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Corporate Blogs: was passiert, wenn der Blogger geht?

13 Kommentare

Sind Corporate Blogger austauschbar?“ fragt Klaus Eck und zeigt anhand des Otto-Fashion-Blog, dass die BloggerInnen zwar durchaus austauschbar sind, aber der Wechsel schon genau geplant werden muss. Man dürfe die BlogleserInnen nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern müsse sie entsprechend darauf vorbereiten, so Klaus Eck.

Darauf vorbereiten deshalb, weil BloggerInnen entscheidenden Anteil daran haben, ob ein Blog erfolgreich ist oder nicht. So wichtig sie für den Erfolg sind, so wichtig ist es aber auch für das Unternehmen, sich vorweg Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn die BloggerIn geht. Martin Grothe spricht in einem der Kommentare von einer Exit-Strategie, ein Begriff, der es für mich sehr gut trifft.

Was heißt das für den Kunst- Kulturbereich? Im Augenblick noch gar nichts, ist man fast geneigt zu sagen, denn Blogs spielen hier noch lange nicht so eine wichtige Rolle wie etwa in der Modebranche. Vergleicht man etwa das Otto-Fashion-Blog mit einem Blog aus dem Kunst- und Kulturbereich, dann fällt auf, dass es bei ersterem um Mode geht, bei den Blogs im Kunst- und Kulturbereich aber in der Regel um die jeweilige Kultureinrichtung.

Ich behaupte, darin liegt auch der Grund, dass Blogs im Kunst- und Kulturbereich bis jetzt wenig erfolgreich sind, wobei es mir im Hinblick auf den Erfolg weniger um die Zugriffszahlen, sondern eher um die Relevanz für den Bereich oder die Sparte geht. Deshalb habe ich auch meine Meinung im Hinblick auf die Frage, wer bloggen sollte, geändert. Ich habe bis jetzt immer den Standpunkt vertreten, dass die Blogposts von Personen aus der Kultureinrichtung geschrieben werden müssten, weil sie die entsprechenden Einblicke in den Betrieb haben und dementsprechend nahe an den Themen dran sind.

Ich fürchte, das ist eher ein Nachteil, der dazu führt, dass der Blick über den Tellerrand nicht gelingt. Wer in die Struktur des Kulturbetriebes eingebunden ist, hat oftmals gar nicht die Freiheit, über andere Dinge zu schreiben oder er kommt einfach nicht auf die Idee. Meiner Meinung nach sollte mit einem Blog ein Themenbereich, eine Kunstsparte besetzt werden und nicht nur das Programm der jeweiligen Kultureinrichtung. Und das gelingt leichter, wenn man nicht in die Hierarchie eingebunden ist, sondern sich unabhängig von ihr bewegen kann. Ich denke dabei nicht so sehr an Agenturen, sondern an die vielen ExpertInnen, die es in allen Kunstsparten gibt und die so Möglichkeit hätten, ihr Wissen in ein solches Medium einzubringen.

Wie sehen Sie das?

13 Comments Join the Conversation

  1. Gute Gedanken! Christian, guck doch mal bei uns, bitte, und sag, wie Du unser blog auf der Folie der von Dir hier ausgebreiteten Gedanken bewertest. Wahrscheinlich sind wir auch zu selbstbezogen. Obwohl: Manchmal kriegen wir auch Kritik, weil wir zu wenig eng am „Branchen“-Thema sind.

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  2. @augusttheater: Euer Blog sehe ich eigentlich als sejhr gelungen an, weil es Euch in den Beiträgen gelingt, das Theater bzw. Eure Erlebnisse und Themen in einen Gesamtzusammenhang zu bringen.

    Nimm zum Beispiel den Beitrag Reisende, unterwegs in unvorstellbare Länder , in dem es um „Gott und die Welt“ geht. Da erfahre ich viel über Theaterstücke, wie man sie ausssucht und ich erfahre etwas über Euch, nämlich dass Ihr kein Großbetrieb seid.

    Eine allgemein verbindliche Regel ist, denke ich, gar nicht möglich, bei Euch z.B. würde es wenig Sinn machen, jemanden von außerhalb mit dem Bloggen zu beauftragen. Das hängt dann wahrscheinlich auch wieder von der Organisationskultur ab. Und von der Persönlichkeit der BloggerIn.

