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Wie wirkt Museum?

3 Kommentare

eMotion

Kann man Kunst messen und wenn ja, wie? Um diese Frage geht es bei eMotion, einem Forschungs- und Medienkunstprojekt, das die kognitive, emotionale und körperliche Wirkung des Kraftfeldes Museum und dessen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten seiner BesucherInnen untersucht.

Ein 15-köpfiges Forscherteam unter der Leitung des Instituts für Design- und Kunstforschung der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW versucht in dem 18 Monate dauernden Forschungsprojekt, an dem 5 Universitäten aus fünf Ländern und das Kunstmuseum St. Gallen beteiligt sind, herauszufinden, welche Wirkung das Museum und seine Exponate auf die BesucherInnen haben.

Der Name eMotion ist dabei Programm, denn

„eMotion steht zum Ersten für eine eigens für das Forschungsprojekt entwickelte Erhebungsmethode, zum Zweiten geht es darum die körperlichen Reaktionen zu erfassen, die die Exponate und deren Hängung erzeugen. Zum Dritten wird die Bewegung der Museumsbesucher im Raum aufgezeichnet“,

heißt es in der Presseaussendung. Das Projekt versucht die Frage zu beantworten, wie Kunst im Kontext des Museums zustande kommt. Dazu gibt es erschiedene Theorien, die bis heute aber noch nicht empirisch überprüft werden konnten.

Macht erst das Museum die Werke zu Kunstwerken, indem es „einen Bedeutungsraum durch die Hängung, die Beziehung der Werke zueinander und zum Raum entstehen“ lässt? Ist es eher „das Werk, seine
Materialität und Gestalt die den Besucher in seinen Bann schlägt, wie die Kunstpsychologie argumentiert?“ Oder ist es der Besucher, der „mit seinem Vorwissen und seinem Erwartungen das Werk zum Kunstwerk und den Museumsbesuch zum besonderen Moment“ macht, wie die Kunstsoziologen meinen?

Wie diese verschiedenen Ansätze zusammenwirken, versuche eMotion disziplinenübergreifend zu verstehen, heißt es in der Pressemeldung weiter. Methodisch kommen dabei die Psychogeografie, die Design- und Kunstforschung sowie sozialwissenschaftliche Erhebungen zum Einsatz.

Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein. Interessant wird aber auch sein, wie diese dann aufgenommen werden, denn wenn es auf der Projektwebsite heißt, dass im Rahmen des  Projektes die Tracking-Technologie zum Einsatz kommt und Herzrate und Hautleitwert gemessen werden, dann bedeutet das: hier wird Kunst empirisch untersucht . Das wird nicht allen gefallen.

3 Comments Join the Conversation

  1. Also für mich macht primär das Museum aus einem Gegenstand ein Kunstwerk. Ein Paradebeispiel dafür wäre für mich die „Fettecke“ von Joseph Beuys.
    Würde die in einer gewöhnlichen Wohnung als Kunstwerk angesehen werden?

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    • Ich hab das mit der „Staubecke“ im Wohnzimmer schon versucht. Keinerlei Herzraten-Feedback bei Besuchern, obwohl ein echt gefälschter Mackintosh darüber hängt.

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