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Wie „Tribes“ entstehen

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„Tribes“ ist ein Begriff, der sich wörtlich mit „Stamm“ übersetzen lässt. Seth Godin lehnt sich daran an und  versteht darunter

„any group of people, large or small, who are connected to one another, a leader, and an idea“,

wie man in der Kurzbeschreibung zu seinem Buch Tribes: We Need You to Lead Us auf Amazon lesen kann. Auf Seth Godin’s Blog habe ich ein Video gefunden, das sehr anschaulich zeigt, wie solche Tribes entstehen können.

Am Anfang sieht man in dem Video zwei Personen, die zur Musik tanzen. Durch die dritte Person wird daraus, wie Seth Godin schreibt, mehr als ein Nebeneinander tanzen:

„… it’s guy #3 who made it a movement.“

Zwar sei es auch wichtig, dass jemand den Anfang mache, also in diesem Fall Person #1, aber entscheidend sei Person #3, so Godin. Für ihn ist das der Moment, wo aus einer Ansammlung von Menschen eine Gruppe wird.

Diese im Video gezeigte Situation belegt aber auch, wie wenig planbar solche Entwicklungen sind. Wenn wir solche Tribes schaffen wollen, können wir im Endeffekt nur für die Rahmenbedingungen sorgen. Ob daraus etwas wird, liegt  eigentlich nicht in unserer Hand.

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  1. Kritische Anmerkung: Der Begriff „Stamm“ bzw. „Ethnos“ im Sinne von „Volk“ oder „Bevölkerungsgruppe“ wird auch zur Abwertung von sozialen Gruppen benutzt, da er nahelegt, dass diese Gruppe zu einer Nationenbildung nicht fähig ist und nur „primitive“ politische Einrichtungen aufweist. Oft wird dagegen eingewendet, dass z.B. verschiedene Gruppen der afrikanischen Bevölkerung den Begriff selbst verwenden, um die zahlreichen Ethnien auf ihrem Kontinent zu bezeichnen. Allerdings benutzen diese den Begriff nur in der jeweiligen ehemaligen Kolonialsprache. Sie übernehmen also ein Konzept, das in der Kolonialzeit eingeführt wurde. In den indigenen Sprachen gibt es keinen Begriff, der ein vergleichbares Konzept bezeichnet.

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  2. Eine Ergänzung: Der Begriff „soziale Gruppe“ bezeichnet eine Gemeinschaft von mindestens drei Personen. Nach der soziologischen Definition müssen die Gruppenmitglieder in einer unmittelbaren Beziehung zueinander stehen. Die Mitglieder der sozialen Gruppe kennen sich und interagieren zielgerichtet miteinander. (z.B. Man trifft sich immer am Mittwoch zum Lernen.) Es gibt jedoch keine formalisierte Organisationsstruktur und der Gruppenverband ist jederzeit auflösbar.

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  3. @mandy: Es ist schwierig, „Tribes“ ins Deutsche zu übersetzen. Zumindest in dem Sinn, wie Seth Godin ihn verwendet. Manche übersetzen ihn mit „Community“, andere mit „Gruppe“ oder sie übersetzen ihn gar nicht. Eine wirkliche Lösung habe ich auch noch nicht gefunden.

    Im Sinne des obigen Zitats von Seth Godin würde ich am ehesten von einer Gruppe sprechen. Ich bin kein Soziologie-Experte und kenne aus der Rangdynamik eine Definition, bei der es nicht notwendig ist, sich zu kennen, sehr wohl aber ein gemeinsames Ziel zu haben.

    Menschen, die in einem Wartezimmer sitzen, sind noch nicht unbedingt eine Gruppe. Versuchen sie aber, sich gegen eine Wespe zu wehren, dann wird daraus eine Gruppe.

    So vestehe ich auch das Video. Zu Beginn sieht man Menschen, die ein Konzert besuchen. Erst das gemeinsame Tanzen eint sie und macht aus ihnen das, was Godin dann „Tribe“ nennt. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, hier von einer Gruppe zu sprechen?

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