Beitragsformat

Social Media: die drei Stufen der Vernetzung

30 Kommentare

Kultureinrichtungen, die bloggen, twittern oder auf Facebook präsent sind, wurden vor einiger Zeit noch als Trendsetter betrachtet. Heute schallt ihnen eher ein „Du auch?“ entgegen. Diese Entwicklung sehe ich eindeutig positiv, schließlich schreibe ich seit mehr als drei Jahren genau darüber und versuche aufzuzeigen, wo das Potenzial für den Kunst- und Kulturbereich liegt. Sinnvoll ist es auch, wenn Kulturbetriebe die verschiedenen Kommunikationskanäle miteinander verbinden und sich nicht scheuen, Foto- und Videoplattformen zu nutzen. Für mich ist diese erste Stufe der Vernetzung die Grundvoraussetzung für die Aktivitäten im Internet. Eigentlich kann man auch sagen, die verschiedenen Kanäle stellen die Infrastruktur dar, die ich dann für meine Aktivitäten nutze.

Um aktiv zu werden, benötige ich Content. In dieser Hinsicht sind Kultureinrichtungen privilegiert, haben sie davon doch jede Menge. Allerdings müssen die Inhalte entsprechend aufbereitet werden, um im Internet genutzt zu werden. Richtig aufbereitet, das heißt, die UserInnen können diese Inhalte im Idealfall teilen, bewerten und auf anderen Seiten einbetten, so das Grundprinzip des Web 2.0. Über eine Probe kann ich in einem Blogbeitrag berichten, ich kann Fotos machen oder ein Interview mit dem Regisseur führen und das im Video festhalten. Welche Inhalte werden zur Verfügung gestellt und wer macht das? Die Antworten auf solche Fragen lassen sich in Richtlinen festschreiben, die dann die Grundlage für die Social Media-Aktivitäten der Kultureinrichtung darstellen.  Ist das geklärt, werde ich die verschiedenen Formate auf den jeweils „passenden“ Kanälen platzieren. Es kommt zu einer Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene, für mich die zweite Stufe der Vernetzung, denn letzten Endes geht es immer darum, über das jeweilige Format hinaus auf die Aktivitäten der Kultureinrichtung zu verweisen.

An diesem Punkt sind die meisten Kultureinrichtungen mit ihren Social Media-Aktivitäten angekommen. Ein Schritt fehlt aber noch. Wir sprechen immer von Kommunikation, bis jetzt haben wir aber nur Kanäle, die wir für die Kommunikation nutzen und Inhalte, über die wir kommunizieren können. Das wichtigste fehlt aber noch: die Personen, die nun miteinander kommunizieren bzw. interagieren sollen. Nicht immer muss es ein Gespräch sein, oft reicht es, wenn Videos weitergeleitet oder bewertet werden, Fotos getaggt oder auf Facebook der Like-Button angeklickt wird. Für mich ist das die dritte Stufe der Vernetzung und eigentlich die wichtigste.

Ich kann mir zwar die perfekte Infrastruktur schaffen und die Inhalte über die verschiedenen Kanäle streuen. Aber seine volle Wirkung entfaltet das Social Web erst, wenn diese Inhalte Ausgangspunkt für Interaktion und Kommunikation sind, wenn die Inhalte weitergegeben werden. Auf diese Weise kann eine Kultureinrichtung in Kontakt mit ihren Zielgruppen treten. Warum aber nicht die jeweilige Kunstsparte stärken und für eine entsprechende Präsenz sorgen? Ich vermisse in dieser Hinsicht die Vernetzung der Kultureinrichtungen untereinander. Warum kann ein Theater in seiner Blogroll nicht auf andere Theaterblogs verweisen? Warum gibt es keine blogübergreifende Diskussion zur finanziellen Situation der Kultureinrichtungen? Das Thema könnte eine Präsenz erreichen, die wahrscheinlich weit über die Wirkung einer einzelnen Presseaussendung gehen würde. Es gäbe nicht nur ein einzelnes Statement, sondern es gäbe viele Statements, ergänzt durch Kommentare der UserInnen.