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  3. Danke, Christian, für Deine schnelle und ausführliche Antwort. Wie gesagt, Dein blog-post hier lässt mich noch mehr als vorher Rezipienten-orientiert denken (und dann bloggen). Einfach nur sich selbst bespiegeln – das liegt uns auch schon bei der eigentlichen Theaterarbeit nicht, wir sind schon sehr darauf aus, etwas zu machen, was relevant ist fürs Publikum. L’art pour l’art ist nun nicht unser Ding – weshalb wir nie so die ganz große Resonanz haben im „Feuilleton“ (und bei den Feuilleton-Gläubigen, bei der Kultur-Schickeria, die gar nicht weiß, was Kunst ist).

    Erstaunt aber bin ich dann doch, was sich in letzter Zeit bezüglich unserer blogposts tut. Sie Dir doch mal die Zugriffszahlen an:

    http://augustheater.posterous.com/

    Besonders die hohe Zahl bei diesem doch eher „Theater-internen“ Thema erstaunt mich doch (Spitzenreiter):

    http://augustheater.posterous.com/ich-gehore-eigentlich-nicht-hierher

    Vielen Dank noch einmal für Deine engagierten Beiträge.
    Ich hab sie abonniert und lese sie alle. Wenn ich auch nicht jedes Mal kommentiere…

    Herzlichen Gruß

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  4. @augustheater: danke!🙂
    Zu den Zugriffszahlen bei Posterous: ich vermute, dass da einige Bots drauf zugreifen und Du deshalb relativ hohe Zugriffszahlen hast. Versuche es doch mal mit Google Analytics und schau, ob die Werte damit ähnlich sind.

    Aber selbst ein Zehntel von gut 4.000 Zugriffen ist ja nicht schlecht!

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    • Oh, bitte – klar, muss gesagt werden.

      Mit analytics kann ich auf Posterous nicht kontrollieren, weil ich ja den notwendigen Code nicht im Head-Bereich unterbringen kann.

      Auf der anderen Seite hab ich diesen hoch angeklickten Beitrag, einen mit über 2000, drei oder vier mit über 1000, aber auch viele im 300er, 400er und 500er Bereich. Es muss also unterschiedliche Interessen an den einzelnen Beiträgen geben, aus denen die Zugriffszahlen resultieren – oder?

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  5. Pingback: Social Media: die 1:3 Regel « Das Kulturmanagement Blog

  6. Volle Zustimmung.😉

    Ich finde es wesentlich interessanter, wenn ganz unterschiedliche Leute – auch Externe – für das Blog schreiben. Denn jeder schreibt aus einem anderen Blickwinkel und erlebt ganz Unterschiedliches. Das mach doch den Reiz aus. Dass es dabei in erster Linie nur um die Einrichtung geht, stört mich dabei weniger. Da würde ich sagen, das muss sich entwickeln. Irgendwann wird dann auch ein Themenfeld besetzt.

    Ich denke, man sollte auch bedenken, dass durch den Weggang eines Bloggers/einer Bloggerin unter Umständen die Tonalität des Blogs eine völlig andere wird.

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  7. @kultur20: Wenn jemand den Dreh beim Bloggen raus hat, dann halte ich ihn oder sie sogar alleine aus.😉 Insofern hast Du schon recht, wenn die MitarbeiterInnen eines Theaters oder die MusikerInnen eines Orchesters gerne und gut bloggen, dann ergibt sich alles Weitere von ganz alleine.

    Und Du sprichst richtigerweise den Aspekt an, dass wir alle unseren eigenen Stil haben und deshalb nicht kopierbar sind.

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  8. Hallo Christian!

    Du schreibst: Meiner Meinung nach sollte mit einem Blog ein Themenbereich, eine Kunstsparte besetzt werden …

    Und dem stimme ich gerne zu.
    Ich habe als Beispiel den Blog Librarian in Residence , der die Bibliothekslandschaft in USA und D zum Thema hat. Hier bloggen Mitarbeiterin und Gäste zum Thema. Natürlich ändern sich Stil und Schwerpunkte, wenn Blogger wechseln. Aber die Leser/ die Gemeinschaft verbindet das Thema.

    Gerade für das GI, dass sich dem Kulturaustausch widmet, finde ich es wichtig einen Themenbereich zu besetzen und nicht „nur“ über die eigene Organisation zu berichten.

    Den Ursprungsbeitrag von Klaus Eck habe ich jetzt noch nicht gelesen.

    Gruß Wibke

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  9. @wehweh: ich denke, je größer die Zahl derer ist, die bloggen, desto weniger fällt es ins Gewicht, wenn jemand ausscheidet. Und desto leichter ist es auch, Themenbereiche zu besetzen, weil man automatisch aus verschiedenen Blickwinkeln schreibt und damit offener wird.

    PS: ich habe mir erlaubt, den Link zu bearbeiten, damit man ihn auch verwenden kann.😉

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