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Neue Wege in der Kulturfinanzierung

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So allmählich wird klar, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht überstanden ist. Das Geld, das im Zuge diverser „Rettungsaktionen“ ausgegeben worden ist, fehlt der öffentlichen Hand nun. Was zur Folge hat, dass die öffentlichen Haushalte auf ihr Sparpotenzial hin durchforstet werden. Klar, dass da irgendwann auch die Subventionen in Frage gestellt werden. Und ebenso klar ist, dass das auch die Kulturbudgets betrifft.

Als die Krise gerade begonnen hatte und erste Alarmzeichen aus den USA zu vernehmen waren, versicherten KulturpolitikerInnen, dass Kunst und Kultur hier nichts zu befürchten hätten, schließlich sorge der Staat für die entsprechenden Geldmittel. Wie wir wissen, ist dem aber nicht so. Wuppertal, Stuttgart, immer häufiger liest man von Städten, die auch bei Kunst und Kultur drastische Sparmaßnahmen vorschlagen. Nun möchte ich an dieser Stelle nicht darüber debattieren, ob das sinnvoll ist oder nicht, sondern die Frage stellen, welche Möglichkeiten Kulturbetriebe haben, auf solche Spaßmaßnahmen zu reagieren?

Im letzten November hatte ich hier in diesem Blog die Frage aufgeworfen, ob Theater sich nicht auch ohne Förderungen finanzieren lassen? Was ist, wenn man nicht nur das künstlerische Endprodukt verkauft, sondern Interessierte am Entstehungsprozess teilhaben lässt und von ihnen dafür einen monatlichen Beitrag verlangt, so meine Frage.

In diese Richtung bewegt sich anscheinend Andreas Blühm, der Direktor des Kölner Wallraf-Museums, berichtet Jörn Borchert in der Ideenbörse für das Kulturmarketing. Borchert, der auch das Museums-Blog Kulturelle Welten betreibt, erzählt, dass ein um mehr als zehn Prozent gekürztes Budget die anvisierte Stradivari-Ausstellung unmöglich machte. Statt aber die Ausstellung einfach abzusagen, lässt der findige Museumsdirektor nun sein Publikum den Restauratorinnen über die Schulter schauen und sie hautnah miterleben, wie ein Gemälde restauriert wird.

Auch wenn das Publikum den RestauratorInnen in diesem Fall nur zehn Tage über die Schultern schauen kann, so ist das doch ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht nur um das fertige Produkt geht, sondern auch die Produktionsprozesse bzw. der Blick hinter den Vorhang für viele interessant sind. Ich bin davon überzeugt, dass hier ein gewaltiges Potenzial liegt, wenn es gelingt, dem Publikum nicht nur das fertige Produkt zu verkaufen, sondern es auch am Entstehungsprozess dabei sein zu lassen bzw. es im nächsten Schritt in diesen Prozess zu integrieren.

Von der Notwendigkeit, Kunst und Kultur zu finanzieren, entbindet ein solcher Ansatz die Kulturpolitik allerdings nicht.

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