Aber es muss ja nicht unbedingt gleich eine großangelegte Aktion sein. Man kann in dieser Hinsicht ganz klein beginnen, etwa in Form von Kommentaren. Kultureinrichtung A kommentiert bei B. Ich möchte nicht behaupten, dass es das gar nicht gibt, aber ich habe in der letzten Zeit sehr bewusst danach gesucht und kein einziges Beispiel gefunden. Nun können Sie die Frage stellen, was das bringen soll. Ganz einfach: Vernetzung, etwas, was Kulturbetriebe ganz dringend brauchen und in anderen Bereichen ja auch schon lange praktizieren. Warum also nicht auch hier?

30 Comments Join the Conversation

  1. Dein Beitrag ist ja nun wieder sehr lesenswert!
    Ein wenig geht „theaterblogs.de“ in die Richtung, die Du meinst. Da bloggen ja etliche und kommentieren auch gegenseitig ihre postings.
    Weitere Überlegungen später.

    Gefällt mir

    Antworten

  2. Die Scheu vor der Vernetzung könnte daran liegen, dass da einfach in den Marketingköpfen der einen oder anderen Kulturinstitution die Angst vor der „Konkurrenz“ mitspielt.

    Vielleicht sind die Anderen ja kreativer, haben mehr Fans und mehr Interaktionen … dann geht der Schuss (vermeintlich) nach hinten los.

    Gefällt mir

    Antworten

  3. @vioteam: schönes Beispiel.🙂 ich vermute, dass vor allem zwei Gründe zu so einem Status Quo führen. Erstens fehlt es an schlüssigen Konzepten und Ideen, was das Ziel der Social Media-Aktivitäten sein soll. Zweitens ist die Furcht vor Kritik einfach riesengroß. Problem eins lässt sich relativ leicht aus der Welt schaffen. Für Problem zwei, die Angst vor der Kritik, habe ich ehrlich gesagt auch keine Lösung.

    Gefällt mir

    Antworten

  4. Ich denke Kultureinrichtungen untereinander verspüren eine gewisse Konkurrenz, weshalb diese sich nicht gegenseitig empfehlen. Wobei dieser Punkt eher auf größere Einrichtungen zutrifft. Kleinere Einrichtungen und Veranstalter empfehlen sich gegenseitig auf Facebook und Co. WObei ich hier wiederum denke, dass es sich hierbei um jüngere Menschen handelt, die den Terminus „social“ verstanden haben, was bei größeren Einrichtungen nicht unbedingt zutrifft.

    Gefällt mir

    Antworten

  5. @Anna: wenn zwei Kulturbetriebe sich wirklich die Besucher wegnehmen könnten, dann würde ich das ja verstehen (obwohl ich es trotzdem für unsinnig halte). Aber in welcher Konkurrenz stehen ein Theater in München und Hamburg?

    Der Unterschied zwischen großen und kleinen Kulturbetrieben existiert, ich denke auch. Aber das liegt nicht unbedingt am fehlenden Verständnis der MitarbeiterInnen, sondern an den Strukturen der großen Häuser. Wenn ich weiß, dass meine Social media-Aktivitäten mir persönlich Ärger bringen, dann lasse ich die Finger davon. So viel Spaß kann mir das gar nicht machen.😉

    Gefällt mir

    Antworten

  6. Hallo Christian,

    der Beitrag ist wirklich lesenswert. Die Kommunikation findet immer auf verschiedenen Ebenen statt, ich denke an Deinen Beitrag zu dem Thema Kommentare in Blogs. Ich würde mich auch über mehr Kommentare und Bewertung in meinem Blog freuen, aber wenn ich mich Menschen spreche, in Foren diskutiere, mich in Facebook austausche, maile u.a. bin ich immer erstaunt, dass viele Menschen meinen Blog kennen😉 und mir dann auf einen anderen Kanal Feedback geben, z.T. aus einem ganz anderen Zusammenhang heraus.

    Zum zweiten ist zu beachten, dass alle Medienaktivitäten (Presse, TV, Flyer, Programmhefte u.a.) auf einander abgestimmt sein, inhaltlich und in den anderen Medien müssen Blog, Twitter & Co. genannt werden u.a. umgekehrt. Auch hier ist das Verständnis in vielen Fällen nicht gegeben.

