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Das Museum als Schatztruhe

17 Kommentare


© tokamuwi ; Pixelio

Ganz so einfach ist es also anscheinend nicht, mit Hilfe von Storytelling die Attraktivität einer Ausstellung zu erhöhen, wie die Kommentare zu meinem gestrigen Beitrag „Transmedia Storytelling im Museum“ gezeigt haben. Michael Müller hat in seinem Kommentar gemeint, dass es sich in dem gezeigten Video um „Klamauk“ handele, die um die Ausstellung herum entwickelte „Story“ den Wert der Ausstellung damit gleichsam mindere.

Das heißt, es scheint hier bestimmte (Qualitäts)-Grenzen zu geben, man kann nicht einfach rund um eine Ausstellung herum Geschichten erfinden. Was aber muss diese Geschichten dann auszeichnen? Werner Schütz gibt auf seinem Blog „Filmfeder“ eine ganz wichtige Anregung. In seinem Beitrag „Einen Maler für Transmedia Storytelling“ weist er darauf hin, dass eine solche Geschichte nicht einfach an denen, deren Interesse für die Ausstellung geweckt werden solle, vorbeilaufen dürfe, sondern dass diese Geschichte erst dann ihren Zwecke erfülle, wenn sie die ZuseherInnen miteinbezieht, ihren „Einsatz“ verlangt, wie Schütz schreibt.

Es geht darum, die potenziellen BesucherInnen mit der Ausstellung, den Kunstwerken zu verbinden:

„(Der Besucher) sammelt und verteilt Informationen im Web und auf der Straße, bekommt als Belohnung vielleicht eine Ermäßigung und steht dann in einer Ausstellung, zu deren Kunstwerken er einen direkten Bezug hat, weil er vom Ausgraben der Epochenbeschreibung aus der Stadtparkwiese immer noch  schwitzt,“

schreibt Schütz und landet damit beim Thema Partizipation. Dieser direkte Bezug scheint nur sehr selten vorhanden zu sein, so die Schlussfolgerung aus dem gestrigen Kommentar von Martin Adam, der darin schreibt:

„Ich war vorletzte Woche in Bode-Museum in Berlin und habe dort mit Mitarbeitern des Museums gesprochen. Sie sagten mir, dass nur ca. 15% der Besucher tasächlich an den Ausstellungen und damit an den Exponaten interessiert seien. Die anderen sind entweder einfach an dem Museum/Gebäude interessiert oder als Touristen mit der Pflichtaufgabe versehen.“

Das heißt, solche Geschichten oder „Rahmenhandlungen“ tragen im Idealfall dazu bei, dass es nicht nur 15% der BesucherInnen sind, die sich für die Kunst interessieren. Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie diese Geschichten aussehen müssen? Das Involviertsein oder der „Einsatz“, von dem Werner Schütz spricht, scheint wichtig zu sein. Bleibt die Frage nach dem „Klamauk“? Müssen wir uns einem ernstem Thema ernst annähern oder darf Kunst auch Spaß machen und unterhalten? Oder anders gefragt: wie heben wir den Schatz? Gerade im deutschsprachigen Raum, wo zwischen ernster und unterhaltender Kunst unterschieden wird, ist es nicht ganz einfach, einen Antwort darauf zu finden. Aber wir brauchen eine Antwort darauf.

17 Comments Join the Conversation

  1. Lieber Herr Henner-Fehr,

    ist es nicht so, dass die Betrachtung von Kunst für viele vor allem eine sinnlich-ästhetische Erfahrung ist, und dies letztendlich eine Form der Unterhaltung, bei der wir schon involviert sind? Meiner Ansicht nach ja, und ich glaube, dass etwas wie Transmediales Storytelling diese sinnlich-ästhetischen Erfahrungen in andere Medien bringt, und damit Menschen einen Zugang zur Kunst ermöglicht, denen sie sonst verschlossen bleibt. Wichtig bei all der Technologie ist aber auch der Bildungsauftrag von Kultureinrichtungen, der nicht vergessen werden sollte und sich mit den Medien auch erzählen lässt.
    Ich glaube schon, dass, wenn man das besondere der Geschichte in andere Medien überträgt, die Medien das Involviertsein transportieren. Und durch Bezüge zu persönlichen Lebensituationen über zeitgenössische Verküpfungen / Diskurse macht auch eine emotionale Bindung möglich. Kunst und Kultur bietet hier gerade viele tolle, spanndende Möglichkeiten.

