Beitragsformat

Trailmeme: Zusammenhänge im Web sichtbar machen

17 Kommentare

Vielleicht erinnern Sie sich noch an mein Blogpost Cloud Communication oder virtuelle Schnitzeljagd, in dem ich beschrieben habe, wie wir heute unsere Inhalte auf verschiedene Plattformen verteilen und dabei völlig unterschiedliche Formate verwenden können. Fotos, Videos, Texte und Grafiken, die irgendwo in der „Wolke“ abgelegt sind, beziehen sich aufeinander. Die Frage ist nur: wie erfahren die UserInnen davon? Während die Schnitzeljagd als Spiel ja durchaus ihren Reiz hatte, verzichten wir im beruflichen Kontext lieber auf diese Art von Zeitvertreib. Wie schaffen wir es aber, zwischen verschiedenen Inhalten und Formaten Verbindungen herzustellen?

Die wohl einfachste Möglichkeit ist die Verlinkung. Ich kann etwa Social Bookmarks verwenden und die Beziehungen mit Hilfe von Schlagworten sichtbar machen. Auf diese Weise werden logische Verbindungen sichtbar, aber eine chronologische Abfolge lässt sich so nicht darstellen.

Dank Frank Tentler bin ich auf Trailmeme gestoßen, ein in meinen Augen hochinteressantes Tool. „Trailmeme is a way to tell stories with Web content,“ heißt es da auf der Startseite und das folgende Video zeigt, auf welche Weise sich hier die verschiedensten Inhalte verknüpfen lassen.

Ähnlich wie bei den Social Bookmarking-Anbietern speichere ich verschiedene Seiten ab und versehe sie mit zusätzlichen Informationen. Im nächsten Schritt kann ich nun aber mit Hilfe von einfachen Pfeilen zwischen den Seiten Verbindungen herstellen. Rufe ich als UserIn einen dieser „Pfade“ durch das Web auf, gelange ich zu einer Startseite, von der aus ich diesen Pfad dann betrete. Abhängig davon, ob der Erbauer dieses Pfades Abzweigungen eingebaut hat, kann ich verschiedenen Wegen folgen.

Um das gleich in der Praxis zu testen, habe ich die gestern zu Ende gegangene NPO-Blogparade als Aufhänger genommen und aus allen eingegangenen Beiträgen den Pfad „Ueberzeugungsarbeit in Sachen Social Media“ erstellt. Die Seite, auf der Sie landen, sieht dann so aus:

Ich kann diesen Pfad nun abspeichern, ihn weiterempfehlen, einen Kommentar dazu verfassen und natürlich das wichtigste: ich kann diesen Pfad betreten, in dem ich den „Start Walking“ Button anklicke und so zur ersten Station auf diesem Pfad gelange:

Im oberen Teil befindet sich das Navigationsmenü, über das ich entscheiden kann, wie mein Weg verläuft. Sie bekommen über den „Next“-Button in diesem Fall fünf Vorschläge, wie Sie sich weiter bewegen können. Wenn Sie mit dem Mauszeiger über die einzelnen Alternativen fahren, erhalten Sie Kurzinfos, um sich orientieren zu können. Erweist sich eine Wegstrecke als Sackgasse, machen Sie sich entweder mit Hilfe des „Prev“-Buttons wieder auf den Rückweg oder Sie werfen einen Blick auf die Karte, auf der alle Verbindungen abgebildet sind.

Auch hier erfahren Sie über jede der hier verbundenen Websites mehr, wenn Sie mit dem Mauszeiger darüberfahren, ein Doppelklick und Sie landen auf der jeweiligen Seite inkl. des Navigationsmenüs. Ob es sich um Blogbeiträge, Videos, Fotos oder Präsentationen handelt, spielt keine Rolle, alle Seiten und Inhalte lassen sich auf diese Weise beliebig in Verbindung setzen.

Zurück zum Beispiel Blogparade. In diesem Beispiel habe ich mich an die Chronologie der Beiträge gehalten, d.h. die Blogposts wurden in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung verbunden. Es besteht natürlich die Möglichkeit, auch andere Verbindungslinien herzustellen. Hätten wir beispielsweise mehrere Beiträge aus der Sicht der Chefs gehabt, hätte es sich angeboten, zwei voneinander unabhängige „Erzählstränge“ zu bauen.

Apropos Erzählstränge: ich denke, Frank Tentler hat Recht, wenn er schreibt, dass 2011 das Jahr der Geschichtenerzähler werden wird. Trailmeme bietet mir die Möglichkeit, Geschichten im Web zu entwickeln und die UserInnen auf viele verschiedene und hoffentlich spannende Wege zu schicken. Ob Trailmeme sich dabei als brauchbar erweist, wird sich zeigen. Den ersten Test hat es auf alle Fälle bestanden, wobei ich schnell gemerkt habe, dass es gar nicht so sehr die Technik ist, die einen fordert. Die Herausforderung besteht wohl eher darin, die richtigen Geschichten zu entwickeln und die verschiedenen Formate geschickt miteinander zu verbinden. Die NPO-Blogparade war da erst der Anfang.

17 Comments Join the Conversation

  1. Thanks for the blog Christian. I used Google Translate and I think I got a fairly good idea of what you wrote.

    I think you are right. 2011 will be the year of the storyteller. We hope we can help make that prediction true!