    Zu Deiner Fragen nach der Kongruenz zwischen Hamburg und München, die gibt es, um die besten Schauspieler, Regisseuren, um Sponsoren, die Aufmerksamkeit von überregionaler Presse, TV und und …😉
    Beste Grüße – FRank

    Gefällt mir

    Antworten

  7. Der Christian hat schon recht mit dem Blgroll-Monitum / -Vorschlag.

    Aber außer auf theaterblogs.de, wo ja hauptsächlich SchauspielerInnen bloggen, finde ich kaum blogs, die von einem Theater geschrieben werden. Und die Theater, die ich vom Inhaltlichen und vom persönlichen Kennen gut finde, haben einfach kein blog. So kann ich allenfalls verlinken auf hp’s.

    Wir haben unser Partnertheater in Kiel auf unserer Linkliste (kann man oben anklicken), in der haben wir auch noch einige andere Theater-Links, zum Beispiel den Wahnsinnslink zum Thema Theater:

    http://www.theaterparadies-deutschland.de/

    Auf unserer Facebook-Profilseite ist ein großer Teil unserer „Freunde“ aus dem „Acting“-Bereich. Und auf Twitter haben wir auch ganz schön „gesiebt“ und etwa ein Drittel der Twitterer aus der Region und eine sehr große Zahl Theater oder andere künstlerische „Betriebe“ und Solo-Künstler (aller Sparten).

    Auf die Gefahr hin, dass der eine oder die andere das schon kennt (sorry, Christian), sag ich’s hier auch (noch einmal):

    Da ich kein PR-Manager, sondern Theatermacher (allrounder) bin, bietet mir web2.0 jede Menge über das hinaus, was andere nach meinem Eindruck davon erwarten.

    Da ich zum Beispiel auch caste (da spart die Pflege der inzwischen stark gewachsenen Community in meinem facebook-Auftritt jede Menge Zeit),

    weil ich schreibe (nicht nur Pressemitteilungen, Theatertexte und ganze Stücke), visuelle Inspirationen (Kostüme, Bühnenbilder, Szenen-Eindrücke) suche oder mich auch gern unterhalte,

    da ich auf connections aus bin, einschließlich sich daraus erwachsender realer Begegnungen,

    weil ich gern Tipps einhole (zum Beispiel für Ziele einer Theaterfahrt /-studienreise) …

    aus all den Gründen sind facebook und andere Kanäle für mich unentbehrlich geworden.

    Natürlich erreiche ich unser Publikum auf neue Weise – und das Publikum mich (unter anderem über sowas: http://augustheater-publikumsstimmen.blogspot.com/).

    Gerade probier ich einen Twitteraccount für Theaternews aus, die ich auf meiner hp http://theater-neu-ulm.de. publiziere.

    Gefällt mir

    Antworten

  8. @frank8233: Das ist mir in letzter Zeit auch häufiger passiert, dass ich Rückmeldungen zu meinem Blog auf anderen Wegen erhalte, als über die Kommentarfunktion.
    Ich habe z. B. im Februar über eine Bildagentur für anonyme Alltagsfotografie gebloggt und keine Rückmeldung erhalten, bis ich die Inhaber der Agentur im April zufällig persönlich traf und sie mir sagten, wie sehr sie sich über meinen Beitrag gefreut hätten. Sie wollten aber im Blog nicht kommentieren („Wie sieht das denn aus …“), weil sie mit den Strukturen nicht vertraut waren.

    @Christian: Aufgrund dieser Erfahrung vermute ich, dass die technischen Möglichkeiten und auch die Kultur der Vernetzung doch für viele noch neu und ungewohnt sind. Vielleicht braucht das einfach noch ein wenig Zeit.

