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Lehnen Sie Kontaktanfragen ab?

11 Kommentare

Würfel
© S. Hofschlaeger; Pixelio

Wenn ich mir überlege, wer sich in den letzten 24 Stunden alles dazu entschlossen hat, mir auf Twitter zu folgen, dann erscheint mir Dieter Rappolds Beitrag auf Sierralog sehr aktuell zu sein. „Kontakte in Social Networks ablehnen“ ist der Beitrag überschrieben, in dem Rappold den folgenden Standpunkt vertritt:

„Wer den Nutzen und die Freude an Social Networks nicht verlieren möchte, der muß unsinnige Kontaktanfragen auch ablehnen können.“

Und da es manchmal unangenehm sei, jemanden als Kontakt abzulehnen, hat Dieter Rappold gleich noch eine Musterabsage entworfen, die er mit seinen Bloglesern teilt.

In diesem Textbaustein geht es um Xing, aber natürlich lässt er sich auf jedes Netzwerk übertragen. Seine Kriterien, um eine Kontaktanfrage anzunehmen, sind das persönliche Kennenlernen und/oder eine geschäftliche Verbindung.

Ich kann das verstehen, obwohl ich die Sache etwas anders sehe. Im Grunde geht es darum, dass man sich entweder für Qualität oder Quantität entscheiden muss (siehe dazu auch meinen Beitrag „Wenn einem das Netzwerk über den Kopf zu wachsen droht„). Und um die Art der Beziehungen, die man anstrebt. Bei kurzfristigen Beziehungen, etwa wenn ich eine Veranstaltung plane, wird es mir um eine möglichst große Zahl an Kontakten gehen. Jeden persönlich kennen zu lernen, ist aus Zeitgründen einfach nicht möglich. Habe ich eine langfristig ausgerichtete Strategie, bin ich unter Umständen wählerisch bei meinen Kontakten.

Aber selbst unter dieser Annahme lehne ich Kontaktanfragen nur dann ab, wenn ich erkennen kann, dass es sich um reine Werbe- oder Marketingverbindungen handelt. Twitter ist da im Augenblick etwas nervig, weil ich weder Online-Dates suche noch an neuen Autos interessiert bin. Aber in diesem Fall brauche ich keine Absage schicken, ich blocke solche Follower ab.

Über alle anderen Anfragen freue ich mich, denn ich betrachte solche Anfragen als Ausgangspunkt für ein persönliches Kennenlernen bzw. eine spätere geschäftliche Zusammenarbeit. Das heißt, ich sehe die Sache genau umgekehrt, was aber vielleicht auch damit zu tun hat, dass das Thema Social Networks bzw. Social Media im Kunst- und Kulturbereich noch nicht die entsprechende Verbreitung gefunden hat. Ich freue mich eher darüber, wenn ich Museen, Theater oder KünstlerInnen entdecke (oder sie mich entdecken) und mitverfolgen kann, wie sie die Sache angehen, welche Ideen sie haben.

Wie gehen Sie in dieser Hinsicht vor? Kommt bei Ihnen das persönliche Kennenlernen vor der virtuellen Vernetzung oder ist der Klick auf den Kontakt-Button der Ausgangspunkt für das eventuelle Kennenlernen im Real Life?

11 Comments Join the Conversation

  1. Also bei Twitter lehne ich niemanden ab – ich folge aber nur denen, von denen ich denke, dass sie auch etwas für mich Interessantes posten.
    Bei Facebook habe ich keine Scheu, unsinnige Freundschaftsanfragen zu ignorieren. Manchmal ist es völlig klar, dass ich diese Person nicht kenne, dann klicke ich auf „Ignorieren“ und das Problem ist gelöst. Manchmal bin ich unsicher, weil wir vielleicht gemeinsame Freunde haben oder ähnliches. Dann schreibe ich meistens ein Mail und frage nach, ob wir uns kennen bzw. woher. Manchmal fällt mir dann ein, dass ich die Person tatsächlich schon kennengelernt habe. Bzw. wenn sie mich einfach nur so adden möchte, weil wir gemeinsame Freunde haben und ich ihr vielleicht bei irgendwas helfen kann, adde ich sie auch. Tja, ein paar Kontakte habe auch ich, die ich nicht persönlich kenne. Das sind dann aber in der Regel solche Menschen, zu denen ich über Freunde in Kontakt gekommen bin oder die ich aus einem bestimmten Grund selbst geaddet habe, obwohl ich sie nicht kannt.
    Tja, long story short: Ich adde (normalerweise) niemanden, den ich nicht kenne. Wenn ich jemanden ignoriere und es ist ihm aus irgendeinem Grund wirklich wichtig, dass genau ich ihn adde, dann soll er mich anschreiben. Und das tun Werbe-Fritzen und Dating-Jäger normalerweise nicht.