    Gruß
    Moritz Möller

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  2. Lieber Herr Henner-Fehr, lieber Herr Möller,

    ich möchte die Diskussion noch ein wenig anreichern, indem ich ein weiteres Thema einwerfe:
    Stellen wir uns den Jugendlichen im Alter von 15 Jahren vor, dem von seinem Lehrer / seinen Eltern gesagt wird, dass er heute ins Museum gehen soll. Es gibt sicherlich die rühmlichen Ausnahmen, aber im Regelfall wird dieser Jugendliche den Tag schon vor dem Museumsbesuch als verdorben bezeichnen.

    Was wäre, wenn wir pädagogische Spiele entwickeln würden, die mit den Exponaten in Zusammenhang stehen (damit die Aufnahme erhöhen), die beim Jugendlichen einen Reiz entwickeln und die seine Wahrnehmung in der Welt der sozialen Netzwerke erhöht.

    Sicherlich werden wir keine Spiele auf Zeit entwickeln können (Gerenne in Museen will keiner sehen!). Aber man könnte interessante Quests (Schitzeljagden) veranstalten, bei denen Gewinne winken und eine Veröffentlichung über die sozialen Netzwerke (Facebook, Twitter, VZ etc.) stattfinden.

    Damit könnte der Anspruch „Bildungsauftrag“ neu belebt werden.

    Ich freue mich auf die weitere Diskussion.

    Martin Adam

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  3. Werner Schütz bringt es genau auf den Punkt: „[…] ich gehe davon aus, dass ein volles Haus allein die Ansprüche eines Museums nicht zur Gänze erfüllt.“
    Deshalb habe ich ja schon in meinem Kommentar zum gestrigen Beitrag geschrieben, dass Aktionen verpuffen, wenn sie nicht in ein (langfristig angelegtes) Gesamtkonzept eingebettet sind.

    Ich als „Spielkind“ habe grundsätzlich nichts gegen die genannten und vorgestellten Möglichkeiten und Aktionen einzuwenden, wobei es natürlich auf die Machart ankommt. Sie lenken aber in meinen Augen von der Kernfrage ab: Wie kann ich die Attraktivität von Museen generell und dauerhaft erhöhen? Was kann ich tun, damit Besucher gerne kommen, sich wohlfühlen, von sich aus wiederkommen und ihre Freunde mitbringen?

    Da spielen ja auch ganz andere Dinge eine Rolle, wie Shelley Bernstein vom Brooklyn Museum in ihrem Vortrag auf der stART10 eindrucksvoll demonstriert hat. Dinge wie Zugänglichkeit, Barrierefreiheit, eine einladende Umgebung vor dem Museum (Liegewiese, Skaterbahn, sozialer Treffpunkt …), große, gut lesbare Beschriftungen, Partizipationsmöglichkeiten innerhalb der Ausstellungen (z. B. weiße Wände, auf denen man sich verewigen kann), ausgewählte Exponate, die man anfassen/fotografieren (und in sozialen Netzwerken posten) darf/soll, damit die Freunde mitbekommen, wie toll der Museumsbesuch war und und und — entdecke die Möglichkeiten😉 Das lässt sich natürlich nicht alles überall umsetzen, aber einiges wäre vielleicht doch relativ leicht realisierbar.

    Um nochmal auf Werner Schütz zurückzukommen: „Und da kommt die Wohnung meiner Schwester ins Spiel, deren Wände mir niemals nurmehr weiße und abscheulich pastellgrüne Flächen sein werden, da ich durch meinen Einsatz eine Verbindung zu ihnen habe.“ –- Wenn die Besucher/innen, in welcher Form auch immer, die Möglichkeit hätten, selber „Hand anzulegen“ oder Teil des Museums zu werden, hätte das meiner Meinung nach den nachhaltigsten Effekt.

