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Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert erstmals einen Geschäftsbericht

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Ende des letzten Jahres stellte ich in meinem Beitrag „Transparenz im Museum: ein Dashboard zeigt die Erfolgsindikatoren an“ das Indianapolis Museum of Art vor, das versucht, die Erfolgsindikatoren der eigenen Arbeit grafisch aufzubereiten und so für eine Transparenz zu sorgen, die ich bei unseren Museen vermisse. Bis jetzt, denn vor wenigen Tagen erhielt ich vom Kunsthistorischen Museum in Wien den erstmals veröffentlichten Geschäftsbericht zugeschickt.

„Wir folgen damit einer Tendenz, die seit längerer Zeit in nahezu allen Kulturinstitutionen zu beobachten ist (…)“,

schreiben Generaldirektorin Sabine Haag und der kaufmännische Geschäftsführer Paul Frey in ihrem Vorwort. Was für die BesucherInnen eines Museums in der Regel nicht so interessant sein mag, ist für KulturmanagerInnen natürlich von großer Bedeutung, um verstehen zu können, wie Kulturbetriebe, in diesem Fall ein Museum, funktionieren.

Im Geschäftsbericht erfährt man nicht nur, wie viele BesucherInnen das KHM 2009 hatte, welche Standorte (z.B. Schatzkammer oder Österreichisches Theatermuseum) sie besuchten, sondern auch, woher die BesucherInnen kamen. Lediglich 25% der BesucherInnen sind aus Österreich, während das doch ziemlich weit entfernte Japan fast 10% der BesucherInnen stellt und damit die USA (7,35%) relativ deutlich übertrifft.

Interessant wird in diesem Zusammenhang sein, ob die Einführung eines Jahrestickets zum Preis von 29 Euro dazu führt, dass mehr ÖsterreicherInnen das KHM besuchen, denn die werden damit ja in erster Linie angesprochen. Angenommen wird das Jahresticket, denn laut Geschäftsbericht konnten innerhalb der ersten sechs Wochen 12.000 Jahreskarten verkauft werden. Wobei das Ticket nicht an das Kalenderjahr gebunden, sondern jederzeit erwerb- und nutzbar ist.

Wie viele MitarbeiterInnen hat das KHM, mit welchen Ausstellungshäusern wurde 2009 kooperiert und wie sieht die Bilanz für 2009 aus, auch darüber informiert der Geschäftsbericht, der neben einer Printfassung auch als PDF zum Download zur Verfügung steht. Nun kann man natürlich in diesen Bericht noch sehr viel mehr Informationen packen. So hätte ich mir etwa im Bereich Sponsoring nicht nur eine Auflistung der Partner gewünscht, sondern weiterführende Infos, wie die Zusammenarbeit jeweils aussieht. Aber das kann ja noch werden. Begrüßenswert ist, dass es überhaupt einen Geschäftsbericht gibt. Selbstverständlich ist das nämlich noch nicht.

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