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Second Life: Einsatz im Theaterbereich

2 Kommentare

Die meisten von Ihnen haben wahrscheinlich noch den Hype rund um Second Life in Erinnerung. Damals beschlossen nicht nur Kultureinrichtungen, sondern auch viele Unternehmen, dort präsent zu sein. Das, was sich viele davon erwartet haben, ist aber nicht eingetreten. Heute findet man zwar „Inseln“, die durch ihre Gestaltung beeindrucken, aber man ist dort meist alleine und zumindest mir geht es so, dass ich nach relativ kurzer Zeit den Spaß daran verliere und wieder verschwinde.

Was eigentlich schade ist, denn in meinen Augen bieten 3D-Welten wie Second Life erhebliches Potenzial, auch für den Kunst- und Kulturbereich. Das folgende Video habe ich auf dem SLTalk-Blog gefunden.

Wie Michael Wald schreibt, sind darin zwei in meinen Augen für den Theaterbereich interessante Anwendungsmöglichkeiten zu entdecken. Einerseits eignet sich, wie man sieht, Second Life dafür, um im Bereich eLearning Situationen zu simulieren. Theoretisch wäre es möglich, in Second Life ein Theater zu bauen und zu betreiben. Für die Inszenierungen lassen sich die entsprechenden Bühnenbilder einrichten und natürlich könnte man weiters den gesamten Betrieb simulieren, inklusive Marketing, PR, etc.. Selbst die Organisation ließe sich wahrscheinlich über Second Life abwickeln. Es gäbe irgendwo einen Besprechungsraum, man würde dort seine Meetings abhalten, es könnte Präsentation geben und es ließe sich das, was beschlossen worden ist, dann gleich in die Tat umsetzen.

Andererseits lässt sich in Second Life ein Bühnenbild entwerfen und entsprechend ausleuchten. Das heißt, ein Großteil der Planung könnte virtuell stattfinden. Man würde frühzeitig einen Eindruck erhalten, ob das, was man sich vorgestellt hat, wirklich realisieren lässt beziehungsweise man kann, ohne das Kosten entstehen, Änderungen vornehmen. Teure Umbauarbeiten würden entfallen, zumindest teilweise.

Warum wird Second Life aber nicht auf diese oder auch andere Art und Weise genutzt? Ist die Einstiegshürde bei Second Life, was die Nutzung des Programms angeht zu hoch? Ist die Ablehnung so groß, dass man sich mit einem solchen Vorschlag bei den Anderen nicht durchsetzen kann? Ist der Aufwand, um Second Life professionell zu nutzen, zu groß und auch zu teuer? Oder hat Second Life noch nicht die kritische Masse an UserInnen erreicht?

Eigentlich bietet Second Life ja einige interessante Möglichkeiten, auch für den Kunst- und Kulturbereich. Woran liegt es, glauben Sie, dass wir Second Life nicht wirklich nutzen bzw. was müsste sich ändern, damit wir es tun?

2 Comments Join the Conversation

  1. Interessant. Hätte nicht gedacht, dass Second Life mittlerweile so raffiniert ist. Die Frage ist, ob es für die Ausbildung (z.B. eines Beleuchters) tatsächlich viel bringt. Die Simulation einer Inszenierung finde ich da spannender. Ich fürchte nur (und viele andere offenbar auch), dass der Zeitaufwand für eine professionelle Nutzung enorm ist und das Resultat zweifelhaft. Ich persönlich habe immer noch das Vorurteil, dass S.L. in erster Linie Spielerei ist.

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  2. @Hagen Kohn: das müsset man sich konkret anschauen, ich weiß nicht, wie die Ausbildung derzeit aussieht. Als Ergänzung könnte ich mir so etwas aber gut vorstellen.

    Ich sehe auch den Aufwand als Hindernis, aber der sinkt wahrscheinlich im Laufe der Zeit. Als Spielerei würde ich es nicht sehen, aber ich denke, viele, die in SL vertreten sind, haben den falschen Ansatz gewählt. Für mich steht weniger die Abbildung von etwas im Vordergrund, sondern eher die Kommunikation und Interaktion mit anderen UserInnen. Ich habe ein paar Mal an Konferenzen in SL teilgenommen und war teilweise von der Qualität der Vorträge beeindruckt.

    Spannend ist, wenn man dann nicht nur Präsentation anhört, sondern auch mit Leuten ins Gespräch kommt. Du kannst in so einem Rahmen dann den Vortragsraum verlassen und Dich außerhalb unterhalten. Wie im richtigen Leben.😉

    Derzeit sind es aber einfach noch nicht genügend Leute, die dazu beitragen, dass dann dort das Leben tobt. Ich vermute, es liegt an dem fehlenden Wissen, wie man seinen Avatar bewegt und außerdem reicht häufig die Qualität des PC nicht aus.

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