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„Amateure im Web2.0“: (k)ein Konferenzbericht

24 Kommentare

„Amateure im Web2.0“. So lautete der Titel einer Konferenz, die Freitag, Samstag hier in Wien stattfand. Vorweg: es ist bedauerlich, dass diese Konferenz auf so geringes Interesse stieß, die Vorträge, denen ich folgen durfte, waren nämlich hochinteressant. Aber vielleicht hätte man genau dieses Web2.0, um das es an den zwei Tagen ging, ein klein wenig mehr nutzen sollen, um auf diese Veranstaltung aufmerksam zu machen?

Wäre da nicht Jana Herwig gewesen, die das Progamm auf ihrem Blog digiom online gestellt hat, hätte ich die Konferenz wohl auch verpasst. Und da es dort auch eine kurze (und trotzdem lange) Zusammenfassung der Konferenz gibt (ein Dankeschön an Jana Herwig!), kann sich jeder einen zumindest ungefähren Eindruck verschaffen, worum es dort ging.

Ich möchte gerne zwei Punkte herausgreifen, die ich im Hinblick auf die Themen hier im Blog interessant fand. Schon ein paar Mal habe ich auf das Projekt Steve-Museum hingewiesen, dessen Grundannahme es ist,

„that social tagging may provide profound new ways to describe and access cultural heritage collections and encourage visitor engagement with collection objects“.

Dank Meike Wagner, die als wissenschaftliche Assistentin für Theaterwissenschaft an der LMU München arbeitet und im Rahmen der Konferenz einen Vortrag zum Thema „Das Populäre und das Archiv. Social Networking als Archivpraxis“ hielt (Jana Herwig geht in ihrem Konferenzbericht auf diesen Vortrag ein), bin ich auf Artigo gestoßen, ein Kunstgeschichtsspiel, das auf einem ähnlichen Ansatz basiert. Auch ganz interessant in diesem Zusammenhang: Hyperimage, ein Forschungsprojekt, das

„neue, innovative Wege zur durchgängig kollaborativen Zusammenstellung, Bearbeitung, Publikation, Archivierung und Nachnutzung von Bildcorpora“

erschließen möchte. Das Potenzial solcher Ansätze ist gewaltig. Einerseits erlaubt das Social Tagging das „leichtere“ Auffinden von Bildern in den Datenbanken der Museen (siehe z.B. das Philadelphia Museum of Art, das das Auffinden von Bildern mit Hilfe von Social Tagging anbietet). Andererseits lassen sich daraus mittel- und langfristig Ordnungsstrukturen identifizieren, die Ausdruck veränderter „Sehgewohnheiten“ sein können. Nicht zu vergessen der soziale Aspekt, denn natürlich lassen sich solche Ansätze auch für das Community Building nutzen, etwa wenn wie im Fall von Artigo gegeneinander gespielt wird und ein erster Platz einen Geldgewinn verspricht.

YouTube: die evolutionäre Weiterentwicklung des Videomaterials

Einen zweiten für mich interessanten Aspekt sprach im Rahmen der Konferenz Roman Marek in seinem Vortrag „Wenn der Rezipient zum Produzenten wird: Die Zirkulation der Videobilder auf YouTube“ an. Für ihn stellt YouTube nicht einfach nur eine Plattform darf, auf der Videos hochgeladen haben, denn

„durch das Ineinandergreifen neuer Ausprägungen von Distribution, Organisation, Zugänglichkeit und Vernetzung (kommt es) zu einer in diesem Umfang bisher unbekannten Zirkulation von Videobildern“,

wie es in seinem Abstract heißt. Das Ergebnis ist ein audiovisueller Diskurs, in dessen Verlauf die Videoclips verändert werden bzw. sich weiterentwickeln. Marek, der sich im Rahmen seiner Dissertation mit der Video-Kultur im Internet beschäftigt, spricht von sogenannten „Recycling- oder auch Remix-Videos“,

„die auf den Videoplattformen mit den ursprünglichen Versionen des Bildmaterials um die Aufmerksamkeit durch die Betrachter konkurrier(en)“.