    Storytelling würde ich nicht nur (aber auch) für einzelne Ausstellungen einsetzen, sondern dauerhaft nutzen, um die Geschichte(n) des Museums, seiner Mitarbeiter/innen und Exponate zu erzählen.
    Wichtig fände ich auch, „das Museum“ lokal vor Ort stark und dauerhaft im Bewusstsein der Menschen (Alt wie Jung) zu verankern. Mit Angeboten für die Ortsansässigen, die „ihr Museum“ dann nicht mehr missen wollen, Einbeziehung der Künstler/innen vor Ort (offenes Atelier), Berichten über die Museumsmitarbeiter/innen und ihre tägliche Arbeit und ihre Erlebnisse, über ihre Liebe zur Kunst — entdecke die Möglichkeiten😉

    Um noch auf deine Fragen zu kommen, Christian: Müssen wir uns der Kunst ernst nähern? Dazu von mir ein klares nein. Es gibt doch kaum etwas Schöneres und Einprägsameres, als sich Dingen humorvoll zu nähern. Ob ein humorvoller Ansatz allerdings bei jedem Thema möglich ist, ist eine andere Frage.

    Wie heben wir den Schatz? Mit Geduld und Spucke😉 , mit engagierter Kunsterziehung und Vermittlungsarbeit, Abbau von Hemmschwellen, Herstellen eines persönlichen Bezugs zu den Besucher/innen … und viel Liebe zur Kunst, die dann irgendwann automatisch abfärbt🙂

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    • Absolut meine Meinung. Ein langfristiges und Strategisches Konzept ist unverzichtbar, sonst schmeißt man Ideen und Geld für Aktionen raus, die am Ende keine Besucherbindung erzeugen. Und es stimmt, dass war auf dem Vortrag der Start10 sehr anschaulich.
      Aber ich glaube, dass es gerade in Deutschland in vielen Institionen erstmal wichtig ist innerhalb der Institution die Hemmschwellen abzubauen, und das alleine erfordert schon viel Geduld und Spucke. Sehr viel. Und da sehe ich große Herausforderungen. Oder was ist euer Eindruck?

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  4. Pingback: Hilfe! Die Natives kommen… « filmfeder

  5. @Moritz Möller: das Betrachten von Kunst kann eine sinnlich-ästhetische Erfahrung sein, ja, das glaube ich auch. Die Frage ist aber nun, wie hoch der Anteil derer ist, die eine solche Erfahrung machen? Wenn nur 15% der Museumsbesucher sich für die Kunst interessieren, wie Martin Adam schreibt und der Rest das Museum aus ganz anderen Gründen besucht, dann werden nur wenige BesucherInnen so eine Erfahrung machen können. Die Frage wäre dann, wie wir es schaffen, wieder mehr Menschen diese Erfahrung zu machen? Anscheinend funktionieren die derzeitigen Ansätze nicht wirklich, denn 15% ist ein für mich unbefriedigendes Ergebnis.

    @Martin Adam: Spiele sehe ich auch als einen Weg, um potenzielle BesucherInnen für eine Ausstellung oder besser, deren Thematik zu sensibilisieren. Das Problem: mit Spielen verbinden viele nur Moorhuhnjagd und ähnliches. Das wird dem Thema Spiele nicht ganz gerecht, finde ich. Aber die hierfür notwendige Überzeugungsarbeit leistet man wahrscheinlich am besten mit praktischen Beispielen.

    @be|es|ha: ja klar. Wenn Storytelling zum Selbstzweck wird, und diese Gefahr nimmt bedrohlich zu, wenn man sich anschaut, wo überall plötzlich Storytelling drauf steht, dann ist die Sache uninteressant. Für das Museum und für die BesucherInnen.

    Birgit, ich weiß nicht mehr genau, ob Du beim Kulturinvest-Kongress den Vortrag „Kulturpublikum zwischen Konsumtion und Produktion“ von Kai-Uwe Hellmann gehört hast (hier eine kurze Zusammenfassung ). Genau darum geht es. Die Frage ist aber, haben Kultureinrichtungen, in dem Fall Museen, überhaupt ein Interesse daran, dass da jemand mitmacht? Unser Kunstverständnis ist ein eher elitäres und darin hat Partizipation nicht unbedingt Platz.

    Museen sehe ich als zukünftige Knotenpunkte in Wissens-Communitys, d.h. sie sind Zentren lebenslangen Lernens. In diesem Kontext über Spiele oder Storytelling nachzudenken, ist in meinen Augen nicht ganz verkehrt.

    Vor diesem Hintergrund sind Ziele, Strategien und daraus entwickelte Konzepte, wie @Moritz Möller schreibt, eine Voraussetzung für Aktivitäten, die in diese Richtung gehen. Sonst ist das wirklich Geldvernichtung, was schade, wäre, denn Geld ist knapp und wird in Zukunft noch viel knapper werden.

