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Twitter in den USA: eine Studie liefert interessante Ergebnisse

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Twitter kennen mittlerweile die meisten, zumindest in den USA, wie die von Edison Research/Arbitron Internet and Multimedia Series veröffentlichte Studie „Twitter Usage In America 2010“ zeigt (Presseaussendung, Download). Aber auch bei uns hat es Twitter im Laufe der Zeit geschafft, Aufmerksamkeit zu erregen. Ob das nun die Proteste im Iran nach den Wahlen waren oder die Tatsache, dass Wahlergebnisse schon frühzeitig auf diesem Weg in die Öffentlichkeit fanden, immer wieder wird in den klassischen Medien darauf Bezug genommen.

So ist, ich denke, dass kann man schon so sagen, ein Hype um die maximal 140 Zeichen langen Textbotschaften entstanden, von denen die einen behaupten, dass die Tweets nur Banalitäten enthalten, während die anderen darin den nächsten entscheidenden Schritt in Richtung Real Time Web sehen. Ob banal oder nicht, Tatsache ist, dass auch bei uns die Zahl der Accounts in den letzten zwei Jahren rasant angestiegen ist. Und natürlich sind auch viele Kultureinrichtungen dort vertreten.

Auf wen treffen sie dort aber eigentlich? Hier liefert die Studie einige sehr interessante Aufschlüsse. Zwar beschränkt sie sich auf die USA, aber einige Ergebnisse lassen sich mit entsprechender Vorsicht durchaus auf die heimischen NutzerInnen übertragen. Ich habe keinerlei Belege, dass dem wirklich so ist, sondern muss das mit meinem eigenen Verhalten begründen.

Zurück zur Studie. Sie liefert, so schreibt Steve Barr in einem Blogpost, durchaus überraschende Ergebnisse, die auch für vor allem die großen und bekannten Kultureinrichtungen von Interesse sein dürften. „Seven Surprising Statistics About Twitter In America“ ist sein Beitrag überschrieben, in dem er die für ihn interessantesten Ergebnisse auflistet.

Punkt 1, so Steve Barr: Twitter ist mittlerweile in den USA genauso bekannt wie Facebook. 87% der Befragten kannten Twitter, 88% Facebook. Hier hat Twitter also in den letzten ein, zwei Jahren gewaltig aufgeholt.

Punkt 2: Während der Bekanntheitsgrad bei Twitter und Facebook gleich hoch ist, divergiert die Zahl der NutzerInnen erheblich. Nur 7% der Befragten gaben an, über einen Twitteraccount zu verfügen, während immerhin 41% ein Profil auf Facebook haben.

Punkt 3: 49% der Twitter-UserInnen folgen Marken und Unternehmen, auf Facebook tun das nur 16%. Wenn man diese Affinität zu Marken und Unternehmen verbindet mit dem Wissen, dass die befragten Twitter-UserInnen einen überdurchschnittlich hohen Bildungsgrad und ein überdurchschnittlich hohes Einkommen aufweisen, dann folgt daraus: Twitter ist ein interessantes Revier für vor allem die bekannten Unternehmen. Ich beobachte das an mir selbst. Fan von Unternehmen bin ich auf Facebook nur in Ausnahmefällen, auf Twitter übe ich da wesentlich weniger Zurückhaltung. Warum das so ist, kann ich so gar nicht beantworten. Vielleicht ist die Verbindung als Follower eine losere?

Punkt 4: Viele UserInnen kommunizieren auch mit diesen Marken und Unternehmen. Sie sind auf der Suche nach Informationen über Produkte Dienstleistungen (42%), berichten über ihre Erfahrungen mit denselben (41%) oder sind auf der Suche nach Hilfe (19%). Barr:

„Twitter usage will inexorably shift from person to person connectivity, to customer to company connectivity.
I believe Twitter will ultimately be the way that we interact with brands, and will power the social CRM movement.“

Ich kann mir das auch vorstellen, allerdings bedarf es dazu noch einer entsprechenden Professionalisierung seitens der Unternehmen, was die Kommunikation via Twitter angeht. Häufig geht die Kommunikation mehr in Richtung Belästigung.

Punkt 5: 63% der Twitter-UserInnen greifen mobil auf ihre social networks zu. Wenn also dem mobilen Web die Zukunft gehören sollte, dann ist ein Großteil der Twitter-UserInnen dort bereits angekommen. Interessant, dass 73% von ihnen mehrere SMS pro Tag versenden. Ich hätte hier ein entweder oder vermutet, bin aber lernfähig.😉

Punkt 6: wahrscheinlich der wichtigste der Punkte. Die Studie zeigt, dass 53% auf Twitter nie einen Tweet verfassen. Barr’s Schlussfolgerung:

„To me, this reemphasizes the needs to be keyword smart in your Tweets, and to not dip into the pool of banality. Even though half your customers may not be tweeting or retweeting, they ARE watching, reading, and clicking.“

Was heißt das für Kulturbetriebe? Via Twitter erreiche ich wesentlich weniger Menschen als über Facebook. Trotzdem ist diese Zielgruppe interressant für das Geschäft. Bleibt die Frage, ob die Ergebnisse dieses Studie auf den deutschsprachigen Raum übertragbar sind? Beantwortet werden kann sie wohl nur durch eine entsprechende Befragung bzw. Studie. Wär das nicht was?

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