Offensichtlich wird das am Beispiel des „Fan“-Videos „Leave Britney Alone!“:

Dieses Video wurde auf verschiedenste Art und Weise weiterverarbeitet, meist auf künstlerische Art und Weise, wie z.B. dieses Beispiel hier zeigt:

Aus einem normalen Kreislauf wird, so Marek ein „Ideenumlauf“, bei dem es um die „produktive Weiterverwendung“ des Ausgangsmaterials geht. Spannend fand ich die Analogie, die Marek zur Welt der Biologie, konkret zur Evolution herstellte:

„Die Bildsequenzen entsprechen dem genetischen Code, das Recycling-Video dem mutierten Individuum, die Aufmerksamkeit der Rezipienten der Selektion durch die Umwelt, die Anzahl der Abrufe der Größe der Population, der Produzent dem Auslöser der Mutation (und) die Verkettung der verschiedenen Videoversionen dem Stammbaum in der Natur“,

formuliert es Marek in seinem Abstract.

Interessant wird die Sache, wenn Kunst- und Kultureinrichtungen darauf einsteigen (siehe dazu mein Blogpost „Partizipation: wie das Publikum in das eigene Projekt einbinden?„) und damit die Trennung zwischen Produzent und Konsument komplett aufheben. Einher her geht sie mit einer, wie Marek schreibt, „Aufwertung des Amateurs“. Eine, wie ich denke, gewaltige Herausforderung für die Kulturbetriebe, die auch zu einem Umdenken in deren Rollenverständnis führen muss.

24 Comments Join the Conversation

  1. Hi Christian,

    interessanter Artikel. in der spursuche stehe ich gerade mit einer grossen Jugendzeitschrift im Gespräch, bundesweite Ausstellungen zum Thema „Fan Art“ aufzubauen.

    Auch intern hatten wir gerade eine lebhafte Diskussion zu Thema Hobbyisten. Dieser Begriff wird ja vom Kunstmarkt beflissentlich ausgeblendet. Hierbei wird natürlich der Begriff von Künstlern gemeint, die sich hobbymäßig mit Kunst beschäftigen, aber natürlich aus fehlender Selbstreflexion sich in direkten Vergleich setzen. Ohne dabei einer kunstrelevanten Prozesslichkeit Rechnung zu tragen.

    Auch sind die gezeigten Videos natürlich ohne irgendeinen Kunstanspruch entstanden.

    Tatsächlich gebe ich Dir recht, daß mich als Künstler es schon reizt, diese Herausforderung aufzunehmen.

    Denn Tatsächlich she ich auch die Aufgabe, das Publikum intensiver in den künstlersichen Prozess einzubinden.

    Vielen Dank für die Anregung.

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    • also ich habe schon 1977 (!) bei unserem aufwendigen spielBild projekt in allen ausstellungen und mit grosser unterstützung (bazon brock u. a.) erfhren: das publikum bleibt publikum.

      http://www.art-meets-science.com/de/texte01.html

      kunstmachen und kunst-rezipieren bedingen sich. deren aufhebung hebt alles auf. der gedanke reizte natürlich in den 68er nach-wehen…

      freudig habe ich das aufwendige (!) projekt 1978 eingestellt. sehen, fühlen, mitdenken ist partizipation.

      medientraining wäre angesagter. auch web.Xnull-training. auf allen kanälen !! aber darum kümmern sch (gerade auch) die tv-medien nicht (aus gutem grund).

      PUBLIKUM IN DEN ORCHESTERGRABEN. das war in berlin en-vogue damals: peeer gynt von der schaubühne am halleschen ufer inszeniert in den messehallen: das publikum durfe ‚mitmachen‘. mit mao-mao-rufen !

      jeder soll (ja) ein künstler sein, wie schön: aber bitte jeder in seinem fach. nur so (!) kommt qualität zustande. mit all seinen überschneidungen dann zu anderen feldern. mühsamer prozess – mitmachen ist ein surrogat-konzept. da verlieren alle. das ergebnis künstlerischen schaffens wird geteilt. hören ist mitmachen. sehen ist mitmachen.

      wer sich als publikum auf den kunst-schaffens-prozess einlassen will: für den gibt es ja workshops. atelierbesuche mit malstunden (in berlin ganz wundervolle bei uliane borchert) oder studiengänge als gasthörer etc, etc.

      seh‘ ich das alles ganz falsch?

      michael

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      • @michael: es bleibt jedem selbst überlassen, wie er die Situation einschätzt.

        ein paar Anmerkungen:
        – Du schreibst: „jeder soll (ja) ein künstler sein, wie schön: aber bitte jeder in seinem fach. nur so (!) kommt qualität zustande.“

        Ich fürchte, schon mit dem Begriff „Fach“ erleidest Du Schiffbruch. Tatsache ist, dass sich mehr und mehr KünstlerInnen diesem Kategoriedenken entziehen. Welchem „Fach“ wäre Schlingensief denn zuzuordnen?