    PS: hochspannende Diskussion, danke an alle!!🙂

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    • Liebe Alle,

      da wurden ja heute viele Punkte, in der auch für mich interessanten Diskussion, angesprochen…
      Zunächst mal möchte ich noch ein Stichwort nennen: Zielgruppen. Zunächst mal ist es ja klar, dass ein Museum nicht 100% der Leute erreichen können wird, wenn man aber zu den 15% noch die anderen Leute hinzurechnet, die auch ins Museum kommen (wg. Architektur und dem „must see“), dann sind diese Besucher sicher schon einmal Kultur- und Kunstaffin. Man hat also doch eher 50%. Hier besteht also die Chance durch verschiedene Angebote (Führungen, Veranstaltungen, Spiele, Multimedia, Web 2.0 Technologien, etc.) diesen den ästhetischen Wert zu vermitteln. Und ein ästhetischer Wert kann ja die Formschönheit eines Kunstwerks ebenso sein, wie dessen historische Kontextualisierung oder dessen Geschichte. Für mich als Kunsthistoriker ist es immer total spannend zu sehen, wie sich die Geschichte eines Kunstwerks entblättert, sobald ich mehr darüber erfahre. Ich verstehe ästhetische Erfahrung also insofern als einen weit gefassten Begriff. In der Aussage verbirgt sich ja auch nur, dass 15% schon wegen der Kunst ins Museum kommen, es wird aber nicht gesagt, wie der Rest das Museum verlässt. Ergo: was mitgenommen wird und im Museum erreicht wurde. Und meiner Erfahrung nach ist das sehr entscheidend, denn nur so kommt auch über Mund-zu-Mund Propaganda weiteres Publikum ins Museum und die Besuchszahlen bleiben hoch.

      Das elitäre Kunstverständnis sehe ich auch als ein Problem, dass aber vor allem in den Institutionen selbst vorherrscht. In Kultureinrichtungen arbeiten meist Traditionalisten, und dass ist für die Arbeit dort auch wichtig, dennoch ist es gerade schwierig diese für weniger traditionelle Formen des Museumsbesuchs zu begeistern.

      Man hat also, meiner Meinung nach immer zwei Gratwanderungen: die Öffnung des Hauses und den Schutz des Museumsguts, sowie: die Unterhaltung und die Bildung bzw. die Achtung vor der Kunst.

      Für mich ist es so, dass für Kultureinrichtungen extrem viele Ansätze der Vermittlung möglich sind, die jeweils verschiedene Besuchertypen ins Museum bringen können und ihnen das Lernen ermöglichen. Transmediales Storytelling ist für mich auch eine sehr moderne Form von crossmedialem Marketing, also die Möglichkeit sehr viele Zielgruppen zu erreichen.

      Und gerade heute stehen Kultureinrichtungen vor dem Problem immer stärker differnzierte Besuchstypen erreichen zu müssen und gleichzeitig in einem hohen Wettbewerb zu stehen. Das ganze passiert noch vor dem Hintergrund der immer weniger werdenen Ressourcen. Den Ansatz Kultureinrichtungen auch mit Communities außerhalb der Kultureinrichtungen zu sehen und diese partizipieren zu lassen, finde ich da genau richtig. Aber dafür braucht es sehr gute strategische Konzepte für die Ansprache, Vermittlung, Betreuung und Einbindung von Besuchern und Spendern. Solche Konzepte in Kultureinrichtungen zu platzieren und auch durch zu halten ist die Herausforderung. Ich glaube an praktischen Ideen mangelt es hier keinem.

