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Der demografische Wandel als Herausforderung für Kulturbetriebe

3 Kommentare

Diese sehr spannende Grafik habe ich in dem vom „Center for the Future of Museums“ herausgegebenen Report „Demographic Transformation and the Future of Museums“ entdeckt. Sie zeigt recht anschaulich, vor welchen Problemen und Herausforderungen die amerikanischen Museen stehen, da sie derzeit eine Zielgruppe erreichen, die, gemessen an der Gesamtbevölkerung, schon in den letzten Jahren stark geschrumpft ist und diesen Entwicklungsprozess auch in der Zukunft nicht wird aufhalten können.

„Building the Future of Museums on a Better Base of Knowledge“ ist das Resümee der AutorInnen überschrieben, in dem nicht nur auf die Bedeutung des Zahlen- und Datenmaterials hingewiesen, sondern auch beklagt wird, dass dieses Material nicht ausreichend genutzt wird.

Normalerweise beklage ich an dieser Stelle, wie weit uns die USA voraus sind und wie schön es doch wäre, wenn es auch bei uns entsprechende Informationen über das jeweilige Thema geben würde. In diesem Fall ist das nicht so, denn mit interkultur.pro gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Einrichtung, die versucht,

  • „Migrantinnen und Migranten den Zugang zu Kultureinrichtungen sowie Kunst-, Kultur- und Förderprogrammen zu erleichtern,
  • Migrantinnen und Migranten in ihren künstlerischen Leistungen zu unterstützen (und)
  • die kulturellen Szenen der Zugewanderten für die Mehrheitsgesellschaft zu öffnen.“

Und auch hier gibt es, ähnlich wie in den USA sehr detailliertes und auch aktuelles Datenmaterial (Sinus Studie 2009: Von Kult bis Kultur. Von Lebenswelt bis Lebensart.), das als Grundlage für vielfältige Aktivitäten dienen kann. Eine wesentliche Erkenntnis: DIE MigrantInnen gibt es nicht, die folgende Grafik (Seite 16)  zeigt, dass es in Nordrhein-Westfalen insgesamt acht unterschiedliche Millieus gibt.

„Die Unterschiede zwischen den am weitesten voneinander entfernten Lebenswelten sind bei den Migrantenmilieus wesentlich größer als bei der Gesamtbevölkerung. Das heißt, wir haben es bei den Einwanderern mit Milieus zu tun, die auf der einen Seite von vormodernen bäuerlichen Traditionen, auf der anderen von den soziokulturell modernsten Einstellungen geprägt sind.“ (Seite 16)

Kultureinrichtungen stehen daher vor der Herausforderung, die entsprechenden Angebote an eine „Gruppe“ zu entwickeln, die sich durch große Heterogenität auszeichnet.

Wie die Zukunft der Kultur in der Einwanderungsgesellschaft aussehen kann, dieser Frage geht der dritte Bundesfachkongress Interkultur unter der Überschrift „Offen für Vielfalt – Zukunft der Kultur“ nach, der vom 27. bis 29. Oktober 2010 in Bochum stattfinden wird.

„Ziel des alle zwei Jahre stattfindenden Kongresses ist es, mit politischen Entscheidungsträgern und Multiplikatoren auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene Leitlinien und praktische Handlungsempfehlungen zum großen Themengebiet „Interkultur“ zu entwickeln und ein Forum für den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren der Kultur-, Jugend-, Bildungs- und Sozialarbeit sowie der Politik und Verwaltung zu bieten,“

heißt es in der Ankündigung. Bis zum 25. Juli läuft übrigens noch ein Nachwuchsförderprogramm, das 25 „engagierten und interessierten MitdenkerInnen“ bis zur Altersgrenze von 35 Jahren die kostenlose Teilnahme am Kongress ermöglicht und auch Reise- und Übernachtungskosten übernimmt. Weitere Infos finden Sie hier.

3 Comments Join the Conversation

  1. Hallo Christian,
    das zweite Bild und die damit verbundenen Aussagen finde ich noch spannnender. Kennst Du solche Auswertungen auch für die EU. ambesten für die BRD😉

    Schöne Grüße von der Ostsee – FRank

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