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Teamwork: nicht immer hilfreich

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Gruppe Team Zusammenarbeit
© Gerd Altmann; Photoopia

Wenn Sie jemandem erzählen, dass Sie auf der Suche nach  einer Idee für ein Projekt oder irgendetwas Ähnliches sind, dann wird wahrscheinlich einer der ersten Vorschläge sein, sich in einer Gruppe zu einem Brainstorming zusammen zu setzen. So gut ist die Idee aber gar nicht, denn je größer die Gruppe, desto schlechter werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppenmitglieder, heißt es in einer schon etwas älteren Ausgabe des Podcats „IQ – Wissenschaft und Forschung“, der den Titel „Mythos Teamwork“ (mp3) trägt und vom Bayerischen Rundfunk produziert worden ist.

Klar ist: vier Personen fällt mehr ein als einer einzelnen Person. Würden diese vier Personen aber einzeln nachdenken, wäre das Ergebnis besser als beim gemeinsamen Nachdenken. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn jeder im ersten Schritt für sich alleine nachdenkt und dann die Ergebnisse gemeinsam besprochen werden. Das heißt, Brainstorming in der Gruppe bringt vor allem dann etwas, wenn die einzelnen Gruppenmitglieder davor Zeit hatten, alleine über das Thema nachzudenken.

Wenn Sie mehr wissen wollen über den „Mythos Teamwork“ , dann hören Sie doch mal rein. Für mich waren es sehr lehrreiche zwanzig Minuten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. (Die Seite existiert leider nicht mehr)

Zu verdanken habe ich diesen Fund Marian Heddesheimer und seinem Lernpilot Blog.

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  1. Danke für diesen Blog.
    Ich habe mich schon immer gefragt, warum Brainstorming in den seltesten Fällen wirklich klappt.
    Ich bin immer eher dieser Variante gefolgt.
    Nun werde ich es sofort in mein Skript übernehmen.
    Danke
    Annette Kunow

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  2. Zentrale Punkte für das Funktionieren einer Gruppe sind:
    – Konfliktbereitschaft
    – Konfliktfähigkeit
    – Bereitschaft und Fähigkeit, eigene Standpunkte selbst in Frage zu stellen bzw. von anderen in Frage stellen zu lassen
    – Bereitschaft und Fähigkeit, andere Standpunkte in Frage zu stellen
    Wenn allerdings zu viel Aufwand getrieben werden muss, um das systemische Funktionieren einer Gruppe zu garantieren, na ja, dann fragt man sich, wozu überhaupt eine Gruppe?
    Wenig hilfreich sind jene Teammitglieder, die Teamarbeit mit Therapie verwechseln.
    Suspekt sind mir auch jene, die den eingeschworenen familiären Charakter ihres Teams hervorheben.
    Der Wellness-Faktor einer Teamarbeit ist sehr häufig umgekehrt proportional zum Ergebnis.
    Natürlich hätten wir es manchmal gerne gemütlicher, vor allem hier in Österreich, aber dafür gibt es genügend andere Möglichkeiten, der Wellness-Markt boomt🙂

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  3. Danke für die Links, Gerald. Interessant ist für mich die Frage, wie ich z.B. die Einsichten aus dem Konformitätsexperiment von Asch für meine tägliche Arbeit nutzen kann? Ich denke, eine heterogene Gruppe zusammenzustellen ist zwar schwer, aber es ist möglich. Was aber muss man tun, damit es sich diese Gruppe nicht nach einer gewissen Zeit „gemütlich“ macht, wie Klaus Karlbauer schreibt.

    Der „familiäre Charakter“ ist etwas, was man sehr häufig antrifft. Und es ist verständlich, denn es ist ja im Umgang miteinander wirklich viel feiner, wenn alle einer Meinung sind.

    @Annette Kunow: ich denke, die Herausforderung besteht darin, diesen meist recht schmalen Grad zwischen alleine und miteinander arbeiten zu finden.