    Gefällt mir

    Antworten

    • @beesha. Hi! Da gebe ich dir recht, dass das alles noch viel Zeit brauchen wird. Als Beispiel: Ich habe einen Webblog bei der kleinen Zeitung, den ich regelmäßig bespiele. Dann bin ich in Xing in ca. 30 Kultur-Gruppem Mitglied und spiele da meine Einladungen zu Veranstaltungen ein. Dann Facebook und auch dort „Freunde“ finden, machen und tun. Zusätzlich Flickr und dann noch viele Seiten, wo ich meine eigenen künstlerischen Aktivitäten einspiele. Regelmäßige Pressarbeit. Ect. Mit bloggen habe ich mich noch gar nicht wirklich auseinander gesetzt. Ich tus einfach da, wos wöglich ist und unterstütze alle, die es wünschen, auch gerne mit meiner Vernetzungsarbeit. Es kostet aber unendlich viel Zeit, das liebe schreiben usw., networken. Und ich muss auch erst in vieles technische herein wachsen, weil ich bei manchem auch noch nicht weiß, wie es geht. Viele Ältere wollen sich gar nicht damit auseinander setzen, weils eben (Denk-)Arbeit ist, oder sie den Nutzen noch nicht erkennen können. Angst vor Kritik: Unbedingt ja! Man outet sich eben permanent. Konkurrenzdruck: Absolut! Und gerade bei offenen Blogs kommen oft echt blöde Ansagen – was will man da machen, wenn jemand was wirklich deppertes schreibt. Zensur? Da bräuchten Institutionen ja fast schon einen Blogbeobachter. Da sind meistens die Administratoren, die sich im Zweifelsfall aber als Feiglinge erweisen und dann doch nicht einschreiten, wenns drauf ankommt. Ansonsten finde ich das Web mit seinen Möglichkeiten einfach nur klasse. LG

      Gefällt mir

      Antworten

      • Hallo!
        In puncto Zeitaufwand kann ich dir nur zustimmen. Das Angebot zur Interaktion im Web 2.0 ist mittlerweile so groß, dass man den ganzen Tag interagieren könnte: Blog-/Facebook-/Twitter- etc. -beiträge anderer kommentieren. Auf der anderen Seite muss man natürlich auch noch seine eigenen Blogs und accounts pflegen. – Die ausbleibende Interaktion scheint mir manchmal weniger eine Frage des Wollens als der Zeit zu sein.
        Hinzu kommt, wie in den Beiträgen auch schon anklang, dass die wenigsten Institutionen Manpower für Web 2.0 einstellen. D.h. bis Sinn und Nutzen des Social Web klarer definierbar sind und sich etabliert haben, ist der Museumsangestellte/die PR-Beauftragte nur ein Teilzeit-Social-Webber (und somit auch nicht permanent ansprechbar/online). Das widerspricht dem dem Gedanken einer Real-Time-Kommunikation.
        Wenn man sich klar gemacht hat, dass man nur über eine begrenzte Zeit verfügt, dann müsste eine Strategie her. Was will ich eigentlich im Web 2.0 erreichen, wo klinke ich mich ein und was ist nicht meine Baustelle? Den von Christian erwähnten Vorschlag der Vernetzung von Kulturbetrieben finde ich sehr interessant. Öffentliche Diskussionen zweier oder mehrerer Kultureinrichtungen im Netz könnten sowohl den Beteiligten wie auch den Mitlesern nutzen. -> Bekanntheitsgrad steigern.
        Schwierig könnte es mit der Diskussion werden, wenn nicht der Wissenschaftler/der Museumsleiter schreibt, sondern die PR-Fachkraft oder sonstige. Trotzdem ist die Idee an sich sehr vielversprechend.
        Bin begeistert von dem tollen Input in dem Blog hier! Vielen Dank und ein schönes Wochenende.

        Gefällt mir

  9. Christian, könntest Du Dein blog-post, in dem Du über die Kommentarfunktion sinnierst, dringend nochmals überarbeiten?
    Schönste Grüße nach Wien

    Gefällt mir

    Antworten

      • Hei, dieses Teil hier beantwortet die Sinnfrage, die Du dort stellst doch eindrucksvoll in Richtung „JA“

        Gefällt mir

      • Jein🙂 Hier geht es mir vor allem um die Blogbetreiber selbst, die aktiv werden müssen. Nur darauf zu warten, dass auf dem eigenen Blog etwas passiert, ist einfach zu wenig.

        Auf der anderen Seite können die Reaktionen auf ein Blogpost ganz unterschiedlich ausfallen. Es müssen gar nicht unbedingt Kommentare sein, wie Birgit und Frank schreiben. Insofern geht es auch ohne. Wichtig ist aber, und da hast Du Recht, dass es überhaupt irgendwelche Reaktionen gibt. Egal wie die aussehen…

        Gefällt mir

  10. @Frank: klar gibt es die Konkurrenz zwischen München und Hamburg, aber nicht um das Pubblikum. Die Zahl derer, die sich überlegen, ob sie nun in Hamburg oder München ins Theater gehen sollen, tendiert gegen Null, vermute ich. Also wirklich entweder oder, nicht sowohl als auch.

