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Social Media Manager gesucht

15 Kommentare


© Carola Langer ; Pixelio

Lange hat es gedauert, bis der Kunst- und Kulturbereich im deutschsprachigen Raum sich nach Social Media ManagerInnen umzusehen begonnen hat. Die aktuelle Ausschreibung  des Jüdischen Museums in Berlin zeigt, dass es nun so allmählich ernst wird.

Gesucht wird in der Jobbörse des Deutschen Museumsbundes ein Social Media Manager für 19,5 Wochenstunden. Zu dessen Aufgaben gehören:

  • „Systematischer Auf- und Ausbau des Dialogs mit relevanten Zielgruppen in Social Media
  • Konzeption, Planung und Umsetzung von Social Media-Kampagnen in Abstimmung mit der
    Marketingleitung
  • Eigenständige redaktionelle Betreuung der Social Media-Präsenzen
  • Projektkoordination bei der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen im Haus
  • Monitoring von relevanten Themen, Communities u. ä.
  • Evaluation und Reporting.“

Qualifiziert ist, wer ein abgeschlossenes Studium vorweisen kann, über Marketingerfahrung in Kultureinrichtungen verfügt, sich mit dem Web2.0 auskennt und gut schreiben kann, und das zweisprachig (en./de).

Klingt gut, vor allem der zeitliche Rahmen ist realistisch eingeschätzt, ohne entsprechendes Zeitbudget geht es halt nicht. Ich bin gespannt, wer bei diesem Job das Rennen macht und bald das Jüdische Museum im Social Web vertritt.

15 Comments Join the Conversation

  1. Also wir sind auch gespannt, auch darüber, ob sich diese Entwicklung auch bei anderen Kultureinrichtungen fortsetzt. Was allerdings wieder einmal zu bemerken ist: es wird nicht über die üblichen Social Media Kanäle gesucht. Oder habe ich da was verpasst?
    Auf der Facebook-Page des Museums ist jedenfalls nichts zu finden.

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    • Nun auf Facebook kann ja auch noch nichts stehen, denn der Mensch der den Mitarbeitern im Museum auf diese Idee bringen wird, wird doch erst gesucht😉

      Schön, dass es diese Idee und diese Ausschreibung gibt. Viele andere hätten die Ausgabe irgend einem Mitarbeiter als zusätzliche Aufgabe über gegangen –> Das machen Sie schon😉

      Beste Grüße – FRank

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  2. Wie darf ich mir denn das vorstellen? Fehlt da in den Anforderungen nicht noch etwas?😉 Oder anders: ChefIn oder KuratorIn sagt zum/zur SM-ManagerIn: In ein paar Tagen ist Sukkot, wir haben da in unserer Sammlung diese tolle Etrogdose, die wir online stellen können mit unseren Wünschen (das Beispiel ist zwar abgewandelt, aber nicht erfunden!)… SM-ManagerIn schreibt halt den Text dazu auf den einzelnen SM-Kanälen, obwohl sie/er nicht weiß, was das Besondere an genau dieser Etrogdose ist, ja nicht einmal genau, was eine Etrogdose ist, schad drum und zwar in mehrfacher Weise: für das Objekt, die Sammlung und erst recht für den eigentlichen Mehrwert für die Leser… womit wir bei der Frage landen, was das eigentliche Ziel der Kanäle ist … oder sagt SM-ManagerIn den Kuratorinnen/Kuratoren, worüber sie wann schreiben sollen? Nur, wie soll sie/er das machen ohne einschlägiges Fachwissen? Aber vielleicht reicht ja ein Crashkurs in Judaistik, in jüdischer Geschichte usw.? … wenn es da nicht grad bei jüdischen Museen auch ganz ganz heikle Themen gäbe …

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  3. @Dirk Schütz: eigentlich würde es Sinn machen, dort über den Job zu informieren. Aber wie Frank richtig scheibt. Um darauf zu kommen, braucht es ja erst einen Social Media Manager. Der Nachfolger wird dann via Twitter und Facebook gesucht.🙂

    Was ich aber erstaunlich finde: man kann sich nicht elektronisch bewerben.