      Liebe Grüße

      P.S.: Ich freue mich auf Kritik und Anregungen

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  6. Lieber Moritz Möller,

    ich verfolge natürlich ganz aufmerksam, wie sich die Diskussion weiter entwickelt und ich sehe sehr interessante Gedanken.
    Ich finde ganz bemerkenswert eine Idee, die Du zwar nicht zur Gänze ausgesprochen, aber dennoch angesprochen hast: die soziale Diskussion zu einem Exponat.
    Für Dich als Kunsthistoriker erschließt sich ein Gemäle anders als einem Kaufmann oder Informatiker. Der Kaufmann und der Informatiker werden aber niemals erfahren, wie Du die Kunst wahrgenommen hast. Vielleicht würde es beiden aber helfen, einen besseren Zugang zur Kunst zu gewinnen.
    Was wäre also, wenn Du Deine Gedanken zu einem Gemälde ähnlich eines Blogs am Gemälde hinterlassen könntest und der nächste, der vorbei kommt, kann Deine Gedanken aufnehmen und seine eigenen Gedanken in die Diskussion einbringen. Sebstverständlich wäre die einzelnen Blogs auch im Internet zugängig, so dass Diskussionen auch nach dem Museumsbesuch fortschreiten können.
    Ich glaube, dass man so neue Horizonte eröffnen könnte. Ich persönlich finde es unglaublich interessant, mir selbst ein Bild zu verschaffen und meine Wahnehmung mit denen anderer zu vergleichen.

    Was hältst Du und was halten alle anderen vcn der Idee? Technisch bin ich dazu in der Lage. Ein Pilotprojekt würde ich sogar finanzieren.

    Martin

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  7. @Moritz Möller: Wäre es nicht schön, wenn wir die Kluft zwischen Unterhaltung und Bildung überbrücken könnten? Aber nicht jedes Spiel ist für jede/n besucher/in geeignet, insofern ist die Frage nach den Zielgruppen berechtigt. Im Endeffekt stehen Museen vor der Herausforderung, immer ausdifferenziertere Angebote entwickeln zu müssen. Da ist Transmedia Storytelling nur ein Element einer Strategie, die weit über den Online-Bereich hinausgeht und auch das Selbstverständnis von Museen berührt.

    @Martin Adam: ich habe vor einiger Zeit mal einen Beitrag über „AirTags“ geschrieben, der in so eine Richtung geht. Etwas wissenschaftlicher geht dieses Projekt mit dem Thema um: http://www.steve.museum/

    Jetzt bin ich aber gespannt, ob Museen auf dieses Angebot eingehen. Schade, dass ich kein MMuseum bin.🙂

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    • Die Idee das auf der stART11 zu machen finde ich super. Die Konferenz bietet dazu einen guten Rahmen.

      @Christian Henner-Fehr Das wäre super, wenn man diese Kluft überbrücken könnte. Ich denke auch, dass es möglich ist, aber nicht bei allen Bildungszielen. Manche Inhalte und Inhaltstiefen lassen sich sehr schwer unterhaltsam rüberbringen.

      Andererseits, wenn ich so über die Diskussion nachdenke, ist es schon auch unglaublich, was man alles können und wissen muss um solche Projekte zu realisieren, bzw. ein sehr gutes Team. Ach, wenn es mal so einfach wäre diese tollen Ideen auch alle zu realisieren.😉

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      • @Moritz Möller Ein interessanter Artikel, der ein nicht minder schwer vermittelbares Feld in Zusammenhang mit unterhaltsamer Aufbereitung behandelt wurde heute von Armin Wolf auf Twitter erwähnt.
        http://bit.ly/hbMtZN
        Die Parallele die ich herauslese ist, dass die Entwicklung/Veränderung des Konsumverhaltens keine andere Wahl lässt als unterhaltsamere Wege zur Vermittlung tiefere Inhalte zu finden.

        Ein Bereich aus dem man vielleicht Inspiration schöpfen kann ist die Entwicklung der Schulpädagogik in den letzten zehn Jahren. Wenn auch spät, hat man dort erkannt dass ein spielerischer Zugang zu jeglichen Inhalten den Lernerfolg deutlich erhöht.

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      • @Moritz Möller: nicht dass der Eindruck entsteht, mir gehe es nur um Unterhaltung. ich bin nur davon überzeugt, dass wir uns heute anders für Inhalte mit Tiefgang gewinnen lassen als früher. Haben wir dann Feuer gefangen, dann darf es ruhig auch anspruchsvoll sein. Das machen dann zwar nicht alle mit, aber die Zeiten, wo etwa Philosophie Mainstream war, ist auch schon etwas länger her.🙂

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    • @wernerschuetz Ein interessanter Artikel dessen Fragestellung ich hochspannend finde. Vielen Dank. Ich sehe ein, dass es eine Lösung ist, unterhaltsame, involvierende Formen der Vermittlung über das Internet für eine jüngere Zielgruppe zu finden. Der Besucht der stART10 hat mir ganz klar deutlich gemacht, dass es eine Zielgruppe gibt, die man über die klassischen Medien nicht mehr erreicht.