    Abgesehen davon behaupte ich: wenn ein Theater Angst hat, dass durch die Blogroll das Publikum zur Konkurrenz abwandert, dann würde ich nicht am Blog arbeiten, sondern an der Qualität der Inszenierungen.🙂

    Die Rückmeldung auf unterschiedlichen Kanälen, in einer Mail, am Telefon oder im persönlichen Gespräch erlebe ich auch oft. So wie das Birgit alias @be|es|ha ja auch beschreibt. Das ist, denke ich, die Herausforderung, vor der wir stehen. Wir bekommen die Rückmeldung irgendwo, nicht auf dem selben Kanal. Das erschwert die Kommunikation ganz eindeutig und erfordert einen Mehraufwand.

    @Florindas Schilderung zeigt ja recht anschaulich, welche Arbeit dahinter steckt, will man auf all diesen Kanälen präsent sein. Und nie weiß man, auf welchem Kanal die Rückmeldung erfolgt bzw. ob überhaupt eine erfolgt.

    Ein Stück weit gibt man wohl die Kontrolle aus der Hand. Ich habe keine hundertprozentige Garantie, dass mir keine Rückmeldung entgeht.

    Bleibt das Zeitproblem, das Florinda anspricht: das lässt sich, wenn überhaupt, nur durch eine Zeitbeschränkung und den bewussten Verzicht auf einzelne Kanäle lösen bzw. reduzieren. Wenn mir Twitter nichts bringt, dann höre ich auf damit. Voraussetzung ist aber auch hier, dass ich weiß, welche Ziele ich erreichen will und die Erfolgsindikatoren kenne. Sonst bin ich so ein bisschen „lost in space“.🙂

    Nur das @augustheater kennt das Zeitproblem nicht.😉 Nachdem Heinz Ende des Monats nach Wien kommt, werde ich versuchen herauszufinden, wie sein Zeitmanagement funktioniert und dann darüber berichten.

    Spaß beiseite: es ist erstaunlich, dass Ihr keine wirklichen Nachahmer habt, denn da ist einerseits der Vernetzungseffekt (der wiederum Zeit spart), andererseits die Reichweite und der Bekanntheitsgrad. Alleine der Kommentar hier ist ja schon wieder eine Art Visitenkarte. Klickt man oben den Namen Augustheater an, landet man auf der Theaterseite. Und auf die Namen klicken einige, schließlich sind wir ja alle neugierig.😉

    Gefällt mir

    Antworten

  11. „Aber es muss ja nicht unbedingt gleich eine großangelegte Aktion sein. Man kann in dieser Hinsicht ganz klein beginnen, etwa in Form von Kommentaren. Kultureinrichtung A kommentiert bei B. Ich möchte nicht behaupten, dass es das gar nicht gibt, aber ich habe in der letzten Zeit sehr bewusst danach gesucht und kein einziges Beispiel gefunden. Nun können Sie die Frage stellen, was das bringen soll. Ganz einfach: Vernetzung, etwas, was Kulturbetriebe ganz dringend brauchen und in anderen Bereichen ja auch schon lange praktizieren. Warum also nicht auch hier?“
    @ Christian. Hierzu möchte ich noch was sagen, weil ich die ganze Diskussion für sehr wichtig halte. Außer der Vernetzung, die für uns alle wichtig ist, besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich was verändern könnte, einfach dadurch, dass es durch bloggen eben „öffentlich“ wird und auch viele Leute erreichen kann. Im Gegensatz zur Presse haben wir über Blogs wirklich die Möglichkeit, das zu sagen, was wir sagen wollen. Bei der Presse hat man die Zensur… oder kommt mit Veranstaltungen oder whatever erst gar nicht rein… Und die Frage bleibt: „Warum gibt es keine blogübergreifende Diskussion zur finanziellen Situation der Kultureinrichtungen?“. Ja, wäre auch nötig. Aber: Weil DAS nicht gewünscht ist. Doch bei allen gesellschaftlichen Veränderungen ist es so, das irgendwer irgendwann mit irgendwas eben einfach anfangen muss. Und das grösste Problem hierbei ist, dass man als Mensch dazu neigt, immer zu sehr um den eigenen Bauchnabel zu kreisen, anstatt Allianzen zu bilden. … LG