        – Du schreibst: „wer sich als publikum auf den kunst-schaffens-prozess einlassen will: für den gibt es ja workshops.“

        Klar, wenn Dir aber jemand nach dem Besuch dieses Workshops den Rang abläuft, wird das zu Deinem Problem. Oder stellst Du Dich dann mit einer Tafel hin und weist darauf hin, dass Du der wahre Künstler bist und nur bei Dir die entsprechende Qualtität geboten wird?

        – Du schreibst: „mitmachen ist ein surrogat-konzept. da verlieren alle. das ergebnis künstlerischen schaffens wird geteilt. hören ist mitmachen. sehen ist mitmachen.“

        Geh mal auf YouTube und schau Dir an, wie viele Reaktionen das erste der beiden im Beitrag eingebundenen Videos hervorgerufen hat. Wir können jetzt natürlich darüber diskutieren, ob das Kunst ist oder nicht. Ob das gute oder schlechte Kunst ist, etc. Nur ganz ehrlich: was bringt Dir das?

        Die Realität sieht so aus, dass sich da im Web Strukturen herausbilden, wo „Amateure“ eine Aufmerksamkeit erregen, von der viele „Profis“ träumen. Du hast nun zwei Möglichkeiten: Du konstatierst, dass diese Entwicklung schlecht ist und schaust zukünftig weg. Oder Du greifst diese Entwicklung auf und schaust, ob sie Dir was bringt?

        Wenn Du sagst, sie bringt Dir nichts, dann ist das durchaus ok. Nur bin ich der Meinung, dass sich solche Entwicklungen auch von denen nutzen lassen, die wir als „Profis“ bezeichnen.

        Es geht mir noch nicht mal um ein Miteinander, wie Du es am Beispiel der Schaubühne beschreibst, sondern um völlig neue Formen der audiovisuellen Darstellung. Roman Marek sprach von der Evolution eines Werkes. Da geht es nicht um die Frage, ob ich das gut oder schlecht finde, sondern wie ich darauf reagiere? Da steht Deine Antwort noch aus. Oder schickst Du solche Leute dann in Workshops oder Malkurse?🙂

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      • @christian: mit ‚fach‘ ist keine schublade gemeint, sondern das bezieht sich auf PUBLIKUM (please read again). wenn jemand (auch nach workshops) nicht mehr publikum ist sondern als musiker, tänzer aktiv wird, dann ist der ja nicht mehr gemeint. wenn du aus dem publikum zb. einen maurrer aus dem publikum in deinem orchester mitspielen lässt ist die wahrscheinlichkeit, dass das für den rest des publikums schiefgeht einfach gross.

        schliengensief ist dem fach nicht-publikum zuzuordnen (nach meinem verständnis als schiffbrüchiger).

        wenn ich schrieb: das mitmachen ist ein surrogat-konzept: ist das meine erfahrung, christian, basierend auch auf 9 jahren experimentieren in interaktions-thematik (schon an der hdk in berlin). wenn du als reaktionen (’schau mal wie viele‘) auf WERKE solche youtube verwurstungen hier thematisierst, kannst du MICH nicht fragen, was MIR das bringt. ich habe das nicht als beispiel für surrogat-konzept benannt.

        es gibt für mich keine profi- und hobby-maler. wer malt ist maler. und ab diesem prozess: nicht publikum. und ob ein kulturmanager das für qualität hält ist so wichtig wie sonstwas. wichtig ist, dass jemand SELBST macht. den prozess des eigenen äussern lieben lernt. OHNE dass ihn jemand an der hand nimmt. oder gar ‚mitnimmt‘.

        ich kenne einen maurer, 55 jahre, der malt jetzt nur noch. bringt kalender raus. mit rilke-gedichten. ich freue mich um jeden menschen, der selber malt als weltaneignung, musiziert, liest, schreivt, skizziert.

        das web ist ein unendlich wertvolles tool. aber nur zum interpolieren mir zu schade.

        wenn es dir um ‚VÖLLIG NEUE FORMEN v. DARSTELLUNGEN GEHT, sei beruhigt: die suchen wir alle. im sinne von evolution. wie du auf meine arbeit reagierst wird mit hoher wahrscheinlichkeit eine andere sein, wie der nächste darauf reagiert. das hat weder mit web zu tun noch mit management-methoden.

        wenn du eine arbeit in youtube verwurstest: hast du nichts anderes gemacht, als dies. wooooaaw, welch ein schritt: da entsteht etwas völlig (???) neues. interpolation. klar, das juckt in den händen von inaktiven. ist ja so easy nun. etwas photoshopping and uploading. und: ’schau mal: die vielen reaktionen darauf‘. klar, da kommt die nächste evolutions-stufe von ‚kultur‘.