      Dennoch finde ich es eine gesellschaftlich problematische Entwicklung, dass junge Menschen nicht mehr in der Lage sind in Zusammenhängen zu denken, so wie in dem Artikel beschrieben. Denn gerade unsere globalisierte Welt mit ihren vielfältigen Problemen lässt sich nur verändern, wenn die Zusammenhänge begriffen werden. Was es in Asien bedeutet, wenn ich für wenige Euros in Deutschland ein T-Shirt kaufe, unter was für Produktionsbedingungen und Marktmechanismen und Umweltbedingungen es entsteht. Bedingungen, die auf lange Sicht auch uns schaden. Langfristiges Denken und Einfühlungsvermögen in Lebensumstände außerhalb unserer eigenen Erfahrungen ist extrem wichtig für gesellschaftliche Veränderungen. Je mehr Menschen dies fehlt, desto problematischer sehe ich die Zukunft.

      Der Weg Informationen an die persönliche Erfahrung rückzubinden ist eine Möglichkeit, schafft aber nicht die Fähigkeit zusammenhängend zu denken. In der Lösung dieses Problem sehe ich Kultureinrichtungen aber nur bedingt beteiligt. Sie können Zusammenhänge offenlegen, aber diese Denken schulen und trainieren können sie nicht. Dafür sind Elternhäuser und Bildungsysteme verantwortlich.

      Klar ist dies sehr schwierig, vor allem, weil es eben außerhalb der persönlichen Erfahrung ist. Wenn ich mir vorstelle, dass vor die Menschen vor 200 Jahren eventuell nur wussten, was im Nachbardorf geschah, dessen Bewohner man kannte, dann war das Verarbeiten von Informationen leichter. Heute strömen Informationen von überall auf der Welt auf uns ein, aus Kulturen und Lebenssituationen von denen wir keine Ahnung haben. Natürlich sind wir damit überfordert. Und natürlich beginnen wir dann uns auf eine persönliche Ebene zurückzuziehen, nach dem Motto was „juckt mich das“. Aber leider ist es doch für uns und kommende Generationen von Bedeutung.

      Andererseits vermitteln uns die Technologien (Internet, Flugzeuge, etc.) einen leichten Zugang zu fernen Orten und Welten, und wir haben das Gefühl alles zu kennen oder wissen zu können. Dabei bleiben wir aber sehr an der Oberfläche ohne uns dessen bewusst zu werden. Diese oberflächliche Nähe, die ich gerne mit dem Wort Distanzgesellschaft beschreibe, drückt sich auch in sozialen Netzen wie Facebook aus. Wir wissen immer was unsere „Freunde“ machen, wo sie sind etc. Aber wir wissen nicht wie es ihnen wirklich geht, wer sie wirklich sind. Die Qualität des persönlichen Kontakts nimmt auch ab und die Menschen ziehen sich auf sich zurück.

      Lange philosophische Rede, kurzer Sinn: Aus Vermittlungs- und Marketingsicht ist transmediales Storytelling eine Lösung den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen Herr zu werden. Probleme löst es leider nicht, bzw. ich kann sehr schwer abschätzen ob diese Veränderungen im Rezeptions- und Kommunikationsverhalten zu etwas gutem neuen führen oder ehrer zu einer Entmenschlichung (ein anderes Wort fällt mir nicht ein).

      Grüße
      Moritz

      P.S.: Ablesbar ist diese Entwicklung auch an der visuellen Veränderung im Photojournalismus, dazu habe ich eine lange Magisterarbeit geschrieben.😉

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  8. @Moritz Möller: ich frage mich immer, ob der Vorwurf, nicht mehr in der Lage zu sein, in Zusammenhängen zu denken, berechtigt ist. Liegt das an denen, die es nicht können oder an denen, die nicht in der Lage sind, anderen diese Fähigkeit beizubringen?

    Können sich Bildungseinrichtungen wirklich bei so etwas rausreden und mit Bedauern feststellen, dass man junge Leute heute einfach nicht mehr erreiche? Oder ist es nicht so, dass Menschen bestimmte Zusammenhänge nicht mehr erkennen können, weil die Bildungsreinrichtungen versagt haben?

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  9. Pingback: Über BMW, Storytelling, Kunst und Kultur « Das Kulturmanagement Blog

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