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Social Media: und wie sieht das dann in der Praxis aus?

2 Kommentare

Anfang dieser Woche habe ich mich über den Chat hier im Blog mit Sandra Doser von der Studentenbühne der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg unterhalten. Die Studentenbühne  hat für ihre Aktivitäten nicht nur ein eigenes Blog eingerichtet, sondern ist darüber hinaus auf Facebook, MySpace, studiVZ (Verlinkung ohne Anmeldung nicht möglich) und YouTube präsent. Nun habe man zwar alle diese Kanäle eingerichtet, aber es fehle an entsprechenden Rückmeldungen und Reaktionen, meinte Sandra Doser im Laufe unseres „Gesprächs“ etwas enttäuscht.

Damit hat sie ein Problem angesprochen, das wahrscheinlich viele haben, wenn sie sich voller Enthusiasmus in die Arbeit stürzen und nach einiger Zeit feststellen: da passiert ja gar nichts. Was aber muss man eigentlich tun, damit etwas passiert? Sandra Doser hat mir netterweise erlaubt, den Social Media-Auftritt der Probebühne als Beispiel verwenden zu dürfen, wofür ich mich bei ihr ganz herzlich bedanken möchte.

Die entscheidende Frage, die sich jeder ganz am Anfang stellen muss, ist die nach Sinn und Zweck der Social Media-Aktivitäten. Bei der Studentenbühne ist das recht klar formuliert, im ersten Blogpost heißt es nämlich:

„Wir sind die Studentenbühne der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Dieses Semester Proben wir Andorra von Max Frisch. Wir sind ein Theater zum Anfassen. Jeder ist willkommen mitzureden, die Proben zu sehen, mitzuspielen, Aufgaben hinter den Kulissen zu übernehmen und natürlich auch sich das Stück anzusehen! Auf diesem Profil können Bilder und Videos von den Proben angesehen werden. Über den Blog kann der Entstehungsprozess verfolgt und kommentiert werden. Auch Abstimmungen bezüglich bestimmter Entscheidungen wird es auf der Homepage geben. Vorschläge werden gerne eingearbeitet. Helft uns ein Stück zu gestalten, das ihr sehen wollt!“

Die Grundidee ist es also, andere nicht nur passiv teilhaben zu lassen, sondern sie aktiv in das Projekt, nämlich die Inszenierung von Andorra, einzubinden. Mein Problem dabei: als jemand, der sich an dem Theaterprojekt nicht beteiligt, bin ich mir nicht sicher, ob die Inhalte des Blogs eigentlich für mich bestimmt sind? Kurz gesagt: ich weiß nicht, ob ich mich angesprochen fühlen soll und bin daher eher zurückhaltend, wenn es um Reaktionen beispielsweise in Form von Kommentaren geht. Meiner Meinung nach ist die Trennung zwischen denen, die nur mitlesen und denen, die sich aktiv einbringen wollen, zu ungenau gezogen. Möglicherweise ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, mit Kategorien zu arbeiten?

Was ich noch ändern würde:

  • Mehr Links setzen: wer irgendwo in der Blogosphäre ein Blog aufsetzt, beginnt bei Null. Abgesehen von ein paar Insidern weiß niemand von dem Vorhaben, das Blog muss erst noch entdeckt werden (eine Alternative wäre z.B. theaterblogs.de gewesen, wo es bereits viele Theaterblogs und damit viele interessierte LeserInnen gibt). Das heißt, ich muss auf möglichst vielen anderen „Plätzen“ im Web Spuren hinterlassen, indem ich entweder dorthin verlinke (auch auf YouTube gibt es einige interessante Videos über Max Frisch und Andorra) oder auf anderen Seiten kommentiere, um auf diesem Weg auf mein eigenes Blog aufmerksam zu machen. Links führen außerdem dazu, dass ich besser gefunden werde.
  • LeserInnen mobilisieren: wenn man mit etwas bei Null anfängt, dann ist es klar, dass das andere nicht sofort mitbekommen. Es ist durchaus erlaubt, auf den Start des Blogs hinzuweisen und dafür auch Kommunikationskanäle wie die Email oder das gute alte Telefon zu verwenden.😉 Im nächsten Schritt könnte man Blogbeiträge verfassen, die mit einer Frage enden und dann ganz gezielt Leute ansprechen und sie um einen Kommentar bitten.
  • Mehr Geschichten erzählen: Ich denke, ein Blog lebt von den Geschichten, von den Inhalten, die dort erzählt werden. Deshalb gefällt mir auch die Idee, die einzelnen Figuren des Theaterstücks vorzustellen und zwar von den DarstellerInnen selbst. Ich hätte allerdings erst die „Geschichte“ der jeweiligen Figur gebracht, also das PDF (z.B. Barblin) und dann den Steckbrief angehängt. Und ein Foto und ein paar einleitende Sätze der jeweiligen DarstellerInnen wären sicher auch ein Gewinn.

Aber: das Blog enthält viele tolle Ideen, z.B. das Video eines Flashmobs, mit dem das Stück auf dem Weihnachtsmarkt beworben wurde, die Infos über die Vorbereitungen dazu, Einblicke in das Probengeschehen oder auch die Vorstellung des Flyers. Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass das Blog erst seit knapp drei Monaten existiert, dann ist es eigentlich noch zu früh, frustriert zu sein. Ich weiß zwar jetzt nicht, wieviele Zugriffe das Probebühnen-Blog hat, aber ich lag mit diesem Blog hier nach drei Monaten bei insgesamt 400 Zugriffen und einer Handvoll Kommentaren. Insofern lohnt es sich, noch etwas Geduld zu haben, zu versuchen herauszufinden, was man besser machen kann und dann bin ich mir sicher, werden Blog und Inszenierung ein voller Erfolg.🙂

2 Comments Join the Conversation

  1. Das Problem könnte auch ein anderes sein: Ich selbst studiere an der PH Ludwigsburg, habe aber noch nie von der Studentenbühne gehört. Und ich befürchte, da bin ich nicht alleine. Vielleicht sollte die Studentenbühne zuerst mal versuchen, offline ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen…

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