöglichkeit, will ich einen notwendigen Kompromiss machen. Ich gehe also dieses „auf Dauer“ ein, wenn die Qualität gewisse Konsistenz hat. Jetzt zum Punkt. Habe ich alle diese Faktoren, dann bin ich bestens beraten, meine Verbindungen damit zu beglücken. Was ich unter „beglücken“ verstehe, will ich auch gleich hier unterbringen. Für einen Zeitgenossen ist es die schlechte Nachricht, die beglückt. Einem anderen Zeitgenossen ist dies ein Gräuel und er gibt gute Nachrichten weiter. Jetzt sind wir beim Blogroll. Kann ich jetzt schon die Frage in den Raum stellen, wer damit dann nicht glücklich sein könnte? Ich wäre es, denn von dieser Sicht her wird meines Erachtens weniger denn je geschrieben. Ich meine sogar, dass die Printmedien einer neuen Renaissance entgegensehen können und alles noch einmal beginnen können wie gehabt, falls sich da nicht drastisch etwas ändert. Und da frage ich ob nicht sogar Google diese Entwicklung mit befördert hat, indem, nach der Reform mit dem Anspruch auf Mehrwertinhalt, wieder, andere, schwache Inhalte bezahlt wurden? Ich werde unglaubwürdig wenn nur ich mein gutes Blog verteile und keine anderen Blogger zu kennen scheine. dass ich welche kenne, sage ich mit meiner Blogroll, so ich schon eine zusammenbekomme. Damit wird mein Unterfangen auch unterfüttert, realer usw. Also, Blogroll ja, ja, ja! Aber nicht bedingungslos? Oder?

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  9. Und noch dies: An dieser Stelle kann ich und werde ich, wenn ich es raus habe wie ich es in mein Kunstblog installiere, dieses Blog in meine erste Blogroll aufnehmen. Es ist für mich etwas klar, was ich damit auch anderen Freunden so darbieten kann. Damit entsteht ein Netzwerkeffekt oder wie man sonst sagen will. Etwas kann sich verbessern. „Genügend“ Kommunikation war noch ein Faktor den ich dabei sehen will. Das ist hier bereits geschehen.

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  10. Pingback: Auswertung der Blogparade: Blog’n Roll – Rettet die Blogroll | Von Tim Krischak | Kommunikation – zweinull

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