    Gefällt mir

    Antworten

  12. Ja, also, Christian, das läuft so: Ich war jetzt zwei Stunden Kaffee trinken in meinem Wohnzimmer „Da Venezia“. Danach hab ich rtea 45 Minuten gebraucht, um mein Mittagessen zuzubereiten. Jetzt kommentiere ich hier schnell und dann mach ich ein Plakat für die Sommervorstellungen (das wird nur ein einfaches Schriftplakat für die Bilderhalter an den Toilettentüren im Theater), dann verschicke ich per Mail die Spieltermine des Juni, Juli und August an die Presse und befülle den Terminkalender der Städte Um und Neu-Ulm (http://www.ulm.de/veranstaltungen.4807.htm – sehr umständlich: mit Hilfe einer cvs-Datei, puh, da lobt ich mir doch zum Beispiel http://venyoo.de/ ).

    Da das Wetter weiterhin Scheiße ist, werde ich versuchen, eine Pressemitteilung für http://www.ulm-news.de/ zu machen zum Thema „Runder Tisch Touristik im Landkreis Neu-Ulm“ (unter Beteiligung des Theaters an Pauschalangeboten); und sollte tatsächlich noch Zeit übrig sein, wirst Du einen Gedankenanflug zum Thema „Theatermacherei in der Provinz abseits des Kultur-Mainstreams“ auf unseren blogs finden.

    Und um 18 Uhr muss ich ausnahmsweise TV gucken „Deutschland : Malta“, um danach die Relegationsspiele für die Bundesliga („Nürnberg : Augsburg“) so lang zu beobachten, bis sie mich langweilen.

    Apropos: Tv guck ich sonst fast nie, mal „Neues aus der Anstalt“, oft „TTT“ (weil ich den Moor schon so gut finde), dann und wann auch „Nachtmagazin“. Und da hab ich noch was ganz Spannendes: http://shrunklink.com/eolo („Information Overkill – Wie verändert das Internet unser Leben?“) – achtet auf den Professor Krus!

    Gefällt mir

    Antworten

  13. Dank für diesen Beitrag, Christian. Er hat mich nämlich dazu bewogen einen kleinen Schritt zu gehen in eine Richtung in die ich schon sehr lange gehen möchte: vernetzte Akteure in der (regionalen) Kulturarbeit.

    Ich habe also mal schnell das „Kulturnetzwerk Unterfranken“ bei Facebook ins Leben gerufen. Das mag – angesichts der Tatsache, dass viele Kulturtreibende noch nicht bei Facebook aktiv sind – der „falsche“ Ort sein. Aber es macht den Anfang zumindest schon sehr einfach. Diejenigen, die sich dort schon tummeln können mit diesem Medium sehr einfach und ohne große Vorkenntnisse in den Dialog treten.

    Ob es fruchten wird? Keine Ahnung. In etwa 24 Stunden haben wir aber zumindest schon mal 33 Freunde (die wohl früher Fans hießen) und es stehen mir schon zwei co-moderator/innen zur Seite. Vielleicht ist es ein Anfang in Richtung regionalem Austausch zu den Themen zu denen uns hier und da „der Schuh drückt“ oder einfach nur eine Möglichkeit Schönes und Nachdenkliches mit unseren Mitmenschen zu teilen.

    Grüße aus Z.
    Alexander

    http://www.facebook.com/Kulturnetzwerk

    Gefällt mir

    Antworten

  14. @Florinda Ke Sophie: ich glaube nicht, dass die Presse im Kunst- und Kulturbereich zensuriert. Worin läge ihr Vorteil?

    Veränderung heißt immer auch, dass jemand seinen Status Quo aufgeben muss. Was bedeutet, dass er diese Veränderung bekämpfen wird. Insofern macht es wenig Sinn, auf die anderen zu warten. Mir gefällt der Spruch: wenn Du die Welt verändern willst, musst Du Dich verändern. Da hat man die Sache selbst in der Hand und muss sich nicht auf die anderen rausreden.