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  2. Wenn es für mich zu erkennen ist, dass hinter der Anfrage eine reelle Person aus dem deutschsprachigen Raum ist, bestätige ich diese. Warum solle ich es nicht tun? Das wäre doch eine Umkehrung der Idee, wenn ich nur Freunde in sozialen Netzen hinzufügen würde. Die kann ich auch per Telefon kontaktieren.

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  3. Aber warum sollte dich eine reelle Person aus dem deutschsprachigen Raum einfach so hinzufügen? Also wenn da nicht zumindest vorher eine Nachricht kommt, in der erklärt wird, warum sie das möchte, dann bin ich schon sehr skeptisch…

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  4. Zu Twitter habe ich meine Regeln auf der landingpage klar formuliert http://tinyurl.com/qycum5

    Bei beidseitigen Vernetzungsanfragen wie z.B. auf Facebook reicht es mir bei mir unbekannten Personen nicht, dass gemeinsame Freunde aufgelistet sind. Da erwarte ich schon eine kurze Nachricht dazu. Wenn die nicht kommt, die Person aber für mich interessant ist, frage ich per pm nach, was sie zu der Anfrage bewogen hat. Darauf bekomme ich für gewöhnlich postiives Feedback.

    Solche, die ganz offensichtlich nur ihre Kontaktzahlen hochtreiben wollen, werden abgelehnt.

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  5. Sehr interessante Geschichte.Die Meinungen von den Kommentierende sind auch sehr gut.Mir gefällt eigentlich die ganze Seite.Bravo!Ich wünsche noch viel Erfolg damit.

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  6. @Annette Schwindt: Deine Landingpage gefällt mir gut. Da bleiben keine Fragen mehr offen. Ich leiste mir allerdings den Luxus, auch Leuten zu folgen, die was ganz anderes machen. Innovation entsteht durch Heterogenität und das versuche ich gerade bei Twitter auch zu leben.

    Die Facebook-Kontakte sind ein schwieriges Kapitel. Das Problem besteht für mich darin, dass ich ohne direkte Kontaktaufnahme nichts von einer Person erfahre. Angenommen jemand ist in einer Gruppe und weckt mein Interesse, dann kann ich nur mehr von dieser Person erfahren, wenn ich eine Kontaktanfrage stelle.

    Wahrscheinlich hängt die Frage, wie man mit Kontaktanfragen umgeht, auch davon ab, wie man den Begriff Kontakt definiert. Ich betrachte das als eine eher lose Verbindung und freue mich, wenn ich dann auf diesem Weg auf interessante Leute, Themen oder Informationen stoße. Wenn jemand meine Anfrage ablehnt, weil er einen anderen „Politik“ hat, dann ist das aber auch ok.

    Vor kurzem hat jemand gemeint, man müsste noch eine neue Kategorie für die engeren Kontakte einführen. Für mich ist das der falsche Weg, weil ich weiß, wer diesem engeren Kreis zuzurechnen ist und es dahe rkeiner weiteren Kategorisierung bedarf. Und außerdem ändert sich so etwas in einem Netzwerk ständig. Wer heute nah an mir dran ist, ist es in einem halben Jahr vielleicht nicht mehr und weitere 6 Monat später sieht die Sache dann wieder ganz anders aus.

    Ich denke, bei diesem Thema gibt es kein richtig und falsch. Man sollte nur für sich selbst wissen, wie man vorgeht. Gerade deshalb sind die unterschiedlichen Kommentare sehr aufschlussreich, vielen Dank dafür!

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  7. Bei Twitter habe ich ja zwei verschiedene Accounts, weil es sonst zu unübersichtlich wird. Die Anmerkungen hier bezogen sich ja auf meinen beruflichen Account. In meinem privaten Account bin ich da nicht so strikt.

    Sicher gibt es kein generelles Richtig oder Falsch. Nur für mich ist es wichtig zu erfahren, mit wem ich mich vernetze, bevor ich über Ja oder Nein entscheide. daher bitte Nachricht dazu.😉

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  8. Danke für den Verweis auf meinen Artikel! Was Twitter angeht, freu ich mich zwar über jeden Follower, bin aber sehr sehr restriktiv wem ich „followe“ d.h. das folgst du mir, folg ich Dir Spielchen mache ich nicht mit.

    Naja, leicht fällt das Ablehnen auch immer noch nicht, aber es ist ein Prozeß den man imho machen muß!

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  9. entweder ich kenne die Person und folge Ihr aus persönlichen gründen, oder die tweets bringen mir inhaltlich regelmässig soviel mehrwert, dass ich gerne folge. Das sind die 2 Optionen …

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  10. Pingback: Freundanfragen und Freundeslisten (Facebook Teil 5) « In Sachen Kommunikation

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