    @Johannes: ist das wirklich so ein Problem? Ich denke, man sollte über ein halbwegs passendes Grundwissen verfügen, das in der Ausschreibung auch gefordert wird. Alles andere kann ich mir im Laufe der Zeit aneignen. Wenn das nicht möglich ist, sehe ich ehrlich gesagt schwarz nicht nur für die Funktion des Social Media Managers, sondern für alle Jobs, die im Museumsbereich vergeben werden, egal ob PR, Marketing oder Management.

    Für mich stellt sich an diesem Punkt die Frage, welche Qualifikationen bzw. welches Wissen mir als Museum wichtiger ist? Inhaltliches Wissen oder die Social-Media-Expertise? Gibt es niemanden, der beides in sich vereint, muss ich mich als Museum entscheiden.

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    • ich hab natürlich eine ähnliche Antwort erwartet, wollte aber eben gar nicht grundsätzlich argumentieren, sondern aufgrund jüngster konkreter und realer Erfahrungen Bedenken äußern.

      Was ich oben nicht geschrieben habe, ist auch noch die Schnelligkeit, mit der die diversen SM-Kanäle bedient werden sollten/müssten, was ein längerer Diskussionsprozess (über verschiedene Dienststellen) einzelner Postings ad absurdum führen würde. Dazu gibt es doch auch genügend Witze, die, wir feststellen können, Realität wurden…

      Vielleicht 2 konkrete Antwortsversuche: a) ich würde, selbst wenn ich das Geld dafür bekäme, mich gegen diese Stelle entscheiden (bei uns) und b) ich kann mir beim allerbesten Willen nicht vorstellen, dass es in einem Museum wie dem JM Berlin (und es geht um dieses) mit enormem human ressources-Pool niemanden gäbe … da ist es wohl – ganz konkret – mehr eine Frage des Wollens.

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  4. @Johannes: wie gesagt, das Problem kann ja bis in die obersten Ebenen hineinreichen.🙂

    Spaß beiseite: was glaubst Du, wie lange jemand braucht, um sich in die Themen Eures Museums einzuarbeiten? Monate, Jahre?

    Aber Du hast insofern Recht, dass es in manchen Museen sensible Themen gibt, bei denen man den Tritt in den Fettnapf vermeiden sollte. Und unter Umständen erfasse ich als Außenstehender diese Problematik nie, wiel sie mir einfach fremd ist.

    Zum Jüdischen Museum Berlin: es ist eine Frage der Gewichtung. Wenn das Social-Media-Wissen fehlt, dann hilft mir das Fachwissen nicht wirklich weiter, insofern würde ich, auch langfristig gedacht, eher dazu tendieren, mir auf diese Weise Social-Media-Knowhow ins Haus zu holen. Aber das ist eine Entscheidung, die man treffen muss, ja.

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    • @Christian: ist weniger eine Frage von Monaten oder Jahren, wohl mehr eine Frage der (intellektuellen) Flexibilität des/derjenigen …
      möcht jetzt aufgrund der Erfahrungen im eigenen Haus vielleicht so antworten: selbst bei meinen langjährigen und exzellent eingearbeiteten Kolleginnen/Kollegen sind (zumindest) Kurzdiskussionen nicht vermeidbar. Und zwar in beide Richtungen: hab ich eine Idee, schließe ich mich kurz und umgekehrt genauso – nicht bei jeder, aber bei auffällig vielen Beitragsideen! Und der Grund dafür ist eben, das was du mit dem „Tritt in den Fettnapf“ bezeichnest, eine bei jüdischen Museen zu euphemistische Bezeichnung, wie wir jüngst erleben mussten …
      Rückfragen: aber nicht nur deshalb, sondern auch und ganz besonders, weil die Beiträge immer (!) eine möglichst nachvollziehbare und glasklare Linie zeigen sollen, zur Programmatik des Hauses passen müssen usw. (Beispiel konkret: poste ich zu Israels Geschichte?, zum Zionismus??, zum Holocaust?, zur aktuellen politischen Diskussion?, zum Nahostkonflikt?, zur religiösen Thematiken?, zu innerjüdischen Thematiken?, nur zum eigenen Haus und seinen Sammlungen bzw. Veranstaltungen usw.)