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  4. Es ist (leider!) oftmals nicht die Frage, ob etwas fein ist ist, sondern ob was gutes rauskommt!
    es gibt eine Theorie, (vielleicht weiss jemand von euch, wie die heisst, ich hab’s vergessen), die besagt, es gibt 5 Archetypen (etwa wie in der comedia dell arte) die einander vollkommen widersprechen, aber je mehr davon in einer gruppe vorhanden sind, desto besser funktioniert dieselbe. die typen sind in etwa:
    der/ die aktive
    der/ die bremserIn
    der/ die schweigerIn
    der/ die nörglerIn

    das hat was! es nervt zwar manchmal, aber es entsteht dynamik.

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    • Hallo Herr Karlbauer, das sind die Gruppencharaktere:

      Der Streiter
      Der Positive
      Der Alleswisser
      Der Redselige
      Der Schüchterne
      Der Ablehnende
      Der Uninteressierte
      Das „grosse“ Tier
      Der Ausfrager
      Der Teamgeist
      Ein Bild kann hier leider nicht beigefügt werden.

      Sie entwickeln sich automatisch in einer Gruppe und müssen jeweils „behandelt“ werden. Aber Vorsicht! Wenn man glaubt, einen glücklich losgeworden zu sein, dann „entpuppt“ sich ein anderer.

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  5. @Christian
    Da wird´s kompliziert.

    So wie Klaus Karlbauer das schon angesprochen hat: Konfliktbereitschaft und -fähigkeit sind wohl zentrale Voraussetzungen. Leider sind die selten anzutreffen.

    Wenn wir zum Beispiel von Gruppen in einem Unternehmen sprechen, fängt das schon bei der Auswahl der Mitarbeiter an.
    Wenn da nicht dort schon auf Heterogenität und soziale Kompetenzen Wert gelegt wird, werden sich nur Gruppen von Ja-Sagern und Schweigern zusammenfinden, wo ein Narzisst oder Apparatschik die Führung übernimmt und für seine Interessen durchwinkt.

    Andere Arten von Gruppen finden sich meist „zufällig“ zusammen. Reines Glücksspiel, ob da was rauskommt.

    In der Praxis sind die ganzen Studien und Experimente wohl alle nur zum nachträglichen Erklären brauchbar😦 leider.

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    • Noch was ist mir eingefallen: Wir als Mikro-Entrepreneure oder Einpersonen-Unternehmen (Unternehmen = gut!) müssen nun oftmals diese 8 Typen in uns und unserem Selbst vereinen. Schizophrenie ist ein „Lercherl“ dagegen!

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  6. @Annette Kunow: danke für die Auflistung!

    @Klaus Karlbauer: als Schizophrenie würde ich das nicht bezeichnen. Schulz von Thun spricht in diesem Zusammenhang vom inneren Team. Angenommen Du bekommst einen künstlerisch tollen Auftrag angeboten, der aber schlecht bezahlt ist. An der Entscheidung, ob Du den Auftrag annimmst, sind vereinfacht gesagt, zwei Mitglieder Deines inneren Teams beteiligt. Zum einen der Typ, der weiß, dass Du Deine Miete bezahlen musst und Geld benötigst.

    Und auf der anderen Seite der Typ, für den die künstlerische Inhalte im Vordergrund stehen. Wer sein inneres Team kennt, wird nicht unbedingt besser, aber bewusster Entscheidungen treffen.

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  7. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn jeder im ersten Schritt für sich alleine nachdenkt und dann die Ergebnisse gemeinsam besprochen werden !!

    Hallo Christian,
    dies Aussage kann ich nur unterstreichen. Jeder muss die Möglichkeit haben einen eigenen Bezug zum Thema aufzubauen. Also erst einmal im stillen Kämmerlein darüber nachdenken.
    In der nächsten Phase erfolgt dann das Brainstorming verbunden mit einem Gedankenaustausch, damit Ideen gesammelt werden können oder wenigstens jeder der Teilnehmer die Perspektive der anderen aufnimmt.

    Dies kann man auch methodisch angehen und es gibt ein paar interessante Vorschläge wie man die Perspektive der anderen besser versteht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan
    Interessant fand ich den Vorschlag

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