        es lebe das un-verwurstete werk von einem balakirev, eines interpreten wie igor kamenz (ohne publikum-hände-drin-via-youTube) . . . mitmach-surrogat-wert.
        cave: schiffbruchgefahr.

        besser selber was machen.
        aber es ist schon so: das medium ist ja die message.

        kunst/kultur lässt sich nicht managen.
        sowenig wie evolution.

        es gibt nur eine evolution. keine in der kunst, blanke hybris. klingt aber gut.

        wenn Roman Marek von ‚evolution des werkes‘ spricht und damit reaktion darauf gemeint sei . . . dann verstehe ich den begriff der evolution in diesem zusammenhang nicht. vom betrachten, einer reaktion auf ein WERK verändert sich doch nicht die ‚evolution DES werkes‘ . . . die evolution schreitet voran mit den betrachtern. das werk mag anders gesehen werden. wenn aber das eingreifen in dieses werk evolutionär sein soll: bitteschön: dann mag es der umgang damit sein: aber nicht evolution des werkes. ungefragt die intention verändern? lass gothische kathedralen einfach gotisch bleiben. bau lieber den nächsten stil, aufbauend auf vorangegangenem. das kommt ‚evolution‘ wenigstens etwas näher.

        ‚oder schickst du solche leute dann in workshops oder malkurse? … was will diese frage fragen? wie du oder andere auf meine arbeit reagierst liegt weder in meinem gestaltungsbereich, noch wollte ich da etwas ge-managed wissen. das ist doch deren heilige sache. out of control. selbstregelungsprocess. und wenn sie meinen sie müssten es verwursten: ok. aber auch darauf reagiere: auch ich. da ist keine frage mehr offen.

        kultur braucht keine manager.
        es sei denn beiden geht es um marketing.
        branding. künstler als marke . . .
        dann möge man das auch so labeln: kulturmarketing.

        aber ich habe verstanden: die ‚profi’s‘ können auch solche ‚entwicklungen ’nutzen‘. wenn das web-tool gemeint ist: ja klar. aber wohl weniger die ergebnisse von verwurstungen. die könnten die profi’s ja wieder verwursten. arme evoliútion.

        was soll ich als schiffbrüchiger da noch sagen: besser nix mehr. nur weiterlesen, damit ich besser sehr, was zu umschiffen ist🙂

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      • @michael: naja, wenn ich einen Satz anders verstehe, als Du ihn gemeint hast, kann das vielleicht auch daran liegen, dass Du Dich nicht deutlich ausgedrückt hast? Ich bin Deiner „freundlichen“ Aufforderung nachgekommen, habe Deinen Kommentar noch einmal gelesen und verstehe ihn immer noch nicht anders.

        Noch ein zweiter Punkt: ich finde es bewundernswert, mit welcher Ausdauer Du es immer wieder schaffst, Deine beiden Statements „Kunst/Kultur lässt sich nicht managen“ und „Kultur braucht keine Manager“ in Deinen diversen Kommentaren unterzubringen. Bring Dein Problem doch einfach mal konkret auf den Punkt, damit ich weiß, worum es geht.

        Von Management war im Blogpost keine Rede, es handelt sich um eine (teilweise) Wiedergabe dessen, was ich am Samstag im IBM-Forum in Wien gehört habe. Nicht mehr und nicht weniger. Insofern kann ich Deinen Anmerkungen nicht ganz folgen…

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    • Lass uns an der Stelle nicht über Kunst streiten. Aber ich sehe hier schon stark Entertainmentabsichten im Vordergrund.

      Aber eben hier kommen wir an einen sehr ernsten Punkt. „Amateure“ einbeziehen: ja. Aber dürfen wir dabei den qualitativen anspruch an Kunst aufgeben?

      Aber ich überlege ernsthaft, den Ball, den Du da zuspielst einmal aufzunehmen. Das Thema ist tatsächlcih spannend und zukunftsweisend.

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  2. Grüß dich, Christian, deswegen kamst du mir so bekannt vor! Habe dich ja auf der KOnferenz gesehen, wusste aber nicht, ob du du bist bzw. ob wir uns auch schon mal im RL die Hand geschüttelt haben.

