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Bollwerk gegen das Fremde oder Brücke zum Fremden?

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Gestern ist Aleida Assmann mit dem Paul-Watzlawick-Ehrenring ausgezeichnet worden. Anlässlich ihres Aufenthaltes in Wien gab sie dem Standard ein Interview, in dem sie vor dem Hintergrund eines möglichen EU-Beitritts der Türkei nach den Grenzen der Idee Europas bzw. einer europäischen Erinnerungskultur gefragt wurde.

Die Außengrenze Europas gegenüber der Türkei könne man aus zwei verschiedenen Perspektiven sehen, so Assmann:

„als Bollwerk gegen das Fremde oder als Brücke zum Fremden“.

Im Sinne von Innovation und Weiterentwicklung ist die Antwort klar, meine Antwort dazu kennen Sie ja. Aleida Assmann tendiert in die gleiche Richtung. Nun kann man darüber reden, dass es darum gehe, Brücken zu schlagen. Man kann aber auch etwas dafür tun, zum Beispiel künstlerische Kooperationsprojekte entwickeln und realisieren.

Da trifft es sich gut, dass die EU solche Aktivitäten finanziell unterstützt. Derzeit läuft ein Call, mit dem Brüssel lokale  kulturelle Projekte in acht Nicht-EU-Ländern fördert, Einreichfrist ist der 1. Mai. Und dann gibt es seit kurzem noch eine Pilotaktion, in der es um die Mobilität von KünstlerInnen und Kulturschaffenden geht, wobei unter „Kulturschaffenden“ auch Fachleute, Kulturmanager, Produzenten, Organisatoren, Wissenschaftler, Journalisten und Vermittler aus dem Kulturbereich gemeint sind, wie es auf der Website des österreichischen Cultural Contact Point heißt. Es geht darum, die kulturelle Vielfalt zu fördern und das vor allem durch eine erhöhte Mobilität. Die kostet in der Regel etwa und genau dafür gibt es nun Geldmittel aus den Brüsseler Fördertöpfen.

Die Antragsunterlagen finden Sie hier, sie ähneln übrigens denen des ganz normalen Kulturförderprogramms. Einreichfrist ist der 15. Mai. Schauen Sie sich die Ausschreibung mal an, vielleicht ist das ja was für Sie?

5 Comments Join the Conversation

  1. „Eine Brücke zum Fremden“… Find‘ ich schön, das lädt mich zu Entdeckungen, Abenteuern ein. Und die Brücke lässt mich wissen, dass ich Gast bin, nicht nur konsumiere, sondern das Andere respektiere und bereichert zurückkehren kann.

    KünstlerInnen bringen mich tatsächlich ab und zu auf andere Einsichten!

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  2. Ich kann nur immer wieder folgendes Buch empfehlen, welches exakt zum Thema passt,,Die Brücke über die Drina“ (Na Drini cuprijal‘), wofür Ivo Andric 1961 den Nobelpreis erhielt. Habe es erst unlängst gelesen, weil es noch aus meiner Gymnasiumszeit auf meiner persönlichen Bildungsbürger-Verweigerungsliste stand. Zu Unrecht!! Hier wird all der Wahnsinn beschrieben, der sich seit Jahrhunderten abspielt am Beispiel einer literarischen Metapher, einer Brücke an der Schwelle zwischen „Uns“ und den „Anderen“.

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