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„Conversations“ oder „There is no Planet B“

3 Kommentare

Wir haben keinen zweiten Planeten. Darauf machten kurz vor Weihnachten in Kopenhagen vor allem die VertreterInnen der vielen NGOs aufmerksam, die zusehen mussten, wie die Politik angesichts der bevorstehenden Herausforderungen versagte. Rund 10.000 TeilnehmerInnen bzw. VertreterInnen aus 190 Ländern, da kann man schnell zu der Erkenntnis kommen, dass in einer solch großen Gruppe der gemeinsame Nenner entsprechend klein sein muss. Aber muss das wirklich so sein?

Während es in meinem gestrigen Beitrag um die Zukunft von Social Media ging, versucht das Projekt „Conversations„, das ich hier kurz vorstellen möchte, die Zukunft mit Hilfe von Social Media zu gestalten.

„Beim Projekt ‚Conversations At The Beginning Of A New Time‘ sollen sich Experten ebenso wie Normalbürger über gesellschaftliche Zukunftsfragen austauschen – überwiegend im Social Web“,

schreibt Matthias Schwenk in seinem Carta-Beitrag dazu. Zehn Themengebiete wurden ausgewählt, die für unsere Zukunft wichtig sind bzw. es sein könnten und nun sind wir alle dran, die uns wichtigen Fragen zu formulieren, zu diskutieren und entsprechende Antworten darauf zu finden. Das wird genauso wie in Kopenhagen schiefgehen, werden Sie nun vielleicht einwerfen. Ja und Nein. Wer eine verbindliche Antwort erwartet, welche konkreten Handlungen unsere Umwelt retten können, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Eine Gebrauchsanleitung wird es nicht geben.

Während aber die Politik in Kopenhagen in ihren Strukturen und ihrem Denken hängengeblieben ist, könnte das von Ulrike Reinhard und Stuart Kauffman initiierte Projekt wegweisend sein, weil hier, wie Matthias Schwenk es formuliert, „eine Arbeitsform der Zukunft“ entsteht:

„Ein offenbar loser Zusammenschluss verschiedener Menschen über Kontinente hinweg, die auf den ersten Blick nichts zu verbinden scheint. Tatsächlich aber kennen sich die Protagonisten gut und sind über das Internet bestens miteinander vernetzt.“

Sich auf diesen partizipativen Ansatz einzulassen kostet Mühe und Zeit. Vielleicht fallen die Ergebnisse, die dann im Rahmen einer Open-Space-Veranstaltung  in Wien zusammengefasst werden sollen, sehr bescheiden aus. Trotzdem könnte das ein Schritt in die richtige Richtung sein, denn der Prozess verläuft nicht mehr top-down, sondern bottom-up. Hinter „Conversations“ steht der Grundgedanke, dasss wir am Beginn eines neuen Zeitalters stehen, in dem unsere alten Lösungsansätze nicht mehr greifen. Ulrike Reinhard erklärt im Video-Interview, wie die Idee zu diesem Projekt entstanden ist und worum es ihr und Stuart Kauffman geht:

Eines der Themengebiete ist mit „Clash of Cultures“ überschrieben. Klickt man die Unterseite „culture“ an, taucht ein Beitrag auf, dessen Überschrift mir sehr gut gefällt: „Can we Learn to Applaud Each Other?

Die PolitikerInnen in Kopenhagen konnten es nicht. Ob wir es können, müssen wir erst noch beweisen. Vom „Clash of Cultures“ könnte dann keine Rede mehr sein.

Alle weiteren Infos zum Projekt finden Sie entweder auf der Projektwebsite oder – gut zusammengefasst – im Beitrag von Matthias Schwenk.

3 Comments Join the Conversation

  1. Auch wenn es anfangs nur wenige sind – kulturelle und gesellschaftliche Umwälzungen haben immer mit sehr wenigen Menschen begonnen und in den wenigsten Fällen mit Politikern. Vielleicht sollten wir das heute wieder lernen: unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen?
    Danke für den Hinweis!

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  2. Vielleicht ein kleiner Hinweis zu diesem sehr gelungenen Text von Christian: In den Video geht es ausschliesslich um MEINE sichtweise des projektes, Stuart hat dazu sein eigenes Video gemacht:-)

    und noch etwas: die initiative liegt einzig und allein bei mir, stuart hat mit seinem buch „reinvented the sacred“ das thema in einem engeren kreis angerissen, er hat sozusagen inspiriert und in vielen gespraechen mit ihm, aber auch vielen anderen ist es zu dem geworden, was es heute ist.

    ich alleine halte dafuer „meien kopf“ hin – im guten wie im schlechten:-)

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