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  3. haben wir schon mal, Jana.🙂 Aber das ist schon eine Weile her… Ich musste leider recht bald wieder verschwinden, aber ich habe gesehen, Du bist beim BarCamp in Wien. Da ist dann sicher etwas mehr Zeit…

    Ohne Deinen Programmhinweis wäre ich wahrscheinlich gar nicht gekommen, was schade gewesen wäre, denn das Programm war wirklich gut und hätte ein paar Leute mehr verdient.

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  4. Pingback: Spursuche » Amateur und Hobbyisten

  5. @foulder: die Frage nach der Qualität ist ja nicht nur eine, die die Kunst betrifft. Das ganze Web2.0 funktioniert nach diesem Prinzip und setzt auf user-generated-content. Auch Journalisten sehen sich von Amateuren „bedroht“ und klagen über die fehlende Qualität der vielen Lesereporter (siehe Bildzeitung) und Blogger, die ihnen das Leben schwer machen.

    Wie sagte vor einigen Monaten ein Microsoft-Manager im Rahmen einer Veranstaltung so schön: die Zahnpasta ist aus der Tube und wir bekommen sie nicht mehr in die Tube zurück. Also geht es eigentlich nur noch um die Frage, wer wie damit umgeht? Alles andere geht, wenn man sich die Funktionsweise des Web2.0 anschaut, an der Realität vorbei.

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    • Diese sogen. Qualitätsstandards in der Kunstdiskussion sowie die technischen Standards im Bezug auf TV etc. sind längst entlarvt als Zensur, um geschützte und subventionierte Werkstätten weiterhin zu bewahren (Ich brauche den ORF als Beispiel nicht zu erwähnen, tue es aber trotzdem). Tatsächlich hat die Realität diesen Diskurs schon längst weit hinter sich gelassen. Sogenannte Professionals sind ein Auslaufmodel, endlich! Und es kommt nur mehr darauf an, wie gut eine Sache ist, egal, ob sie ein Amateur gemacht hat oder nicht. Das ist kein Kriterium. Ist doch gut für’s Publikum. oder…

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      • Bei der ganzen Diskussion ist es sicherlich wichtig, die Funktion von Kunst näher zu definieren.
        Wir sollten dabei gar nicht mehr über Qualität reden, sondern lediglich wertfrei über die Funktion, die Kunst ausübt. Für uns ist einer der wichtigsten Punkte ein philosophisch-künstlerischer Prozess, der zwischen den unterschiedlichen Produktionen eines Künstlers abläuft, genau wie eine kunsthistorische Zuordenbarkeit der Arbeit. Kunst im Ganzen ist ein historischer Prozess ähnlich der Wissenschaft, und es gibt keinen Grund, diesen mit Entertainment gleichzusetzen. Bitte, nicht aus Überheblichkeit, sondern schlichtweg aus der Sicht völlig unterschiedlicher Funktionen.Sich mit einem Kunstwerk zu beschäftigen ist nunmal ein anderer Vorgang, als im Club abzurocken.

        Ein Hobbyist ist sich in der Regel nicht darüber im klaren, was genau er tut. Das muß er auch nicht. Der Professional ist aber dieser Anforderung ausgesetzt. Sowie ich mein Garagentor selber reparieren kann, als professioneller muß ich aber Haftungsfragen etc berücksichtigen.

        Das Zusammenspiel zwischen Amateur und Profi kann aber so aussehen, daß der Professionelle die Initialzündung aufnimmt und zu einem Ergebnis treibt, das den Anforderungen von Kunst entspricht. Und damit wiederum einen Impuls in Wechselwirkung an den Amateur zurückgibt. Somit ist er direkt in den künstlersichen Prozess eingebunden und unauschlöchlicher Bestandteil.

        ein Prozess, den man in der romantischen Kunst wohl Inspiration nannte, den es immer schon gegeben hat, der aber nie in dieser Form als Bestandteil des künstlerischen Schaffens definiert worden ist. Weil er nie massentauglich artikuliert werden konnte, was aber heute dank Web 2.0 der Fall ist.

        Ich denke gegenüber den Nachsechzigern ist einfach hier ein grosser Unterschied der in den technischen Möglichkeiten liegt. Dagegen wirken Versuche, ein Publikum in den Orchestergraben zu setzen geradezu niedlich naiv.

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  6. haben wir? my fail, sorry! ja, mehr leute hätte die konferenz verdient, und mehr werbung im web hätte wohl viel(e) erreichen können. die social web bevölkerung geht eh immer gern wohin, wo sie über ihr mysterium reden darf:) und hätte den bogen der konferenz gut ergänzt. die fortsetzung muss es dann eben am 19.5. bei uns im institut geben, bei jay bolters vortrag zur digitalen avantgarde.

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