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Stipendium zu gewinnen: Kulturmanagement 2020

5 Kommentare

Opernglas
© Marika; Pixelio

Als ich zu Beginn der 1990iger Jahre mit meiner postgradualen Ausbildung zum Kulturmanager begann, war die Auswahl an Studienangeboten ja noch nicht wirklich groß. Ich entschied mich damals für Wien – was ich nicht bereut habe – und bewarb mich um einen der raren Plätze. Nachdem ich die schriftliche Hürde genommen hatte, folgte noch eine mündliche Runde, in der ich gefragt wurde, was für mich Kulturmanagement eigentlich sei und wie ich die Entwicklung sehen würde. Ich weiß nicht mehr genau, was ich damals antwortete, aber ich erinnere mich noch daran, dass ich ziemlich ins Stottern kam, weil es nicht so ganz einfach ist, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Zumal in einer Prüfungsituation. Und die Geschichte von James Burbage kannte ich leider noch nicht. Mit der Erfindung der Theaterkasse eröffnete er dem Theater völlig neue Dimensionen.

Eigentlich steht so eine völlig neue Dimension auch heute wieder an. Bruno Weishaupt hat das in einem Artikel in der Wochenendausgabe der NZZ recht schön beschrieben. Es gehe darum, neue Produkte oder Leistungen außerhalb der alten Muster zu finden und wo kann man leichter ausgetretene Pfade verlassen als in einer Krise? Vor allem das Internet habe das Potenzial für disruptive Innovationen, also Innovationssprünge. Klar, dass sich dadurch auch unsere Verhaltensweisen und Gewohnheiten ändern.

Was heißt das für Kunst und Kultur? Niemand weiß es, aber das ist ja auch das spannende daran. Die Zukunft nicht kennen heißt nicht nur, dass ich ihr hilflos ausgeliefert bin. Ganz im Gegenteil: ich kann die Zukunft gestalten. Die Zukunft im Kulturmanagement zu gestalten, darum geht es auch im Wettbewerb „Vision Kulturmanagement 2020“, den die Karlshochschule International University und die stARTconference ausgeschrieben haben.

In Karlsruhe wird es ab Herbst erstmals einen Bachelorstudiengang Kulturmanagement geben und Sie haben die Möglichkeit, sich um ein Vollstipendium zu bewerben, das einen Wert von 22.000 Euro hat. Wenn Sie also noch nicht wissen, wo Sie ab Herbst Kulturmanagement studieren wollen oder wenn Sie dort studieren und die Studienkosten verringern wollen, dann ist dieser Wettbewerb vielleicht etwas für Sie.

Alle wichtigen Informationen finden Sie in einem Beitrag auf dem Blog der stARTconference und in diesem PDF. Ihre Vision muss die Karlshochschule bis zum 3. September erreicht haben, damit Sie Chancen haben in die Endauswahl zu kommen. Die fünf interessantesten Beiträge werden im Rahmen der stART.09 vorgestellt und dort wird dann auch die Siegervision gekürt.

Die Verbindung mit der stARTconference finde ich besonders gelungen. Nicht weil ich bei der Konferenz mitarbeite, sondern weil Patrick Breitenbach von der Karlshochschule darauf hinweist, dass im beginnenden Studiengang Social Media ein wichtiges Thema sein wird:

„Ich sehe es als extrem wichtig an, dass künftige Kulturmanager sich schon in ihrem Studium intensiv mit den neuen Medien und damit verbundenen Möglichkeiten auseinandersetzen und sich bewusst machen, wie sich dadurch Marketing, PR und Fundraising für Kunst und Kultur in kürzester Zeit verändern werden. Es besteht in dieser Hinsicht erheblicher Nachholbedarf.“

Da würde ich ja eigentlich auch gerne mitmachen, aber ok, ich habe ja mein Blog hier.😉 Also, wenn Sie eine Idee haben, wie Sie zum James Burbage des 21. Jahrhunderts werden können, dann sollten Sie jetzt den ersten Schritt setzen. Ich drücke Ihnen die Daumen.

5 Comments Join the Conversation

  1. Hallo Christian, ich finde es ja toll, dass intelligente Lösungen für die Probleme von heute gesucht werden und ich denke auch, dass sich vor allem junge Leute in diesem Feld profilieren können und sollten. Doch wäre es nicht besser gewesen ein Auto oder Bargeld auszuloben?

    Ich halte Bildungsstipendien für keinen geeigneten Hauptgewinn bei einem Preisausschreiben. Übrigens genauso wenig wie Studien- oder Ausbildungsplätze. Leider passiert aber genau das: Bildung wird als knappes Gut begriffen, das wird (in welcher Weise auch immer) genutzt und damit das vermeintlich knappe Gut noch weiter verknappt.

    ALSO: Bitte keine weiteren Bildungsstipendien aus der Lostrommel

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  2. Hier wird nicht etwas in einem Preisausschreiben ausgelost, sondern eine herausragende themenbezogene Leistung prämiert. Das ist bei der Vergabe von Stipendien ein ganz übliches Verfahren. Außerdem dienen Stipendien eigentlich genau dazu, ein knappes Angebot zu vergrößern und Personen zugängig zu machen, die es sich ohne das möglicherweise nicht leisten könnten. Ich kann diesen Einwand deswegen nicht nachvollziehen.

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  3. Hallo zusammen, „Preisausschreiben“ war vielleicht nicht das richtige Wort — zugegeben. Vielleicht ist das ein bisschen ideologisch (was ich mir sonst gern verkneife) aber ich denke, dass Stipendien denen zu Gute kommen sollten, die die Unterstützung für das Studium wirklich brauchen und nicht denen, die sowieso schon die besten Chacen haben einen Studienplatz selbst zu (re)finanzieren.

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  4. Guten Tag, Sehr Geehrten
    ich bin Tamta Kintsurashvili aus Georgien,habe Batchelor die deutsche Sprache und Literatur in diesem jahr beeendet.Ich mochte meine fremdsprachen Kenntnisse verbessern und vertiefen,andere Menschen und Kultur kennenlernen und interessiere mich,gibt es bei Ihnen Stipendien und kann ich mich bewerben?
    Vorher Vielen Dank
    Ich warte auf Ihre Antwort
    Mir freundlicher Grusse Tamta Kintsurashvili

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