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Marketing & Social Media: 6 Empfehlungen

5 Kommentare

Ross Dawson hat auf seinem Blog „Trends in the Living Networks“ eine kurze Anleitung verfasst, wie sich Marketer mit Social Media vertraut machen können. In seinem Beitrag „Tapping the power of Social Media: 6 steps for marketers“ stellt er fest:

„It is now impossible to ignore the power and reach of social media.“

Und eine Anleitung gibt es auch gleich dazu:

  • „Participate and play
  • Discover relevant conversations
  • Identify influencers
  • Build a relationship with influencers
  • Don’t make half-hearted efforts
  • Find experienced guides“

Eine Kultureinrichtung, die sich an diesen Empfehlungen orientieren will, bekommt wahrscheinlich schon beim zweiten Schritt Probleme. „Discover relevant conversations“: wo finden die bei uns statt? Wird überhaupt irgendwo im Social Web über Kunst diskutiert? Nein, nicht über Kulturmarketing, sondern über Kunst. So wie das früher der Fall war, wenn in den Feuilletons Diskussionen ausbrachen, die sich dann auf den Leserbriefseiten fortsetzten.

So wirklich sind diese Diskussionen im virtuellen Raum noch nicht angekommen. Oder ich habe sie bis jetzt nur verpasst. Dabei gibt es jede Menge Blogs, die sich der Kunst annehmen, z.B. cronenburg, der kulturchronist, Kunstblog München, kunstdirektion wien oder kulturlabskaus.de, um nur einige zu nennen.

Aber wie gesagt, das ist jetzt nur ein Ausschnitt, fein wäre es, wenn es irgendwo eine Liste ähnlich der von Alex Ross geben würde. Aber auch dort ist es mit Gesprächen nicht allzu weit her. Gibt es die im Social Web in Sachen Kunst und Kultur einfach (noch) nicht?

5 Comments Join the Conversation

  1. Oh, danke für die Empfehlung!
    Diese Frage stelle ich mir massiv selbst. Menschen, die bei mir kommentieren, „kenne“ ich meist von irgendwo anders im Web. Gibt es Schwellenangst im Web? Oder liegt es an mir? Müsste ich mehr provozieren, mehr Fragen stellen? Erreiche ich nicht die richtigen Leute? (Spreche ich über die Kulturgeschichte der Rose, kommen Leute per Google, die Rosen basteln wollen). Sind die Beiträge zu abgehoben, zu abseits, bin ich zu unnahbar? Müsste ich regelrecht zu Diskussionen aufrufen?

    Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, warum es mit Kunst und Kultur (noch) nicht funktioniert – ich gäbe etwas darum, wenn mir jemand das erklären könnte.
    Auf der anderen Seite weiß ich z.B., dass viele meiner Stammleser gar nicht ahnen, dass Blogs von gegenseitigen Kommentaren leben. Da ist ein Blog noch ein Tagebuch, bei dem man möglichst die Kommentarfunktion abschaltet.
    Und aus dem offline-Leben weiß ich: Ja, es gibt eine Schwellenangst, Künstler oder Kulturschaffende anzusprechen. Wie baut man die ab? (Manchmal bekomme ich Mails statt Kommentare, die herrliche Kommentare gewesen wären. Da steht dann: Ich will das nicht öffentlich sagen, um mich nicht zu blamieren).
    Welche Erfahrung machen andere? Wie stößt man solche Gespräche an (vielleicht in einem anderen Medium)?

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  2. Ja, diese Schwellenangst gibt es. Grund ist oft die Angst, etwas Falsches zu sagen bzw. sich zu blamieren. Das habe ich auch schon oft gehört.

    Wie man das ändern kann? Wenn wir vom Kunst- und Kulturbereich sprechen, dann stehen wir vor zwei Herausforderungen. Berührungsängste existieren nicht nur im Umgang mit Social Media, sondern natürlich auch auf der inhaltlichen Ebene.

    Am ehesten baut man Hürden wahrscheinlich ab, indem man es einfach tut. Ich zeige anderen häufig, wie man mit Blogs, etc. umgeht. Das kostet zwar unter Umständen Zeit, aber nur so gewöhnt man sich daran. Mir geht das ja auch so.

    Ich war vor kurzem in der Stadtbücherei, vor mir eine lange Schlange. Da fiel mir ein, dass es dort auch Geräte gibt, auf die man seine Bücher legt, den Ausweis hinhält und das alles ohne Wartezeit. Klingt alles sehr einfach, so sagt einem das auch jeder. Nur: ich habe immer einen Grund gefunden, es nicht zu machen. In dieser Situation war der Leidensdruck so groß, dass ich einfach gefragt habe, ob mir jemand zeigen könne, wie das Ding funktioniert.

    Nun habe ich das einmal mit Anleitung gemacht und seitdem ist das kein Thema mehr. Ganz so einfach ist es in Sachen Social Media und Kunst wohl nicht, aber ein möglicher Weg könnte es sein.

    Die Idee, solche Gespräche in einem anderen Medium anzustoßen, halte ich übrigens für sehr sinnvoll. Das heißt, ich hole die Leute bei sich ab und warte nicht, bis sie kommen.

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  3. Ist das nicht ein Vorurteil, dass die Leute „dumm“ sind und von Kunst keine Ahnung haben bzw. sich nicht dafür interessieren?

    Zwischen dem Wunsch, andere für das, was ich mache, zu interessieren und zu begeistern und „Art for dummies“ liegen für mich Welten. Ersteres verbinde ich mit Wertschätzung und Respekt, zweiteres eheres mit dem Gegenteil.

    Ich bin davon überzeugt, dass unsere Haltung gewaltige Auswirkungen auf diese Beziehung hat und die Leute nicht nur den Musikantenstadl sehen wollen.

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  4. Pingback: Kunst lebt auch von der Begeisterung « Das Kulturmanagement Blog

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