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Transmedia Storytelling hilft, Grenzen zu verschieben

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In Theateraufführungen oder in Austellungen, aber natürlich auch in Büchern und vielen anderen Formen von Kunst werden Themen aufgegriffen, die eine gesellschaftliche Relevanz besitzen. Diese Themen werden oftmals aus einer Perspektive betrachtet, die überraschende und damit wertvolle Einsichten vermittelt, der Wert einer solchen Herangehensweise ist unbestritten.

Was ich oft vermisse, ist der nächste Schritt, den ein Theater, ein Museum bzw. eine einzelne KünstlerIn logischerweise nicht schaffen kann, dazu sind Kunst und Kultur auch gar nicht da. Möglich ist aber, so denke ich, das Nachdenken über Kooperationen, über die Zusammenarbeit mit Playern in einem Kontext, aus der heraus genau dieser nächste Schritt erfolgen kann. „From systems to ecosystems“ ist ein Blogpost von Esko Kilpi überschrieben, in dem es darum geht, unser Managementdenken zu verändern und Abstand zu nehmen von einem Denken, das alle externen Einflüsse kaum oder gar nicht berücksichtigt.

Ein Ökosystem zeichnet sich laut Wikipedia durch drei Merkmale aus:

  • es handelt sich um ein offenes System
  • es finden dynamische Entwicklungen statt
  • durch die Vielzahl von Wechselwirkungen handelt es sich um ein komplexes System

Genau so funktioniert oder besser gesagt, kann Transmedia Storytelling funktionieren. Es werden über verschiedene Formate hinweg unterschiedliche Handlungsstränge entwickelt, in die sich entsprechend dem Konzept auch „das Publikum“ einbeziehen lässt. Einen solchen, in meinen Augen sehr spannenden Ansatz verfolgt Conspiracy for Good, ein Alternate Reality Game (ARG), in dem es, wie Sarah Vianney in einem Artikel für „Die Presse“ schreibt, um den monumentale Kampf Gut gegen Böse geht. Die Handlung zu beschreiben ist, wie sie richtig schreibt, eigentlich kaum möglich, aber das folgende Video lässt einen ahnen, was da alles auf einen zukommt, wenn man sich auf dieses „Spiel“ einlässt, bei dem es am Ende dann doch sehr konkret wird, wenn es um den Bau einer Schule in Zimbabwe geht:

Sarah Vianney fasst am Ende ihres Artikels zusammen:

„Die Idee von kleineren ARGs für Lernprojekte und größere zur Anregung des globalen Bewusstseins ist verführerisch. Der Zugang zu ARGs, die tatsächlich die Welt – die reale Welt – verändern können, ist eine reizvolle Idee, die sogar schon vom Roten Kreuz und der Europäischen Union aufgegriffen wurde. Das Besondere hier ist die Integration von Menschen, die nicht als klassische „Gamer“ gelten (…).“

Kunst und Kultur als Teil eines Ökosystems, in dem bestimmte Themen bzw. Fragen aufgegriffen und weiterentwickelt werden, kann das nicht ein interessanter Anknüpfungspunkt sein für die künstlerische Arbeit sein, die diesen Systemen so oft wertvolle Impulse liefert? Transmedia Storytelling ist dann die inhaltliche Klammer, das „Drehbuch“ für die geplanten Aktivitäten, aus denen heraus neue Partnerschaften entstehen, Partnerschaften, an die wir heute noch gar nicht denken.

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