    @Alexander von Halem: schönes Beispiel, in die gleiche Richtung geht ja auch Ernst Karosser mit dem Kulturmittwoch . Interessant ist, dass die Vernetzung auf der individuellen Ebene immer wieder ganz gut funktioniert, die Kultureinrichtungen da aber große Probleme zu haben scheinen. Wobei das nur teilweise richtig ist, denn Kooperationen zwischen Kultureinrichtungen gibt es schon lange. Nur im Social Web funktionieren sie noch nicht wirklich. Aber vielleicht ist das einfach ein Lernprozess?

    @Augustheater: dichtes Programm und das an einem Feiertag.😉 Relegation musst Du nicht gucken, steht immer noch 0:0…

    Gefällt mir

    Antworten

  15. Vielleicht sehen Kultureinrichtungen Social Media zu sehr als Marketinginstrument. Also ein Instrument das (nur) hilft, die _eigenen_ Dienstleistungen zu verkaufen.
    Der Konkurenzgedanke ist der Vernetzung sicherlich nicht förderlich.

    Vielleicht muss man noch mehr Aspekte wie Kommunikation, Dialog, Vernetzung, Einbindung, Gemeinschaft
    betonen, wenn man von Social Media spricht.

    Augustheater nutzt ja Social Media in diesem Sinn: Kontakte, Austausch, Informationen.

    Und noch etwas:
    Wie vernetzt und kooperativ waren / sind denn Kultureinrichtungen ohne Social Media? Denn wenn man nicht miteinander kann und will, dann hilft auch keine Technologie.
    (Diese Frage ist vollkommen wertfrei. Ich habe wirklich keine Ahnung davon.)

    Gefällt mir

    Antworten

  16. Gute Frage: „Wie vernetzt und kooperativ waren / sind denn Kultureinrichtungen ohne Social Media? Denn wenn man nicht miteinander kann und will, dann hilft auch keine Technologie.“

    Da könnte ich viel erzählen …

    Gefällt mir

    Antworten

  17. @wehweh: ja, Social Media wird fast ausschließlich als Marketinginstrument gesehen. Auf der einen Seite ist das schade, auf der anderen Seite aber auch wieder verständlich. Schließlich geht es meist vor allem darum, das Publikum anzusprechen.

    Rückmeldungen sind oft gar nicht vorgesehen oder erwünscht. Das muss gar nicht immer böse Absicht sein, nein, anders kennt man es halt nicht.

    Deine Frage, wie vernetzt Kultureinrichtungen ohne Social Media sind, trifft den Kern des Problems. Im Endeffekt sprechen wir hier nicht von einzelnen Maßnahmen, sondern von der Unternehmenskultur. Entweder eine Kultureinrichtung ist vernetzt und arbeitet kooperativ, dann wird sie von den diversen Social Media-Tools profitieren. Oder ihr fehlt diese Kultur, dann kann sie die Tools zwar nutzen, aber deren Potenzial nicht ausschöpfen. Eben weil sie gar nicht kooperieren will. Bildlich gesprochen sind das dann die, die bei Delicious ihre Bookmarks alle auf privat stellen.

    @Stefanie: ich könnte mir vorstellen, dass diese eindeutige Zuordnung der Kompetenzen an Bedeutung verliert. Eigentlich steht schon heute in den diversen Managementlehrbüchern, dass alle MitarbeiterInnen das Unternehmen nach außen repräsentieren. Ob jemand nun für PR zuständig ist oder für einen anderen Bereich, spielt gar keine große Rolle mehr.

    Nehmen wir ein Orchester, dessen Ensemblemitglieder auf Facebook zu finden sind. Auch wenn sie nicht über die offizielle Fanseite kommunizieren (so es die gibt), werden sie doch einen Anteil daran haben, wie das Orchester im Social Web wahrgenommen wird.

    Aber diese Entwicklungen fordern die Kultureinrichtungen, weil alte Handlungsmuster ihre Gültigkeit verlieren. Veränderung ist aber immer eine Herausforderung. Egal, ob man sich freiwillig oder gezwungenermaßen verändert.

    Gefällt mir

    Antworten

  18. Pingback: Readers Edition » “ungezwungen, informell, freundschaftlich”

  19. Pingback: Social Media: reden wir miteinander « Das Kulturmanagement Blog

Leave a Reply

Required fields are marked *.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s