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Social Media heißt in erster Linie „geben“

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Eigentlich ist es ja ganz einfach: wir alle nutzen Social Media, weil wir uns davon das Erreichen ganz bestimmter Ziele erhoffen. Ob das nun der Verkauf eines bestimmten Produktes ist, die Bewerbung einer Veranstaltung oder das Sammeln von Spenden. Daran ist auch nichts auszusetzen, schließlich wird überall über das gewaltige Potenzial des Social Web geschrieben und gesprochen.

Die entscheidende Frage ist aber, wie sich diese Ziele erreichen lassen? Viele Unternehmen und auch Kulturbetriebe nutzen Twitter & Co. als einen zusätzlichen  Lautsprecherkanal, über den sie ihre Produkte anpreisen, Veranstaltungen bewerben oder zum Spenden aufrufen. Auch das ist nicht ganz falsch, allerdings sollte der Lautsprecher nur ganz selten eingeschaltet werden bzw. bedarf es entsprechender Vorbereitungen, damit einem die UserInnen überhaupt zuhören.

Was aber ist dabei zu beachten und gibt es so etwas wie eine Gebrauchsanleitung? Beth Dunn hat noch vor Weihnachten auf ihrem Blog einen Beitrag verfasst, in dem sie beschreibt, wie man ihrer Meinung nach Social Media nutzen muss, um die eigenen Ziele zu erreichen. Eines der Hauptprobleme sei es, so schreibt sie, dass viele erst dann auf das Thema Social Media stoßen, wenn sie kurz vor dem Produktlaunch stehen bzw. das zu promotende Event in Kürze stattfindet. Aber

„they want to ‚leverage‘ social media to get the word out — but they haven’t done the work yet to make that possible“,

schreibt Dunn. Sie spricht damit ein Problem an, dass wir beispielsweise im Kunst- und Kulturbereich oft erleben, wenn es um die Suche nach Sponsoren oder Spendern geht. Die Arbeit wird erst aufgenommen, wenn das „Problem“ akut geworden ist. Nur ist es dann in der Regel leider schon zu spät. oder wie Beth Dunn es formuliert:

„You can’t ‚leverage‘ social media, folks. You get involved, you help a whole bunch of people out for a long time, you generally ask for nothing at all in return, you build trust, grow relationships, and expend a fair bit of energy without ever measuring a dot of so-called ROI.“

Das heißt, auf Social Media zu setzen, bedeutet alles andere als kurzfristige Erfolge zu erwarten. Wie aber kommt man an den Punkt, an dem man sein Umfeld auf das, was man anbietet, aufmerksam machen darf? Und zwar so, dass es dann eventuell auch angenommen wird? Beth Dunn hat aufgelistet, wie wir dabei ihrer Meinung nach vorgehen sollten, um auf einem Social Media-Kanal erfolgreich zu reüssieren:

  1. „Sign up
  2. Listen
  3. Learn
  4. Ask questions
  5. Start figuring out what people really value (Hint: NOT the opportunity to buy from you. Not yet.)
  6. Give
  7. Give
  8. Give
  9. Give
  10. Give
  11. Give
  12. Give
  13. Give
  14. Ask/ Offer/Sell/Talk about self
  15. Give
  16. Return to step 6
  17. Repeat“

Das mag jetzt übertrieben scheinen, aber ich denke, das ist es keineswegs. Was heißt in diesem Fall „to give“? Verweisen Sie auf die Dinge, die Ihren ZuhörerInnen bzw. MitleserInnen wichtig sein können. Allerdings geht es da anfangs um die wertvollen Blogbeiträge, Tweets, etc. der Anderen. Und erst ganz am Ende kommt dann der Hinweis auf Ihr Angebot, siehe step 14.

Bevor Sie also loslegen und darauf aufmerksam machen, was für tolle Angebote Sie zu machen haben (was ja eines Ihrer Ziele ist), überlegen Sie erst, wer Ihre Zielgruppen im Social Web sind, was diesen wichtig ist und wie Sie sie unterstützen können? Daraus folgt, dass es nicht reicht, nur über die eigenen Angebote Bescheid zu wissen. Sie sehen schon, es geht um die Schritte 2, 3 und 4. Bevor Sie sich nun also Gedanken machen, wie Sie an die vielen Freunde und Follower kommen, hören Sie zu und finden Sie heraus, was Ihr Umfeld interessiert. Wenn Sie das wissen und auf die Bedürfnisse eingehen, ist schon viel gewonnen. Obwohl Sie Ihr Angebot noch gar nicht kommuniziert haben.

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