      Es steht mir wahrlich nicht zu, dem JM Berlin Tipps zu geben, das Haus ist optimal positioniert, aber weil du es so konkret ansprichst: ja, das SM-Know how muss ins Haus geholt werden, dann, wenn ich im Haus gründlichst geklärt habe, ob dieses nicht ohnehin schon schlummert und nur entsprechend dienstlich geweckt werden muss … wir wollen doch auch nicht vergessen, dass die sogenannten Fachwissenschaftler in einem solchen Haus nicht nur solche des – man verzeihe mir den Vergleich – universitären Elfenbeinturms sind, sondern meist mit Vorträgen vor inhomogenem und nichtuniversitären Publikum und/oder mit entsprechender Führungspraxis verschiedenster Gruppen hinreichend kommunikative Erfahrung haben (der sogen. ‚Mittelbau‘).
      Na ja, und damit wären wir dann ja wieder bei den Entscheidungen, die von oben getroffen werden und da oben eben oft die Entscheidungskompetenz dafür nicht genügend vorhanden ist…

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  5. @Johannes: danke, damit hast Du den Rahmen für eine solche Entscheidung perfekt abgesteckt. Genau das sind die Punkte, wobei Du Dich bei den Beiträgen auf, ich vermute, Blogposts beziehst, während wir vom JM Berlin noch gar nicht wissen, ob es ein Blog geben wird.

    Und wenn es eines geben sollte, dann gibt es auch noch mehrere Möglichkeiten, Inhalte dafür zu generieren. Bis diese Inhalte veröffentlicht sind, bedarf es verschiedener Arbeitsschritte und ich vermute, die sehen bei Dir etwas anders aus als beim JM in Berlin.

    Oder anders gesagt: das Korsett wird in Berlin wesentlich enger sein als bei Dir, insofern ist die Gefahr dann auch wieder nicht so groß, oder?

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    • Danke Christian, aber nein, ich meinte nicht nur die Blogposts, die werden tatsächlich sehr präzise diskutiert, nein, auch in der Tat die Twitter- und FB-Posts! Wie gesagt, natürlich nicht jeder, aber doch auffällig oft! Wobei die zitierten „Rückfragen“ bei uns natürlich mittlerweile eine sehr schnelle Routine haben.

      Sieh mal, selbst bei einem Video zu einem jüdischen Fest (z.B. auf FB) muss ich mir im Sinne der Hauslinie überlegen, welches ich nehmen darf und welches nicht, wie weit hinauslehnen, wie weit dem orthodoxen, wie weit dem liberalen Flügel Genüge tun?, und viele andere Fragen…

      Im Prinzip müssen die Arbeitsschritte in einem so großen Haus nicht unbedingt anders aussehen, Berlin wäre halt imstande, eine sehr viel höhere Frequenz zu schalten, gar keine Frage. Dass viele Köche den Brei usw. … muss dabei halt immer auch beachtet werden.
      Vermutlich hast du aber recht mit dem Korsett und dass dann die Gefahr nicht so groß ist, seh ich ähnlich, lasse mich aber gern überraschen😉

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  6. Hallo Christian , Hallo Johannes,
    Vielleicht ist diese aktuelle Veranstaltung für eich interessant.
    „erinnerungskultur online“
    http://www.bpb.de/digitalmemoryonthenet
    Gibt es auch im lifestream

    Wobei der Ansatz eher kulturpolitisch und bildungspolitisch ist – weniger marketingtechnisch. Das macht mir die Veranstaltung sympathisch.

    Gruß Wibke

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    • Danke für den Tipp, Wibke, bin zwar morgen leider fast nur unterwegs, geht sich aber zwischendurch hoffentlich doch einmal aus!
      Und ganz nebenbei angemerkt, weil’s zum eigentlichen Thema des Beitrags so schön passt … wenn wir das Programm ganz genau durchlesen, sieht es danach aus, als gäbe es im Haus vielleicht doch schon Anknüpfungspunkte😉

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      • Hallo Johannes,
        ich kenne das Jüdische Museum nicht intern. Aber ich denke auch, dass es bereits Social Web Ideen und / oder Aktivitäten gibt. Ein Museum, dass eine dezidierte Stelle Social Media Manager ausschreibt, hat schon Ideen und etwas Praxis zum Thema – glaube ich.

        Viele Grüße
        Wibke

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  7. Pingback: Gastbeitrag: Blogparaden als Marketinginstrument für die Bildende Kunst « Das Kulturmanagement Blog

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