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Kulturförderung: das Geld wird knapp

2 Kommentare

Robin Pogrebin zitiert in einem Artikel in der New York Times Rocco Landesman, seit August 2009 Chef von National  Endowment for the Arts (NEA). Angesichts der Probleme, vor denen die Theater stehen, konstatiert Landesman:

„You can either increase demand or decrease supply. Demand is not going to increase, so it is time to think about decreasing supply.“

Adam Thurman gibt Landesman in einem Blogbeitrag zwar Recht, hält dessen Forderung aber für sinnlos, denn

„The arts are a passion business and all the economic arguments in the world aren’t going to stop people who feel like they must (…) create art through an organization.“

Für ihn lautet die Forderung daher: die Nachfrage nach Kunst muss erhöht werden, aber

„Nobody is looking for a slightly modified version of what already exists.“

In einem Kommentar präzisiert Paul Bott diese Forderung:

„Demand for the specific experience of sitting in the seats watching professional artists do what they do onstage is indeed flat or declining. (…) Demand for the personal experience of being artistic, however, has been steadily rising for at least a generation now and there is no flattening in sight. There are two basic ways that demand is expressed: attempting to become a working professional artist, or making creative activity part of one’s daily life.“

Oder mit den Worten Adam Thurmans:

„If all you are is a place where people go and watch the art, there isn’t going to be much demand for you.“

Thurman hat schon vor längerer Zeit ein Blogpost über „Art as the Hub“ geschrieben, in dem er darauf hinweist, dass die Kunst das Schmiermittel ist, damit die Menschen sich vernetzen können und prophezeit den Kultureinrichtungen:

„in the future the arts organizations that thrive will be the ones most skilled at turning their audience from an unrelated group of people into a community.“

Überleben werden also nur die, die sich vom Prinzip der Guckkastenbühne verabschieden und partizipative Ansätze entwickeln, um aus dem Publikum eine Community werden zu lassen. Wer in diese Richtung arbeitet, wird, so ist Thurman überzeugt, genügend Nachfrage schaffen, um nicht nur künstlerisch, sondern auch finanziell überleben zu können.

2 Comments Join the Conversation

  1. „…in dem er darauf hinweist, dass die Kunst das Schmiermittel ist, damit die Menschen sich vernetzen können…“

    Bei solchen Sätzen läuft es mir eiskalt über den Rücken. Ist das wirklich Wesen und Aufgabe der Kunst? Kunst als Gleitmittel?😉

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  2. @Petra: vieles, was wir heute als Kunst bezeichnen, hatte früher eine ganz andere Bedeutung und wurde im rituellen oder kultischen Kontext eingesetzt. Dabei stand der soziale Kontext ganz klar im Vordergrund.

    Ähnliches gilt für die Aktionskunst. Im Wikipedia-Eintrag über Fluxus ist ein Zitat von Emmett Williams zu finden, das da lautet: „Das Leben ist ein Kunstwerk, und das Kunstwerk ist Leben.“ (http://bit.ly/gHCwmi) Auch hierzu passt, denke ich, was Thurman in seinem Beitrag „Art as the Hub“ gesagt hat.

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