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Innovationsgeplapper

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Wenn der Begriff „Innovation“ im Titel einer Konferenz auftaucht, droht häufig Ungemach. Als Teilnehmer einer solchen Konferenz hängt die Aufforderung, doch nun mal innovativ oder kreativ zu sein, wie ein Damoklesschwert über einem. An dieser Stelle lohnt es sich dann meist, auf das Video zu verlinken, in dem Professor Peter Kruse sich mit Kreativität beschäftigt, um zu erkennen, dass man in eine Falle geraten ist bzw. geraten wird.

Michael Wimmer, dem Geschäftsführer von Educult ist solches widerfahren. „Es war sehr ermüdend; es hat mich sehr erschöpft“ lautet sein Fazit eines Konferenzbesuchs, bei dem sich alles um „Innovation durch Organisationsentwicklung“ drehte.

Wie schreibt Wimmer so anschaulich in seinem Blogpost?

„In erste Linie habe ich in Erinnerung dass rund fünfzig gutwillige TeilnehmerInnen Vorschläge zur Schulentwicklung, die sie auch schon bei hundert anderen Gelegenheiten gesammelt haben, diese als Ergebnisse mehrstündiger Diskussionsrunden auf Flipcharts aufgeschrieben und ebenso brav wie uninspiriert als Ergebnisse dem Plenum vorgetragen haben.“

Schade, dass es nicht möglich ist, sich ernsthaft Gedanken über das österreichische Bildungswesen  zu machen. Und es ist tragisch, dass dort immer wieder die selben Leute hocken und sich Dinge an den Kopf werfen, die alles sind, nur nicht innovativ.

Wie wäre es denn, wenn man sich mal mit den Betroffenen zusammensetzt? Mit denen, für die das alles gedacht ist, den Schülern bzw. Studenten? Das geht nicht, werden Sie vielleicht einwenden, da kommt nichts dabei heraus. Mag sein, aber so wird es ja auch nichts mit der Innovation.

Vor dem Blogpost von Michael Wimmer, in dem dieser sein langsames Entschlummern angesichts der ewig gleichen „innovativen“ Phrasen beschreibt, hatte ich auf dem Mission Paradox Blog die „Artistic Theory of Change“ von Adam Thurman gelesen. Darin fragt er sich, wodurch Veränderung im Kunst- und Kulturbereich angestoßen wird. Thurmans Antwort:

„I believe the arts are advanced when they have a strong, interdependent, relationship with the audiences they both currently serve and want to serve.“

Ich denke, an dieser Beziehung zum Publikum mangelt es häufig, weil es an Vertrauen fehlt. Das Publikum habe ja keine Ahnung, erst recht nicht, wenn es um Veränderung, um Innovation gehe, heißt es häufig.

Hier wie dort ist man nicht bereit, diejenigen ernst zu nehmen, an die sich das Angebot richtet. Für die Schüler und Studenten auf der einen Seite und für das Publikum auf der anderen Seite. An dieser Stelle kommt dann der Einwand, dass man erstens beide Bereiche nicht miteinander vergleichen kann und zweitens diejenigen, um die es geht, wirklich keine Ahnung haben von Veränderung.

Aber hat das schon mal wer probiert? Früher vielleicht mal, aber das muss schon lange her sein. Und so plappern die einen von Veränderung und Innovation, während die anderen schlafen.

Trauen wir uns doch einfach mal, Dinge zu tun, die wir bis jetzt nicht getan haben. Einen Versuch wäre es wert, denn die Chancen auf Veränderung waren selten so groß wie jetzt.

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