    Venkat

    Trailmeme Project Manager

    Gefällt mir

    Antworten

  2. @Christian
    danke, das klingt wirklich spannend. Vielleicht beschäftige ich mich in den nächsten Tagen näher damit, da es ein geeignetes Thema für das Knowledge Camp in Passau sein könnte.
    Welche Grundsätze hast Du bei der Pfadlegung verwendet? Zeitliche Anordnung? Backlinks? Konkretes Beispiel: warum läuft zum Beispiel der Pfad von Dorothea Martins Beitrag zu meinem?

    @Venkat
    I’d be interested in more documentation on trailmeme as I might showcase it at the knowledge management barcamp in Passau next week. Of course I have found a lot of good stuff on the web, along with your own site, of course. but do you have a personal favorite best practice you can recommend?

    Alexander

    Gefällt mir

    Antworten

      • Danke, das ist in der Tat ein gutes Beispiel und ist wohl schon recht oft angesehen worden.

        Ketzerische Frage, die ich mir nun allerdings stelle: ließe sich das alles nicht viel schneller in mindmaps mit hyperlinks darstellen? welche mindmaps exportieren eigentlich inkl. hyperlinks ins www? Mindmanager scheint dies zu tun, aber dann nur als outline, ohne die map struktur beizubehalten.

        trailmeme finde ich auf Anhieb gut aber auch etwas langsam. Das Einpflegen von „marker“ scheint mir auch noch recht mühsam.

        Egal: irgendwo müssen wir ja anfangen mit dem digitalen Geschichten erzählen!

        Alexander

        Gefällt mir

      • @Alexander: stimmt, die Eingabe der einzelnen Seiten ist mühsam, wenn man es auf der trailmeme-Seite selbst eingibt. Mit der Firefox-Toolbar geht das aber wesentlich schneller.

        Die Mind-Map-Idee ist gut. Wenn trailmeme diese Form der Visualisierung wählen würde, wäre die grafische Darstellung vermutlich übersichtlicher. Auf der anderen Seite wirst Du dann „linearer“, denn die Querverbindungen zwischen Dingen, die eigentlich gar nicht zusammen gehören, bekommst Du in ein Mind-Map nicht hinein.

        Gefällt mir

    • Hi Alexander, I am not sure I understand what you are looking for, but you can email me.

      We don’t have much documentation besides what’s on the site itself, but I can email you a few slides if you like.

      Personal favorite best practice… I have found through my own trailbuilding that some visual asymmetry and apparent ‚chaos‘ in a trail is very useful. If you build a trail in a very regular pattern like a grid or symmetric hub and spoke, it is easy to forget the meaning of the trail. But if you give each trail a unique shape by making things slightly asymmetric, it helps you easily recall and recognize things.

      This is similar to maps. It is easier to remember states/countries with some unique shape based on visual asymmetry than very regular patterns (as in, Texas is easier to recognize than the „square“ states in the middle of the US).

      I later found there is actually research supporting this.

      Venkat

      Gefällt mir

      Antworten

      • Thanks, Venkat, that would be great. I mailed you via your contact page.

        „Visual asymmetry“ is a good point. Your intro video does a great job of showing blazing as a creative process. Unfortunately most trails produced by us beta testers still seem very static.

        It would be great if walks could further be narrated (don’t ask me how). That would further the story-telling aspect even more.

        Alexander

        Gefällt mir

  3. @Alexander: für die Blogparade habe ich die Beiträge chronologisch nach den Backlinks geordnet, deshalb auch die Verbindung von Dir zu Doro. Waren in die Beiträge Folien oder Videos eingebettet, habe ich die an den jeweiligen Beitrag gehängt, allerdings dann nicht weiter verbunden.

    Ich denke aber, dass der chronologische Ansatz für dieses Tool nicht optimal ist, sondern eher logische Verbindungen spannend sind. Ich versuche mich gerade am Thema „transmediales Erzählen“ und hoffe, dass mir da der Aufbau eines Beziehungsnetzes gelingt und das dann auch für die User einen Mehrwert hat.

    Aber es macht Spaß, damit zu arbeiten.;-)

    Gefällt mir

    Antworten

  4. Vielen Dank für diesen Tipp! Ich bin gerade noch über http://storify.com gestolpert, mit dessen Hilfe man Socialmedia Inhalte zu Geschichten verbinden kann. Momentan kriegt man nur via Einladung Zugang, und ich fürchte, da hat die englischsprachige Blogszene noch Erstzugriff. Aber ich hoffe mal!

    Gefällt mir

    Antworten

  5. hallo christian,

    toller artikel. trailmeme klingt sehr interessant und ich bin sehr gespannt, was an tools diesbezüglich in naher zukunft noch kommt.

    was uns dieses bespiel aber auch wieder zeigt ist, dass die technik nur im hintergrund steht und uns unterstützt. letztendlich ist es wichtig, ob ich ein guter „geschichtenerzähler“ bin und wie ich die story strukturiere, um eine den lesern eine bestimmte botschaft zu übermitteln.

    Gefällt mir

    Antworten

  6. Pingback: Das war die 17. Runde der NPO-Blogparade (Social Media: wie überzeuge ich meinen Chef?) « Das Kulturmanagement Blog

Leave a Reply

Required fields are marked *.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s