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Kunst versus Fußball oder: so sieht die Realität aus

24 Kommentare

Oft ist hier die Rede davon, wie wichtig Kunst für uns und unsere Gesellschaft ist. Und was alles getan werden muss, damit die Menschen Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen besuchen.

Vielleicht machen wir uns ja was vor und die Präferenzen in unserer Gesellschaft sehen ganz anders aus? Sehen Sie sich mal das folgende Video an, das ich bei Stefan Pfeiffer gefunden habe. Genial gemacht von Heineken, einem der Hauptsponsoren der Fußball Champions League. Aber auch etwas ernüchternd, oder?

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  1. Ich weiß nicht so recht, ob man nicht heutzutage für jede Seite, und sei sie noch so extrem in der Ansicht, untermauernde Beispiele finden kann. Und je nachdem, wo man sich bewegt, hebt man entweder voller Illusionen ab oder resigniert.

    Aber sind Veränderungen nicht immer aus einer Minderheit entstanden, die sich einfach nicht damit zufrieden geben wollte, dass „die“ Gesellschaft „so“ sei? Die einfach an „ihr Ding“ geglaubt hat und die Vision Schritt für Schritt in die Realität überführte? Wie will man Kunst machen, wenn man diese Fähigkeit nicht hat?

    Ich glaube nicht an Präferenzen einer Gesellschaft. Ich glaube daran, dass man Menschen neugierig machen und begeistern kann.
    Wenn das nicht klappt, liegt es nicht immer an den Zuschauern, sondern vielleicht auch an einfallslosen Ausstellungen, Konzerten, Lesungen?
    (Lesungen platziere ich trotzdem nie auf wichtige Fußballspiele)

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  2. Ich hatte beim Ansehen des Videos noch deinen „Art must die“-Artikel im Hinterkopf und mich dann gefragt, wie man Fußball und Orchestermusik verbinden könnte. Eigentlich ganz einfach: Man sollte zu einem „Klassiker“ (z.B. dem WM-Finale 1954) mal eine Sinfonie komponieren und das dann aufführen – also ähnlich wie bei Stummfilmen, die ja mitunter auch live von einem Orchester begleitet werden. Oder gibt es das schon? Vielleicht weiß da einer von deinen Stammlesern (ich denke da z.B. an Hagen Kohn) mehr…

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  3. Ja, seitdem Fußball Entertainment ist oder als das verkauft ist, macht mir Fußball keinen Spaß mehr und solche Filme auch nicht, wenn ich nicht vorher ein paar Heineken getrunken habe oder was anderes, was besser schmeckt, und die anderen, denen das alles nicht mehr gefallen hat, wurden Hooligans, das hat zwar mit Fußball nichts zu tun, scheint aber als Alternative zu den Weißkragen-Tätern zu gelten. Na dann Prost, schauen wir uns die Hinrichtung diesen Sommer wieder an.

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      • Mir gefällt der Clip nicht, weil ich ziemlich allergisch reagiere, wenn so eine Truppe Kreativ-Fuzzis ein Feld beackert, für das sie kein Gespür entwickeln. In dem Clip ist für mich alles so künstlich gehalten, so fremd von der Sache her. Das mag in diesem Clip der kreative Einstieg sein, aber es ist nicht meine Welt. Um ein Beispiel zu geben: In einem Film über ein Schiffsunglück wies der Kapitän den Steuermann an, das Ruder hart backbord zu legen und der Steuermann drehte das Steuerrad mit aller Kraft nach rechts. Aus, da kann man nur gehen.
        Und außerdem ist der Clip, freundlich formuliert, sehr „langatmig“. Wenn ich jetzt bedenken soll, dass ich wegen Werbung für Bier doch Abstriche machen müsste, da kommt man ja kaum aus dem Regenwald raus, möchte ich doch meine Vorredner unterstützen und ein großes Fass aufmachen, die einen lesen Gedichte, die anderen symphonieren.

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  4. Jedenfalls dürfen wir aus Sicht unserer Besucher und auftretenden Künstler keine Veranstaltungen während der WM Zeit organisieren. Wären nicht gut genug besucht. Ich schließe auch lieber den „Kulturbetrieb“ in dieser Zeit, als für die „Mitgeschleiften“ für die Konzertpause einen Fernsehapparat irgendwo aufzustellen (ganz unabhängig von den rechtlichen Rahmenbedingungen für öffentliche Übertragungen).

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  5. Von welcher Welt seid Ihr denn, das alles ist doch schon seit Jahrhunderten „ausjudiziert“, das erinnert mich an meine schon lange zurückliegende Pubertät. Diesen Gegensatz zu indizieren, ist leider so überholt, wie berechenbar , wie vorhersehbar….

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  6. Kunst und Fussball als Gegensatzpaar zu stilisieren ist schade. Wir arbeiten mit dem Projekt «Fussballhelden» ja seit Jahren daran, Kunst bzw. Graphic Design und Fussball zu einem guten Paar zu machen. Vor ein paar Jahren musste man noch regelrecht erklären, was denn diese Verbindung soll. Mittlerweile scheint es eher so, dass es einen Trend dazu gibt, dass- salopp gesagt- Fussball auch Kunst sein kann.🙂

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  7. @Nico: von Zeit zu Zeit muss man sich seiner Positionen versichern, deshalb ist es dann schon gerechtfertigt, wenn man solche Themen wieder auf den Tisch bringt.

    @anna cholinska: ja stimmt, sehe ich ähnlich. Euer Projekt ist interessant, danke für den Hinweis!

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  8. Pingback: kulturblogger ›

  9. Pingback: Fußballfreunde, hört Beethovens Fünfte! « Kulturetage

  10. Pingback: Fussball und Kunst – geht das zusammen | kunstfreunde

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