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Die Zukunft der Museen

4 Kommentare

Wenn von Museen die Rede ist, geht es meist um die Vergangenheit. Um das Bewahren von Gegenständen oder das Erforschen vergangener Zeiten und Epochen beispielsweise. Außer acht gelassen wird dabei, dass Museen ja auch dazu beitragen können, unsere Zukunft zu gestalten.

„Museums are often viewed as conservators of the past, but some have always been in the business of the future“,

heißt es in der Einleitung zur im Dezember 2008 von der American Association of Museums veröffentlichten Studie Museums & Society 2034: trends and potential futures, die den Blick in das Jahr 2034 wagt. Interessant ist diese Studie vor allem deshalb, weil sie den Museen eine teilweise völlig neue (aktive!!) Rolle in der Gestaltung unserer Zukunft beimisst. Zum Ausdruck kommt das in der folgenden Prognose:

„In 2034: More museums will be places of cultural exchange in their communities; they won’t have any other choice. Museums will be primary sites for civic dialogues about community interests and the policies that affect communities. They will be one of the most powerful agents in helping all children understand the future and ensuring they are prepared to take leadership roles in various sectors.“

Zwei Aspekte stechen dabei heraus: einerseits der Community-Ansatz und zweitens der Grundgedanke, dass Museen dazu beitragen, dass Kinder die Zukunft verstehen lernen. Am besten gefällt mir aber die Idee, dass die Museen der Zukunft uns nicht nur in unserer Kreativität unterstützen, sondern darüber hinaus Treiber unserer gesellschaftlichen Entwicklung werden:

„In 2034: As incubators of creative expression, museums flourish as facilitators of the ongoing creative renaissance. They play a vital role in nurturing, documenting, organizing, interpreting and making accessible the new realm of creative output. Museums play an even greater role as economic engines in their communities, helping harness the value generated by the emerging wave of creative-driven commerce and exchange. They are repositories of knowledge about traditional craft, sources of inspiration for new designs and processes, and through their collections and exhibitions, validators of new artists and new art forms.“

Die 20 Seiten sind äußerst lesenswert und zeigen, welche Rolle Kunst und Kultur auch zukünftig spielen werden. Wünschen würde ich mir, dass solche Studien sich nicht nur auf Museen beschränken, sondern auch Opernhäuser, Theater, etc. miteinbeziehen. Interessieren würde mich außerdem, warum sich solche Studien fast immer auf den Museumsbereich beziehen? Spielen sie wirklich eine bedeutsamere Rolle als andere Kultureinrichtungen oder lässt sich dieses Feld einfach nur leichter erforschen? Oder habe ich entsprechende Studien in den anderen Bereichen einfach übersehen bzw. (noch) nicht entdeckt?

4 Comments Join the Conversation

  1. Ja, das ist eine schöne Vorstellung und eine interessante strategische Richtung für Museen. Allerdings lese ich gerade in Jeremy Rifkins Access (sehr empfehlenswert übrigens) und dort wird eher die ökonomische Verwertung kultureller Erfahrungen. Wenn man sich vor Augen führt, dass ein Amaturenhersteller wie Hansgrohe haufenweise Designpreise für seine wirklich ansprechenden Amaturen gewinnt oder wie systematisch und kontinuierlich erfolgreiche Unternehmen Kreativität und Innovation und damit auch bedeutsame Kulturleistungen hervorbringen, dann ist sofort klar, was gemeint ist. Und es wird klar, wie schwierig es für Museen werden wird, sich gegen solche Gestaltungsmacht abzusetzen. Trotzdem: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.🙂

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